Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis

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Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783453292055

Informationen zum Buch

Seiten
431

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Endlich war sie wieder am See.

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Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

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Lesen, unbedingt lesen!

Nane fährt an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, um der Beerdingung ihrer Großmutter Eva Auberlin beizuwohnen. Dort trifft sie nicht nur ihrer Mutter Vicky, sondern auch Tante Marlene, der nun das Haus, die regional erfolgreiche Brennerei und die entsprechenden Obstwiesen gehören. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Eva und die kleine Marlene eine neue Heimat in der Nähe des Bodensees gefunden - nach schweren Jahren und schrecklichen Erlebnissen.
Nanes Erbe ist ungewöhnlicher als das ihrer Tante: Marlene überreicht ihr einen Brief und Aufzeichnungen von Eva. Die Enkelin, selbst in einer schwierigen Lebensphase, beginnt zu lesen und begreift zunehmend, das sie von ihrer geschätzten Großmutter nur wenig wusste... Immer mehr taucht sie in die Vergangenheit ab, die vor rund 70 Jahren ihren Anfang nahm.

Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin, aber ich muss sagen, dass ich es mit Abstand für Brigitte Riebes bestes halte. Es gibt diese ganz besonderen Bücher, die eine spannende Geschichte erzählen und dabei mit leichter Hand so viele Komponenten einfließen lassen - allen voran, dass das Erzählte das Herz berührt und im Gedächtnis bleibt. Hinzu kommt bei "Marlenes Geheimnis", dass sehr anschaulich von einer Zeit erzählt wird, die wir nicht vergessen dürfen und deren Konsequenzen uns auch heute noch eine Lehre sein sollten.
Doch das ist nicht alles, denn mich haben auch die Charaktere des Romanes überzeugt - vor allem Nane in der Gegenwart und Eva in der Vergangenheit sind mir sehr nahegekommen. Die Autorin zeigt sehr viel Fingerspitzengefühl für ihre Figuren und zeichnet sie glaubhaft, wie sympathisch oder unsympathisch man sie auch finden mag. Zu den historischen Fakten nur so viel: die promovierte Historikerin Brigitte Riebe bettet die stimmige Handlung perfekt in diese ein. Dabei lässt sich der Roman wunderbar flüssig lesen - all das führte dazu, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und gebannt die Erlebnisse von Eva und Marlene Auberlin verfolgt habe.

Fazit: Hier gibt es nichts, aber auch gar nichts zu kritisieren. "Marlenes Geheimnis" ist ein wunderbarer Roman, der zu bewegen weiß.

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Alles kommt ans Tageslicht...

Mit diesem Buch bleibt Brigitte Riebe in der Gegenwart – und entführt uns mit vielen Rückblicken in die Zeit vor und nach sowie während des zweiten Weltkrieges.
Christian Auberlin genannt Nane, wartet in Konstanz ungeduldig auf ihre Mutter um mit ihr nach Rickenbach zu fahren….
Beim Auto angekommen, sah sie einen verletzten Hund daneben liegen, Nane brachte es nicht übers Herz, das Tier liegen zu lassen….
Spätestens nach der Beerdigung merkte man gleich, dass die beiden Schwestern nicht unbedingt gut miteinander auskamen….
Von Marlene hat Nane einen Umschlag bekommen, den ihre Großmutter ihr zugedacht hatte…. Und Nane war natürlich neugierig… Es waren Evas Aufzeichnungen ihres Lebens und Nane fing an zu lesen….
Sie las von Evas Zeit in Reichenberg. Ihre Mutter war in Prag aufgewachsen, dann mit der Familie nach Reichenberg gezogen wo sie ihre beste Freundin fand: Molly….
Und noch etwas fand sie dort, bevor sie letztendlich nach Deutschland in die sowjetische Zone gebracht wurden…
Über viele Umwege kam Eva schließlich nach Rickenbach….
Warum war Nane ungeduldig? Hatte sich ihre Mutter verspätet? Weshalb mussten sie nach Rickenbach? Was war mit dem Hund? Hat sie ihn mitgenommen? War sie mit ihm beim Tierarzt? Wer war gestorben bzw. beerdigt worden? Warum kamen die beiden Schwestern nicht gut miteinander aus? Weshalb hatte Nane von ihrer Großmutter einen Umschlag bekommen? Was stand darin? War Evas Leben so interessant? Was ist mit Molly später passiert? Warum wurden sie nur in die sowjetische Zone gebracht? Wie kam Eva letztendlich nach Rickenbach? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Auf dieses Buch von Brigitte Riebe habe ich schon ganz ungeduldig gewartet. Es beschreibt, wie oben erwähnt einen Teil des Lebens von Eva Auberlin geborene Menzel. Ihren Umzug von Prag nach Reichenberg, wo sie dann letztendlich doch eine beste Freundin fand. Den Einmarsch von Hitlers Truppen und das Attentat auf Heydrich, das schlimme Folgen für ein bestimmtes Dorf hatte. In der Geschichte war ich schnell drinnen und auch in die Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen. Als Eva von zu Hause weggebracht wurde, sie tat mir unendlich leid. Mit ihrer Freundin und ihrer schwerkranken Mutter kam sie in die sowjetische Zone – und mit einem kleinen Mädchen, Leni. Und irgendwann trennten sich dann ihre Wege und Eva gelangte mit ihrer kleinen Leni nach Rickenbach an den Bodensee. Wie sie dorthin kam und weshalb ausgerechnet dorthin, dass soll der Leser selbst lesen. Auf jeden Fall hat mich Brigitte Riebe mir diesem Buch nicht enttäuscht. Es war spannend und hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch gelesen habe. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, und es gab immer wieder neue Wendungen die man so vielleicht nicht vermutete hätte Das Buch ist es wert von vielen Mensche3n gelesen zu werden und so vergebe ich eine Lese-/Kaufempfehlung und natürlich volle Bewertungszahl.

