Antje Wagner: Unicorns don't swim

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Antje Wagner: Unicorns don't swim
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783932338823

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

Handlungsorte
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Spannend, witzig, skurril, melancholisch und überraschend: 22 Geschichten zeigen Mädchen, die gängige Vorurteile und Geschlechterrollen durchbrechen. Die jungen Protagonistinnen befinden sich im Spannungsfeld zwischen den Lebensentwürfen ihrer Umgebung und ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen. In den Erzählungen haben Kinder mit der sexuellen Orientierung ihrer Eltern sehr viel weniger Probleme als diese selbst, verliebt sich eine junge Frau in die beste Freundin, fällt ein Mädchen durch eine Zeitfalte ins Mittelalter und boxt sich durch – und es tauchen Einhörner auf, die keine "fluffigen, pinken Plüschtiere" sind.

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Kurzgeschichten, zum Mut machen und Nachdenken

Das Buch besteht aus 20 Kurzgeschichten, bei denen es sich fast immer um Mädchen oder junge Frauen dreht. Man erlebt als Leser jeweils einen kurzen Abschnitt aus deren Leben. Jede Geschichte hat ihre ganz eigene Botschaft. Manchmal wird dazu ermutigt das Leben so zu leben, wie man es will und sich nicht in ein Korsett zwängen zu lassen, egal ob es z.B. um die sexuelle oder berufliche Orientierung geht. Es ist schwierig, zu sich selbst zu finden, wenn die Familie oder das Umfeld versuchen einen jungen Menschen nach ihren Vorstellungen zu formen und manchmal zerbricht man daran. Auch vor dieser realistischen und leider immer wieder aktuellen Tatsache macht das Buch nicht halt.
Die Erzählungen sind nicht zur reinen Unterhaltung gedacht, sondern sie enthalten Botschaften, die Mut machen sollen oder zum Nachdenken anregen.
Es sind wichtige Botschaften und Kurzgeschichten sind eine gute Möglichkeit diese vor allem an Jugendliche weiterzugeben. Aber auch Eltern empfehle ich dieses Buch.

Und so begegnen wir im Laufe des Buches den unterschiedlichsten Menschen, wie dem Flüchtlingsmädchen Djemile die versucht in einer ihr fremden Welt zurechtzukommen, oder Alina, die als Kind von ihrer Mutter verlassen wurde und erst mit 16 Jahren erfährt warum.
Mal schicken die Autorinnen ihre Protas in die Zukunft, mal in die Vergangenheit oder auch einfach nur in die Schule oder auf den Skaterplatz. Durch die diversen Erzählstile und die Vielseitigkeit der Handlungsorte war die Lektüre für mich sehr kurzweilig.

Damit die Geschichten jede für sich auf mich wirken konnten, habe ich sie nicht in einem Rutsch gelesen, damit sie nicht miteinander verschwimmen. Beim Lesen hatte ich die unterschiedlichsten Emotionen, mal habe ich mich amüsiert, dann wieder war ich betroffen, wütend oder traurig. Einzelne Eindrücke hallen immer noch in mir nach.
So ein Buch hätte ich mir in meiner Jugend gewünscht.

Am Ende des Buches werden die einzelnen Autorinnen vorgestellt und jede hat ein paar persönliche Worte zu einem ihr wichtigen und zum Buch passenden Thema geschrieben. Eigentlich mag ich solche Nachworte nicht, aber hier haben mir vor allem die als „O-Ton“ bezeichneten Abschnitte sehr gut gefallen.

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Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Antje Wagner hat in diesem Band 20 Erzählungen von 16 Autorinnen zusammengestellt, die sich alle um Mädchen bzw. junge Frauen drehen, die in irgendeiner Weise aus der typischen Mädchenrolle fallen, oder um Mädchen in besonderen Lebenssituationen. Dazu kommen ein Vorwort der Herausgeberin und am Schluss eine Übersicht der verschiedenen Autorinnen samt literarischem Werdegang und O-Ton. Besonders der O-Ton hat mir sehr gut gefallen, schafft er doch eine gewisse Nähe zwischen Leser und Autor.

