Catherine Lowell: Die Kapitel meines Herzens

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Catherine Lowell: Die Kapitel meines Herzens
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
The Madwoman Upstairs
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783455650860

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Am Abend meiner Ankunft in Oxford erfuhr ich, dass mein Zimmer im Wohnheim aus dem Jahr 1361 stammte und ursprünglich dazu genutzt wurde, Pestopfer in Quarantäne zu halten.

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Handlungsort

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Von klein auf wächst Sam mit Büchern auf: Wann immer sie in der Bibliothek ihres Vaters ein Buch findet, in dem sein Lesezeichen liegt, weiß sie, dass er es für sie versteckt hat. Zu Weihnachten schenkt er ihr eine Schnitzeljagd mit Zitaten aus der Weltliteratur. Sams Vater ist nicht nur Bestseller- Autor, sondern auch ein direkter Nachfahre der Brontë-Familie. Als er stirbt, ist Sam die letzte lebende Verwandte der Schriftsteller-Dynastie. Alles, was ihr Vater ihr hinterlassen zu haben scheint, ist ein abgegriffenes rotes Lesezeichen. Oder ist es ein Hinweis auf ein geheimes Erbe? Die Öffentlichkeit hat ihren Vater schon lange im Verdacht, wertvolle Gemälde, Briefe und Romanentwürfe der berühmten Schwestern zu verstecken. Antworten hofft Sam am Old College in Oxford zu finden. Dort hat Sam zwar nur Augen für Bücher, ihr Professor und ein attraktiver Mathe-Student lenken sie jedoch mehr ab, als sie es sich eingestehen möchte.

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Leseblockade ahoi!

Samantha verliert ihren Vater Tristan Whipple auf tragische Weise und ist somit die letzte noch lebende Nachfahrin der Brontë-Schwestern. So beschließt die US-Amerikanerin am altehrwürdigen Old College in Oxford englische Literatur zu studieren - vielleicht eine ungewöhnliche Art und Weise, mit dem Erbe der literarischen Berühmtheiten umzugehen, denn bislang haben Sam und ihr Vater, der selbst ein bekannter Autor war, am Erbe zu tragen. Tristan Whipple machte es sich Zeit seines Lebens zur Aufgabe, die Rätsel der Brontë-Romane zu entschlüsseln - und nun schickt er seine Tochter sozusagen posthum auf Schnitzeljagd...

Klingt nach einer interessanten Geschichte für LeserInnen, die Interesse an einem anderen Ansatz zu (englischer) Literatur haben? Ja, definitiv - aber leider hält dieser Roman in meinen Augen nicht, was er verspricht.
Sam ist keine einfache Person; sie schwimmt im Selbstmitleid, weil ihr in Anbetracht ihrer Vorfahrinnen, auf die sie natürlich häufig angesprochen wird, offensichtlich jegliches schriftstellerische Talent vergönnt wurde. Aber warum studiert sie dann ausgerechnet englische Literatur, aus der die Brontës absolut nicht wegzudenken sind?
Egal, kaum ist sie in einem spartanischen Zimmer am Old College einquartiert, scheitert sie beim ersten Kennenlernen mit ihrem Prof Orville beinahe. Doch kann ihr der unerbittliche Orville, mit dem sich Sam unter anderem über die Brontës streitet, helfen? Kann die frischgebackene Studentin mit Hilfe ihres Dozenten die alten Familienrätsel lösen, an denen sich schon ihr Vater versucht hat?

Als erstes muss ich erwähnen, dass Catherine Lowell durchaus einige interessante Ansätze bezüglich der Brontës verfolgt. Dennoch ist das in meinen Augen nicht ausreichend, da der Roman für mich wirklich eine Qual war. Die Dialoge sind gestelzt, Samantha als Hauptfigur konnte mich nicht erreichen, sie blieb seltsam diffus in meinem Kopf und ich war zugegebenermaßen ziemlich genervt von ihr. Irgendwie findet sie alles uncool, kann sich auf niemanden so recht einlassen und agiert immer abstruser... Da nützt es auch nicht, dass die Autorin mit Begrifflichkeiten aus der Literaturwissenschaft um sich wirft - es formt sich daraus nur ein seltsamer Brei, der komplett unausgewogen und halbgar auf mich wirkt. Mir ist nicht klar, was die Catherine Lowell wollte - eine literarische Reminiszenz an die Brontë-Schwestern oder ein leichtgängiger Unterhaltungsroman mit literarischen Einschlag? Letztendlich ist es nichts von beidem.
Ich glaube, dass Lowell erzählerisches Talent besitzt, aber ich denke, dass sie deutlich runder schreiben müsste. Ob ich allerdings noch einmal einen Roman von dieser Autorin lesen werde, wage ich nach "Die Kapitel meines Herzens" stark zu bezweifeln.