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Geheimnisse

Die Autorin Brigitte Riebe entführt uns in ihrem Roman "Marlenes Geheimnis" an den Bodensee und zu Christiane Auberlin, genannt Nane.

Zur Beerdigung ihrer geliebten Großmutter Eva fährt Nane nach Rickenbach an den Bodensee. Dort trifft sie im Haus der Großmutter auf ihre Tante Marlene, die eine erfolgreiche Obstbrennerei führt, und auf ihre Mutter Victoria, die ebenfalls angereist ist.

Die beiden Schwestern sind wie Hund und Katze. Und so verwundert es nicht, daß ihre Mutter sich nach der Beerdigung schnell wieder aus dem Staub macht.

Ihre Tante Marlene übergibt Nane die Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter. Und damit beginnt für sie eine Reise in die Vergangenheit, die sie direkt in die Zeit des zweiten Weltkriegs hineinkatapultiert.

Die Autorin Brigitte Riebe beschreibt auf sehr eindringliche Art und Weise den harten, schicksalhaften Weg ihrer Großmutter Eva, die im Krieg als Sudetendeutsche in Tschechien viel Leid durchmachen mußte, bis sie schließlich am Bodensee landete, wo den Vertriebenen viel Misstrauen entgegengebracht wurde.

Erst mit den Tagebuchaufzeichnungen erkennt Nane wie das Schicksal ihrer Familie geformt hat, die Lebenswege von Eva, Marlene, Viktoria.

Nane, die sich selbst in einer unglücklichen Lebensphase befindet, schöpft Kraft aus den Aufzeichnungen ihrer Großmutter, und versucht, die Familie wieder zusammenzubringen.

Mit dieser Familiengeschichte hat die Autorin Brigitte Riebe die Vergangenheit und die Gegenwart wunderbar miteinander verbunden. Die Protagonisten und Nebenfiguren werden so lebendig dargestellt, daß man sich gut in sie hineinversetzen kann.

Die Beschreibung der Zeiten des Krieges haben mich sehr berührt. Wie viel kann ein Mensch ertragen? Was treibt den Menschen an, trotz aller Widrigkeiten?

Für mich ist dies eine Geschichte, die zeigt, daß man sein Leben in die Hand nehmen muß, damit man weiterkommt.

Ich kann diesen Roman sehr empfehlen!

