Carsten Sebastian Henn: Das Apfelblütenfest

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Carsten Sebastian Henn: Das Apfelblütenfest
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783866123861

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Er war der größte und mächtigste Baum im Apfelhain.

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Jules war neun Jahre alt, als er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Er suchte damals eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem Tod seiner Frau alles über den Kopf wuchs. Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, Jules' Vater ist längst tot, und er selbst hat widerwillig das Hofgut übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Und plötzlich bewirbt Lilou sich um die Stelle bewirbt, eine fröhliche, eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der normannischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz, für die Schönheit der Natur und auch für die Liebe. Doch allzu schnell müssen die beiden erkennen, wie zerbrechlich Liebe sein kann, wenn das Schicksal eingreift ...

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Das Apfelblütenfest

Inhalt:

Als kleines Kind ritzt Jules ein Inserat in einen Baum. Er sucht nach einer Haushälterin für seinen Vater. Jahre später entdeckt Lilou den Hilfeschrei und bewirbt sich. Sie wusste nicht, dass Jules Vater nicht mehr lebt und keine Haushälterin benötigt wird. Dennoch bekommt sie den Job, wodurch sich ihr Leben schlagartig ändert

Meine Meinung:

Prinzipiell hat mir das Buch gut gefallen, denn es hat einen gewissen Wohlfühlcharakter. Dadurch dass die Handlung in einem französischen Dorf spielt, habe ich mich gleich ein bisschen wie auf Urlaub gefühlt.

Die Handlung an sich ist nicht besonders außergewöhnlich. Ich habe schon oft ähnliches gelesen und somit musste ich zwangsläufig Vergleiche mit anderen Büchern ziehen. Durch die schwere Krankheit von Jules bekommt alles einen bitteren Beigeschmack, doch das Gefühl blieb ein bisschen aus. Natürlich hat es mich nicht kalt gelassen, aber es hätte mich mehr berühren können. Während ich bei anderen Büchern an gewissen Stellen den Tränen nahe war, habe ich hier eher nur gedacht “och ist ja traurig”.

Lilou ist ein etwas schwieriger Charakter. Sie ist sehr überdreht und kann doch anstrengend werden. Aber so ist sie nunmal und das wurde im Buch auch sehr gut beschrieben. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass es nicht ganz realistisch ist. Liebesroman hin oder her, eine gewisse Ernsthaftigkeit erwarte ich mir dann schon, vor allem wenn ein Teil der Geschichte doch sehr traurig ist.

Das Grundgerüst ist gut, jedoch hätte man ein bisschen mehr Gefühl reinbringen können. Daher war es für mich ein gutes eher durchschnittliches Buch, aber leider nichts außergewöhnliches.

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Zwischen Meer und Apfelgärten


Es ist Mai, die Apfelbäume blühen, und auf dem Hof von Jules Lignier, Cidre- und Calvadoshersteller in der fünften Generation, steigt wie jedes Jahr das Apfelblütenfest. Alle Gäste scheinen sich prächtig zu amüsieren, nur Jules selbst ist nicht nach Feiern zumute. Seit einiger Zeit beunruhigen ihn seltsame Symptome, und als ob das nicht schon Sorge genug wäre, laufen auch die Geschäfte alles andere als gut.

Lilou Leflaive hat sich vor kurzem als Heilpraktikerin in der Nähe niedergelassen und hatte ganz guten Zulauf zu verzeichnen, bis der ortsansässige Allgemeinarzt anfing, sie schlechtzumachen. Als sie eines Abends einfach nur raus will und auf gut Glück aufbricht, stößt sie auf einen alten Apfelbaum, in dessen Rinde eine "Stellenanzeige" geritzt ist, mit der ein kleiner Junge namens Jules eine Haushälterin für seinen verwitweten Vater sucht. Lilou ist zwar nicht übermäßig beschlagen in Haushaltsdingen, beschließt aber, der Sache nachzugehen. Die Spur führt zum Hof der Ligniers, wo das Fest in vollem Gange ist, und sie stellt erstaunt fest, dass Jules kein kleiner Junge mehr ist. Noch überraschender ist aber, dass er sich tatsächlich widerwillig darauf einlässt, ihr eine Chance zu geben.

Lilous Fröhlichkeit und Phantasie tut dem in sich gekehrten und oft grummeligen Jules gut, auch wenn er das natürlich nicht immer zugeben will. Was sich daraus entwickelt, ist aber keine alltägliche Liebesgeschichte, in der der Himmel voller Geigen hängt. Das Leben wirft sowohl Lilou als auch Jules ein paar dicke Brocken vor die Füße, die selbst mit Hilfe einiger treuer Freunde, die die beiden begleiten, nicht leicht zu bewältigen sind.

