Marie Lamballe: Das tiefe Blau des Meeres

Marie Lamballe: Das tiefe Blau des Meeres

Hot
 
2.0
 
4.0 (3)
1969   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Marie Lamballe: Das tiefe Blau des Meeres
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404171880

Informationen zum Buch

Seiten
640

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Das Meer tobte und war das kleine Boot au fden nachtschwarzen Wogen hin und her.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Als Katharina auf dem Dachboden ihres Elternhauses eine Mappe mit Aquarellen findet, ist sie sogleich fasziniert. Vor allem das verwunschene Landschlösschen, das immer wieder abgebildet ist, hat es ihr angetan. Wo befindet sich dieser magische Ort? Und wie kommen die Bilder in den Besitz ihrer Familie? Ihre Suche führt sie in die Bretagne, zu einem stark verwitterten Anwesen an der Côte d╔Eméraude. Gemeinsam mit dem charismatischen Schlossherrn taucht sie ein in die Vergangenheit des Ortes, die ungeahnte Enthüllungen ans Licht bringt.

Autoren-Bewertungen

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0  (1)
Charaktere 
 
2.0  (1)
Sprache & Stil 
 
2.0  (1)
Gesamtbewertung 
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
2.0
Sprache & Stil 
 
2.0

Klischees und schlechte Recherche

2010: Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters muss sich die junge Lehrerin Katharina um dessen Nachlass kümmern und entdeckt auf dem Dachboden ihres Elternhauses eine verschlossene Truhe, die ihr noch nie aufgefallen ist. Im Inneren findet sie zahlreiche Mappen mit wunderschönen Aquarellbildern, die eine wildromantische Meereslandschaft und immer wieder ein verwunschen wirkendes Schlösschen zeigen. Katharina ist seltsam berührt von diesen Gemälden. Als sie herausfindet, dass das Schlösschen wirklich existiert und in der Bretagne steht, macht sie sich - völlig untypisch für sie - mit ihrem Freund Patrik auf den Weg dorthin, um vor Ort Spurensuche zu betreiben. Ewan Goadec, dem das Schlösschen gehört, ist davon nicht sonderlich begeistert. Zunächst jedenfalls.

1939: Margot Löwenstein ist mit ihrer Familie vor den immer härteren Repressalien gegen Menschen jüdischer Abstammung zu Verwandten nach Paris geflüchtet und geht, als es auch dort für Juden immer ungemütlicher wird, das Risiko ein, an Bord eines kleinen Fischerbootes über den Kanal nach England zu schippern. Das Boot verunglückt jedoch in einem Sturm, und Margot wird an der bretonischen Küste von Einheimischen gerettet und vorerst aufgenommen. Sehr willkommen fühlt sie sich jedoch nicht in Kerbourgh, wenn man einmal von Alan, dem Sohn der Familie, absieht, der sich liebevoll um sie kümmert.

Ich mag Romane um alte Familiengeheimnisse, die auf zwei Zeitebenen spielen, und ich liebe die wunderschöne Bretagne über alles. Somit lag es auf der Hand, dass ich dieses Buch einfach lesen muss. Leider hielt es bei weitem nicht, was es versprach.

Zwar lässt sich die Geschichte um Katharina und Margot und die Frage, welcher Zusammenhang zwischen den beiden besteht, rasch wegschmökern und bietet auch einiges an Spannung, aber überzeugt haben mich weder die Figuren noch die Handlung. Den Charakteren kann man in vielen Fällen nicht einmal Eindimensionalität vorwerfen, aber dafür kippen sie ständig von einem Extrem ins andere - im einen Moment glühende Liebesschwüre, im nächsten Moment divenhaftes "Ich will dich nie wieder sehen", und dann wieder zurück, und der Griff in die Klischeekiste wird auch nicht gescheut (die verspießerte Jungstudienrätin, der alltagsuntaugliche Zocker-Nerd, die maulfaulen Bretonen ...) Auch die Dialoge empfand ich oft als hölzern und gestelzt.

Die sich anbahnenden Liebesgeschichten riecht man dann auch meilenweit im voraus. Das ist nicht per se ein Problem für mich, aber so viel Liebe auf den ersten Blick ohne jegliche Vorzeichen war mir doch etwas zuviel des Guten. Auch sonst benehmen sich zu viele Leute zu unlogisch für meinen Geschmack, und es gibt viel zu viele glückliche Zufälle.