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Verborgene Geheimnisse

Christiane „Nane“ Auberlin kommt anlässlich der Beerdigung ihrer Großmutter Eva nach Rickenbach am Bodensee zurück in deren Haus, wo sie auf ihre Tante Marlene trifft, die Eva bis zum Schluss gepflegt und auch die Obstbrennerei übernommen hat. Sie ist vom Job als Pharmareferentin ausgebrannt und braucht dringend eine Auszeit. Kaum in der alten Heimat angekommen, trifft sie als erstes auf einen verletzten Hund, der neben ihrem Wagen liegt. In Begleitung ihrer Mutter Viktoria bringt sie diesen zum Tierarzt Fabio Rossi, der ihr ausnehmend gut gefällt, doch für eine Beziehung hat sie momentan keinen Kopf. Das Zusammentreffen der ungleichen Schwestern Viktoria und Marlene sorgt immer wieder für Streit im Hause Auberlin, so dass Viktoria schon bald wieder das Weite sucht und abreist. Marlene vermacht Nane einen Umschlag von ihrer Großmutter, der ein Tagebuch enthält. Als Nane mit der Lektüre beginnt, taucht sie in das Leben von Eva ein und erfährt von deren schweren Zeiten im 2. Weltkrieg als Sudetendeutsche in Tschechien sowie all die Schicksalsschläge von der ersten Liebe bis zur beschwerlichen Flucht und dem Verlust so vieler ihr geliebter Menschen. Dabei stößt Nane auch auf ein gut gehütetes Geheimnis ihrer Großmutter, dass nicht nur ihr Leben, sondern auch das von anderen verändern wird…

Brigitte Riebe hat mit ihrem Buch „Marlenes Geheimnis“ einen wunderschönen und sehr berührenden Familienroman vorgelegt, der in zwei Handlungssträngen einmal von der Gegenwart erzählt, zum anderen über 60 Jahre überbrückt und Evas Leben wiederauferstehen lässt. Der Schreibstil ist herrlich flüssig und die verschiedenen Zeitebenen so wunderbar miteinander verflochten, dass der Leser sofort in die Geschichte eintauchen kann und dabei dauerhaft das Gefühl hat, alles hautnah mitzuerleben. Der Spannungsbogen wird sehr schnell aufgebaut und zieht sich wie ein Faden durch die Handlung bis zum finalen Schluss. Die Landschaftsbeschreibungen sind so plastisch, dass man die wunderschöne Gegend am Bodensee regelrecht vor Augen hat mit all dem schönen Obstbaumbestand. Der historische Hintergrund wurde von der Autorin akribisch recherchiert und der Handlung unterlegt. Dabei beschreibt sie recht plastisch, was sich zu Kriegszeiten zugetragen hat und welche Hürden und Greueltaten damals an der Tagesordnung waren, dass dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken läuft und sich Mitleid und Traurigkeit breit machen für die unschuldigen Menschen, die dies ertragen mussten.

Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet und in Szene gesetzt worden. Dabei hat die Autorin jede Menge Individualisten geschaffen, die alle ihre Sorgen und Nöte haben und gerade deshalb so authentisch und realitätsnah wirken, dass man das Gefühl nicht los wird, einige von ihnen sogar persönlich zu kennen. Nane ist eine junge Frau, die am Scheideweg ihres Lebens steht. Sie ist alleinstehend, von ihrem Job ausgebrannt und gesundheitlich angeschlagen. Sie ist rücksichtsvoll, pragmatisch, dabei hilfsbereit und liebevoll. Nane hat das Herz am rechten Fleck und weiß genau, dass sie nicht nur von ihrer Großmutter Abschied nehmen muss, sondern auch von ihrem bisher bekannten Leben, doch eine neue Perspektive hat sie noch nicht vor Augen, was ihr Angst einjagt. Die Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter gehen ihr nah und sie gewinnt durch die neuen Erkenntnisse an Stärke und Selbstsicherheit, was sehr schön zu beobachten ist. Es scheint, als wenn die Erfahrungen ihrer Oma ihr die nötige Kraft geben, einfach mal den Sprung ins Wasser zu wagen. Eva ist wohlbehütet aufgewachsen mit einer etwas exzentrischen Mutter und einem liebevollen Vater, der ihr schon früh das Obstbrennen beigebracht hat. Dieses Können wird Eva noch oft genug das Leben etwas erleichtern. Eva, zu Beginn noch eine unbekümmerte junge Frau, muss durch eine harte Schule lernen, dass das Leben brutal und ungerecht sein kann. Doch Eva ist ein liebeschenkender Mensch mit einem großen Herzen, die einfach ein kleines Mädchen als ihr eigenes aufnimmt und ihm so ein neues Leben schenkt. Marlene ist eine eher nüchterne Frau, die auf den ersten Blick kalt und distanziert wirkt, oftmals auch unversöhnlich. Doch je mehr man sie kennenlernt, umso mehr kann man ihre Haltung verstehen und schließt sie am Ende doch ins Herz. Viktoria ist wie ein flatterhafter Vogel, der nirgends sesshaft wird und man das Gefühl hat, sie jagt dem Leben hinterher. Auch die anderen Protagonisten wie Molly, Fabio, Brian, Simon und Hermann bereichern die Handlung durch ihre eigenen Geschichten und Taten, verleihen ihr Spannung und machen sie zu einem rundum gelungenen Ganzen.

