Micaela Jary: Das Bild der Erinnerung

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Micaela Jary: Das Bild der Erinnerung
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442478859

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Das Bild zog Philip magisch an.

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Handlungsort

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Sie sucht nach einem verschwundenen Gemälde – und entdeckt ein Familiengeheimnis und die große Liebe.

Einem Münchner Auktionshaus wird ein Bild des berühmten impressionistischen Malers Leo Reichenstein angeboten, das 70 Jahre als verschollen galt. Die junge Kunsthistorikerin Anna Falkenberg hat Zweifel an der Echtheit des Gemäldes. Ihre Nachforschungen führen sie zur Galerie Richardson in London. Der attraktive Oliver Richardson, der die Galerie leitet, rät Anna, sich an seinen Großvater Henry zu wenden. Oliver begleitet Anna auf ihrer Reise an die wildromantische Küste Cornwalls. Doch als Anna mit Henry Richardson spricht, ist sie zutiefst irritiert. Denn die Geschichte des Bildes führt in das besetzte Berlin der Nachkriegszeit zurück und scheint eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden zu sein.

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Berlin in der Nachkriegszeit

Anna Falkenberg ist Kunsthistorikerin und arbeitet bei einem Münchner Auktionshaus. Sie soll eine Expertise über ein Gemälde erstellen, dass eine Kundin versteigern lassen möchte. Doch Anna hat von Anfang an kein gutes Gefühl und zweifelt an der Echtheit des angeblich von Leo Reichenstein gemalten Bildes. Ihre Nachforschungen führen sie zu einer Kunstgalerie in London, die das Bild laut Stempel in den 60er Jahren verkauft haben soll. Doch ihre Anfragen werden merkwürdig barsch abgewiesen und dann wird sie sogar persönlich bedroht! Anna lässt jedoch nicht locker und weckt so schließlich auch die Neugier des jungen Galeriebesitzers Oliver Richardson. Über dessen Großvater Henry breitet sich nach und nach die Geschichte des Gemäldes aus, die im Berlin der Nachkriegszeit ihren Verlauf nahm.

Ich mag Bücher, die auf mehreren Zeitebenen spielen und so nach und nach ein Geheimnis aus der Vergangenheit enthüllen. Hier wird der Leser gleich mit drei Zeiten konfrontiert, dem Nachkriegsberlin, den 1960er Jahren und der heutigen Zeit, wobei die mittlere Zeitebene keine ganz so große Rolle spielt. Berlin nach dem Krieg spielt in vielen Romanen eine Rolle, es ist einfach ein faszinierender Schauplatz, auf der einen Seite das Elend und die Schwierigkeiten der Zivilbevölkerung, auf der anderen Seite die rauschenden Partys der Siegermächte. Der Autorin gelingt es wunderbar, diese unterschiedlichen Stimmungen zu beschreiben und so für den Leser fühlbar zu machen.

Mir persönlich hat die Vergangenheitsgeschichte besser gefallen als die heutige Zeitebene, das liegt vor allem an der Kulisse, aber auch an den interessanteren Charakteren. Gegen die jungen Leute, deren Schicksale sich damals kreuzen, sind Anna und Oliver in der Jetzt-Handlung fast ein bisschen blass geblieben.

Geschickt setzt sich nach und nach ein Bild zusammen und der Weg des Reichenstein-Gemäldes sowie die Schicksale ganz unterschiedlicher Menschen werden immer deutlicher. Als Leser rätselt man lange Zeit über die Identität mancher Figuren und deren Lebenswege. Ein Teil der Auflösung am Ende war für mich nicht so ganz schlüssig, hier hatte ich mehr Dramatik erwartet, aber manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die ein ganzes Leben in eine andere Richtung verlaufen lassen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber sicher nicht das letzte, ich hatte wirklich spannende und unterhaltsame Lesestunden!

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Eine Liebe in der Nachkriegszeit

Anna Falkenberg, eine junge Kunsthistorikerin in einem Müncher Auktionshaus, soll eine Expertise über ein Gemälde erstellen, das viele Jahre als verschollen galt. Anna kommen jedoch ziemlich schnell Zweifel an der Echtheit des Bildes und setzt sich für ihre Recherchen mit der Londoner Galerie Richardson in Verbindung, die das Bild in den 60er Jahren verkauft hat. Dabei kommt sie der tragischen Geschichte einer großen Liebe auf die Spur, die ihre eigene Familiengeschichte berüht.

Das Buch spielt auf drei Zeitebenen: zum einen begleitet der Leser die Protagonisten in das Jahr 1946, in den westlichen Teil Berlins. Zum anderen spielt die Handlung im Jahre 2010 in München bzw. in Cornwall. Es gibt noch eine dritte Zeitebene, die in London 1961 spielt, die aber nicht viel Raum einnimmt.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die lebendigen Beschreibungen von Situationen und Charaktere im Berlin der Nachkriegszeit - wie ein junges deutsches Mädchen, das knapp eine Lungenentzündung überlebt hat, ein Leben jenseits von Schutt und Trümmer erlebt.