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(Aktualisiert: 31 August 2017)
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Ein Flop auf der ganzen Linie

Die Amerikanerin Samantha Whipple ist eine direkte Nachfahrin der drei Brontë-Schwester Charlotte, Emily und Anne. Von klein auf begleitet sie dieses Schriftstellertrio aus dem 19. Jahrhundert auf ihrem Lebensweg; von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie nach dem Tod ihres Vaters in Oxford englische Literatur studiert. Gemeinsam mit ihrem Tutor Orville macht sie sich auf die Spurensuche nach geheimen Hinterlassenschaften der Brontës.

Was in der Inhaltangabe sehr verlockend klingt, hat die Autorin leider grandios und auf der ganzen Linie vergeigt. Ich hab es selten so bereut, ein Buch bis zum Schluss durchgelesen zu haben, weil sie es an keinem Punkt geschafft hat, mich zu überzeugen.

Das fängt an beim Sprachstil; der ist holperig und ungelenk, so dass ganz unabhängig von Inhalt die Lektüre nicht gerade ein Vergnügen ist. Es sei eingeräumt, dass dieser Umstand eventuell der Übersetzung angelastet werden muss, aber unterm Strich hat es für mich keinen Unterschied gemacht, ob das Buch schlecht geschrieben oder schlecht übersetzt ist. Der Sprachstil ist uneinheitlich; manchmal ist er hochgestochen und mit komplizierten Fremdwörtern insbesondere aus der Literaturwissenschaft gespickt, dann aber wieder umgangsprachlich und flapsig. Dialoge kommen mit einem seitenlangen Austausch von Einwortsätzen daher, was mir wirklich keinen Spaß gemacht hat; und auch grammatikalisch sind einige Unachtsamkeiten versteckt, die das Lektorat niemals hätten überstehen dürfen.

Inhaltlich hat sich die Autorin einen nette Grundidee überlegt, die mich sehr gereizt hat. Die drei Brontë-Schwestern sind in meinen Augen interessante Persönlichkeiten, die einen Roman als Figuren sicherlich genug Stoff für spannende Unterhaltung bieten.

Leider wurde das Thema regelrecht versiebt, indem zum einen Samantha als Hauptfigur in den Mittelpunkt gestellt wurde; aber: Samantha war für mich an keinem Punkt greifbar oder interessant. Ich konnte ihre Gedankengänge und Handlungen kaum nachvollziehen, weil sie in sich nicht konsistent waren. Ich hatte keine Vorstellung über ihren Tagesablauf, obwohl man sie als LeserIn doch über Wochen hinweg begleitet. Ihr Verharren in der Vergangenheit und ihre Unfähigkeit, mit ihrer Umwelt umzugehen, hatte schon etwas Krankhaftes an sich, so dass ich sie durchwegs mit einem unguten Gefühl betrachtete. Die zweite Hauptfigur Orville kam bei mir besser weg, dieser Protagonist hatte aber den Vorteil, dass er sehr geheimnisvoll geschildert wurde und man sehr viel in ihn hineininterpretieren konnte.

Die Story selbst dümpelt lange Zeit vor sich hin, hat keinen linearen Aufbau und wirkt verworren. Viele Passagen erzählen in Rückblenden über Samanthas Kindheit, über ihren Vater und seine verqueren Vorstellungen von Erziehung und Lernen, aber auch von seiner unermüdlichen, fieberhaften Beschäftigung mit den Brontës. Daneben gibt es in der Gegenwart eine gute Portion Campusleben und vor allem literaturwissenschaftliche Diskussionen, die zwar hochambitioniert, in dieser Geschichte aber irgendwie fehl am Platz sind. Was für eine anstrengende Mischung! Die im Klappentext versprochene literarische Schnitzeljagd findet erst im letzten Drittel statt und hat - nach ein, zwei vielversprechenden Wendungen zwischendrin - am Ende eine banale, enttäuschende Auflösung.

