Carolin Hagebölling: Der Brief

 
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Carolin Hagebölling: Der Brief
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783423261463

Informationen zum Buch

Seiten
224

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es war der 26. Mai, als ich den Brief bekam.

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Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.

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Der Brief

Marie lebt in Hamburg. Sie ist gesund, lebensfroh und bereits seit einigen Jahren mit einer Frau, Johanna, liiert. Dann erreicht sie ein ominöser Brief, gerichtet an sie selbst mit einer fremden Anschrift in Paris. Geschrieben wurde er von ihrer Freundin Christine aus Schultagen. Gesendet wurde er aus Berlin, obwohl Christine doch noch in der alten Heimat lebt. Der Brief ist merkwürdig. Er erzählt von Maries Leben, einem anderen Leben, dem Leben, dass sie angeblich in Paris lebt. Ein Leben mit Victor und ein Leben mit einer schwerwiegenden Erkrankung, einem Aneurysma im Kopf.

Marie ist irritiert. Sie kontaktiert ihre alte Freundin Christine. Diese wirft der Brief völlig aus der Bahn. Noch schlimmer wird es, als auch sie selbst einen Brief von Marie erhält, einen Brief aus Paris.

Mit einer Reise nach Paris versucht Marie der Wahrheit näher zu kommen. Was sie jedoch in Paris erwartet ist einfach nur unglaublich und noch verwirrender als die Briefe selbst.

Dieser Roman von Carolin Hagebölling fesselt den Leser von der ersten Seite an. Er wirft viele Fragen auf. Hier kommt die große Frage „Was wäre wenn?“ ins Spiel. Wie verläuft denn ein Leben? Ist es vorher bestimmt oder könnte es ganz anders aussehen, wenn man an einer bestimmten Stelle einfach eine andere Entscheidung trifft? Diese Frage hat sich sicherlich jeder schon einmal gestellt. Dennoch erwartet man als Leser der Geschichte natürlich irgendwie eine realistische Antwort auf die Frage was tatsächlich hinter den Briefen steckt. Für mich war diese auch lange Zeit spürbar. Ich hätte mir hier vieles erklären können, doch leider ist das Ende dann nicht so rund und klar wie erwartet. Es lässt mich kopfschüttelnd zurück. Hier wäre ein Brief weniger einfach mehr gewesen und für mich wesentlich schlüssiger als das tatsächliche Ende, welches zu offen und zu unrealistisch erscheint.

“Der Brief” ist eine fantastische Idee, in einem sehr schönen Schreibstil umgesetzt, fesselnd bis zum Ende, doch dann leider enttäuschend offen. Das Cover passt perfekt zu den Handlungsorten und dem Inhalt des Buches: Marie in Hamburg und Marie in Paris. Das sind zwei mögliche Varianten eines Lebens.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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Nichts ist, wie es scheint

Die Journalistin Marie Kluge ist Anfang 30 und lebt in Hamburg mit ihrer Freundin Johanna seit zwei Jahren in einer Beziehung. Eines Tages findet sie einen Brief von ihrer alten Schulfreundin Christine, mit der sie schon sehr lange keinen Kontakt mehr pflegt und der sie völlig verwirrt. Christine schreibt von Maries Mann Victor, der mit Marie zusammen eine Galerie in Paris führen soll und von dem gemeinsamen Kind. Sie erwähnt ebenfalls, dass Marie schwerkrank sei. Marie ist völlig durcheinander, denn sie ist kerngesund und ihr Leben findet in Hamburg statt. Trotzdem lässt der Inhalt des Briefes sie nicht los, weshalb Marie kurzerhand nach Paris reist, um herauszufinden, was es mit all diesen Informationen auf sich hat. Kaum in Paris angekommen, fühlt sich Marie auf bekanntem Terrain, aber je mehr sie nachforscht und auch das Treffen mit Christine werfen immer neue Fragen auf. Gleichzeitig stellt Marie ihr ganzes bisheriges Leben in Frage. Wird Marie eine Antwort auf alle Fragen bekommen?

Carolin Hagebölling hat mit ihrem Buch „Der Brief“ ihren Debütroman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und temporeich, schnell lässt er den Leser in der Geschichte versinken. Die Geschichte wird aus der Sicht von Marie in der Ich-Form erzählt. Der Spannungsbogen wird recht schnell aufgebaut und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung, was durch die recht kurzen Kapitel noch unterstützt wird. Die Beschreibungen von Paris sind bildreich und geben dem Leser einen guten Eindruck über die französische Metropole. Die Autorin versteht es ebenfalls sehr gut, durch das Spiel mit zwei verschiedenen Lebensmodellen von Marie den Leser in Verwirrung zu stürzen und alles in Frage zu stellen. Welches Leben ist real, welches Fiktion? Welche Menschen spielen wirklich eine Rolle in Marie Leben und welche sind nur ausgedacht oder bestehen in ihrer Phantasie? Durch dieses Verwirrspiel wird der Leser an der Lektüre gehalten, will er doch um jeden Preis herausfinden, was hier gespielt wird. Das Ende der Geschichte wirft allerdings Fragen auf, die nur der Leser sich selbst beantworten kann, was eine gewisse Unbefriedigung hinterlässt.

Die Charaktere sind schön ausgestaltet und interessant in Szene gesetzt worden, so dass sie sehr lebhaft und authentisch wirken. Marie ist eine sympathische Frau, die wirkt, als stünde sie mit beiden Beinen mitten im Leben. Durch einen Brief wird ihre Realität bzw. ihr Leben in Frage gestellt, was sie verunsichert und sie nach einer Lösung suchen lässt. Gleichzeitig vermittelt Marie in anderen Lebenspunkten auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit und Oberflächlichkeit, wenn man z.B. ihre Beziehung zu Johanna betrachtet. Johanna wirkt zwar nicht gerade wie eine nette Person, doch hat sie innerhalb der Geschichte auch ihre Daseinsberechtigung, bei der sie allerdings etwas zu kurz kommt. Victor und André sind ebenfalls sehr sympathische Männer, die jeder auf seine Weise Marie unterstützen und ihr Halt geben. Auch die auftauchenden Nebenprotagonisten sind interessant platziert und geben mit ihren Handlungen Fragen auf oder tragen zum Verlauf bei.

„Der Brief“ ist ein spannender Debütroman, der rasant durch die Handlung fegt und den Leser in Atem hält. Leider geht ihm am Ende die Luft aus, so dass der Leser sich sein Ende selbst denken muss mit jeder Menge Fragen im Gepäck. Eine Leseempfehlung für alle, die sich davon nicht einschüchtern lassen!

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