Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater

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Anne Gesthuysen: Sei mir ein Vater
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783462048322

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Felder, Wiesen und vereinzelte Nebelschwaden zogen an ihr vorbei, ab und zu eine einsame Kopfweide, die ihre Zweige abwehrend in den Himmel reckte, aber keine Landmarke, nichts, woran das Auge sich hätte festhalten können, so flach und weit mutete die Landschaft an.

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Ein Roman über die Bedeutung von Familie, über die Liebe und über das Glamour-Paar der Pariser Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts: Georgette Agutte und Marcel Sembat Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten.

Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds.

Autoren-Bewertungen

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Blasse Figuren und die Handlung plätschert nur vor sich hin

Lilie überrascht in ihrer Wohnung in Paris einen Einbrecher, der anscheinend nur an einem wertlosen Bild interessiert war, dass sie schon seit Jahren nur in einer Rumpelkammer lagert. Als sie ihrem ehemaligen deutschen Gastvater Hermann und ihrer Gastschwester Hanna in Deutschland davon erzählt, erwacht bei denen die Neugier und gemeinsam beginnen sie zu recherchieren, was es mit diesem Bild auf sich hat. Dabei landen sie bei dem ehemaligen Glamourpaar Georgette Agutte und Marcel Sembat, bei denen es sich um entfernte Vorfahren von Lilie handelt. Gemeinsam begeben sich Lilie, Hermann und Hanna auf eine Reise in die Vergangenheit, die gleichzeitig die letzte Reise von Hermann darstellt, der unheilbar an Krebs erkrankt ist.

Nachdem ich vom Vorgängerroman "Wir sind doch Schwestern" der Autorin so begeistert war, habe ich voller Vorfreude mit dem lesen von diesem Buch gestartet, leider konnte es jedoch meinen Erwartungen so gar nicht gerecht werden.

Die handelnden Charaktere blieben für mich sehr blass und kaum greifbar und die einzelnen Schicksale haben mich überhaupt gar nicht berührt. Lilie und Hanna waren für mich zum Teil gefühlt irgendwie Teenager, dabei sollten sie 40jährige Frauen darstellen. Oftmals war für mich auch gar nicht nachvollziehbar, welche große Freundschaft sie angeblich verbindet, da bei mir davon eigentlich nichts ankam.

Die Sprünge in die Vergangenheit zu dem Ehepaar Sembat-Agutte waren den größten Teil des Buches leider auch für mich überhaupt nicht spannend und gerade auch der eigentliche Skandal, dass Georgette sich zu der Zeit hat scheiden lassen, wurde irgendwie emotionslos abgehandelt. Das zum Teil dann schon fast panische Klammern von Georgette an Marcel wurde als große ewige Liebe beschrieben, kam aber leider bei mir überhaupt nicht romantisch an.

Was mir gut gefallen hat, waren die Vorstellungen der berühmten Künstler wie Matisse, Pissaro oder auch Picasso und ihrer unterschiedlichen Stilrichtungen. Interessant fand ich auch die politischen Inhalte, mit denen sich Marcel Sembat beschäftigte und seine Gedanken und Überlegungen dazu.

Die Geschichte in der Gegenwart um Lilie, Hermann und Hanna und gerade die Tatsache, dass Lilie Hermann zu ihrem Wahlvater erklärt hat, hat mich überhaupt nicht berührt. Das Drama um Lilie's leiblichen Vater wurde zwar ein bisschen angesprochen, blieb aber für mich trotz allem nicht komplett nachvollziehbar.

Alles in allem hat mich dieses Buch leider sehr enttäuscht und reicht für mich bei weitem nicht an den Vorgänger heran. Das Nachwort hat mich dann irgendwie am meisten berührt, da die Autorin wohl wieder auf eigene Erfahrungen zurück gegriffen hat und das Buch mehr oder weniger im Gedenken an ihren verstorbenen Vater geschrieben hat.

Trotz allem reicht das bei mir nur noch für gerade zwei Sterne.