Nachdem ich also auf der ganzen Linie, nämlich vom Sprachstil, von den Figuren und von der Handlung enttäuscht bin, kann ich nur betonen, dass ich diesem Roman absolut nichts abgewinnen konnte und ihn auch niemandem weiterempfehlen werde.

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(Aktualisiert: 26 August 2017)
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Enttäuschend

Samantha Whipple hat gerade ihr Studium in Oxford begonnen und hat einigermaßen Probleme, sich dort einzuleben. Es spricht sich in Windeseile herum, dass sie die letzte noch lebende (entfernte) Verwandte der Geschwister Brontë ist, und sie genießt deshalb die zweifelhafte Ehre, in einem fensterlosen, ungemütlichen Turm untergebracht zu werden, wo angeblich schon andere Berühmtheiten gewohnt haben. Mit zwischenmenschlichen Beziehungen tut sich Sam generell ein wenig schwer, da sie von früher Kindheit an alleine von ihrem einzelgängerischen Vater, einem Schriftsteller, großgezogen wurde, der sie auch noch zu Hause unterrichtet hat und ihr das Bewusstsein für das Erbe ihrer berühmten Vorfahren von Anfang an eingeflößt hat.

Sam hat ihren Vater über alles geliebt, der ums Leben kam, als sie fünfzehn war, doch als plötzlich rätselhafte Buchgeschenke und kryptische Hinweise auftauchen und sie sich darum von neuem mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen muss, wird ihr klar, dass es ziemlich viel gab, wovon ihr der Vater nie erzählt hat.

Mit ihrem Literaturprofessor Orville, der sich streng, unnahbar und unerbittlich in der Benotung zeigt, verwickelt sie sich immer wieder in Streitgespräche über die Brontës und andere Dinge und hofft bei aller Antipathie, dass er ihr helfen kann, das Mysterium um die angeblichen Schätze aus dem Nachlass der Schwestern, die nie gefunden wurden, zu lösen.

Eine literarische Spurensuche rund um die Brontë-Schwestern, angesiedelt in einem altehrwürdigen britischen College, garniert mit Familiengeheimnissen und einem grantigen, aber gutaussehenden Professor - das klingt ganz nach meinem Beuteschema.

Dass die Dialoge hölzern wirken, Samantha eine unzugängliche Protagonistin ist, die sich hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass sie so ziemlich alles blöd findet, und man sich durch einiges (pseudo?)literaturwissenschaftliche Geschwafel kämpfen muss, war ich zunächst hinzunehmen bereit, weil Catherine Lowell einige spannende Fragen bezüglich der Urheberschaft und des autobiographischen Gehaltes der Brontë-Romane aufwirft.

Leider hat sich das Durchhalten nicht gelohnt. Sam benimmt sich immer bescheuerter und unlogischer, und während die Auflösung ihrer familiären Verstrickungen noch halbwegs interessant ist, steht am Ende all der Rätselei um den "Schatz" der Brontës eine äußerst banale Schluss"pointe", und die wirklich reizvollen Denkansätze werden allesamt nicht zu Ende geführt. Hinzu kommt noch ziemlich viel von dem, was eine Figur im Roman einmal als "intellektuellen Narzissmus" bezeichnet, nämlich seitenweise Dialoge, in denen auf trockene und uninteressante Weise über Literaturtheorie schwadroniert wird.

Positiv hervorzuheben ist das umfangreiche Literaturverzeichnis am Ende des Buches, das sogar Angaben zu den deutschen Übersetzungen mit einschließt, und eine nette kleine Anspielung auf "Jane Eyre" im Epilog. Zudem habe ich Lust bekommen, die mir noch nicht bekannten Brontë-Romane kennenzulernen (und sei es nur, um festzustellen, ob "Agnes Grey" wirklich so furchtbar langweilig ist, wie hier behauptet wird).

Mit viel gutem Willen, weil ich bis etwa zur Hälfte des Buches wirklich neugierig auf die Auflösung war, und es sich trotz des Professorengequatsches weitgehend schnell und flott wegliest, gibt's von mir doch noch knapp 3 Sterne.

