Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

 
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Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The German Girl
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783785726020
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Ich war knapp zwölf, als ich mir vornahm, meine Eltern umzubringen.

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Handlungsort

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1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...

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Die Irrfahrt der St. Louis

Berlin, 1939. Die junge Hannah Rosenthal hat bislang ein behütetes Leben geführt, doch nun nehmen die drohenden Vorzeichen, die mit den Hakenkreuzfahnen einhergingen, immer bedrohlichere Formen an: sie fühlen sich in der gewohnten Umgebung nicht mehr willkommen, der Familienbesitz wird zugunsten des Staates konfisziert.

Bald darauf flieht Hannah gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem besten Freund Leo Martin. Die beiden hatten sich geschworen, dass sie alles, was da kommen mag, gemeinsam durchstehen werden. Nach dem verzweifelten, aber letztlich erfolgreichen Versuch, an Visa zu kommen, gehen die Rosenthals und die Martins an Bord des Passagierschiffs St. Louis - mit Havanna als Ziel. Während der Aufenthalt an Bord anfangs wie ein schöner, unwirklicher Traum zu sein scheint, kippt die Stimmung an Bord schon bald: unheilvolle Gerüchte aus Kuba machen unter den Passagieren die Runde... Kann die St. Louis wirklich ihre Rettung sein, wie sie beim Einschiffen angenommen haben?

Etliche Jahrzehnte später erhält Anna Rosen an ihrem zwölften Geburtstag ein Päckchen von einer unbekannten Frau aus Kuba. Der Inhalt wird Anna und ihre Mutter dazu bewegen von New York City nach Havanna zu reisen - auf der Spur nach der Vergangenheit ihrer Familie.

Kaum jemand kennt heute das Schicksal der 937 fast ausschließlich jüdischen Passagiere der St. Louis, die 1939 in Hamburg auf eine Irrfahrt gingen. Ihr Schicksal kann anhand dieses Romans und den fiktiven Rosenthals nachvollzogen werden.

Die große Kunst Armando Lucas Correas besteht darin, dass er nicht nur eine so gut wie vergessene Geschichte erzählt, sondern dass er den Leser/die Leserin durch die Augen der jungen Hannah und später ihrer Nichte Anna blicken lässt. Dadurch erleben wir Berlin, wie es sich verändert, wie einst geliebte Orte plötzlich bedrohlich werden und die Unbeschwertheit von Hannah und Leo zerfällt und der Angst weicht. Dann die Hoffnung auf eine sichere Zukunft auf Kuba, eine fast schon dekadente Schiffsreise - nur um plötzlich wieder der Unsicherheit und schließlich der Angst zu weichen.
Hannah werden all diese Erlebnisse Zeit ihres Lebens nicht mehr loslassen, sie muss mit den Erinnerungen und dem Verlust leben.

Hannah ist für mich die herausragende Figur dieses Romans. Das junge Mädchen habe ich sofort in mein Herz geschlossen - sie ist aufgeweckt, mitfühlend und eine tolle Freundin. Vor allem aber ist sie für ihr Alter ziemlich stark, denn sie kann mehr verkraften als ihre Eltern (und auch ich) ihr zugetraut hätten... Aber was blieb den Kindern und Jugendlichen damals auch schon groß übrig? Ich habe jedenfalls sehr mit Hannah mitgefühlt und so manches Mal Angst um sie gehabt.

Dadurch dass die Blickwinkel von Hannah und Anna sich abwechseln, werden bestimmte Entwicklungen vorausgenommen, aber das schadet dem Roman kein bisschen. Im Gegenteil, so verzahnen sich die beiden Geschichten perfekt und die Gemeinsamkeiten der beiden Mädchen werden deutlich.

Für mich ist "Das Erbe der Rosenthals" ein großartiges Buch, da es sich nicht nur einem wichtigen Thema widmet, sondern sehr einfühlsam von den Rosenthals, die stellvertretend für die realen Passagiere stehen, erzählt. Das Nachwort ergänzt den Roman perfekt und ist mehr als prädestiniert, im Leser/in der Leserin nachzuhallen. Mich hat dieser Roman jedenfalls sehr beschäftigt und ich denke, dass wir alle gut daran täten, das Schicksal von Flüchtenden mit mehr Mitgefühl zu betrachten - für mich eine der Lehren des Buches.

