Jodi Picoult: Beim Leben meiner Schwester

Jodi Picoult: Beim Leben meiner Schwester

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Jodi Picoult: Beim Leben meiner Schwester
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
My Sister's Keeper
ET (Original)
2004
ISBN-13
9783492247962

Informationen zum Buch

Seiten
479

Sonstiges

Erster Satz
Als ich klein war, fragte ich mich nicht, wie Babys gemacht wurden, sondern warum.

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Handlungsort

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Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die dreizehnjährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden.

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Anna wurde als "Designerbaby" genetisch so geplant dass Sie der perfekten Spender für Ihrer an Leukämie erkrankte Schwester ist.

Eigentlich sollte es erst nur eine Nabelschnurspende sein, doch nach und nach kommen immer mehr Blut-, Knochenmark- und sontige Spenden hinzu. Da bei der aggressiven Form dieser Krankheit welche Kate hat eine Behandlungsart immer nur einmal angewendet werden kann. Als dann auch noch Kates Nieren versagen greift Anna zu einer drastischen Maßnahme: sie nimmt sich einen Anwalt und will, dass er für sie das Recht erstreitet, die medizinische Entscheidungsgewalt über ihren Körper bereits jetzt zu erlangen...

Eines gleich vorweg: es ist ein unglaublich emotionales Buch. Schon auf den ersten Seiten hatte es mich gepackt, ich hatte fast die ganze Zeit über Tränen in den Augen, und die moralische Fragestellung der Geschichte ist so, dass man ewig darüber nachdenken könnte...

Die Erzählperspektive wechselt das ganze Buch hindurch von einer Person zur anderen, so bekommt man aus allen möglichen Perspektiven der Beteiligten einen Einblick in das Geschehen und die Gefühlsabläufe rund um Anna. Sowohl von Anna Mutter, Ihrem Vater, Kate, ihrem Bruder, ihrem Anwalt als auch ihrer Verfahrenshelferin.

Und auch genau aus diesem Grund bekommt man beim Lesen ein ganz besonderes Gefühl für die Protagonisten, die sehr emotionale und spezielle Situation und das Dilemma indem Annas Mutter sich immer mehr verstrickt hat. Leider ist das Ende meiner Meinung nach sehr schwach, was die Autorin wohl als Überraschungsende gedacht hatte funktioniert so leider nicht und lässt den Leser sehr unbefriedigt zurück.

Fazit: Ein sehr aufwühlender Roman welcher einen noch eine ganze Weile nach dem Lesen über den Inhalt nachdenken lässt.

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Die 13jährige Anna ist unter besonderen Umständen geboren: sie war ein "Designerbaby", im Reagenzglas gezeugt, um ihrer älteren Schwester Kate zu helfen, die seit ihrem zweiten Lebensjahr an einer seltenen, schweren Form von Leukämie leidet - die Eltern und der ältere Bruder kamen wegen Unverträglichkeiten nicht dafür in Frage.

Schon als Baby fungierte Anna als Spenderin von Nabelschnurstammzellen, später erhielt ihre Schwester von ihr immer wieder Blut und Knochenmark, um überleben zu können.

Aufgrund der zahlreichen Chemotherapien und Bestrahlungen versagen nun Kates Nieren. Anna soll auf Wunsch der Mutter eine Niere spenden - doch nun wird ihr die Belastung endgültig zuviel, und sie kratzt ihr Erspartes zusammen, nimmt sich einen Anwalt und verklagt ihre Eltern auf das Recht an ihrem eigenen Körper.

Diese aufwühlende Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: Anna, die krebskranke Kate; die Mutter, für die die Sorge um Kate alles andere überdeckt; der Vater, der hin- und hergerissen ist; Jesse, der Älteste, der mit Drogenkonsum und Brandstiftung auf sich aufmerksam zu machen sucht; Campbell, der knallharte Anwalt; und Julia, die vom Gericht als einstweiliger Vormund eingesetzt wird.

Aus den persönlichen Perspektiven der Beteiligten setzt sich ein Puzzle zusammen, das zeigt, mit welchen schwierigen ethischen Fragen der Fall verbunden ist und dass man hier unmöglich allen Beteiligten voll gerecht werden kann.

Ein Thema, das mich wohl noch eine Weile beschäftigen wird und ein fesselnd geschriebenes Buch, in dem mir besonders die schnodderige Anna ans Herz gewachsen ist.

Einzig eine Liebesgeschichte am Rande fand ich ein bisschen kitschig, aber nicht allzu sehr ... und der Schluss ist für meine Begriff etwas unbefriedigend ausgefallen.