Die einzelnen Erzählungen sind zwischen 3 und 23 Seiten lang und vom Inhalt her sehr unterschiedlich, wenngleich es immer in irgendeiner Form um die Geschlechterrolle geht. Mal handelt die Erzählung von der Geschlechtsidentität, mal von mädchenuntypischem Verhalten. Mal sind die Geschichten realistisch, mal phantastisch. Aber ich kann sagen, alle 20 Erzählungen haben es geschafft, mich zu fesseln, die eine mehr, die andere weniger. Manche habe ich geradezu verschlungen, bei manchen blieb mir eine zu große Distanz zu den Protagonisten.

Aber lesenswert fand ich jede einzelne dieser Erzählungen. Weil sie den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen. Weil sie zum Nachdenken anregen. Weil sie zum Teil verblüffen. Weil sie zum Teil spannend erzählt sind. Weil sie von interessanten Menschen handeln.

Dies ist ein wichtiges Buch, da es zeigt, dass es durchaus erlaubt ist, anders zu sein. Dass es vielleicht ein „Normal“ gar nicht gibt und somit auch kein „Anders“. Dass jeder das Recht haben sollte, so zu leben, wie er sich fühlt. Und dass wir alle nicht Mädchen und Jungen, Lesben und Schwule, Transgender und Cisgender sind, sondern einfach Menschen.

Vielen Dank an den AvivA Verlag und Literaturschock, die mir freundlicherweise ein Leseexemplar zur Verfügung stellten.

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Lesenswert

Kurzgeschichten über Mädchen, die die gängigen Geschlechterrollen und Vorurteile durchbrechen? Obwohl ich sonst nicht zu den Kurzgeschichten-Leser*innen gehöre, hat mich das gleich neugierig gemacht. Zum Glück, denn mir hat das Buch ziemlich gut gefallen!

In Zeiten, in denen sich junge Leute erschreckend häufig nicht für Politik und ihre eigene Rolle in der Gesellschaft interessieren (zumindest kommt mir das immer mehr so vor), zeigt das Buch ein sehr gutes Thema, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt, auf: auch wenn wir in emanzipierteren Zeiten leben, ist noch lange nicht alles geklärt und vielen jungen Frauen ist gar nicht bewusst, dass es ein ziemlicher Kampf war, bis hierher zu kommen...

Die Mädchen, von denen in 22 Geschichten zu lesen ist, sprengen das ein oder andere Vorurteil, bewegen sich jenseits der Schubladen, die für sie vorgesehen sind und zeigen, dass sie reich an Unterschieden sind und mutig ihren Weg gehen. Sie sind auf der Suche nach Liebe, haben ihre Mutter verloren, versuchen als Trennungskind zurechtzukommen, haben Gewalt, Angst, Flucht und Krankheit erlebt, usw. Entsprechend reagieren sie auf ihre Umwelt - sind schüchtern, zornig, verstört, rebellisch und was es eben alles an emotionaler Bandbreite gibt. Für mich haben die 16 Autorinnen, von denen die Kurzgeschichten stammen, ganze Arbeit geleistet: alle Erzählungen haben ihren Effekt - mit manchen der Mädels konnte ich mich besser identifizieren, da mag aber sicherlich auch die eigene Biographie eine Rolle spielen.
Im Grunde müsste man dieses Buch all jenen empfehlen, die in Geschlechterrollen verhaftet sind - egal ob bewusst oder unbewusst; egal ob Frau oder Mann. Ich denke, dass die meisten hier mindestens eine Sache finden, die aufzeigt, dass sich tief in unser Inneres die ein oder andere Erwartungshaltung oder Definition eingeschlichen hat... Dieses Buch gibt die Möglichkeit, sich selbst gegebenenfalls zu entlarven. Zeit dazu ist es allemal! Aber auch sonst ist das Buch prima zu lesen.

Ab 14 Jahren wird das Buch empfohlen und ich denke, dass ist vollkommen richtig so. Für mich hätte es das ein oder andere Element in einzelnen Geschichten nicht gebraucht, trotzdem würde ich das Buch für alle Altersgruppen ab 14 empfehlen - durchaus als auch für Ältere.

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Können Einhörner wirklich nicht schwimmen?

Das freche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam werden lassen und da ich eher selten Kurzgeschichten lese, dachte ich probier doch einfach mal etwas Neues. Überraschungen vorprogrammiert.

