Daniele Bresciani: Ein Jahr wie dieses

Daniele Bresciani: Ein Jahr wie dieses

 
4.2 (2)
 
4.0 (1)
653   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Daniele Bresciani: Ein Jahr wie dieses
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Ti volevo dire
ET (Original)
2013
ISBN-13
9783453419285

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
italienisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Die Frau in dem gelben Mantel hatte die Wagentür geöffnet und war ausgestiegen.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Die 14-jährige Viola musste ihren Vater tot in seinem Bett finden. Von diesem Moment an hat sie kein Wort mehr gesprochen, doch sie kann nicht aufhören, an das große Geheimnis zu denken, das ihr Vater mit ins Grab genommen hat. Mit einem zerfallenden Buch und einer alten Fotografie versucht das Mädchen die Lebensgeschichte ihres Vaters zu rekonstruieren. Gemeinsam mit ihrer Freundin Leslie taucht sie in das rauschende London der 1980er Jahre ein, in dem der junge Giacomo einst in eine große Liebesgeschichte verwickelt war.

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.2
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
(Aktualisiert: 30 Dezember 2015)
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Gute Idee mit zu wenig Gefühl

Inhalt:
Viola verliert, nachdem sie ihren Vater tot aufgefunden hat, ihre Stimme. Die 14-jährige wird von ihrer Mutter auf ein Internat geschickt - in der Hoffnung, dass sie dort wieder zu sprechen beginnt. Was ihre Mutter nicht weiß, ist dass Viola Briefe bzw. ein Tagebuch von ihrem Vater erhalten hat, indem sie einiges über sein Leben erfährt.

Meine Meinung:
Das Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich fand die Geschichte sehr interessant und sie hat mir gut gefallen, aber sie konnte mich nicht in ihren Bann ziehen. Kaum habe ich das Buch weggelegt, habe ich auch nicht mehr daran gedacht und ich hatte kein Bedürfnis danach herauszufinden, wie es endet.

Das Buch erzählt eigentlich zwei Geschichten: die von Viola, die von ihrem Stiefbruder nur die Stumme genannt wird und die von ihrem Vater, der kürzlich verstorben ist. Die Erlebnisse von Viola im Internat werden immer wieder von Passagen aus dem Leben ihres Vaters, als er noch jung war, unterbrochen. Mir haben die Kapitel über ihren Vater eigentlich besser gefallen als die über Viola selbst. Das mag daran liegen, dass ich mich in das Mädchen nicht hineinfühlen konnte. Natürlich könnte ich verstehen, dass sie durch den Tod ihres Vaters traumatisiert war und dass sie herausfinden will, wer ihr Vater wirklich war. Aber ihre Gefühle wurden nicht richtig zum Ausdruck gebracht und der Leser erfährt nicht viel über ihre Gedanken und Ängste - nicht mehr als sowieso offensichtlich ist. Bei ihrem Vater ist das der Autorin besser gelungen. In ihn konnte ich mich gut hineinfühlen, hier waren viel mehr Emotionen vorhanden. So wurde die Hauptfigur für mich eher zu einer Nebenrolle.

Auch das Ende, das nicht sehr überraschend war, hätte man noch ein bisschen mit einem zusätzlichen Kapitel ausschmücken können.

Man hätte meiner Meinung nach viel mehr aus der Geschichte herausholen können, denn sie ist grundsätzlich sehr interessant. Es fehlt nur leider ein bisschen der Feinschliff.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Eine tolle italienische Stimme

Viola ist vierzehn Jahre alt und lebt nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrem Vater, zu dem sie ein sehr gutes Verhältnis hat. Als sie diesen völlig unerwartet tot auffindet, ist sie verständlicherweise sehr geschockt und verliert ihre Worte. Doch das Mädchen beginnt die das Tagebuch und die Briefe ihres Vaters Giacomo zu lesen - um festzustellen, dass sie Giacomo nicht gänzlich kannte. Und so macht sich Viola zur Aufgabe, mit dem Aufzeichnungen ihres Vaters, die sie bei seiner Beerdigung von einem seiner Freunde erhalten hat, einem alten Buch und einer Fotografie das Geheimnis ihres Vaters zu lüften und so seine ganze Lebensgeschichte zu erfahren.