Was wie eine locker-leichte Romanze zwischen den altbekannten Charakteren "überschwenglich-chaotische Lebenskünstlerin" und "grüblerischer Brummbär" beginnt, nimmt unerwartet ernste Züge an, als beide Hauptfiguren tiefe persönliche Krisen meistern müssen. Ein paar Aspekte wirken etwas übertrieben oder klischeehaft, anderes ist vorhersehbar, aber dennoch berühren die angesprochenen Themen. Die immer wieder zwischen den Zeilen vermittelte "Carpe diem"-Botschaft ist sicher nicht neu oder originell, regt aber doch zum Reflektieren auch über das eigene Leben an.

Eingebettet ist die Handlung in schöne Beschreibungen von Land und Leuten zwischen Meer und Apfelgärten in der Normandie, Calvados und Cidre und kulinarische Genüsse spielen natürlich auch eine wichtige Rolle, und es gibt eine Fülle von netten Nebenfiguren, die zwar auch oft etwas stereotyp, aber dennoch sehr lebendig und farbenfroh daherkommen und für ein paar hübsche kleine Nebenhandlungsstränge sorgen.

Das pastellige Cover mag auf den ersten Blick etwas kitschig wirken, hat aber einen Bezug zum Buch, was mich wieder damit versöhnt hat, ebenso geben die manchmal seltsam holprig wirkenden Haikus vor den Kapiteln Rätsel auf (die irgendwann gelöst werden). Etwas ärgerlich sind allerdings kleine Logikfehler wie wechselnde Augenfarben oder Automarken.

Alles in allem sehr angenehme Wohlfühllektüre zum Mitfiebern, Mitlachen und Mitweinen, am allerbesten mit einem guten Calvados oder einem spritzigen Cidre als Begleitgetränk oder einem großen ofenwarmen Stück Apfelkuchen.

Die Valentine-Jury verleiht hierfür 3 Äpfel + einen angeknabberten.

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Bewegende Geschichte über das Leben

Das jährliche Apfelblütenfest ist in vollem Gange, da steht plötzlich eine junge Frau vor Apfelbauer Jules und bewirbt sich als Haushälterin. Dabei ist die Stelle seit über 30 Jahren vakant, Jules hat das Stellenangebot nämlich als Kind in einen Apfelbaum geritzt, nachdem er seine Mutter auf tragische Weise verloren hat. Obwohl Lilou anfangs so gar nicht mit ihren Qualitäten als Haushälterin überzeugen kann, schafft sie es dennoch, die Probezeit zu bestehen und erobert nach und nach Jules Herz.

Was sich anhört wie ein absolut unkompliziertes Wohlfühlbuch, entpuppt sich dann doch als überraschend tiefgründiger und bewegender Schicksalsroman. Während Lilou und Jules sich nach und nach zu einem Paar zusammenraufen, tauchen Probleme und schier unüberwindbare Hindernisse am Horizont auf, denen sich die beiden stellen müssen. Während Lilou dabei den temperamentvollen und impulsiven Anteil am partnerschaftlichen Leben verkörpert, ist Jules eher ein nachdenklicher, verschlossener und bisweilen auch melancholischer Typ. Das Aufeinanderprallen dieser extremen Charaktere macht einen großen Reiz aus und es ist dem Autor hervorragend gelungen, die unterschiedlichen Lebensentwürfe und -einstellungen darzustellen.

Dabei verliert die Geschichte nie ihre Leichtigkeit, denn die Protagonisten dürfen trotz ihrer Probleme eine wunderschöne Zeit der Verliebtheit erleben; die französische Lebensart mit ihren Gaumengenüssen, begleitet von Cidre und Calvados, und die wunderbaren Landschaften der Normandie samt ihrer Atlantikküste tragen ihren Teil dazu bei, dass weder Figuren noch Leser in eine Stimmungstief abstürzen, wenn auch so mancher schöne Frühlingstag schon von bösen Vorahnungen überschattet ist.

Der Sprachstil ist eloquent und beschwingt, ich fand ihn stilmäßig sehr schön zu lesen. Es ist dem Autor hoch anzurechnen, dass er es sich mit dem Ende der Geschichte auf keinen Fall leicht gemacht hat. Sie endet traurig aber schön, und das so hinzubekommen ist bestimmt nicht einfach gewesen. Auch am Ende verstärkte sich in mir nochmal das Gefühl, hier keinesfalls leichte Kost zu lesen, sondern einen Roman mit einer eindringlichen Botschaft, nämlich das Leben zu leben und zu genießen, solange noch Zeit dafür ist.