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Keine Lektüre für Zwischendurch

Die 13jährige Anna sucht einen Rechtsanwalt auf und verklagt ihre Eltern. Das an sich ist schon eher ungewöhnlich, noch ungewöhnlicher jedoch ist der Grund der Klage. Sie klagt auf Selbstbestimmung über ihren Körper. Anna erleidet seit ihrer Geburt Krankenhausaufenthalte, Blutentnahmen, Knochenmarkspunktionen und viele andere medizinische Quälereien, dabei ist sie selbst gar nicht krank. All dies dient ihrer 2 Jahre älteren krebskranken Schwester Kate, welche seit ihrem Kleinkindalter an Leukämie erkrankt ist. Nun soll Anna ihrer Schwester eine Niere spenden und das erste Mal in ihrem Leben wehrt sich die 13jährige, als lebendes Ersatzteillager für ihre Schwester herzu halten. ??Die Story an sich wechselt permanent ihren erzählerischen Ebenen, aber das stört nicht wirklich, sondern vermittelt einen ungefilterten Eindruck der Gedanken- und Gefühlswelt der einzelnen, an diesem Drama beteiligten Personen. Jedem darf man in seine intimsten Gedanken schauen, seien es Anna, die Eltern, der Rechtsanwalt oder Annas großer Bruder, welcher eigentlich völlig unter den Tisch fällt. Auch die vielen Rückblicke helfen zu verstehen, verwirren aber zum Glück nicht. Was man zuerst verurteilt, beginnt man auf einmal zu verstehen, wofür man sofort ein Plädoyer gehalten hatte, lässt auf einmal Zweifel an Ethik und Moral aufkommen. „Beim Leben meiner Schwester“ ist mit Sicherheit kein Buch für „zwischendurch“, sondern ein Buch welches an die Substanz geht, welches Vorurteile und Gerechtigkeitsgefühl völlig über den Haufen wirft und auf den Kopf stellt. Gibt es in dieser Situation überhaupt eine einzige Chance für eine Lösung, die allen Betroffenen gerecht wird? ?Dieses Buch bringt selbst bei mir Tränen zum Vorschein, obwohl es bei mir lange dauert, bis mich Fiktion so sehr berührt.?Dieses Buch kann ich uneingeschränkt jedem empfehlen, denn Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit und dieses Thema kann, unabhängig von Alter oder Konstitution, jeden von uns heute oder morgen treffen und betreffen.?Ein kleines Minus bekommt das Buch von mir für das Ende.

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Bei Krebs gibt es keine ›sicheren Angelegenheiten‹.

Einige von euch werden den Film »Beim Leben meiner Schwester« (mit Cameron Diaz verfilmt) vermutlich schon kennen. Dies ist die Buchvorlage dazu, und auch ich habe die Verfilmung bereits gesehen. Weil ich aber gesagt bekommen habe, dass die Handlung im Buch ganz anders sein soll, wollte ich mir selbst ein Bild vom Geschriebenen machen.
Was ich nun dazu sagen kann: Die Haupthandlung des Buches stimmt mit der im Film völlig überein, die Nebenhandlungen im Buch wurden im Film allerdings einfach weggelassen - man hat sich darin wirklich nur auf das Wesentliche konzentriert. Aber das Ende, und das ist eigentlich das wichtigste an der ganzen Geschichte, denn darauf läuft eben alles hinaus ... Das Ende ist im Buch komplett anders als im Film, und das hat mich echt überrascht und mit offenem Mund zurückgelassen ...

~ Wenn du eine Schwester hast und die stirbt, sagst du dann nicht mehr, dass du eine hast? Oder bist und bleibst du eine Schwester, auch wenn der andere Teil der Gleichung verschwunden ist? ~
(S. 165)

Die Thematik des Buches ist ziemlich bedrückend, aber auch brisant: Ein wenig erfährt man davon ja schon aus dem Klappentext, aber ich versuche es noch einmal kurz in meinen eigenen Worten zusammenzufassen: es geht um Anna, ein 13-jähriges Mädchen, das sich entweder für sich und somit für den Tod ihrer Schwester Kate, oder aber gegen sich selbst und damit automatisch für das Weiterleben ihrer Schwester entscheiden muss.

Ich kann in dem Fall den Wunsch der Eltern, dass Anna weiterhin für Kate lebensrettende Flüssigkeiten spenden soll, sehr gut verstehen, schließlich geht es für Kate um Leben und Tod, aber auch Annas Seite verstehe ich mehr als gut. Für die jüngere Schwester ist ein Leben, in dem sie ständig für ihre Schwester zur Verfügung stehen und als Ersatzteillager herhalten muss, auch kein leichtes Los. Ich wüsste nicht wirklich, wie ich mich an Annas Stelle entscheiden würde, das ist schon echt hart und ich bin sehr froh darüber, dass ich nicht in so einer Situation stecke.

