Max Barry: Chefsache

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Max Barry: Chefsache
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Company
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783453810648

Informationen zum Buch

Seiten
398

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Montagmorgen, und es gibt einen Donut zu wenig.

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Handlungsort

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Zephyr Holdings ist ein typischer Großkonzern voller Intrigen, absurder Management-Entscheidungen, bizarrer Mitarbeiterrichtlinien und einer Firmenphilosophie, die keiner versteht. Stephen Jones, der neue Verkaufsassistent stellt ketzerische Fragen: Was macht Zephyr überhaupt und warum? Warum verdient die sexy Rezeptionistin doppelt so viel wie alle anderen und muss nichts arbeiten? Und: Warum sind die Stockwerke verkehrt herum nummeriert? Als er es schafft, sich in das Stockwerk des Firmenchefs zu schmuggeln, findet er sich auf dem Dach des Bürogebäudes wieder. Und im eigentlich nicht existenten 13. Stockwerk stößt er auf die Vorstandsetage. Er lernt, dass Zephyr ein riesiges Experiment ist: Die Angestellten sind Versuchskaninchen, an denen ständig neue Einsparungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen ausprobiert werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse vermarktet der Zephyr-Chef in Buchform als "Omega-Management-System". Jones soll nun "undercover" arbeiten, um seine Kollegen auszuspionieren. Er willigt ein, doch als Massenentlassungen einsetzen, meldet sich sein schlechtes Gewissen: Er zettelt einen Aufstand der Angestellten an.

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Jones ist der neueste Angestellte in der Abteilung Schulungsverkauf bei "Zephyr" und reichlich verwundert als er feststellt, dass die von ihm verkauften Schulungen nur interne Schulungen sind und ihm tatsächlich keiner seiner Kollegen erzählen kann, in welcher Branche die Firma eigentlich tätig ist. Das interessiert aber auch niemanden, denn viel wichtiger ist, wessen Job gerade auf der Kippe steht oder wer den fehlenden Donut beim letzten Imbiss genommen hat. Die Wahrnehmung konzentriert sich fast nur auf Abteilungsquerelen, das Leben außerhalb der Firma ist völlig unwichtig. Jones will sich nicht damit abfinden und während die nächste Konsolidierung schon geplant wird, macht er eine verblüffende Entdeckung.

Der Autor hat dieses Buch seinem vorherigen Arbeitgeber, Hewlett-Packard, gewidmet und so kann man sich denken, wo er die entsprechenden euphemistischen Managementbegriffe und ihr Umsetzung kennen gelernt hat. Barry zeigt eine knallharte Geschäftswelt, in der es keine Menschen gibt sondern nur Kostenfaktoren, die es zu minimieren gilt. Barry treibt das Vorgehen bei Zephyr auf eine Spitze, das Buch ist voller Ironie und Sarkasmus, das wirklich Schreckliche ist allerdings der Realismus seiner Geschichte. Ich arbeite glücklicherweise nicht in einem solchen Betrieb, aber auch ich kann Ansätze davon in meiner Arbeitsumwelt wieder erkennen, kenne den Flurfunk, wenn das Besetzungskarussell rotiert und traue den meisten Firmen zu, dass sich ein guter Teil der Geschichte dort wirklich abspielen könnte.

Wer von seiner Arbeitssituation frustriert ist, womöglich in einem international agierenden, börsennotierten Konzern arbeitet und glaubt es könne nicht mehr schlimmer kommen, sollte dieses Buch unbedingt lesen – er wird eines Besseren belehrt.

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#1 Rezensent
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Stephen Jones ist ein Frischling in der Schulungsabteilung von Zephyr Holdings und stellt sich schon bald die Frage: Was tut der Großkonzern eigentlich? Nicht nur, dass die Aufteilung der Hierarchien sehr resolut sind und sich sogar in der Etagenbeschriftung des Aufzugs auswirken, nein, Jones kann auch keinerlei Sinn im Unternehmen selbst entdecken, scheint doch eine Abteilung der Kunde der anderen zu sein. Schnell findet er heraus, was wirklich hinter dem Unternehmen steckt: Ein Geheimnis, das so ungeheuerlich ist, dass es wahr sein könnte.

Mit Zephyr Holdings verarbeitet Autor Max Barry, der sich bereits mit "Logoland" in mein Herz geschrieben hat, seine jahrelangen Recherchearbeit als Angestellter bei Hewlett-Packard, einem der weltweit größten Druckerhersteller. Nahm er einst die Globalisierung aufs Korn, so ist nun das amerikanische Management in sein Kreuzfeuer geraten. Wenn man seine Szenen zu Umstrukturierung, Rationalisierung und Konsolidierung so liest, dann hat man jedoch nicht nur amerikanische Unternehmen vor dem inneren Auge. Auch deutsche Konzerne dürften sich ohne große Anstrengungen erkennen.

Mit Stephen Jones hat Max Barry einen sympathischen jungen Mann geschaffen, der das Herz am rechten Fleck hat und trotz der Absicht, Karriere machen zu wollen, nicht über Leichen geht. Der Beginn war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, denn der Autor hält offensichtlich nichts von schnörkeligen Sätzen und ausschweifenden Beschreibungen. Außerdem tappt der Leser zuerst genauso im Dunkeln wie der unwissende Jones, was sich aber ab Seite 80 gibt und die Geschichte rasant anzieht.

Das Buch ist Satire pur und mit so viel verstecken Wahrheiten und offenem Humor, dass man "Chefsache" zur Pflichtlektüre jedem BWL-Studenten in die Hand drücken sollte.

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