Die Charaktere sowohl der Vergangen- als auch der Gegenwart sind sehr liebevoll und facettenreich beschrieben. Sehr schön fand ich, daß man auch über die Vergangenheit der Charaktere und die Gründe für ihr Handeln viel erfahren hat. Die Entwicklung der Liebesgeschichte ist tragisch und traurig, wobei ich mit dem Ende nicht ganz zufrieden bin, weil meiner Meinung nach hätte es für die betroffenen Figuren noch Spielraum zum Handeln gegeben. Dafür haben mir andere Entwicklungen in den Jahren 1946 und 2010 sehr gut gefallen.

Bis zum Schluß hatte ich keinen konkreten Verdacht, wie das alles zusammenhängen könnte und welche Rolle das Bild schlußendlich in der Geschichte spielt. Das hat die Autorin sehr raffiniert hinbekommen.

Da dieses mein erstes Buch der Autorin ist, werde ich mir den Namen Micaela Jary in jedem Fall merken.

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Spannende Zeitreise ins Berlin der Nachkriegszeit

Inhaltsangabe:

Es könnte eine Sensation sein: aus einem Nachlass wird ein lang verschollenes Bild eines deutschen Impressionisten einer Galerie zum Verkauf angeboten. Doch die dort angestellte Anna Falkenberg ist misstrauisch – die Eile der Besitzerin, das Bild zu verkaufen, kommt ihr verdächtig vor und außerdem müssen einige Jahre ungeklärter Besitzverhältnisse recherchiert werden. Ihre Suche führt Anna nach London, in die Galerie von Henry Richardson, der mehr über das Bild und seine Geschichte zu wissen scheint, als er zunächst zugeben will. Denn im Berlin von 1946 hatte der das Bild zum ersten Mal gesehen; dort hatte das Bild ihn mit fünf weiteren Menschen zusammengeführt und ihre Lebenswege verbunden, teils auf glückliche und teils auf tragische Weise ...

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch spielt überwiegend auf zwei Zeitebenen. Einmal wird uns die Geschichte von Anna Falkenberg und Oliver Richardson erzählt, die in der heutigen Zeit versuchen, die Geschichte des Bildes zu recherchieren. Und ein weiterer Haupt-Erzählstrang spielt im Berlin von 1946, in dem die Geschichten der jungen Felicitas, der Krankenschwester Brigitte, der Kunstexpertin Grete und der britischen bzw. amerikanischen Armeeangehörigen Philip Coleman, Henry Richardson und Rita Harris erzählt werden, deren aller Schicksale mit dem Bild in Zusammenhang stehen.

Ich kam sehr gut in den Roman hinein, auch wenn ich mich am Anfang wegen der vielen Namen und der beiden Zeitebenen etwas konzentrieren musste. Aber schon nach ein paar Kapiteln fühlte ich mich zuhause und brauchte meine vorsichtshalber angelegte Namensliste gar nicht mehr.

Es ist meistens so, dass mich in Büchern, die gleichzeitig in mehreren Zeiten spielen, eine Geschichte mehr interessiert als die andere. So war es auch diesmal, denn die Berliner Nachkriegszeit war so gut beschrieben, dass ich sie sehr deutlich vor Augen hatte und mit den Protagonisten darin richtig leben und leiden konnte. Felicitas und Brigitte, die beiden jungen Frauen, erschienen mir sehr authentisch mit ihren Wünschen und Hoffnungen. Aber auch die übrigen Hauptpersonen waren sehr gut charakterisiert, so dass sie glaubwürdig agierten. Lediglich einmal, am Schluss der Geschichte, konnte ich eine Handlung (bzw. eine fehlende Handlung) nicht wirklich nachvollziehen – aber das tat der Lesefreude keinen Abbruch.

Die Spannung wird während der ganzen Lesezeit hoch gehalten – kleine Ereignisse geben immer weitere Rätsel auf, immer neue Querverbindungen ergeben sich und erst ganz am Ende löst sich alles auf.

Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven, mal erzählt Henry Richardson, mal Felicitas, mal Anna Falkenberg u.s.w. Das machte das Lesen interessant, denn so ergaben sich immer wieder Zusammenhänge, auf die ich sonst nicht so einfach gekommen wäre.

Interessant fand ich auch die Beschreibungen der Kunst-Szene in der Nachkriegszeit. Hier lernte ich einige Dinge dazu, ganz nebenbei.

Für mich ein klarer Buchtipp.

