John Williams: Butcher's Crossing

John Williams: Butcher's Crossing

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John Williams: Butcher's Crossing
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783423280495

Informationen zum Buch

Seiten
368

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Die Kutsche von Ellsworth nach Butcher's Crossing war eine umgebaute Dougherty, die Passagiere und kleinere Mengen Fracht befördern konnte.

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Handlungsort

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Es war um 1870, als Will Andrews der Aussicht auf eine glänzende Karriere und Harvard den Rücken kehrt. Beflügelt von der Naturauffassung Ralph W. Emersons, sucht er im Westen nach einer »ursprünglichen Beziehung zur Natur«. In Butcher’s Crossing, einem kleinen Städtchen in Kansas, am Rande von Nirgendwo, wimmelt es von rastlosen Männern, die das Abenteuer suchen und schnell verdientes Geld ebenso schnell wieder vergeuden. Einer von ihnen lockt Andrews mit Geschichten von riesigen Büffelherden, die, versteckt in einem entlegenen Tal tief in den Colorado Rockies, nur eingefangen werden müssten: Andrews schließt sich einer Expedition an, mit dem Ziel, die Tiere aufzuspüren. Die Reise ist aufreibend und strapaziös, aber am Ende erreichen die Männer einen Ort von paradiesischer Schönheit. Doch statt von Ehrfurcht werden sie von Gier ergriffen – und entfesseln eine Tragödie. Ein Roman darüber, wie man im Leben verliert und was man dabei gewinnt.

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Dieses Buch sticht aus der Masse heraus

Eigene Meinung:
Bevor ich mit der Lektüre begann, stand ich diesem Buch mit sehr ambivalenten Gefühlen gegenüber. Einerseits lockte mich der Klappentext bezüglich Natur und der sozialen Komponente, dass sich hier jemand auf die Suche nach seinen Wurzeln macht, zum anderen aber war ich ein wenig am zweifeln, weil ich nicht wirklich der Western-Typ bin und letztendlich spielt das Buch genau an den Orten und zu der Zeit, an welchen auch jeder Western anzusiedeln ist.
Ich entschloss mich zum Lesen und ich war und bin es immer noch; begeistert.

Schon alleine der Titel passt so perfekt zum Inhalt. Butcher, der Metzger, der Schlachter, in Bezug auf die Büffeljagd und dann Crossing, dem Wort für Kreuzung. Es geht hier um eine Kreuzung, nämlich in welche Richtung der Weg im Leben eingeschlagen wird und wie vorbereitet und konsequent man diese Entscheidung trifft und durchführt.

John Williams ist ein Autor der mit einfachen Worten so viel zu sagen hat, dass man mit angehaltenden Atem den Protagonisten folgt.
Seine Beschreibungen der Natur sind unglaublich gut. Schöne und eindrucksvolle Bilder entstehen im Kopf, gewaltige Bilder, welche die Größe und die Macht der Natur perfekt einfangen und verdeutlichen.
Ebenso aber gelingt es ihm ganz klar herauszustellen, wie sich der Mensch in die Natur einfügt, mit ihr eine Symbiose eingeht oder aber sie zerstört, ausweidet und schlachtet.
Die Büffeljagd, welche hier ebenfalls eines der hervortretenden Themen ist, wird sehr genau beschrieben, so genau, dass ich das ein oder andere Mal sehr froh darüber war, dass mein Buch keine olphaktorischen Komponenten wiedergeben kann.
Der Leser wird nicht darüber unterrichtet ob dies, was dort oben in den Bergen geschieht richtig oder falsch ist. Diese Kompetenz der Entscheidung überlässt der Autor dem Leser selbst, aber es ist nicht schwer, Kritik und Abscheu zu empfinden. Ich will damit sagen, dass dieses Buch mit Sicherheit nicht die Jagd verherrlicht. Im Gegenteil, der Grundtenor ist sehr kritisch, gegenüber dem Geschehen in den Bergen.