„Marlenes Geheimnis“ ist eine wunderschöne und emotionale Geschichte, die erzählt werden musste und den Leser von Beginn an zu fesseln weiß. Durch geschickte und unerwartete Wendungen hält die Autorin den Leser aufmerksam, bis die letzten Zeilen gelesen sind. Ein absolutes Lesehighlight 2017, dass mehr als 5 Sterne wert ist. Chapeau – besser geht nicht!

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Hochprozentig!

Brigitte Riebe - Marlenes Geheimnis

"Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz."

Nane fährt zum Bodensee um ihrer geliebten Großmutter die letzte Ehre zu erweisen. Die ganze Gemeinde trauert um die Senior-Chefin der erfolgreichen Obstbrennerei Auberlin.
Marlene, die älteste Tochter von Eva Auberlin erwartet ihre Schwester Vicky und geht schon einmal in Abwehrstellung. Jede Begegnung der wesensfremden Schwestern, birgt eine kleine Untiefe, selbst auf der Beerdigung tränkt Spannung die Luft. Wegen eines Granatkreuzes, das Marlene trägt, gibt es böse Worte und Vicky fährt wieder.

Nane weiß nicht, ob sie bleiben oder flüchten soll. Ein geheimnisvoller Umschlag, den ihre Großmutter Eva ihr zudachte, nimmt ihr die Entscheidung ab. Es ist ein dunkelrotes Notizbüchlein, in dem sie die Lebensbeichte von Eva Menzel findet. Mit klopfenden Herzen blättert Nane durch das aufregende Leben ihrer Großmutter, einer Frau, die alles hatte, alles verlor und so vieles wieder gewinnen durfte. Viel Leid, viel Liebe, Freundschaft und ein Kampf, der über Generationen hinausging.
Der alte, nun tote Bentele, war Marlenes Konkurrent und Erzfeind. Sein Enkel Simon übergibt Nane sein Vermächtnis zum Übersetzen.
Tante Marlene darf nichts davon erfahren. Aber kann Nane, ob des brisanten Inhaltes, das gegebene Versprechen halten?

Atemberaubende Spannung, gewohnt flüssiger Schreibstil, berührend, bewegend zum Nachdenken und Innehalten.
Ganz klar sind in diesem generationsübergreifenden Roman, die Frauen die Helden, sie sind mutig und stellen sich Glück, Leid und Schicksal.
Sehr gut recherchiert. Liebenswerte und kantige Nebencharaktere.
Hier macht das Spekulieren Freude.

Blinzeln, Nase putzen und tief Luft holen! Ich bin begeistert. Man möchte Brigitte Riebe für dieses "Geschenk" in die Arme nehmen.
Danke für diesen unvergesslichen Roman!





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Wider das Vergessen

In ihrem neuen und wie gewohnt mit wunderbarer Sprache geschriebenen Roman erzählt Brigitte Riebe die bewegende Geschichte von Eva Auberlin, die mit ihrer Tochter Marlene nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus ihrer Heimatstadt Reichenberg im Sudetenland und der folgenden gefahrvollen Odyssee eine neue Heimat am Bodensee findet.
Aber es ist gleichzeitig die Geschichte von Evas Enkeltochter Nane, die nach der Beerdigung ihrer Großmutter deren Aufzeichnungen liest, womit der Leser sich auf eine zweite Handlungsebene begibt, denn in dieser hält sie die Stationen ihres Lebens fest und enthüllt ein Geheimnis, das nicht nur das Leben ihrer Nachkommen, der Auberlin-Frauen, zu denen auch Nanes unkonventionelle Mutter Viktoria gehört, aufrüttelt und in neue Bahnen lenken wird!