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(Aktualisiert: 07 Oktober 2013)
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Micaela Jary: Das Bild der Erinnerung

Inhalt:
Beatrice Coleman möchte in der Galerie Bonhoff ein sehr wertvolles Bild veräußern.
Doch das sonderbare Verhalten und die Eile der Kundin, das Bild so schnell wie möglich zu verkaufen, machen Anna skeptisch.
Bevor sie eine Expertice erstellt, möchte sie ganz sicher gehen, dass es sich bei dem Bild um keine Fälschung handelt.
Trotz vieler Anfeindungen gibt Anna nicht auf und entdeckt dabei, dass sie ebenfalls mit dieser Geschichte verbunden ist.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt. 1946, 1961 und 2010.
1946 erleben wir Berlin in der Nachkriegszeit. Diese Abschnitte haben mich am meisten bewegt, erschüttert und zu Tränen gerührt. Die Menschen standen vor dem Nichts und bauen voller Mut und Zuversicht ihr ganzes Leben wieder auf.
Aber auch die Recherchen von Anna 2010 konnten mich begeistern.
Geschickt setzt sie mit Hilfe von Oliver und Henry Richardson das Puzzle zusammen und kommt der Lösung Stück für Stück näher.

Der flüssige, leicht zu lesende Schreibstil hat mich von Anfang an gefesselt.
Die Autorin versteht es geschickt den Leser "hinzuhalten". Ich war mir jedenfalls bis zum Schluß nicht ganz sicher, wie die Geschichte ausgehen wird.
Das Ende konnte mich ebenfalls überzeugen, daher gebe ich der Geschichte 5 von 5 Punkten und empfehle sie gerne weiter.

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Entartete Kunst im dritten Reich

In diesem raffiniert aufgebauten Roman erzählt Micaela Jary eine Liebes- und Familiengeschichte, die sich um ein impressionistisches Gemälde aus der Weimarer Republik rankt, das unter dem Naziregime als entartet galt und jahrzehntelang verschollen war.
Im Jahr 2010 wird das Bild in München einer Kunstgalerie zum Verkauf angeboten. Die junge Mitarbeiterin Anna Falkenberg soll ein Gutachten erstellen, damit es in eine Versteigerung aufgenommen werden kann. Doch Anna hat Zweifel, sie vermutet, dass es sich um eine Fälschung handelt. Bei Nachforschungen zur Herkunft des Bildes stößt sie auf eine Galerie Richardson in London, die das Gemälde 1961 verkauft haben soll. Anna nimmt Kontakt mit dem Galeristen auf.

Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen. Im Nachkriegsberlin 1946 taucht das Bild zum ersten Mal auf. Es gehört einer amerikanischen Armeeangehörigen, die befreundet ist mit einem britischen und einem amerikanischen Militärangehörigen, die im besetzten Berlin stationiert sind. Die beiden Männer lernen zwei junge deutsche Mädchen kennen, Felicitas und Brigitte, die ihr durch Mangel gezeichnetes Leben als Krankenschwester und Küchenhilfe bewältigen. Eine weitere Zeitebene, 1961 in England, spielt nur eine untergeordnete Rolle. In der dritten Zeitebene versucht Anna Falkenberg im Jahr 2010 dem Mysterium des Gemäldes auf die Spur zu kommen.

Anfangs hatte ich etwas Mühe, die drei Ebenen und Schauplätze gut auseinander zu halten, obwohl am Kapitelanfang jeweils angegeben ist, wann und wo wir uns befinden. Mit der Zeit ging das aber ganz gut. Durch den ständigen Wechsel und die relativ kurzen Kapitel wird Spannung aufgebaut. Es nimmt einem Wunder, was die verschiedenen Personen miteinander zu tun haben.
Das Nachkriegsdeutschland wird sehr liebevoll geschildert, untermauert mit einer Vielzahl von kleinen Details, die einem das Lebensgefühl der Menschen nahe bringen. Mich hat unter anderem eine Szene beeindruckt, in der ein Amerikaner einem deutschen Mädchen einen Marsriegel schenkt.

Ebenfalls interessant fand ich das Hintergrundwissen zum Kunsthandel und die Informationen zur „entarteten“ Kunst. Dafür fand ich die Liebesgeschichte, zumindest diejenige, die 2010 spielt, etwas zu absehbar. Entschädigt wurde ich aber dadurch, dass ich wirklich erst bis kurz vor Schluss verstand, welche Protagonisten von 1946 den Personen 2010 entsprechen.

Von der Machart her und rein mit dem Kopf beurteilt müsste ich diesem Buch 5 Sterne vergeben. Auch sprachlich gefällt mir die Ausdrucksweise von Micaela Jary ausgesprochen gut. Es konnte mich aber vom Gefühl her nicht wirklich so packen und bewegen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Für Liebhaber von Liebesromanen mit interessantem historischem Hintergrund eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.


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