So ist es auch mit den Protagonisten. Viel geredet wird nicht und das würde auch nicht zu diesen Männern passen. So wortkarg wie sie sind, so wurden sie beschrieben und das ist faszinierend. Allein durch ihr Handeln und ihre stumme Präsenz bekamen diese Protagonisten einen tiefen Charakter verliehen, welcher sie einzigartig macht.
Es ist nun schon einige Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich merke nun, da ich diese Rezension schreibe, wie sehr mich das Buch beindruckt hat, denn soviele Eindrücke des Romans haben sich so sehr in mein Gedächtnis eingeprägt, dass die Erinnerung daran außergewöhnlich klar ist, als wäre ich dabei gewesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten, als dass es den Leser mitnimmt und etwas in ihm hinterlässt, was bleibt.
Dies ist hier geschehen.
Mit einfachen Worten wurde hier ein sehr eindrucksvolles Buch, mit eine dichten Atmosphäre, gewaltigen Bildern und ungewöhnlichen Charakteren geschrieben. Dieser Roman sticht definitiv aus der Masse heraus.

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Eindrucksvoller Roman

Bevor ich mit der Lektüre begann, stand ich diesem Buch mit sehr ambivalenten Gefühlen gegenüber. Einerseits lockte mich der Klappentext bezüglich Natur und der sozialen Komponente, dass sich hier jemand auf die Suche nach seinen Wurzeln macht, zum anderen aber war ich ein wenig am zweifeln, weil ich nicht wirklich der Western-Typ bin und letztendlich spielt das Buch genau an den Orten und zu der Zeit, an welchen auch jeder Western anzusiedeln ist.
Ich entschloss mich zum Lesen und ich war und bin es immer noch; begeistert.

Schon alleine der Titel passt so perfekt zum Inhalt. Butcher, der Metzger, der Schlachter, in Bezug auf die Büffeljagd und dann Crossing, dem Wort für Kreuzung. Es geht hier um eine Kreuzung, nämlich in welche Richtung der Weg im Leben eingeschlagen wird und wie vorbereitet und konsequent man diese Entscheidung trifft und durchführt.

John Williams ist ein Autor der mit einfachen Worten so viel zu sagen hat, dass man mit angehaltenden Atem den Protagonisten folgt.
Seine Beschreibungen der Natur sind unglaublich gut. Schöne und eindrucksvolle Bilder entstehen im Kopf, gewaltige Bilder, welche die Größe und die Macht der Natur perfekt einfangen und verdeutlichen.
Ebenso aber gelingt es ihm ganz klar herauszustellen, wie sich der Mensch in die Natur einfügt, mit ihr eine Symbiose eingeht oder aber sie zerstört, ausweidet und schlachtet.
Die Büffeljagd, welche hier ebenfalls eines der hervortretenden Themen ist, wird sehr genau beschrieben, so genau, dass ich das ein oder andere Mal sehr froh darüber war, dass mein Buch keine olfaktorischen Komponenten wiedergeben kann.
Der Leser wird nicht darüber unterrichtet ob dies, was dort oben in den Bergen geschieht richtig oder falsch ist. Diese Kompetenz der Entscheidung überlässt der Autor dem Leser selbst, aber es ist nicht schwer, Kritik und Abscheu zu empfinden. Ich will damit sagen, dass dieses Buch mit Sicherheit nicht die Jagd verherrlicht. Im Gegenteil, der Grundtenor ist sehr kritisch, gegenüber dem Geschehen in den Bergen.