Brigitte Riebe nimmt sich eines weitgehend unbekannten Kapitels der deutschen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte an, zu dem es längst nicht so viele Augenzeugenberichte zu geben scheint, wie zu anderen schweren Themen, die sich auf den Zweiten Weltkrieg und ihre Folgen beziehen!
Flucht aus Ostpreußen? Das kennt man, nicht zuletzt durch die Bücher der Publizistin Marion Gräfin Dönhoff! Aber kaum jemand schreibt über die Vertreibung der Sudetendeutschen, die nach dem verlorenen Krieg als Deutsche nicht mehr in dem Land bleiben durften, das ihnen und ihren Vorfahren längst Heimat geworden war.

Die Autorin lässt Eva stellvertretend für all jene Sudetendeutsche ihre Geschichte erzählen, die Unsägliches erleiden mussten und denen das neue Heimatland lange keine Heimat werden konnte, da sie mit Misstrauen und Abneigung von den Einheimischen der jeweiligen Orte und Regionen, in denen sie sich niederließen, beäugt wurden.

Die Roman-Eva hatte Glück! Durch Zufall und Glück konnte sie ihre Kenntnisse und Begabungen, das Schnapsbrennen nämlich, das sie von ihrem Vater, einem Apotheker, gelernt hatte, dank der Heirat mit Toni Auberlin erfolgreich einsetzen und es zu Wohlstand und Anerkennung bringen. Mit Abstrichen kann man wohl von gelungener Integration sprechen!

Doch lernt der Leser nach und nach eine ganz andere Eva kennen, eine, die Geheimnisse hütet, die womöglich Schuld auf sich geladen hat, die alles in allem so facettenreich ist, wie nur Brigitte Riebe selbst sie ersinnen kann.
Das Gleiche gilt auch für die übrigen Akteure, allen voran Marlene und Nane. Gerade Marlene gibt Rätsel auf, sie ist hart und weich zugleich, schroff und dennoch liebevoll, verschlossen und dann wieder erstaunlich offen. Sie ist gewiss jemand, der polarisiert, dem die Herzen nicht so schnell zufliegen können, wie das vielleicht bei der jungen, anfangs so verlorenen Nane der Fall ist, die die Autorin eine Entwicklung durchlaufen lässt, die in ihrer Glaubhaftigkeit überzeugt.
Wie immer auch lässt Brigitte Riebe eine Reihe von spannenden, anrührenden, aber auch ärgerlichen und wenig einnehmenden Nebenfiguren auftreten, die mit den vier Auberlin-Frauen auf die eine oder andere Weise verknüpft sind und die der bedrückenden und gleichzeitig hoffnunggebenden Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und jedenfalls einen besonderen Charme verleihen, dem sich der Leser nicht entziehen kann.

Streckenweise schwer zu ertragen sind die Rückblicke, ist das, was sich auf der zweiten Handlungsebene ereignet, die zum großen Teil in den Kriegszeiten spielt und das Grauen fühlbar macht, das sich unter der braunen Herrschaft entfaltete!
Da erfährt man von Terror und willkürlichen Morden, von den Repressalien, denen Andersdenkende und -glaubende, denen solche, die die "falsche" Nationalität hatten, ausgesetzt waren, und von der Lebensgefahr, in der die Menschen Tag für Tag schwebten. Und man erfährt von Rache, sei es durch die Nationalsozialisten, die das Dorf Lidice und seine Bewohner nach dem Attentat auf Heydrich vernichteten, oder durch die Tschechen an den deutschstämmigen Mitbürgern in den ersten Nachkriegsmonaten.
Der ganze Horror des Krieges wird in diesem unvergesslichen Roman fühl- und erlebbar, die womöglich dunkelste Zeit unsrer Geschichte wird noch einmal heraufbeschworen - wider das Vergessen!
Denn es gibt Dinge, die niemals vergessen werden, niemals wieder geschehen dürfen. Brigitte Riebe erinnert uns nachdrücklich daran!

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