Daniele Bresciani erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: zum einen aus der Sicht Violas, die gemeinsam mit ihrer Freundin Leslie mehr über die Vergangenheit ihres Vaters zu erfahren versucht und sich nicht nur auf eine Art Zeitreise begibt, sondern sich zeitgleich auch in einem Internat behaupten muss. Zum anderen begleiten wir Giacomo durch die 80er Jahre und eine tragisch endende Liebesgeschichte. Der Italiener hat zu Studentenzeiten eine junge Engländerin kennengelernt, die für ihn seine große Liebe wurde. Doch was ist damals in London geschehen, was hat Giacomo zeitlebens daran gehindert, mit den damaligen Erlebnissen abzuschließen?

Mich hat dieses Buch auf ganzer Linie überzeugt, denn es hat mich im wahrsten Sinne des Wortes eingesogen und erst mit dem Ende der Lektüre wieder losgelassen. Das mag zum einen an der Figur Violas liegen, mit der ich mich auf Anhieb identifizieren konnte. Ich konnte ihren Schock und auch den Wunsch, zumindest im Nachhinein den Vater besser zu verstehen und sein Leben dadurch möglicherweise komplett zu begreifen, gut nachvollziehen. Kein Wunder also, dass mich die Geschichte bewegt hat und ich vor allem gehofft habe, dass Viola durch die Entdeckungen, die sie macht, ihre Sprache wiedererlangt.
Die beiden Erzählstränge ergänzen sich perfekt, so dass sich auch für uns LeserInnen nach und nach das Bild fügt und eine gute Bandbreite an Emotionen abgedeckt wird, ohne dass es jemals kitschig oder rührselig wird. Mag sein, dass dies am beinahe zarten Blick des Autors liegt oder aber an der Tatsache, dass er durch die Perspektivwechsel den Fokus immer wieder auf andere Details legt - so genau kann ich es gar nicht fassen und beschrieben. Für mich war es aber die richtige Dosis Gefühl - egal ob es jetzt um negative oder positive Erlebnisse ging - und vor allen Dingen die richtige Prise Spannung. Und so hat es mich wenig überrascht, dass das Ende eine kleine, wenn auch realistische Überraschung ist.

Fazit: Für mich eine sehr gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Schmerz und Trauerarbeit, aber auch Sehnsucht und Hoffnung. Ich würde mich sehr freuen, von dieser italienischen Stimme noch mehr zu lesen!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
4.0  (1)
Sprache & Stil 
 
3.0  (1)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Ein Jahr wie dieses

Ich kann mir gut vorstellen, dass ein 14jähriges Mädchen schockiert ist, wenn sie ihren Vater, mit dem sie alleine zusammenlebt, plötzlich tot in seinem Bett findet. Seit dem Tag redet Viola nicht mehr. Sie versenkt sich in seine Briefe und Tagebücher. Dabei lernt sie einen Menschen kennen, der ihr nicht wirklich vertraut ist.
Wir lernen die Geschichte aus zwei Perspektiven kennen. So erleben wir die junge Viola, die nun im Internat lebt und sich gleichzeitig auf eine Reise in die Vergangenheit macht. Aber wir lernen auch Giacomos Erlebnisse in den achtziger Jahren in Großbritannien kennen. Die Wechsel der Perspektiven sorgen für Abwechslung.
Viola ist bei ihrem Vater geblieben, nachdem sich die Eltern getrennt haben. Sie hat ein sehr herzliches Verhältnis zum ihm. Daher ist ihr Schock besonders groß, als sie in tot auffindet. Die Aufzeichnungen ihres Vaters, die sie von Giacomos Freund nach der Beerdigung erhält, beschäftigen sie so sehr, dass sie versucht, die ganze Geschichte ihres Vaters herauszufinden. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Freundin Leslie.
Als Student hat sich Giacomo unsterblich in eine Engländerin verliebt. Diese Liebesgeschichte nahm ein tragisches Ende, das er Zeit seines Lebens nicht verkraftet hat.
Die Geschichte ist eigentlich voller Emotionen, doch der Schreibstil ist mir zu nüchtern. Obwohl mir die Protagonisten sympathisch waren, konnte ich ihnen daher nicht so recht nahe kommen.
Zum weiteren Verlauf der Geschichte will ich mich nicht äußern, um anderen Lesern die Spannung zu erhalten.
Ein schönes und berührendes Buch, dem jedoch einen etwas gefühlvollerer Schreibstil gut getan hätten.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue