Anneliese Mackintosh: So bin ich nicht: (Gretas Storys)

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Anneliese Mackintosh: So bin ich nicht: (Gretas Storys)
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Any other Mouth
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783351036287

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Mit acht schrieb ich Nachrichten an mein zukünftiges Ich.

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Handlungsort

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Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie »Gut ist das Gegenteil von Großartig«. Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen.

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Ein bemerkenswertes Debüt, das sicherlich nicht jedermanns Sache ist

Eigentlich fasse ich die Handlung eines gelesenen Buches gerne mit meinen eigenen Worten zusammen, da ich mit so manchem Klappentext nicht ganz glücklich bin. Dieses Mal mache ich das nicht, denn die Inhaltsangabe des Verlages hat mich sofort angefixt:

"Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie »Gut ist das Gegenteil von Großartig«. Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen."

Klingt gut? Genau, so ging es mir auch!

Greta wäre gerne normal. Einfach so, wie sie sich eben fühlt, nicht so, wie sie wohl wahrgenommen wird. Greta hat keine einfache Zeit hinter sich: ihre Schwester ist psychisch sehr krank, ihr geliebter Vater verstorben. Spätestens danach ist Greta auf der Suche nach sich selbst und geht einen ungewöhnlichen Weg, denn er führt über Alkohol, Drogen, sexuelle Eskapaden zu teilweise seltsamen Versuchen, ihr Leben zu strukturieren. Kann sie Freundschaft und Liebe finden? Schafft sie es, irgendwann mit ihrer Trauer umzugehen?

Die in Deutschland geborene Autorin Anneliese Macintosh, die in Cornwall aufwuchs und auch heute wieder im Südwesten Großbritanniens lebt, sagt von ihrer Hauptfigur Greta, dass sie zu 68% aus ihr persönlich besteht - der Rest sei frei erfunden. Wow, das gibt zu denken, denn bei der Lektüre fragt man sich unweigerlich, welcher Part nun wahr sein könnte und welcher nicht. Zudem sagt sie, dass es sich um eine Sammlung von Erzählungen handelt (Greta's Stories), aber ich habe das Buch nicht wirklich als Erzählband wahrgenommen, wenngleich es auch kein stringent erzählter Roman ist.

Der Stil der Autorin ist schonungslos, stellenweise drastisch, aber immer offen und ehrlich - auch wenn man das an der ein oder anderen Stelle vielleicht gar nicht will (ich sage nur "too much information"). Einige Sequenzen, vor allem die, die Gretas Trauer beschreiben, haben schon fast etwas lyrisches, andere Szenen sind wiederum unanständig bis vulgär. Tja, hier schont sich weder Greta noch die Autorin ihre LeserInnen. In meinen Augen ist der Balanceakt der Autorin geglückt: Greta, die in Wirklichkeit auf der Suche nach Erfolgserlebnissen und Liebe ist; eine lebendige Erzählweise, die brutal ehrlich wirkt und dabei heftige Einsichten in alltägliche menschliche Tragödien zulässt; jede Menge Schmerz und dennoch Humor - all das hat Anneliese Mackintosh gepackt.
Ein Buch, das einen innerhalb kürzester Zeit sowohl zum Weinen als auch zum Lachen bringen kann.

Fazit: Anders, bemerkenswert, schockierend und überraschend ehrlich. Für mich ein Volltreffer.

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So bin ich wirklich nicht!

Als ich den Klappentext gelesen habe, war mir klar, dass es kein Buch wie jedes andere ist. Und ja, ich habe mich auch aufs Lesen gefreut, nur wusste ich bis dahin nicht, was genau mich erwarten sollte!
Der Schreibstil der Autorin ist kompromisslos, authentisch (in einigen Details zu authentisch) und geradeheraus.