In diesem Band erlebt der interessierte Leser vor allem Geschichten um Mädchen und junge Frauen wie sie sich sehen und wie andere sie gern hätten.

Mir hat besonders gefallen wie sehr mit den Geschlechtern und den Erwartungen des Lesers gespielt wird, denn oft kommt es anders als man beim ersten Lesen denkt.

Zudem sind die Geschichten teils top aktuell, wie bei "Djemile", wo es um ein Flüchtlingsmädchen geht.

Meine Lieblinge in diesem Erzählband waren "Kirschkönigin" und "Halbes Bett", Erstere weil hier gezeigt wird, dass Mädchen auch toll sein können, die nicht dem optischen Idealbild entsprechen und Letztere, weil ich einfach Zeitreisen sehr mag.

Für dieses Buch sollte man sich Zeit lassen, denn jede Geschichte wirkt noch nach und regt vor allem zum Nachdenken an.

Ich habe mich beim Lesen öfter an meine Jugend erinnert gefühlt und mit welchen Problemen ich in dieser Zeit zu kämpfen hatte.

Fazit: Ein Buch, welches nicht nur junge Leute begeistern wird. Prädikat wertvoll!

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Ein bunter Strauß von Charakteren

Mädchen haben viele Facetten, und definitiv mehr, als die Gesellschaft bereit ist, ihnen zuzugestehen. Die paar Schubladen, die eben jene Gesellschaft bereithält, sind wenig, zu klein und werden durch unzählige Erwartungen noch enger.

Dass Mädchen unfassbar vielschichtig und unterschiedlich sind, sollte keine wundersame Überraschung sein. Die Autorinnen der Kurzgeschichten, die Antje Wagner zusammengestellt hat, haben einen bunten Strauß unterschiedlichster Charaktere vorgestellt, bei denen es – größtenteils – Spaß macht, kurz in ihr Leben zu schnuppern.
Da gibt es Skaterinnen, Mädchen, die von ihren Müttern verlassen wurden und solche, die ihre Liebe in unerwarteten Menschen und Orten finden. Wir sehen schüchterne und unsichere, selbstbewusste und laute, verwirrte, verzweifelte und sehr wütende Mädchen. Vor allem sind die Mädchen und jungen Frauen stark.
Mit manchen konnte ich mich sehr gut identifizieren, bei anderen Geschichten hatte ich einen wundervollen Aha-Effekt. Denn diese Geschichten halten einem selbst und den unbewussten, tief verankerten Erwartungen, die wir durch das Leben in unserer Gesellschaft gelernt und verinnerlicht haben, den Spiegel vor. Mit manchen Geschichten konnte ich wenig bis gar nichts anfangen, was aber der Gesamtheit des Buches nichts wegnimmt.

Es ist eine tolle Anthologie, die man aus einer feministischen, gesellschaftskritischen Haltung heraus lesen kann, aber nicht muss.

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leider absolut nicht meins

Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch das Cover... und als ich dann gesehen hab, dass es sich um Erzählungen handelt, die um Mädchen und verschiedene Lebenssituationen gingen, dachte ich, das Buch könnte mir gefallen... Leider war das nicht der Fall...
Es ist eher eine Seltenheit, dass mir ein Buch so absolut gar nicht gefällt... aber hier kam leider keinerlei Spannung meinerseits auf.
Ich will aber nicht behaupten, dass es am Buch oder am Thema hängt, vielleicht sind Kurzgeschichten einfach nichts für mich!?

Es handelt sich um Kurzgeschichten rund um verschiedene Mädchen, junge Frauen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.

Je nach Geschichte war das eine besser, das andere nicht so gut ... aber im Ganzen betrachtet, hat mich das Buch nicht sonderlich unterhalten... Ganz ok für zwischendurch ... mal die eine oder andere Kurzgeschichte zu lesen, aber der Unterhaltungswert lag bei mir leider ziemlich weit unten!

Die Themen sind recht aktuell gehalten, das kann ich unter den positiven Aspekten erwähnen. Manche richten sich nach derzeitigen politischen Hintergründen, andere sind eher in Richtung Fantasy...
Auch die Themenmischung rechne ich unter den positiven Aspekten. Eine Auswahl an aktuellen Themen und Zeitreisen ist auf jeden Fall geboten!

Fazit: abwechslungsreich... jedoch leider absolut nichts für mich!

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