So ist es auch mit den Protagonisten. Viel geredet wird nicht und das würde auch nicht zu diesen Männern passen. So wortkarg wie sie sind, so wurden sie beschrieben und das ist faszinierend. Allein durch ihr Handeln und ihre stumme Präsenz bekamen diese Protagonisten einen tiefen Charakter verliehen, welcher sie einzigartig macht.
Es ist nun schon einige Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich merke nun, da ich diese Rezension schreibe, wie sehr mich das Buch beeindruckt hat, denn so viele Eindrücke des Romans haben sich so sehr in mein Gedächtnis eingeprägt, dass die Erinnerung daran außergewöhnlich klar ist, als wäre ich dabei gewesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten, als dass es den Leser mitnimmt und etwas in ihm hinterlässt, was bleibt.
Dies ist hier geschehen.
Mit einfachen Worten wurde hier ein sehr eindrucksvolles Buch, mit eine dichten Atmosphäre, gewaltigen Bildern und ungewöhnlichen Charakteren geschrieben. Dieser Roman sticht definitiv aus der Masse heraus.

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Auge um Auge in der Natur

Im Jahr 1870 macht Will Andrews seinen Abschluss an der Universität in Harvard. Doch anstatt einen Beruf zu ergreifen, möchte er, angeregt durch Gedanken von Ralph Waldo Emerson, die ursprüngliche Natur finden und dadurch auch sich selbst. In dem kleinen Ort Butcher's Crossing in Kansas trifft er auf Miller, der seit Jahren davon träumt, ein in den Rockies verborgenes Tal wiederzufinden, in dem sich Unmengen von Büffeln aufhalten sollen, um mit den Fellen das große Geld zu machen. Andrews sieht seine Chance, hier noch echte Natur zu finden, und erklärt sich bereit, die Jagd zu finanzieren. Gemeinsam mit zwei anderen Männern brechen sie auf. Niemand in Butcher's Crossing glaubt an ihren Erfolg, doch nach einer beschwerlichen Reise finden sie in Colorado tatsächlich dieses Tal. Miller versteht sein Handwerk und so sind sie erfolgreich mit ihrer Jagd. Doch das Abschießen und Häuten der Büffel hat ungeahnte Auswirkungen, und dann erweist sich auch das ursprüngliche Naturerlebnis anders als erwartet.


John Williams braucht nur wenig Personal und Handlung, schafft aber durch seine detaillierten Beschreibungen eine dichte Atmosphäre, die den Leser in ihren Bann zieht. Auf den ersten Blick passiert nicht viel – eine Fahrt mit Ochsenkarren ins Jagdgebiet und das Jagen der Büffel – aber auch darin verbergen sich Hindernisse und Erkenntnisse, ungeahnte Tiefen in den Beteiligten, die einen Spannungsbogen entstehen lassen, der lange Zeit aufrecht erhalten bleibt. Falsche Entscheidungen führen zu brisanten Notlagen, die die Männer aufs Äußerste fordern und in denen sie sich nicht nur der Natur, sondern auch ihren eigenen Schwächen stellen müssen.

In das Innerste der Figuren dringt man nur auf Umwegen vor, doch man lernt sie gut kennen. Anhand ihres Verhaltens in den verschiedenen Krisensituationen ist es nicht schwer, sich ein Bild von ihnen zu machen. Andrews, der im Mittelpunkt steht, wird eingehender charakterisiert. Wonach er sucht, weiß er nicht genau, aber er hofft, es in der Ursprünglichkeit, die schon am Rand von Butcher’s Crossing beginnt, zu finden. Er bekommt mehrere Gelegenheiten, seine Grenzen kennen zu lernen. Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene ist er auf der Suche, doch als er Francine trifft, erkennt er ihre ehrlichen Absichten wegen seiner Unerfahrenheit nicht.

Williams’ Sprache ist sachlich und unaufdringlich und besticht gerade deshalb. Er beschreibt ein einfaches Leben, das noch ganz andere Werte hatte als in unserer Zeit. Es wird kein Gedanke an die Zukunft verschwendet; man nimmt aus Profitgier, ohne über die Folgen nachzudenken. Genauso wird aber hingenommen, wenn die Natur zurückschlägt. Wenn dabei menschliche Opfer zurückbleiben, ist das eben so. Für die anderen geht das Leben weiter.