~ Dieses Mädchen verliert entweder seine Schwester, denke ich, oder es verliert sich selbst. ~
(S. 134)

Ich "musste" das alles also nur lesen und durfte die Gedanken und Handlungen der Protagonisten gebannt mitverfolgen, und musste nicht selbst in so einer prekären Lage Entscheidungen treffen.
Die Kernfrage in diesem Buch lautet hier: Was ist moralisch richtig und was falsch? Es steht unter anderem eine Gerichtsanhörung im Mittelpunkt, in der darüber entschieden werden soll, ob die 13-jährige Anna ab nun selbst über ihren Körper in medizinischen Belangen entscheiden darf.

Ich konnte Annas Entscheidung, dieses Gerichtsverfahren anzustrengen, gut verstehen, denn die Autorin lässt auch immer wieder Gespräche und Szenen in dem Buch auftauchen, in denen Anna sich in Gegenwart ihrer Eltern wie Luft gefühlt hat, ... aber ich habe trotzdem nie daran gezweifelt, dass Anna von ihren Eltern genauso sehr geliebt wird, wie die todkranke Kate. Ich denke, das hat die Autorin schon bewusst so anklingen lassen, damit man nicht auf den wahren Grund kommt, weswegen Anna all das geplant hat ...

~ Denn anders als der Rest der freien Welt bin ich kein Zufallsprodukt. Und wenn eure Eltern euch aus einem bestimmten Grund bekommen haben, dann ist zu hoffen, dass es den Grund noch gibt. Denn sobald er sich erledigt hat, seid ihr es auch. ~
(S. 12)

Wie gesagt: Es ist keine leichte Thematik, es geht um eine seltene Form der Leukämie, es geht ums Sterben, ums Überleben, um Rettung und um Selbstbestimmtheit. - Es geht vor allem darum, was all das in einer Familie anrichten kann.

Es wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht eines anderen Fitzgerald-Familienmitglieds und zusätzlich aus der Sicht von Annas Anwalt Campbell und der Verfahrenspflegerin Julia erzählt. Zwischendrin gab es auch manchmal Zeitsprünge in die Vergangenheit. - Ich fand diesen dauernden Charaktere-Sichtwechsel und die Zeitsprünge erst noch schwierig bzw. störend beim Lesen, habe mich aber glücklicherweise schnell daran gewöhnt und dann keine Probleme mehr gehabt.

~ In meiner Familie ist es eine traurige Gewohnheit, dass wir nicht das sagen, was wir sagen sollten, und das, was wir sagen, nicht so meinen. ~
(S. 108)

Abschließend möchte ich noch sagen, dass mich das Buch, gerade zum Ende hin, ziemlich mitgenommen hat, denn da passiert etwas, womit ich so gar nicht mehr gerechnet habe und die Anhörung, die Anna die ganze Zeit unbedingt wollte, im Grunde überflüssig gemacht hat. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten ... Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die zum Nachdenken über das eigene Dasein anregt und die wegen seiner Dramatik und den Gewissenskonflikten darin auf jeden Fall noch lange in meinem Kopf bleiben wird!

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Was ist das für ein Schluß des Romans - er weicht den Sinn des sehr überzeugend und nachvollziehbaren Geschehens an dieser Stelle auf. Die Autorin läßt im Gegensatz zum vorherigen Verlauf keine Bewertung mehr zu; die Erzählung gleitet ab ins Triviale, wirkt überstürzt beendet. Und im Gegensatz zum bisherigen Verlauf: unglaubhaft. Selbst ein offener Ausgang wäre die glücklichere Lösung gewesen, hätte sie doch dem Leser noch Spielraum zum Weiterdenken gelassen. Äußerst schade.

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Keine leichte Lektüre über Ethik und Moral in Extremsituationen

Die Story an sich wechselt permanent ihre Erzählebenen, aber das stört nicht wirklich, sondern vermittelt einen ungefilterten Eindruck der Gedanken- und Gefühlswelten der einzelnen, an diesem Drama beteiligten, Personen. Jedem darf man in seine intimsten Gedanken schauen, sei es Anna, die Eltern, der Rechtsanwalt oder Annas großer Bruder, welcher eigentlich völlig unter den Tisch fällt. Auch die vielen Rückblicke helfen zu verstehen, verwirren aber zum Glück nicht. Was man zuerst verurteilt, beginnt man auf einmal zu verstehen, wofür man sofort ein Plädoyer gehalten hatte, lässt auf einmal Zweifel an Ethik und Moral aufkommen. „Beim Leben meiner Schwester“ ist mit Sicherheit kein Buch für „zwischendurch“, sondern ein Buch welches an die Substanz geht, das Vorurteile und Gerechtigkeitsgefühl völlig über den Haufen wirft und auf den Kopf stellt. Gibt es in dieser Situation überhaupt eine einzige Chance für eine Lösung, die allen Betroffenen gerecht wird?
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