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Die Kapitel meines Herzens

Der große Schriftsteller Tristan Whipple, Samanthas Vater und direkter letzter Nachfahre der Bronté-Familie, vererbte seiner Tochter die "Warnungen aus Erfahrung". Samantha (Sam), in Boston aufgewachsen, ist angehende Studentin der Englischen Literatur und nimmt auf Wunsch des verstorbenen Vaters ein Auslandssemester an der Universität Oxford an, um das Rätsel ihres mysteriösen Erbes zu lösen. Mit ihrer Verwandtschaft zu den Schwestern Bronté, die aus der klassischen englischen Literaturgeschichte nicht wegzudenken sind, tut sie sich eher schwer.

Sie bezieht im College ein Turmzimmer, in dem ein Bild ("Die Gouvernante") hängt, das ihr teils zuwider, teils auch faszinierend erscheint, da es zu verschiedenen Tageszeiten seinen Ausdruck zu verändern scheint... Das erste Tutorium bei Dr. Orville führt sie dann sehr rasch an ihre Grenzen, da sie es auf ihrem "Wohlfühl-College" in den Staaten gewohnt war, dass jede Meinung zählte.

Im Romanverlauf, der flüssig und gut zu lesen umschrieben werden kann, werden Samantha dann Päckchen vor die Türe gelegt, die die berühmten Klassiker der Bronte-Schwestern enthalten und einst ihrem Vater gehörten: Führen diese Romane der bekannten Vorfahrinnen sie zu der Lösung des Rätsels um ihr Erbe? Ihr Vater markierte immer besondere Stellen in Büchern und versah die ungelesenen Bücher für die Tochter mit Lesezeichen: Ob diese den Weg markieren? Kann Orville, der zwar gerne helfen möchte, aber selbst einen gewissen brennenden Schmerz empfindet, wenn es um die Literatur der Bronté-Schwestern geht, Samantha dabei helfen, dem Familienrätsel des Erbes auf die Spur zu kommen?

Catherine Lowell entführt die Leser gekonnt in die Welt der klassischen englischen Literatur und lässt Samantha eine Art von literarischer Schnitzeljagd bestehen, an deren Ende sie ihr Erbe antreten kann. Gefallen haben mir die Ausflüge in diese Welt der englischen Literaturgeschichte, auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Weniger überzeugen konnten mich die etwas fiktiv angelegten literarischen Rätsel, die mir recht hypothetisch erschienen. Die Spannungsbogen nimmt im letzten Drittel des Romans noch zu, ein Brunnen auf dem Gelände des Campus spielt hier eine Rolle, jedoch wirkte diese Szene auf mich etwas konstruiert. Die Dialoge im Pfarrhaus mit dem Literaten Sir John Booker, Dr. Orville und Samantha hingegen konnten mich eher fesseln; der Eindruck einer zarten Liebesbeziehung verstärkt sich.

Interessant fand ich auch die Tatsache, dass sich in Samanthas Leben im Grunde Muster wiederholten, die auch das Leben der Brontés in Haworth prägten. Der Roman entführt in die Welt der Brontés, von Vorteil ist jedoch, wie ich finde, diese bereits in Form gelesener Klassiker wie Jane Eyre, Sturmhöhe oder Agnes Grey bzw. in Form von Sachbüchern über die Familie Bronté bereits betreten zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, so regt dieser Roman sehr dazu an, dieses nachzuholen.

Mich konnte leider die Hauptprotagonistin Samantha nicht erreichen bzw. überzeugen; evtl. war sie mir zu 'amerikanisch' angelegt, was m.E. nicht so recht zum Romaninhalt passen wollte. Auch das schwere Erbe, das hier als Hypothese im Raum stand, war mir zu fiktiv.

Spürbar ist jedoch, dass sich die Autorin mit den Werken der Schwestern Bronté sehr auseinandersetzte und Samantha immer wieder in Beziehung zu deren Geschichte setzt. Insofern ist es in gewisser Weise auch ein Entwicklungsroman, da Samantha in Oxford auch in gewisser Hinsicht einen Weg zu sich selbst findet, der ihr zuvor verschlossen war. Dr. Orvilles Charakter war etwas ambivalent angelegt, jedoch letztendlich ein sympathischer Charakter, der fürsorgliche Seiten hatte und Samantha auf diesem Weg zur Seite stand.

Da es sich um das Début von Catherine Lowell handelt, sehe ich hier noch Luft nach oben und vergebe 3,5 * sowie eine Leseempfehlung für lesebegeisterte Fans der Schwestern Bronté, da "Die Kapitel meines Herzens" dazu einladen, sich mit den berühmten Werken der Schwestern (noch einmal oder erstmals) auseinanderzusetzen.

