Markus Henrik: Copy Man

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Markus Henrik: Copy Man
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783821860848

Informationen zum Buch

Seiten
207

Sonstiges

Erster Satz
Fick die Henne!

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Handlungsort

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Rache kann so schön sein! Ausgebeutet, ausgenutzt, verarscht: Millionen ehemaliger und aktueller Praktikanten würden ihren Arbeitgeber gerne zur Hölle schicken. Hier kommt ein witzig-absurder Roman, der ihren Traum wahr macht. Endlich Schluss mit deprimierenden Praktika, freut sich Anton auf seinen ersten richtigen Job bei einem Marktforschungsinstitut. Leider hat sein zukünftiger Arbeitgeber ihm noch eine unbezahlte Probezeit vor die Nase gesetzt - und zwei direkte Konkurrenten. Neben Thorsten ausgerechnet jene Sophia, mit der er auf der letzten WG-Party einen tollen Abend verbracht hat - bis zum völlig verunglückten One-Night-Stand. Über mehrere Wochen quält sich Anton durch die absurdesten Projekte, um dann doch die Kündigung zu kriegen. Als er eher zufällig erfährt, dass es Thorsten und Sophia ebenso ging, steht sein Entschluss fest: Rache ist süß! Gemeinsam mit Thorsten, Sophia und anderen Gleichgesinnten entwickelt er einen perfiden Plan, um seiner letzten Firma ein für allemal klarzumachen, dass auch die Würde des Praktikanten unantastbar ist.

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Ich gehöre zwar nicht wirklich zur Zielgruppe dieses Romans und konnte mich deshalb nicht so real in der Geschichte wiederfinden, wie es Studenten oder ehemalige Studenten mit Sicherheit können, ich habe mich aber trotzdem köstlich amüsiert. Ob chaotisches Zusammenleben in einer WG, Beziehungskrisen, Geldmangel oder Abfeiern auf Partys, man war als Leser schnell mittendrin im Leben der Protagonisten.

Der Schreibstil war zudem sehr locker und anschaulich und sprühte vor witzigen Dialogen und lustigen Wortspielen, die keine Langeweile aufkommen ließen. Im Gegenteil, ich hätte noch viel länger weiterlesen können.

Für ihr Praktikum mussten die Protagonisten dann die absurdesten Aufgaben lösen, die die Firma ihnen allen Ernstes gestellt hatte. Wie dann damit umgegangen wurde, war sehr lustig zu lesen. Ihr Fett weg bekamen dabei auf jeden Fall auch die Herren der Chefetagen, die entweder wüste Orgien feierten oder mit Anglizismen um sich schmissen. Ich kam aus dem Schmunzeln kaum noch heraus.

Natürlich ganz zeitgemäß wird dann der Kampf aufgenommen. StudiVZ, Facebook und Co. kommen zum Einsatz. Das Internet wird zum engsten Verbündeten im Kampf gegen die Ausbeuterfirma und bringt so manches ins Rollen. Bei diesem Rachefeldzug entstehen so viele skurrile und absurde Szenen und Dialoge, dass ich oft laut auflachen musste.

Doch es zeigt sich auch eine nachdenkliche Seite. Die Arbeitswelt erscheint als Kampf, in dem es nicht viel Platz für Rücksichtnahme gibt, vor allem, wenn die Konkurrenz groß ist. Wer überleben bzw. starten will will, muss die Tacker, sorry die Ellenbogen ausfahren. Da wird man schnell zum Einzelkämpfer. Die Geschichte baut darauf, die Menschlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren , sondern gemeinsam etwas zu erreichen und es besser zu machen, so dass man sich auch noch selbst im Spiegel ansehen kann.

Copy Man ist ein eine humorvolle und satirische Abrechnung, die ich besonders zukünftigen, jetzigen und ehemaligen Studenten empfehlen kann. Sehr sehenswert sind auch die Videolesungen zum Buch auf der Homepage des Autors.

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Anton hat nach zahlreichen Bewerbungen und ebensovielen Absagen endlich Glück: Er bekommt einen Platz bei dem Marketingunternehmen FigView AG. Einen Haken hat das Ganze: Die kommenden zwei Wochen wird zwar voller Einsatz verlangt, das Praktikum ist aber unentgeltlich. Immerhin haben er und seine beiden im Rennen verbliebenen Mitbewerber Sophia und Torsten Aussicht auf eine Festanstellung.

Die neue Firma jedoch pflegt seltsames: Die drei müssen nicht nur Fragebogen mit wahllos aus dem Telefonbuch gesuchten Personen ausfüllen, sondern geraten auch in den Telefonverkauf. Das an sich wäre nichts Ehrenrühriges, müssten sie nicht an die Zielgruppe Rentner sinnlose Medaillen zu hohen Preisen verkaufen. Die ersten Zweifel kommen auf, doch die Festanstellung lockt. Höhepunkt des Praktikums sind - abgesehen vom obligatorischen Marathon am Kopiergerät - so genannte cases, Fallstudien, an denen die Praktikanten für ein fiktives Produkt beweisen müssen, ob sie ein schlüssiges Marketing aufbauen können.

Man ahnt es: Die Festanstellung bekommt keiner der Aspiranten und auch sonst hat ihnen FigView nicht die volle Wahrheit gesagt. Anton und seine Mitstreiter stellen fest, dass sie lediglich als äußerst günstige Arbeitskräfte herhalten mussten. Sehr findig geht es an die Retourkutsche, bei der das Web2.0 eine große Rolle spielt. Ganz so, wie sie es vom im Solarium gestählten Herrn Reilbach gelernt haben: "Das world-wide-web ist die wichtigste Kampfzone."

Markus Henrik hat ein herrlich flapsiges Buch geschrieben, das die Marketingszene durch den Kakao zieht und die Charakteristika der modernen Unternehmenskultur auf die Schippe nimmt. Denglisch bekommt sein Fett weg und fragwürdige Produkte für den Überkonsum, die eigentlich keiner braucht, stehen bei Henrik klar auf der Abschussliste. In der Rollenverteilung wird der Typ "Sympathieträger" auf Arbeitgeberseite konsequent ausgespart; die eitlen Herren entpuppen sich als Ausbeuter, die sich mit ihrem gut bezahlten Job hauptsächlich Orgien und pikante Hobbies leisten.

Wobei: So ganz perfekt ist Anton als Hauptperson auch nicht. Ich habe zwar mit ihm gefiebert, aber in meinem Telefonbuch müsste seine Nummer nicht unbedingt stehen. Anton steht ein bisschen sehr neben sich und schludert die Tage vor sich hin. Als er einen Nebenjob verliert, ist er viel erboster darüber, wie man seinem Fehlverhalten auf die Schliche gekommen ist als dass er einsieht, dass er Schokoriegel verkaufen muss statt sie selber zu futtern. Ein bisschen mehr Alltagsgrips täte ihm gut.

So locker verpackt ist ein frustrierendes Thema: Praktika erfüllen nicht mehr nur den Zweck, Arbeitgeber oder Jobprofile kennen zu lernen, sondern haben sich für viele Firmen zu einem riesigen Pool unbezahlter, gut qualifizierter Arbeitskräfte entwickelt. Win-Win-Situation Fehlanzeige. Henriks Praktikanten-Trio setzt sich stellvertretend zur Wehr und schafft es mit seinen Ideen sogar in die Zeitung. Doch die drei können mehr und das ist für mich der Clou des Buchs: Sie können sich nicht nur rächen, sondern finden am Ende eine Möglichkeit, etwas besser zu machen.

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