Das erhoffte Bretagne-Feeling kommt an einigen Stellen durchaus gut rüber, aber was mich kolossal genervt hat, waren geographische und sachliche Fehler. Es schien, als habe sich die Autorin nicht wirklich mit den Gegebenheiten vor Ort beschäftigt. In der Bretagne gibt es z.B. keine mautpflichtige Autobahn, die berühmten gestreiften Badezelte stehen in Dinard und nicht in St-Malo, und wenn jemand in St. Brieuc im Hotel wohnt, wird er sich bestimmt nicht in Quimper mit jemand auf einen Kaffee treffen, der in der Nähe von St-Malo zu Hause ist, denn dazwischen liegen selbst mit modernen Verkehrsmitteln an die 2 Stunden Fahrzeit. Solche Klopper ärgern mich, weil sie so leicht vermeidbar wären - ein bisschen Internetrecherche hätte schon entsprechende Resultate geliefert. Auch bei den historischen Fakten bin ich mir nicht sicher, ob das alles so stimmt.

Was mich außerdem noch auf die Palme gebracht hat, waren die vielen Namensfehler. Eine Menge Nebenfiguren wechseln im Lauf der Geschichte mal eben den Namen, selbst Margots Nachname wird irgendwann komplett verdreht, und einige der verwendeten "einheimischen" Namen sind alles, aber nicht bretonisch.

Ein paarmal war ich somit kurz davor, das Buch in die Ecke zu pfeffern, aber dann war ich doch neugierig, ob sich meine Vermutungen bestätigen würden, wie es weitergeht. Dabei ist es der Autorin tatsächlich gelungen, mich ein paarmal zu überraschen, wenn ich auch öfter die Augen verdrehen musste. "Drama, Baby, Drama" hat sie offenbar ziemlich wörtlich genommen und lässt kaum eine seifenopertaugliche Wendung aus.

Von mir also keine Empfehlung, leider.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

3 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (3)
Charaktere 
 
4.0  (3)
Sprache & Stil 
 
4.0  (3)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Die Flucht als Neuanfang...

Da ich noch nie in der Bretagne war, habe ich einfach mal eine Reise dorthin mittels dieses interessanten Frauenromans unternommen. Von der Autorin ist es mein erstes Buch gewesen.

Katharina von Staden hat die traurige Aufgabe das Haus ihrer Eltern leer zu räumen. Dabei findet sie auf dem Dachboden wundervolle Landschaftsaquarelle, aber was nur zeigen die Bilder? Das dargestellte, verwunschene Anwesen möchte sie unbedingt finden. Doch auf dem Weg ihrer Erkundungstour findet sie so viel mehr...

Im Roman gibt es zwei Handlungsstränge, die sich kapitelweise abwechseln. Der Eine spielt ab 1939, in dem sich alles um die flüchtende Deutsche Margot dreht. Im anderen Teil schreiben wir das Jahr 2010 und begleiten Katharina, um das Geheimnis der Aquarelle zu lüften.

Beide Handlungsstränge werden uns über einen auktorialen Erzähler näher gebracht, so dass wir über alle handelnden Personen etwas erfahren.

Die Handlung um Margot hat mir sehr gut gefallen, denn ich finde die Zeit der Geschichte ungemein interessant. Der Gegenwartsstrang konnte mich zwar auch gut unterhalten, hatte aber lange nicht so eine fesselnde Wirkung.

Der Schreibstil der Autorin besticht vor allem durch recht kurze, prägnante Sätze. Ansonsten gelingt es ihr sehr schöne sprachliche Bilder zu zaubern, so dass man die Landschaft der Bretagne bildlich vor Augen hat und sich die Umgebung gut vorstellen kann.

Mit Katharina von Staden tat ich mich anfänglich etwas schwer, was vielleicht an ihrem Lehrerberuf liegt. Ich fand einfach keinen Zugang zu ihr mit ihrer recht strengen, gesitteten Art. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an sie und reist voller Spannung mit ihr in die Bretagne.

Fazit: Ein Roman, der mich gut unterhalten und in die Bretagne entführt hat. Die ideal leichte Lektüre für Zwischendurch. Mehr etwas für Frauen...