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(Aktualisiert: 20 August 2017)
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Eine durchgeknallte Amerikanerin als Nachfahrin der Brontes

und als Studentin in einem ehrwürdigen Oxford-College? Das klingt ebenso vielversprechend wie erstaunlich. Ja, in der Tat, ich war gespannt, auch wenn das Setting von vorneherein ein riskantes war: Die junge Samantha tritt auf den Wunsch ihres vor einigen Jahren verstorbenen Vaters, eines recht bekannten englischstämmigen - dazu wie bereits erwähnt, mit den Brontes im Stammbaum - Schriftstellers, der ihr sehr nahestand, ein Literaturstudium in Old Britain an. Das erst jetzt freigegebene Testament scheint mit einigen Rätseln verbunden zu sein, doch da sie ihren Vater nicht anders kennt, erstaunt sie das nicht weiter.

Doch dann ist auf einmal alles ganz anders, als es scheint! Ist Samanthas mittlerweile in Paris lebende Mutter wirklich die gedankenlose Karrierefrau, als welche Samantha sie bisher sah? Und wie fügen sich der Kontrahent ihres Vaters, John Booker und Samanthas Tutor Orville in die ganze Chose ein?

Ich muss sagen, es lohnt sich aus meiner Sicht nicht, der ganzen Sache nachzugehen. Zugegeben, der Roman enthält eine ganze Reihe interessanter Ansätze, aber die verpuffen irgendwann einfach so oder lösen sich auf völlig verquere Art und Weise auf. Und wie schon im Titel angedeutet - Samanthas Aktionen und Reaktionen sind ganz oft einfach durchgeknallt - ich konnte viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen.

Nicht mein Ding, dieser Roman, definitiv nicht. Und dabei hatte ich mich so darauf gefreut! Nun ja, beim nächsten Roman dieser Autorin weiß ich es besser und nehme ihn gar nicht erst in die Hand!

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Madwoman upstairs

Cathrin Lowell - Die Kapitel meines Herzens - Atlantik

"Von klein auf wächst Sam mit Büchern auf: Wann immer sie in der Bibliothek ihres Vaters ein Buch findet, in dem sein Lesezeichen liegt, weiß sie, dass er es für sie versteckt hat. Sams Vater ist nicht nur Bestseller- Autor, sondern auch ein direkter Nachfahre der Brontë-Familie."


Ca 165 Jahre ist es her, dass die Geschwister Brontë ihre Federn in nachtblaue Tinte tauchten und der Menschheit, die noch heute von ihnen fasziniert ist, ein literarisches Vermächtnis hinterließen.
"Sturmhöhe" und "Jane Eyre" dürfte jeder schon einmal im Fernsehen gesehen, oder sogar im Regal stehen haben..

Oxford
Die junge Samantha Whipple ist die letzte noch lebende Nachfahrin der Geschwister Brontë. Ihr Vater widmete einen Großteil seines Lebens einer Expedition in die Vergangenheit, seiner berühmten Verwandschaft. Die Unterrichtsstunden mit seiner Tochter gestaltete er sehr lebendig. Er wollte, dass sie lernt, "richtig" zu lesen, das Rätsel zwischen den Zeilen zu finden und zu deuten.
Tristan Whipple war ein ungewöhnlicher Lehrer, aber auch der beste Vater der Welt. Hätte er nur länger gelebt, hätten Vater und Tochter das Geheimnis der schreibenden "Gouvernanten", zusammen aufgedeckt.
Innerlich zerrissen und einsam geht die mutige Amerikanerin nach Oxford und studiert Literatur. Sie wohnt in einem grusligen und zugigen altem Turm, der gleichzeitig zu einer wöchentlichen Touristenattraktion gehört. Da versteckt sich Samantha gerne schon mal in den Kleiderschrank, bis die zufriedengestellten Touris wieder abziehen und wäre es nicht ihr eigenes Quartier, könnte sie vielleicht darüber lachen.
Alle Welt scheint auf Samanthas Erbe zu spekulieren. Anlass dazu gäben die vielen kleinen, vermissten Brontë-Schätze, für die ein Sammler, eine große "Wertschätzung" entgegenbringen würde.
Alles, was sie bekommt, ist eine kleine verblichene Schuhschachtel, mit der Auflage, dass sie ihr Erbe nur erhält, wenn sie am "Old College" studiert. Es enthält einen geheimnisvollen Hinweis ihres Vaters, der sie an die vielen literarischen Schnitzeljagden von Früher erinnert.
Wie konnte ihr Vater wissen, dass sie nach Oxford gehen würde?
Samantha nimmt die Fährte auf und bittet ihren Tutor, ihr dabei zu helfen.
Eines Tages liegt ein Buch auf ihrem Kopfkissen, es ist "Jane Eyre", von Charlotte Brontë. Das angeblich verbrannte Exemplar ihres Vaters..