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Eine berührende Familiengeschichte

Die 11-jährige Hannah erlebt im Berlin 1939 mit, wie die Parolen der Nazis immer mehr in den Köpfen der Menschen Fuß fassen. Plötzlich werden sie und ihre Eltern als Ausgestoßene behandelt. Niemand will mehr etwas mit ihnen zu tun haben. Aber zum Glück hat sie ja noch Leo, der versteht, wie sie sich fühlt. Mit ihm streift sie durch Berlin. Dann hat der Vater eine Passage auf der St. Louis nach Kuba organisiert.
Die 11-jährige Anna lebt mit ihrer Mutter 2014 in New York. Ihr Vater starb vor ihrer Geburt bei dem schrecklichen Anschlag auf das World Trade Center. Die Trauer der Mutter ist groß, so dass sie sich vom Leben zurückgezogen hat. Doch dann bekommen sie einen Brief. Er kommt von Annas Großtante und enthält Fotos mit Hinweisen. Anna will mehr erfahren und ihre Mutter wagt sich plötzlich wieder aus dem Haus. Sie machen sich sogar auf nach Kuba, um die Tante ihres Vaters kennenzulernen.
Abwechselnd wird aus der Sicht von Hannah und Anna berichtet. Die Geschichte ist sehr emotional und berührend.
Wir erleben, wie Hannahs Familie auf dem Schiff bangt und hofft, dass sie eine neue sichere Heimat finden. Doch als sie nach drei Wochen ankommen, dürfen nur wenige Personen von Bord und Hannahs Familie wird auseinander gerissen. Später erlebt Hannah die Revolution der Kubaner mit und verliert danach durch Landreform und Verstaatlichung wieder einmal alles.
Anna hat ihren Vater nie kennengelernt, aber sie hat trotzdem eine enge Beziehung zu ihm und berichtet ihm, was ihr so widerfährt. Da ihre Mutter so lange getrauert und die Wohnung nicht verlassen hat, muss das Mädchen viel Verantwortung übernehmen.
Anna und Hannah sind beides starke Mädchen, die ihr Schicksal annehmen und zurechtkommen. Wenn man ihre Berichte liest, kommen sie einem viel reifer vor, als es ihrem Alter entsprechen würde. Ihr Gefühlsleben wird durch die Umstände durcheinander gewirbelt, aber diese Emotionen werden häufig unterdrückt und sie berichten recht distanziert. Es ist sehr ergreifend, als Hannah und Anna nach so vielen Jahren aufeinander treffen.
Diese berührende Familiengeschichte lässt einen lange nicht los.

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Das Schicksal auf der St. Louis

Inhalt
Armando Lucas Correa erzählt in seinem Debütroman die Geschichten zweier Mädchen – zwei Schicksale – eine gemeinsame Geschichte die sie verbindet. Die elfjährige Hannah muss 1939 mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, da sie Juden sind und somit in dem nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr sicher leben können. Sie steigen auf ein Schiff, dass sie nach Kuba bringen soll, jedoch in Kuba angekommen, dürfen nur wenige Passagiere die St. Louis verlassen. Nur Hanna und ihre Mutter Alma dürfen einreisen …somit wird auch ihre Familie auseinander gerissen.
2014. Anna beginnt nach ihren Wurzeln zu suchen. Ihr Vater ist bei den Terroranschlägen des 9/11 ums Leben gekommen. Sie erhält einen Brief der Großtante aus Kuba. Hier findet sie Hinweise und ein paar Fotos. Sie beschließt gemeinsam mit Ihrer Mutter von New York nach Kuba zu reisen um die Rätsel ihrer Herkunft zu lösen.
Meine Meinung
Der Autor erzählt die Geschichte jeweils aus der Sicht der beiden Mädchen, diese wechseln sich jeweils in den Kapiteln ab. Das Buch selbst ist in vier Teile gegliedert, die Aufteilung ist nach den unterschiedlichen Zeitebenen der Geschichte. Die Gliederung in diese Epochen hat mir sehr gut gefallen und macht das Buch sehr abwechslungsreich. Die einzelnen Kapitel hätten sogar gerne etwas länger sein können, da man so sehr schnell zwischen den beiden Geschichten hin und her springt.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, hätte ich das Buch, weil die Thematik so traurig und schockierend ist, sodass man das gelesene erstmal verdauen muss, nicht aus der Hand legen müssen, hätte ich es in einem Rutsch durchgelesen. Stück für Stück verschachteln sich die Geschichten die anfangs so unterschiedlich scheinen immer mehr ineinander. Dem Autor ist es hervorragend gelungen die Schicksale der beiden Mädchen immer mehr zu verzahnen.
Die Schicksale der beiden Protagonistinnen Hannah und Anna haben mich gefesselt und zu Tränen gerührt. Beide sind sie sehr sympathisch und mir ans Herz gewachsen. Das Erlebte geht einem sehr nahe, auch wenn die Geschichte von Hannah und Anna selbst Fiktion ist basiert es im Grunde auf wahren geschichtlichen Ereignissen. Der Kapitän der St. Louis hat damals versucht über 900 Passagiere nach Kuba in Sicherheit zu bringen. Dies ist auch am Ende des Buches im Nachwort mit den Erläuterungen über die geschichtlichen Ereignisse zu lesen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es als Einleitung steht um den historischen Hintergrund präsent zu haben, ich habe ehrlich gesagt das Nachwort eingangs vor Beginn des Buches gelesen um einfach zu wissen, was die Fakten waren.

Der Roman ist sehr tiefgründig, eindrucksvoll und hat mich durch den mitreißenden Schreibstil und das historische Thema absolut überzeugen können. Die Handlungen sind überzeugend bildlich geschildert, sodass man sich gut in das Geschehen reinversetzen kann.
Die historischen Hintergründe zum Ende des Buches zusammen mit Fotos und den Passagierlisten des Luxusliners St. Louis runden die Geschichte hervorragend ab.

Fazit
Das Familiendrama „ Das Erbe der Rosenthals“ hat mich zutiefst berührt und ich würde mir wünschen, dass es hierzu eine Verfilmung gibt. Ich kann diesen emotionalen Roman wärmstens weiterempfehlen!

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Das Erbe der Rosenthals

Berlin, 1939: Hannah ist elf, als sie mit ihren Eltern Deutschland verlassen muss. Sie sind Juden, und für sie wird es immer gefährlicher und beschwerlicher in Deutschland, so dass die Eltern beschließen, das Land zu verlassen. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen. Nach einem kurzen Aufenthalt dort soll es nach New York weitergehen. Doch alles kommt anders, denn plötzlich gelten ihre Landungserlaubnisse als ungültig; Kuba will die Flüchtenden nicht mehr aufnehmen.

New York, 2014: Anna ist elf Jahre alt und hat ihren Vater nicht kennenlernen können. Er starb beim Angriff auf das World Trade Center. Sie weiß kaum etwas über ihren Vater. Das ändert sich, als sie einen Brief von ihrer Großtante Hannah aus Kuba erhält. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist Anna nach Kuba und erfährt dort endlich mehr über ihre Familiengeschichte.

Mein Leseeindruck:

Dieses Buch hat mich sehr berühren und sehr bewegen können. Wir wechseln zwischen der Vergangenheit (Hannahs Geschichte) und der Gegenwart (Annas Geschichte) hin und her, aber die Hauptprotagonistin ist dennoch Hannah. Wir begleiten sie durch ihr Leben vom elfjährigen Mädchen bis zur 87-jährigen Frau. Ihr Schicksal hat mich tief berührt, auch wenn Hannah eine fiktive Figur ist.

Das Wissen, dass ihr Schicksal dennoch einen wahren Hintergrund hat, hat mich mitgenommen. Das Schiff - die "St. Louis" - hat es wirklich gegeben, und es stimmt auch, dass über 900 Passagiere (zumeist Juden) vor Kuba nicht an Land gehen durften. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sie sich gefühlt haben müssen.

Im Nachwort wird dazu noch einiges gesagt, und es gibt einen Anhang mit Fotos einiger Passagiere.

Ich habe das Buch heute beendet und bin mir sicher, dass es noch lange nachklingen wird. Ich hoffe, dass dieser Roman viele Leser finden wird!

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Weit hinaus über das Meer

und die Ozeane geht es im Jahr 1939 für die elfjährige Hannah Rosenthal. Man kann es sich schon denken: dies ist mitnichten eine Vergnügungsreise, nein, ganz im Gegenteil: sie und ihre Eltern sind Juden, die vor dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland fliehen. Doch Ende der Dreißiger Jahre ist die Welle der fliehenden Juden so riesig, dass viele Staaten keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, egal, wie verzweifelt deren Situation ist.

Kuba ist das Land, auf das die Familie Rosenthal ihre Hoffnungen setzt und ihre Reise mit dem Schiff St. Louis basiert auf realen Begebenheiten: dieses Schiff, das mit Hunderten von Flüchtenden Kuba ansteuerte, gab es wirklich.

Um die Ahnungen der Interessierten nicht über Gebühr zu strapazieren: das Schicksal der St. Louis und auch der Familie Rosenthal ist ein tragisches. Familien werden getrennt, Freunde sowieso und auch der Staat Kuba kommt in diesem Buch nicht gut weg - unter den unterschiedlichen Regierungen, kann man erlesen, war das Leben dort für viele - gerade auch für Fremde - kein Leichtes.

Im Roman werden verschiedene Stationen im Leben von Hannah beschrieben: das Leben in Berlin und dessen abruptes Ende, die Fahrt mit der St. Louis und verschiedene Passagen ihres Lebens auf Kuba. Und es gibt eine Parallelgeschichte - die des Mädchens Anna in New York. Wie sich das wohl zusammenfügt?

Ein bemerkenswertes Buch, das gleichwohl seine Schwächen hatte, fand ich jedenfalls. Für mich stellten die frühen Jahre - die Flucht aus Berlin, die Reise der Familie Rosenthal auf der St. Louis eindeutig den stärkeren Part dar - die Zeit in Kuba wirkte dann zerfasert und teilweise nicht ausreichend erläutert. Ganz so, als konnte oder durfte der Autor nicht zu viel schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen, wobei mich vor allem die angehängten Erläuterungen über das wahre Schicksal des Schiffes St. Louis und seines Kapitäns sehr faszinierten.

Ein Roman, den ich jedem ans Herz lege, der das tragische Schicksal der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus in all seinen Facetten erfassen will. Hier wird ein weiterer Baustein dazu geliefert!

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