Wenn man den Klappentext liest denkt man sich "Oh ja, wir steigen also in das Leben von Greta ein, lernen mit ihr leben, lieben und lachen" - oder so in der Art. Schaut man dann noch das Cover an merkt man, dass es wirklich aufs Wesentliche reduziert wurde. Kein großartiges Farbchaos, keine versteckten Hinweise auf die Geschichte, nicht wirklich viel zum hineininterpretieren. Eben minimalistisch und doch ansprechend. Vielleicht hätte ich da schon ahnen können, was auf mich zukommt.

Greta erzählt aus ihren einzelnen Kapiteln im Leben und die sind randvoll mit Geschichten über Sex (oder ihre Anfänge darüber), Alkohol(exzesse), ihre Freunde, Liebschaften und ihre Trauer über den zu frühen Tod ihres Vaters. Die Trauerbewältigung ist bei ihr in vielen Kapiteln vorhanden. Auf unterschiedlichste Art und Weise nähert sie sich ihr, lässt sich von ihr umarmen, wehrt sich, denkt zurück an die Zeiten mit ihrem Vater, aber lässt auch nicht die dunklen Kapitel aus dem letzten Lebensabschnitt ihres Vaters aus. Nicht alles ist rosig. Sterben ist nicht schön. Schon gar nicht, wenn man von Paranoia heimgesucht wird und hinter allem und jedem das Schlechte vermutet. Natürlich hat sie diese Zeit stark mitgenommen und wohl auch in ihrem weiteren Leben geprägt. In meinen Augen nicht zum Positiven. Ich war mehr als geschockt über einige (nicht nur) literarische Ausgüsse von ihr - vielleicht, weil ich einfach nicht so bin?

Und so kommen wir auch auf den Titel des Buches "So bin ich nicht" - ich kann mit Bestimmtheit sagen: ich habe das Buch gelesen, habe die Gedanken der Protagonistin (und auch der Autorin) und deren Geschichte kennen gelernt und ich kann gewiss behaupten: so bin ich nicht! Und das mag wohl auch einer der Gründe sein, weswegen mir das Buch nicht sonderlich gut gefallen hat. Als es sich dem Ende näherte, war ich wirklich sehr froh drum. Klar, einige witzige oder einfach nur geistreiche Szenen waren vertreten, doch nicht solche, die mich als Leser dazu bewegen könnten, das Buch erneut in die Hand zu nehmen oder es weiter zu empfehlen. Am Ende musste ich mich wirklich zwingen, die restlichen Kapitel zu lesen.

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(Aktualisiert: 16 Mai 2016)
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1.0

Schwere Kost

INHALT
Gretas Leben ist alles andere außer gewöhnlich. Sie leidet an Borderline und versucht ihre innere Leere täglich mit Alkohol und Sex zu bekämpfen. Es ist ein hektisches Leben auf der Überholspur.

MEINUNG
Anneliese Mackintoshs Buch ist eine schockierende, schonungslos offene und zugleich unchronologische Lektüre. Leider konnte mich Gretas oberflächliche und ungeordnete Sammlung aus Kurzgeschichten bzw. Tagebucheinträgen nicht berühren bzw. von sich überzeugen.

Greta als Person geriet mir zu kaputt und zu zerstörerisch. Ihr Leben ist exzessiv und Momente zum Luftholen kommen darin nicht vor. Ihr Scheitern ist auch das Scheitern ihrer eigenen Familie. Der Vater stirbt an Krebs, die Mutter trinkt und die Schwester ist schwer depressiv. Persönliche Lichtblicke, wie z.B. der brillante Uniabschluss, nehmen nur eine Randnotiz ein. Die dunkle, selbstzerstörerische Endlosspirale von Gretas Leben war mir ehrlich gesagt zu viel des Guten. Hinzu kam die oft ins schroffe und vulgäre abrutschende Sprache, die mich am Ende nur noch nervte.
Fragt sich bloß noch: Wie viel Anneliese Mackintosh steckt in Greta?

FAZIT
Nicht mein Fall und nur bedingt zu empfehlen.

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