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Bretonische Geheimnisse

Marie Lamballe - "Das tiefe Blau des Meeres" - Bastei Lübbe

1939/2010

Seit Margot erfahren hat, das es "zweierlei" Deutsche gibt, will sie nicht mehr dort leben und will nach England zu ihrer Tante fliehen, ein Boot aus der Bretagne ermöglicht ihr die Überfahrt, doch dann zieht ein Sturm auf.
Die Hand fest an der Reling schaut Margot in die schäumende Gischt, der Sturm zerrt an ihren Haaren und sie geht über Bord, der Strand fängt sie auf und Alan de Morand rettet ihr das Leben und bringt sie auf das Schloss seines Vaters. Der bretonischen Gastfreundschaft hat sie es zu verdanken, das sie sich an einem sicheren Ort auskurieren darf, bis sie wieder zu Kräften kommt..
--
Den Tag der Beerdigung möchte Katharina von Staden am liebsten vergessen, noch keine 24 h begraben, zerpfücken Onkel und Tanten des Vaters Haus, das Meiste gibt sie gerne her, doch als es ein Gerangel um die Küchengeräte gibt, schmeisst Katharina die pietätlose Verwandtschaft aus dem Haus. Patrik, ihr Freund wird den Nachlass regeln und verwalten, aber auch sein Konto schwillt dadurch an..
Als Katharina ein letztes Mal den Dachboden betritt, entdeckt sie einen alten Koffer, darin eine große Mappe mit kunstvoll angefertigten Aquarellen, immer wieder das Meer und ein altes Schloss..Katharina ist es ein unbegründetes Anliegen herauszufinden, wer diese Bilder gemalt hat und was sie auf des Vaters Dachboden zu suchen haben, hat es etwas mit der Fotografie der fremden Frau zu tun, die ihr Vater in seiner letzten Stunde in den Händen hielt?
Mit ihren Freunden findet sie heraus, das es nur die Küste der Bretagne sein kann, auch das mittlerweile stark verfallene Schloss wird ausfindig gemacht, Patrik und Internet sei dank!
Die beiden befolgen Gittis Rat, dort ihren Urlaub zu machen, fast, wie frisch verliebt fühlt es sich an, durch beschauliche Dörfer zu fahren und am Strand dem Atlantik zuzuschauen, wie er die bunten Segelboote wiegt und schaukelt, ein verführerisches Licht umgibt die "Côte de Granit Rose" und die Smaragdküste macht ihren Namen alle Ehre.
Im Alleingang sucht Katharina das Schloss auf und trifft dort auf den rauhbeinigen Besitzer des Schlosses, Ewan Goadec, ein Bretone und Zyniker mit blauen Augen und dunklem Haar, wie er im Buche steht. Sie gibt vor, das Schloss kaufen zu wollen, um es sich ansehen zu dürfen.
Wieder zurück im Hotel verfolgen sie wilde Fieberträume und sie fängt wieder an zu malen, sie spielt mit dem Gedanken, das Schloss wirklich zu kaufen..
--
Geheimnisvoller Familienroman, der 70 Jahre umreisst, unterhaltsam, dramatisch und romantisch, alles was ein guter Urlaubsroman so braucht..Vielleicht sogar in der Bretagne?

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

für alle 3 Bücher

Habe alle 3 Bücher gelesen, sie waren sehr unterhaltsam, für mich aber eine Erinnerung an mein
Zuhause, wo ich über 20 Jahre lang gelebt habe, in Locquirec einer Halbinsel zwischen Morlaix und Lannion. Es war so schön über all diese Orte zu lesen und hat mein Heimweh sehr geschürt. Es wurde so geschrieben wie die Bretagne ist, fast könnte man es als Reiseführer nehmen, rauh und wild, aber auch lieblich. Als ich über den Feenpark in Huelgoat gelesen habe, den ich sehr liebe, sah ich die Feen und Elfen hinter den Steinen hervor sehen, ach die Bücher sind wundervoll und ich kann sie nur jedem empfehlen. Ich hoffe es gibt noch mehr Bücher in Zukunft aus meiner geliebten Bretagne, den Finistére und Cote Amor. Herzliche Dank und Grüße petetre `´a bientot

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue