Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens

 
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Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Rhapsodie française
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783455600520

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Der stellvertretende Filialleiter, ein kleiner müder Mann mit einem dünnen graumelierten Schnurrbart hatte ihm in einem winzigen, fensterlosen Büro mit kanariengelber Tür einen Stuhl angeboten.

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Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden … Humorvoll und mit feinem Gespür für Nostalgie erzählt Antoine Laurain von vergessenen Lieben, verlorenen Freundschaften und verpassten Chancen – die plötzlich neues Glück versprechen.

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Wehmütig, charmant und enttäuschend

Alain ist über 50 Jahre alt, halbwegs emotionslos verheiratet und verdient seine Brötchen eher weniger ambitioniert als Arzt. Überhaupt verläuft das Leben nur noch in gewohnten Bahnen - da sind die mitunter nervenden Schilderungen von Patienten vielleicht noch das Einzige an Abwechslung. Doch Alain hat sich mit allem abgefunden - bis er einem Postbeamten gegenübersitzt, von dem er nun wissen möchte, wie es dazu kommen konnte, dass ihm ein Brief erst nach 33 Jahren zugestellt wird. Im Grunde kaum zu glauben, denn der Brief ist vom damaligen Boss der Plattenfirma Polydor - und klingt wirklich aussichtsreich, denn er zeugt vom Interesse des Labelchefs an Alains Band The Hologrammes. Damals, als alles möglich schien und die große Chance doch nie gekommen ist. Aus heutiger Sicht eine durch einen wirklich dummen Zufall verpasste Chance...
Immerhin ist der immens verspätete Brief nun Anlass für Alain, sich auf die Suche nach den anderen ehemaligen Bandmitgliedern zu machen.

Laurain erzählt die Geschichte mit leichter Hand und dennoch beinhaltet sie etwas zutiefst Menschliches, denn wer stellt sich nicht mindestens einmal im Leben die Frage "Was wäre gewesen, wenn..."? Wäre die Band groß rausgekommen? Wie würde das Leben der Mitglieder heutzutage aussehen, wenn sie auch nur einen Hit gehabt hätten?

In "Die Melodie meines Lebens" bekommen alle mehr oder weniger Beteiligten von damals die Gelegenheit, ihre Geschichte zu erzählen. Der Leser erfährt, was aus ihnen wurde, wie sich ihre Lebensentwürfe entwickelt haben. Leider ist das aber auch eine Schwachstelle des Romans, denn keine Figur konnte mich erreichen oder gar berühren. Auch wenn ich wissen wollte, wie alles zusammenhängt, hat mich so manches Abdriften ins für mich Nebensächliche gestört. Manchmal reiht sich einfach eine Begebenheit an die andere und alles bleibt irgendwie knapp unter der Oberfläche.

Bei rund 250 Seiten tut der Roman niemandem weh, aber ich musste am Ende feststellen, dass er mich leider über weite Strecken enttäuscht hat. Der charmante, wehmütige Stil Antoine Laurains hat Potential, die Geschichte an sich hat in meinen Augen viel davon verschenkt.

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Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär, ...

Alain kann es nicht fassen. Der Brief von der Plattenfirma kommt 33 Jahre zu spät. Damals war er noch Mitglied bei den Hologrammes und nichts hätte er sich mehr gewünscht als eine Chance auf einen Plattenvertrag.
Jetzt wird ihm bewusst was er alles hätte haben können, wenn die französische Post nur nicht so geschlampt hätte.
Und bevor er in Depressionen verfällt und damit er sich nicht alleine über diesen Brief ärgern muss, macht er sich auf die Suche nach den restlichen Mitgliedern der Band.