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Das Apfelblütenfest

An ihrem 29. Geburtstag entdeckt Lilou in einem alten Apfelbaum eine eingeritzte Schrift. Es ist eine alte Stellenanzeige. Ein kleiner Junge sucht eine Haushaltshilfe für seinen Vater. Lilou macht sich auf den Weg und trifft auf den inzwischen 32 Jahre alten Jules, der damals diese Anzeige in den Baum geritzt hat. Lilou und Jules verlieben sich ineinander, doch das Schicksal hat andere Pläne...

Mein Leseeindruck:

Das Buch ist mir zunächst durch sein farbenfrohes Cover ins Auge gefallen. Das fröhliche und frühlingshafte Cover lässt auf einen leichten und heiteren Roman schließen. Die Geschichte von Lilou und Jules hat mir dann auch wirklich sehr gut gefallen, aber ich wurde auch überrascht. Es ist nicht wirklich ein leichtes Buch, denn es behandelt ein sehr ernstes Thema. Auch hat die Geschichte einige überraschende Wendungen zu bieten.

Ich mochte Jules sehr und konnte mit ihm sehr mitfühlen. Lilou dagegen hat in mir zwiespältige Gefühle geweckt. Einerseits war sie mir durchaus sympathisch, und sie hat ihr Herz sicherlich am rechten Fleck. Aber überwiegend war sie mir persönlich viel zu forsch und zu direkt. Aber es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen, wenn Protagonisten Gefühle in mir wecken können. Das schaffen sie nur, wenn sie authentisch wirken und Tiefe haben.

Der Schreibstil von Carsten Sebastian Henn hat mir auch sehr gut gefallen. Es ist kein einfacher Schreibstil, und doch hat sich das Buch für mich flüssig und leicht lesen lassen. Ein paar Seiten habe ich gebraucht, um mich einlassen zu können auf diese Geschichte, aber als ich mich dann eingelesen hatte, hat mich die Geschichte sehr gefesselt.

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Ein wunderbares Buch!

Was für ein wunderbares Buch! Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, den Tod, in wundervollen Bildern erzählt. Man riecht die Äpfel, spürt die Leichtigkeit, bekommt Lust auf ein Glas Cidre oder Calvados, auf eine Reise in die Normandie.
Kurzum – ich bin begeistert!
Jules Freunde – jeder einzelne von ihnen ein besonderer Mensch.
Claude, der in seiner Villa sitzt und wartet, immer adrett, immer bereit, immer Freund.
Claudette, grau, aber immer da, stets dabei, im Hintergrund Fäden zu ziehen.
Marie, die nichts sagt, nur singt, aber damit auch wieder alles sagt.
Gaston, der auf seiner Bank lebt, von allen geschätzt, ein verquerer Charakter
Der General – dem Calvados nicht abgeneigt, seiner großen Liebe Claudette hinterher weinend.
Sogar der Commissaire , der in seiner ruppigen Art nur das tut, was er für richtig hält.
Und nicht zu vergessen – Lilou! Jules große Liebe, flatterhaft, ein bisschen verrückt, unkonventionell. Sie holt den leicht melancholischen Jules aus seinem Schneckenhaus.

Nein, richtig normale Menschen finden wir in dieser Geschichte wohl nicht, es sind Charaktere, Menschen, die alle ein Schicksal haben, aber dabei einfach nur liebenswert sind.
Dieses Buch zieht sofort in seinen Bann. Beginnend mit der wunderschönen Aufmachung, weiter mit zauberhaften Sätzen – gäbe es eine Kategorie „Lieblingssätze“, hier finden sich einige -, die Leichtigkeit und Wärme, mit der die Geschichte um Jules und Lilou erzählt wird und der man die Liebe zur Normandie anmerkt….
Danke Carsten Sebastian Henn, gerne mehr solch zauberhafte Geschichten!

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Eine warmherzig geschriebene Geschichte

Bei dem Roman „Das Apfelblütenfest“ handelt es sich um eine warmherzig erzählte Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Die Story dreht sich um Jules, der vor über zwanzig Jahren eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Damals suchte er eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem Tod seiner Frau alles über den Kopf wuchs. Jetzt ist sein Vater bereits tot und er hat selbst widerwillig das Hofgut übernommen. Und plötzlich tritt Liliou in Jules Leben und bewirbt sich um die Stelle. Sie ist eine fröhliche, eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der normannischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz - für die Schönheit der Natur und auch für die Liebe. Doch lange kann ihr Glück leider nicht weilen…

Der Schreibstil ist ok, aber ich hatte anfangs ein paar Probleme richtig in die Geschichte hinein zu finden. Aber nach einigen Seiten war das kein Problem mehr und es war ein recht guter Lesefluss gegeben.

Jules ist ein nachdenklicher, sympathischer Mann, der es nicht immer leicht im Leben hatte. Er lebt recht zurückgezogen und scheint nur für seine Arbeit zu leben. Die Liebe hat er lange nicht erleben dürfen. Außerdem hat er große gesundheitliche Probleme mit seinem Bein. Lilou dagegen ist das genaue Gegenteil von Jules. Sie ist lebensfroh, sagt immer genau das, was sie denkt, und scheint eine wirklich sympathische Frau zu sein. Aber sie hat es auch nicht immer leicht im Leben gehabt.

