Herta Müller: Atemschaukel

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Herta Müller: Atemschaukel
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783446233911

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Alles, was ich habe, trage ich bei mir.

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Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

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Atemschaukel

Auch ich finde dieses Buch lesenswert. Es war das erste Buch, das ich von Herta Müller gelesen habe. Ihre Sprache war also neu für mich und beeindruckend. In dieser stark bildhaften Sprache hat sie eine ganz eigene Variante, sich dem Thema Zwangslager und Zwangsarbeit zu nähern. Allerdings weiß ich zuwenig, um trennen zu können, was hiervon Oskar Pastiors Wahrnehmung ist und was Herta Müllers.

Erstaunlicherweise hat auch mich dieses Buch nicht, wie ich angesichts des Themas erwartet habe, zutiefst deprimiert. Es ist sehr gut lesbar. Man kann sich an der Sprache und den Bildern regelrecht festhalten und durch die Kapitel hangeln.

In der veränderten Wahrnehmung von Zuständen und Geschehnissen, die aus dem Realen ins Irreale abdriftet, und den Personifizierungen bestimmter Dinge (des Hungers usw.) erkenne ich einen Mechanismus wieder, der unerträglichen Realität in solch einer Zwangslage durch "Macken" und bestimmte Rituale zu begegnen und auf diese Weise eine Distanz aufzubauen, die das Überleben erst möglich macht. Zwar sind meine eigenen Erfahrungen keinesfalls vergleichbar mit einem Zwangsarbeitslager, aber in Situationen denen ich nicht entkommen konnte, habe ich in Ansätzen schon genau dieselben Mechanismen erlebt. Dann entsteht auch eine ganz eigene Gruppendynamik.

Allerdings entsteht bei mir der Eindruck, Herta Müller hat sich mit diesem Buch dem Thema Zwangslager nicht ganz genähert. Es bleibt immer noch eine Distanz und ein Gefühl, an bestimmte Dinge nicht rühren zu wollen - was verständlich wird, wenn man weiß, daß Herta Müllers Mutter selbst etliche Jahre in solch einem Lager verbracht hat, dies (bzw. dessen Vermeidung) also ganz sicher ein wesentliches Familienthema ist.

Gut finde ich, daß das Buch nicht mit der Heimkehr Leopold Aubergs aus dem Lager endet. Es wird sehr nachvollziehbar beschrieben, wie die Lagerinsassen praktisch nie wieder in ihrem vorherigen Leben, oder überhaupt in einem normalen Leben ankommen.

Kritikpunkte meinerseits: Insgesamt war mir das Buch etwas zu episodisch und unzusammenhängend, einiges wiederholte sich zu oft, und angesichts dessen, daß das Buch von einer Nobelpreisträgerin geschrieben wurde, hat es mich doch ein klein wenig enttäuscht: irgendwie erwartet man da doch etwas Bedeutenderes, etwas mehr Tiefe...

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