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Eine Reise in die Vergangenheit

Lilie überrascht in Paris einen Einbrecher in Ihrer Wohnung, der ein altes Bild stehlen will, das sie von ihrem Vater bekam. Dabei entdeckt sie einen Brief im Bilderrahmen, Es ist der Brief einer Georgette Agutte an ihren Vater. Lilie wollte gerade zu ihrem Gastvater Hermann an den Niederrhein reisen, da er an Krebs erkrankt ist. Sie will ihrer Freundin Hanna und ihrem Vater beistehen. Da Hermann Geheimnisse mag, nimmt sie kurzerhand das Bild und den Brief mit.
Lilie hat eine ganz besondere Beziehung zu Hanna und ihrem Vater. Als sie seinerzeit dort zu Gast war, hat sie erstmals erlebt, was Familie bedeutet. Sie bat Hermann: "Sei mir ein Vater". Ihr eigener Vater war ein Lebenskünstler, den es in die weite Welt trieb. Auch ihre Mutter konnte ihr keinen Halt geben. Durch einen Restaurator erfährt Lilie mehr. Die Gegenstände bergen ein Geheimnis. Ihre Vorfahrin Georgette Aquette war eine bekannte Malerin, die mit dem Marcel Sambet Politiker verheiratet war. Das inspiriert Hermann dazu, sich mit Lilie und Hanna auf die Suche zu machen, um das Geheimnis aufzuklären.
So lernen wir in einem weiteren Strang, der in der Vergangenheit spielt, das Leben der Malerin kennen. Sie war bekannt mit Renoir, Pissaro und vielen anderen berühmten Persönlichkeiten, mit Matisse war sie eng befreundet. Mit ihrem Mann verbindet sie eine große Liebe, die aber auch eine gewisse Tragik hat. Die Zeit des Belle-Èpoque in Paris ist interessant und aufregend. Ihr Brief, der Lilie so unverhofft in die Finger viel, ging an einen Vater, den sie nie kennenlernte.
Die Spurensuche führt unsere Geheimnisaufklärer quer durch Europa auf die Antillen.
Es ist ein wundervoller Roman, in dem die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden wird. Ich hatte noch nie von der Malerin Georgette Aquette gehört, aber viele der anderen Persönlichkeiten sind mir natürlich ein Begriff.
Die Charaktere sind sehr lebensnah geschildert. Georgette war mir sehr sympathisch, aber Lilie kam mir nicht nah. Der Schreibstil ist gewohnt klar und flüssig. Es ist eine Geschichte, die einen wirklich gefangen nimmt. Dennoch hat mich der historische Teil etwas mehr angesprochen.
Eine interessante Geschichte über eine Künstlerin.

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Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln...

Nachdem mir bereits "Wir sind doch Schwestern" von der Autorin unheimlich gut gefiel, musste ich natürlich wissen wie ihr neuer Roman so ist. Dieses Mal verwebt sie in ihrem fiktiven Roman die real existierende Malerin Georgette Agutte. Mit großen Erwartungen begann ich mit der Lektüre.

In der Geschichte selbst geht es in erster Linie um die Französin Lilie Agutte, die alleinerziehende Mutter ist. Nachdem sie erfährt, dass ihr deutscher Gastvater und Papaersatz schwer erkrankt ist, macht sie sich zu ihm auf dem Weg. Im Gepäck hat sie ein altes Bild, das fast gestohlen wurde und dessen Bedeutung sie nun näher ergründen will. Wird sie das Geheimnis des Bildes lüften können?

Die Handlung wird uns über zwei Erzählstränge näher gebracht und ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Ereignisse. Zum Einen erleben wir das Jahr 2007 in Deutschland, wo Lilie ihre Freundin Hanna und dessen Vater besucht und sie der Geschichte des Bildes nachgehen. Zum Anderen erleben wir die Zeit der Jahrhundertwende, in der die begnadete Malerin Georgette Agutte lebt und Freundschaften zu Malern wie Matisse und ähnlichen pflegt.

Die Autorin schreibt sehr bildhaft und detailverliebt, was mir hier wirklich gut gefallen hat. Es fällt einem wirklich leicht der Handlung zu folgen, da sie einfach unheimlich spannend ist. Für mich waren beide Handlungsstränge gleich stark.

Die dargestellten Charaktere werden mit sehr viel Liebe dem Leser näher gebracht. Gerade in die Frauencharaktere konnte ich mich hervorragend einfühlen.

Wer sich für Kunst interessiert, darüber aber noch nicht allzu viel weiß, der wird mit diesem Roman noch einiges an Wissen ansammeln können.

Mit diesem Buch hat Frau Gesthuysen bewiesen, dass sie schreiben kann.

Fazit: Eine Familiengeschichte voller Gefühl, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Die Autorin ist ein Garant für gute Unterhaltung. Klasse!

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