Also, erwartet habe ich etwas ganz anderes...
Die Beschreibung des Buches liest sich so, als würde der Leser an Alains Erinnerungen, in diesem Fall den Achtzigern, teilhaben.
Ich habe mit Alains Erlebnissen aus der Vergangenheit gerechnet, als er noch in der Band war. Bekommen habe ich etwas ganz anderes, was ja nicht schlecht sein muss. Der Autor kann ja schließlich nichts dafür wenn der Verlag die Beschreibung so verhunzt.
Ein wenig überrascht war ich, als ich feststellte dass fast jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wurde. Jede Figur, die irgendwann eine Rolle bekommt, selbst wenn es nur eine ganz kleine ist, bekommt ein eigenes Kapitel. Das machte die Charaktere für mich sehr unnahbar, da man nie lange genug mit ihnen zu tun bekommt. Und wirklich gemocht habe ich keinen einzigen von ihnen. Eine richtige Hauptfigur gibt es auch nicht. Selbst Alains Existenz war nur dazu da, damit der Autor um ihn herum die Geschichte aufbauen konnte.
Lange kam mir die Story wie ein undurchdringliches Knäuel aus Ereignissen und Figuren vor, ohne oben oder unten und ziemlich willkürlich aufgebaut. Aber genau das hat mir so gut gefallen an dem Roman. Ich wollte herausfinden was das eine mit dem anderen zu tun hatte. Auf diese Fragen bekam ich nicht immer eine zufrieden stellende Antwort, und besonders eine Person bleibt mir nach wie vor ein Rätsel.
Der Stil des Autors hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er schreibt humorvoll und melancholisch zugleich. Manchmal übertreibt er bei der ein oder anderen Szene, was leicht unglaubwürdig wirken kann, im nachhinein empfinde ich diese Szenen aber als genau richtig. Na ja, die meisten zumindest.
Und sein Stil ist sehr französisch. Ich kann das nicht genau erklären, aber dieses Gefühl fürs Verrückte, ohne gleich verrückt zu klingen, kriegen einfach nur die Franzosen hin.
Und dann ist da ja noch die Frage von der der Roman lebt: "Was wäre gewesen wenn..."
Was wäre gewesen wenn Alain den Brief rechtzeitig bekommen hätte? Wäre alles besser verlaufen? Oder vielleicht sogar schlechter?
Und kann er jemals aufhören darüber nachzudenken was alles hätte sein können?

Perfekt ist dieses Buch für mich nicht. Und obwohl ich eigentlich etwas völlig anderes lesen wollte, kommt mir die Lektüre nicht wie eine Zeitverschwendung vor. Im Gegenteil. Das Buch drängt dazu, über das Gelesene nachzudenken.

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Verpasste Chancen...


Mit knapp 30 Jahren Verspätung bekommt Alain den Brief einer Plattenfirma, die ihm und seiner Band von damals einen Vertrag angeboten hat. Damit beginnt für ihn die Suche nach den ehemaligen Bandkollegen, zu denen er den Kontakt völlig verloren hat. Er findet sie alle und wird Zeuge von zum Teil überraschenden Schicksalen. Aber gleichzeitig fragt er sich immer wieder, was denn alles möglich gewesen wäre, wenn dieser Brief nur zur rechten Zeit angekommen wäre. Keine Sorge! Diese Frage wird klar und deutlich beantwortet – auch wenn das eigentlich unmöglich erscheint: Antoine Laurain schafft es!

Der Originaltitel dieses Buches lautet „Rhapsodie francaise“ und eine kluge Leserundenkollegin erklärte, dass die musikalischen Themen einer Rhapsodie nur lose miteinander verbunden sind. So können flüchtige und unzusammenhängende musikalische Gedanken zusammengefügt werden. Dieser Titel passt perfekt, die deutsche Übersetzung erscheint mir unglücklich gewählt: denn die einzelnen Lebensgeschichten werden in sehr lose miteinander verbundenen Kapiteln geschildert. Eben eine Rhapsodie!

Antoine Laurain Stil ist charmant und leicht, aber leider sind die einzelnen Geschichten viel zu oberflächlich und vor allem eindeutig zu wenig interessant, auch wenn es zumindest zwei wirkliche Überraschungen gibt.
Sie sind zum Teil amüsant, zum Teil melancholisch, zum Teil traurig - Ausschnitte aus Lebensgeschichten halt. Nicht mehr, nicht weniger!

Somit ist das Buch also recht nett zu lesen. Aber wenn man es nicht liest, versäumt man auch nichts!

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