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Kein Klischee-Western!

William Andrews, ein junger Harvard Absolvent, macht sich im Jahr 1870 auf den Weg nach Kansas und landet in Butcher's Crossing, einer kleinen sich rasch entwicklenden Stadt im "Wilden Westen". Er sucht das Abenteuer, die Wildnis, Hauptsache raus aus der Stadt und etwas erleben, das er nie mehr vergessen wird. "Ich bin hergekommen, weil ich so viel wie möglich vom Land sehen möchte [...] Ich will es kennenlernen. Ich [i]muss [/i]das einfach tun." Getrieben von der Entdeckerlust, schließt er sich drei erfahrenen Männern an, die das Land kennen und Büffel jagen. Die kleine Expedition zieht im Sommer los nach Colorado und will noch vor Einbruch des Winters zurück sein, voll gepackt mit Büffelfellen, die schnelles und gutes Geld versprechen. Sie erreichen ein entlegenes Tal in den Colorado Rockies von paradiesischer Schönheit, wo eine riesige Büffelherde nur auf sie zu warten scheint. Doch die menschliche Gier ist größer als Respekt und Ehrfurcht vor der Natur - und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. "Ob es denn in jedem sei", fragt sich William später, "ohne die Worte dafür zu finden. Lauerte es in jedem verborgen?"

Zeitlich und örtlich angesiedelt wie die meisten Westerngeschichten, hat dieses Buch wenig mit den altbekannten Klischees gemein. Keine wilden Schießereien, markigen Sprüche und indianischen Ureinwohner. Dafür unendlich schöne Naturbeschreibungen, interessante, nicht immer leicht zu durchschauende Persönlichkeiten und eine ruhige aber tiefgründige Darstellung der menschlichen Abgründe.

William Andrews ist ein junger, unschuldiger Mann, der außer der Universität noch nichts von der weiten Welt gesehen hat. In Butcher's Crossing lernt er die Prostituierte Francine kennen und empfindet sofort etwas für sie. Francine kennt die Männer, sie weiß genau, wie sich William entwickeln wird. "Dein Gesicht wird rau von Wind und Sonne sein, und auch deine Hände sind dann nicht mehr so weich". Und sie wird recht behalten, William wird als ein anderer Mensch zurückkehren. Bis dahin wird er so einige Entbehrungen auf sich nehmen, die Grenzen der Natur und seine eigenen Grenzen erfahren, er wird Tiere töten und Menschen sterben sehen. Und er wird die Liebe erleben.

John Williams schafft in gewohnt lakonischer, aber keineswegs emotionsloser Art und Weise eine dichte und gespannte Atmosphäre, was mir schon bei "Stoner" ausgesprochen gut gefallen hat. Er schafft starke eindrucksvolle Bilder, die noch lange nachklingen - mehr als einmal habe ich beim Lesen gedacht, dass dieses Buch eine Verfilmung wert wäre. Das Fortkommen der Männer bei der Büffeljagd wird detailliert beschrieben, ohne jedoch zu langweilen. Gespannt und mit angehaltenem Atem habe ich die dramatischen Wendungen gelesen. Es schwingt jede Menge Zeitgeist mit - das Leben damals war sehr schnelllebig und wechselhaft - was heute wichtig ist, kann morgen schon vergessen und wertlos sein. Diese bittere Erfahrung müssen auch die vier Männer machen. Nicht jedem fällt es leicht das zu akzeptieren, sich anzupassen und weiterzumachen.

Als besonders angenehm empfand ich John Williams' unaufdringliche Art, das Geschehen sehr anschaulich zu schildern, ohne jedoch zu werten und zu urteilen. Er drängt dem Leser auch kein moralisches Urteil über das Verhalten der Protagonisten auf. Eine stille, aber eindringliche Schilderung eines einfachen Lebens.

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