Bret Anthony Johnston: Justins Heimkehr

Bret Anthony Johnston: Justins Heimkehr

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Bret Anthony Johnston: Justins Heimkehr
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Remember me like this
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783406697425

Informationen zum Buch

Seiten
420

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Über die Hafeneinfahrt von Corpus Christi spannte sich die Harbor Bridge.

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Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.
Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig“ plädieren will?

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anspruchsvoll und empfehlenswert

Der Klappentext ist - bis auf den letzen Satz, der etwas falsche Vorstellungen weckt - sehr zutreffend.

Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock.
Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.
Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig“ plädieren will?

Man sollte vielleicht vorher wissen, das es sich bei "Justins Heimkehr" nicht um einen Thriller handelt und man darf auch keine Action oder rasante Spannung erwarten. Viel mehr versteht der Autor es mit klugen und eindringlichen Worten zu beschreiben, wie die Familie durch die Rückkehr von Justin nach vier Jahren aus einer Starre herausgerissen und in eine neue Realität geschleudert wird, die nicht weniger traumatisierend ist als vor vier Jahren die Entführung. In den Jahren der Suche haben die Eltern, der jüngere Bruder und der Großvater versucht zu funktionieren, versucht Zuversicht zu empfinden und vor den anderen zu vermitteln und sind doch immer mehr in Verzweiflung und eisigem Schweigen versunken. Nachdem Justin zurück ist müssen sie nach und nach damit fertig werden, dass dem Jungen tatsächlich Schlimmes wiederfahren ist und er gar nicht weit weg von einem Mannn gefangen gehalten wurde, den zumindest der Großvater sogar kannte.
Alle geben sich selbst die Schuld an dem Unglück. jeder versucht zuerst alleine mit der Situation fertig zu werden. Niemand wagt Justin auf seine Erlebnisse anzusprechen und Justin kann anfangs selber nicht darüber sprechen, was er erlebt und empfunden hat.

Es war für mich faszinierend zu lesen, wie die Gefühle der Menschen durchgerüttelt werden von so einem Schicksal. Und Sprachlosigkeit, die Suche nach der Schuld und dem Sinn, die Sehnsucht nach Normalität und Verdrängung, sind nur einige dieser Aspekte, die Johnston von allen Seiten mit Liebe zum Detail beleuchtet.

Ich bin den Hauptdarstellern sehr nahe gekommen, konnte zu weiten Teilen ihre Empfindungen verstehen oder sogar nachvollziehen. Schön fand ich auch, dass es tatsächlich eine spürbare Entwicklung zum Positiven gibt und die Familie nach und nach einen Weg findet, bei dem man sich als Leser vorstellen kann, dass er herausführt aus dieser Familienkrise.

Eine spürbare Veränderung in der Tonart des Buches entsteht im letzen Drittel, als der Täter gegen Kaution auf freien Fuß kommt. Da scheint die gerade beginnende Nähe der Familienmitglieder aufs Neue auseinanderzubrechen. Und Eric und sein Vater schmieden einen haarsträubenden Plan. Mehr will ich nicht verraten.

Mein Fazit: Ein kluges feinfühliges Buch mit glaubwürdigen Akteuren. Der Schreibstil ist ruhig und bedächtig, manchmal etwas ausführlicher als es vielleicht nötig wäre, aber dennoch schön zu lesen. Den Autor werde ich mir sicherlich merken.

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Eine Familie ist sprachlos

Es ist vier Jahre her, seit Justin Campbell entführt wurde. Er war damals zwölf Jahre alt. Lange wurde nach ihm gesucht und selbst nachdem die offiziellen Stellen die Suche eingestellt hat, versuchte die Familie mit Aushängen und Flyern weiter Hinweise zu bekommen. Aber innerlich haben sich die Familienmitglieder voneinander entfernt. Eric flüchtet sich in eine Affäre, Laura sucht Halt bei der Beobachtung von Delphinen und der jüngere Sohn Cliff hat sich von Freunden und Klassenkameraden zurückgezogen, weil er immer nur der Bruder von Justin ist. Jeder leidet still vor sich hin und es wird vermieden über das zu reden, was sie wirklich bedrückt. Dann erhalten sie die Nachricht, dass Justin ganz in der Nähe gefunden wurde und der Entführer verhaftet ist. Justin kehrt zu seiner Familie zurück.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich die Familienmitglieder nun wieder annähern. Ich hatte vermutet, dass es manche Reibereien gibt bei dem Sich wiederfinden, weil die Positionen neu geordnet werden müssen. Doch es bleibt bei der Sprachlosigkeit. Dann wird der Täter auf Kaution freigelassen und er will im Verfahren auf „nicht schuldig“ plädieren. So geht der Albtraum auf veränderte Art und Weise für die Familie weiter.
Jeder versucht, den anderen weiszumachen, dass schon alles in Ordnung kommen wird und pflegt seine Verzweiflung und seine Schuldgefühle im Stillen. Selbst der Großvater Cecil weiß mit seinen Gefühlen nicht mehr umzugehen, als er erkennt, dass er den Vater des Täters kennt. Er sucht mit Eric nach einer Lösung, die aber keine sein kann.
Es ist sehr spannend zu lesen, wie alle mit dem, was passiert, umgehen. Dabei erzählt der Autor die Geschichte nicht reißerisch, sondern sehr ruhig und eindringlich, oft sogar sehr ausführlich. Die Erzählperspektiven wechseln, so dass wir die Gedanken aller Beteiligten kennenlernen.
Doch stört es mich etwas, dass ich so wenig von der Gefühlslage Justins erfahre. Er hat vieles erdulden müssen und kommt nun zurück in eine Familie, die ihm fremd geworden ist. Aber er zeigt seine Gefühle nicht. Hin und wieder öffnet er sich ein wenig seinem Bruder gegenüber, aber auch das sind nur Bruchstücke, denn niemand aus der Familie spricht mit ihm über das Vergangene. Dagegen erfahren wir sehr viel über das, was Laura bewegt. Aber oft kommen mir ihre Gedanken abstrus vor.
Ich habe beim Lesen die Familie gut kennengelernt, konnte mit ihnen fühlen und habe ihre Verzweiflung gespürt und konnte sie dennoch oft nicht verstehen.
Am Ende bleiben einige Fragen ungeklärt.
Ein interessantes Buch über eine Familie in einer Ausnahmesituation.

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