Toll fand ich auch die leckeren Gerichte, die Lilou in dem Buch zubereitet hat. Da ist einem direkt das Wasser im Mund zusammengelaufen. Das ein oder andere werde ich bestimmt nun selbst einmal ausprobieren.

Das Ende war schön und traurig zugleich. Aber alles andere wäre unrealistisch gewesen. Ein wirklich tolles Buch, das mir eine schöne Lesestunden beschert hat.

Fazit:
Ein schönes, aber auch trauriges Buch, das mich auch zum Nachdenken gebracht hat.

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Alles andere als glatt

verläuft die Liebesgeschichte von Jules und Lilou, die beide - was ihre Biografie angeht - einen steinigen Weg hinter sich haben. Doch Jules ist durch Erbschaft Besitzer einer Cidrerie und eines wunderschönen Hauses - und wunderbarer, alteingesessener Mitarbeiter, Nachbarn und Freunde. Er ist zwar nicht auf Rosen, aber doch auf Apfelblüten gebettet. Doch es gibt einen düsteren Punkt in seiner Biografie und um diesen zu überwinden, hat er vor mehr als 20 Jahren eine ungewöhnliche Stellenanzeige geschaltet. Er hat nämlich seine Suche nach einer Haushälterin für seinen Vater in die Rinde eines Apfelbaumes geritzt, was nicht sehr effizient war, da sich nie jemand darauf gemeldet hat. Doch nun, ausgerechnet am Abend des jährlichen Apfelblütenfestes, ändert sich das.

Denn nun meldet sich Lilou und wird - nach sanfter Nachhilfe seitens einer von Jules' Mitarbeiterinnen - tatsächlich eingestellt, nun für Jules selbst. Und man muss sagen, sie hat nicht gerade den Dienstleistungsgedanken in sich verinnerlicht - nein, sie will Jules stets sagen, wo es langgeht und so eine Stellung in seinem Leben - und bald auch in seinem Herzen erobern. Ein wenig hoppladihopp und unglaubwürdig, gleichwohl überaus charmant beschreibt der Autor Carsten Sebastian Henn die Geschichte von Jules und Lilou, die eine Menge von Hindernissen in sich birgt und zuletzt noch mit einer richtig tragischen Wendung aufwartet, die der Autor jedoch nicht kitschig, sondern genau im richtigen Tonfall und durchaus mit ein wenig Humor versetzt beschreibt.

Auch die Figuren sind eindringlich - wenn auch für meinen Geschmack teilweise etwas zu sperrig und widersprüchlich - gezeichnet, so dass man nicht nur Jules und Lilou, sondern auch sämtliche Nebenfiguren direkt von Augen hat. Warmherzig, wenn auch gelegentlich etwas zu duldsam gegenüber einigen Charakteren - allen voran Lilou - zeichnet Henn eine stimmungsvolle Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes Appetit auf einen Urlaub in der Normandie - natürlich mit Cidre und den Speisen der Region - macht, wenn auch mit kleinen Abstrichen.

Ich kannte den Autor bisher vor allem als Gastrokritiker des "Kölner StadtAnzeigers" und muss sagen, dass er seinem Faible, über leckeres Essen und gute Getränke zu schreiben, in diesem Buch treu bleibt - hier lief mir sogar noch mehr das Wasser im Munde zusammen als bei der Lektüre seiner samstäglichen Kolumne!

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Carsten Sebastian Henn - Das Apfelblütenfest

[b]Meine Meinung : [/b]

Mich konnte die Geschichte leider nicht in seinen Bann ziehen.
Die beiden Hauptcharaktere, vor allem aber Lilou, waren mir viel zu anstrengend und aufdringlich und haben mich eigentlich nur genervt. Auch kamen mir einige Szenen einfach zu konstruiert vor, um glaubwürdig zu erscheinen. So konnte ich mich nie in die Geschichte einfinden. Dabei finde ich die Grundidee des Buches sehr gut und auch das Setting stelle ich mir wundervoll vor. Ich war noch nie in Frankreich, aber diese Geschichte hat in mir auf jeden Fall richtig Lust auf einen Urlaub dort gemacht !
Die Idee eine Stellenanzeige in einen Apfelbaum zu ritzen ist wirklich schön, auch Claude mit seinem Tagebuchzimmer finde ich großartig und das Ende ist die einzig für mich stimmige Sequenz in der Geschichte, aber dennoch reicht es nicht, um positiv über das Buch zu urteilen. Die negativen Aspekte haben für mich einfach überwogen.

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