Wie versprochen, ein unwiderstehlich, cleverer Roman. Wer zwischen den Zeilen liest, wird schnell der gleichen Meinung sein.
Ein Roman, der individuell spannend ist und gleichzeitig entschleunigt.
Man muss kein Fan der Brontës sein, interessant sind die Verwicklungen und Spekulationen dennoch.
Eine ungewöhnliche Geschichte mit Sog. Ich würde gerne mehr von der Autorin lesen.

Ich gebe zu, der Originaltitel, "The Madwoman upstairs", passt perfekt!

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Ein Buch für Leseratten und Brontë-Fans

Catherine Lowells Debütroman "Die Titel meines Herzens" hat mich bis zum Ende gefesselt und mich zudem tief in die Welt der berühmten Brontë-Schwestern eintauchen lassen. Ich kannte Anne, Charlotte und Emily Brontë bisher nur vom Hörensagen, habe auch noch keines ihrer Bücher gelesen, was für das Verständnis von Lowells Geschichte allerdings unproblematisch gewesen ist, da die Autorin kenntnisreich und leidenschaftlich aus dem Œuvre der Schriftstellerinnen zitiert.

Im Zentrum von Lowells Erzählung steht Samantha Whipple, die letzte Nachfahrin der Familie Brontë. Aufgewachsen inmitten von Büchern und unterrichtet vom eigenen Vater, einem Literaten und Alkoholiker, versucht sie in Oxford sich vom Erbe und dem übergroßen Namen "Brontë freizuschwimmen; was ihr allerdings alles andere als gelingt. Denn in Oxford studiert sie, wie sollte es auch anders sein, Englische Literatur und beschäftigt sich eingehend mit dem Brontë-Werk. Hinzu kommt, dass der gut aussehende und scharfzüngige Literaturprofessor James Orville Samanthas Tutor wird und dieser sie ein ums andere verbal wie literarisch an ihre Grenzen bringt. Die wöchentlichen Besprechungen mit Orville eröffnen ihr nicht nur neue literarische wie interpretatorische Horizonte, sondern lassen sie auch emotional nicht kalt. So wird der junge Professor mit der dunklen und intellektuellen Aura mit der Zeit zu ihrem Vertrauten. Und seine Unterstützung hat sie auch bitter nötig, als immer mehr kommentierte Brontë-Bücher aus dem Besitz ihres Vaters auf geheimnisvolle Weise in ihrem verwaisten Wohnturm auftauchen.

Samantha als Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist kein leicht durchschaubarer Charakter. So scheut sie im Auftrag der Literatur beispielsweise keinerlei Verrücktheiten und absurde Gedankengänge. Ihre unangepasste, neugierige wie direkte Art hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mal kindlich, mal allzu intellektuell fabulierend, so hat sie sich sofort in mein Leserherz gestohlen. Letzteres lag auch an ihrer Passion für Bücher und ihrer unverstellten, wenngleich manches Mal recht einfachen Sicht auf die Dinge. Ihren kongenialen Partner, nicht nur zum verbalen Schlagabtausch, hat sie in ihrem Betreuer Dr. Orville gefunden. Ihre niveauvollen bis ironisch-bissigen Dialoge rissen mit, weil sie von einer Belesenheit und Kennerschaft zeugten, die heutige junge Erwachsene oftmals vermissen lassen. Als Leser fühlte man sich dabei schnell in eine andere Zeit versetzt und wünschte sich bald auch einmal diesem exklusiven Debattierclub beiwohnen zu dürfen.

Die personale Erzählweise passte perfekt zum Roman. Spannend war zudem, dass die Erzählzeit zwischen Jetztzeit und Vergangenheit (Samanthas Kindheit und Leben der Brontë-Schwestern) häufig wechselte. Die vielfältigen literarischen Bezugnahmen unterfütterten und ergänzten den Fließtext auf harmonische Weise. Mich hat besonders der eigenwillige, freie Erzählton von Samantha gefallen. Auch die plottechnischen Anlehnungen an Schauerromane aus viktorianischer Zeit wirkten alles andere als deplatziert und ließen den Spannungsbogen nie abreißen.

FAZIT
Ein mitreißend verfasster Roman für bibliophile Zeitgenossen und Fans der Brontë-Epoche. Literarische Unterhaltung mit Niveau und viel Esprit. Kurzum, dieses Buch sollte man gelesen haben.

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Misslungener Versuch einer Annäherung an die Brontes

Der Klappentext liest sich vielversprechend:
"Samantha ist jung, klug, frech - und die letzte lebende Nachfahrin der berühmten Geschwister Bronte. Ein Umstand, mit dem sie nicht gerne hausieren geht. Doch der Tod ihres Vaters und das geheimnisvolle Erbe, über das alle Welt bereits spricht, zwingen sie, sich mit den Rätseln ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit ihrem ebenso scharfzüngigen wie attraktiven Literaturprofessor in Oxford begibt sich Samantha auf eine Reise in ihre Vergangenheit, bei der sich die beiden näherkommen, als sie ahnen konnten..."

Von Vogue erhielt der Roman obendrein noch das Attribut "unwiderstehlich clever", und so machte ich mich voller gespannter Erwartung und Vorfreude an die Lektüre eines der konfusesten und langweiligsten, gleichzeitig auch ärgerlichsten Romane, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind.
Die Verwirrung steigerte sich von Seite zu Seite des Buches, dessen quasi nicht existierende Handlung mit vorgeblich klugen, gar intellektuellen Dialogen angefüllt ist, die sich für mich bald schon als hohles und nichtssagendes ungelenkes Geplänkel entlarvten.

Die abenteuerlich-abwegigen Interpretationsversuche der insgesamt fünf Romane der Bronte-Schwestern ließ mich einigermaßen perplex zurück und ich fragte mich immer wieder, was die Autorin dem neugierigen Leser denn mit ihrem Machwerk eigentlich sagen möchte!

Auch der Schreibstil, den ich im besten Falle als bemüht bezeichnen möchte, macht die Lektüre nicht leichter, was möglicherweise an der Übersetzung liegen könnte, denn es ist nie leicht, Wortspiele aus einer Fremdsprache so in die eigene zu übertragen, dass Ironie und Witz gewahrt bleiben. Doch um diese Möglichkeit zu überprüfen, müsste man das englische Original gelesen haben oder sich die Mühe machen, dies nachträglich zu tun, wovon ich allerdings unbedingt absehen möchte.
Denn auch die Charaktere selbst würden im Original nicht gewinnen können, ist zu mutmaßen! Sie sind zu keinem Zeitpunkt fassbar, bleiben vage Schemen und sind so blutleer, dass man ihre Bekanntschaft eigentlich gar nicht schließen und sie sehr bald schon vergessen möchte.
Vor allem die amerikanische Protagonistin, die durch ihr Leben taumelt und unbeholfen durch den Roman und das alt-ehrwürdige Oxford, das die Autorin offensichtlich nicht einmal kennt, geistert, war für mich eine Quelle des Ärgernisses! Jung ist sie, ja! Aber "frech und klug", wie Vogue sie charakterisierte? Darauf gibt es meines Erachtens in dem Buch keine Hinweise.

Und dabei hätte ein einigermaßen geschickter Schriftsteller aus dem Stoff, dessen sich unglücklicherweise ausgerechnet Mrs. Lowell angenommen hat, etwas wirklich Großartiges machen können!
Er bietet die perfekte Gelegenheit, sich den Schwestern Bronte und ihren bemerkenswerten Werken anzunähern und sie lieben zu lernen. Mrs. Lowell allerdings ist es gelungen, mir die Bronte-Romane fürs Erste zu verleiden, zu sehr werden sie überlagert von kruden Pseudo-Analysen, von denen es sich nun zu lösen gilt.
Und so muss ich eine klare Nicht-Empfehlung für "Die Kapitel meines Herzens" ( im Original viel sinniger "The Madwoman Upstairs") aussprechen.
Positiv steht allein der sehr ausführliche bibliographische Anhang zu Buche, der aber zu meinem Bedauern auch im Nachhinein den Gesamteindruck des Romans nicht heben kann!

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