John Boyne: Das Vermächtnis der Montignacs

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John Boyne: Das Vermächtnis der Montignacs
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Next of Kin
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783492301541

Informationen zum Buch

Seiten
512

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Vor vielen Jahren, als Leutnant in der Armee und direkt außerhalb von Paris stationiert, traf Charles Richards auf einen Rekruten, einen Jungen von etwa achtzehn Jahren, der allein auf seiner Pritsche im Schlafsaal saß, den Kopf gesenkt, und lautlos weinte.

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London, 1936. Owen Montignac, der attraktive, charismatische Spross aus gutem Haus, erwartet bang die Testamentsverlesung seines unlängst verstorbenen Onkels. Doch Owen wird nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas fragwürdige Zuneigung empfindet. Zudem plagen ihn hohe Spielschulden – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan …

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Überraschend und vielschichtig bis zum Schluss

Owen Montignac wurde als kleines Kind von seinem Onkel aufgenommen, nachdem seine Eltern im 1. Weltkrieg ums Leben gekommen sind. Er wächst behütet gemeinsam mit seiner Cousine Stella und seinem Cousin Andrew auf, bis der tragische Unfalltod von Andrew die heile Familie erschüttert. Als sein Onkel stirbt macht sich Owen Hoffnungen auf das Erbe, wird aber bitter enttäuscht. Um seine Spielschulden trotzdem bezahlen zu können, lässt sich Owen zu gefährlichen Dingen überreden, die bald viele Menschen mitreißen.
Gleichzeitig schreiben wir das Jahr 1936 und England hat ein Hauptthema: Den König und sein unstandesgemäßes Verhältnis zu einer Amerikanerin. Während die Öffentlichkeit die romantische Liebesbeziehung im Vordergrund sieht, werden im Hintergrund ganz andere Strippen gezogen.

Als ich mit dem Buch zu lesen begann, hatte ich keine Vorstellung darüber, was mich erwarten würde. Schnell zog mich das Buch in seinen Bann und ich konnte es bald nicht mehr aus der Hand legen. Als allwissender Erzähler führt der Autor den Leser durch die Geschichte und stellt einem zum einen Owen und seine Cousine Stella vor. Zum anderen lernt der Leser aber auch den durch und durch integeren Richter Roderick Bentley kennen, der sich zu Gute hält, dass er immer dem Gesetz folgt und niemandem eine Sonderbehandlung zu kommen lässt. Die Verbindung dieser Personen war mir zu Beginn überhaupt gar nicht klar. Erst nach und nach zeichnet sich ab, welche Verbindungen entstehen und welches Unheil sich aus diesen ergibt.

Durch die allwissende Erzählweise lernt der Leser die Hauptfiguren sehr gut kennen und ich konnte ihre Beweggründe jederzeit gut nachvollziehen. Auch wenn ich mit dem Handeln einer Person nicht einverstanden war, konnte ich trotzdem ihre Motivation verstehen und begriff zumindest warum sie genauso handeln muss.
Einen kleinen Gastauftritt haben der englische König Eduard VIII und seine Geliebte Wallis Simpson in dem Buch, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Buch ist eigentlich fast ein spannender Thriller, auch wenn man den Täter schon oft kennt. Jedoch war ich mir bei einigen Begebenheiten trotz allem nicht immer sicher, wie es sich jetzt tatsächlich verhalten hat. Die Auflösung am Ende des Buches kann man wohl kaum als Happy End bezeichnen und mir hat dieses Ende, gerade wegen seiner teilweise Bösartigkeit, sehr gut gefallen.

Dies ist nach "Das Haus zur besonderen Verwendung" mein zweites Buch von John Boyne und für mich ist er in die Riege meiner Lieblingsautoren damit aufgestiegen. Dieses Buch hat spannende Unterhaltung von Anfang bis Ende geboten und dabei gleichzeitig einen kleinen geschichtlichen Abriss des Jahres 1936 vorgenommen. Ich fand es sehr spannend zu lesen, welche Gründe eventuell tatsächlich zur Abdankung von Eduard VIII geführt haben könnten und die Sichtweise des eigentlich "Bösen" vermittelt zu bekommen, fand ich sehr faszinierend.

Ein sehr gelungenes Buch und für mich ein absoluter Buchtipp!

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Elegant und ästhetisch

Das Buch wird eröffnet mit der Trauerfeier für Owen´s Onkel Peter und es ist einfach genial wie John Boyne beginnt, seine Hauptfigur Owen zu charakterisieren. Ich wusste schon nach diesen ersten Zeilen, dass mir dieses Buch gefallen wird. Den Schreibstil kann man fast schon als elegant und ästhetisch benennen. John Boyne zeichnet seine Charaktere sehr sorgfältig. Er begnügt sich dabei nicht mit simplen Beschreibungen, sondern er stellt uns seine Hauptpersonen viel raffinierter vor. Die Dialoge sind so passend, diese gestelzte Sprache, die seinerzeit in den gehobenen Kreisen wohl üblich war – das ist einfach herrlich. John Boyne schafft so viel Atmosphäre und mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren.

Die Geschichte ist zwar nicht hochspannend, vielmehr knistert die Spannung eher zaghaft zwischen den Zeilen … und konnte mich damit mehr fesseln als mancher Krimi. Ich hatte den Drang, immer weiter zu lesen, ich konnte mich dem Zauber dieser Zeit einfach nicht entziehen. Besonders fasziniert hat mich zwar die Hauptperson Owen Montignac. Er ist sehr undurchsichtig und nicht nur durch seine weißen Haare extravagant. Seine Freunde sind alle kleine Snobs, die zu faul zum arbeiten sind. Aber ich lerne nicht nur die snobistische Oberschicht kennen, auch die Arbeiterklasse spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Das alles hat John Boyne wunderbar und glaubwürdig dargestellt. Er hat den Skandal um den englischen König und seine amerikanische Freundin gekonnt mit der Geschichte um Owen Montignac verwoben, das hat mir sehr gut gefallen. Und auch die Leichtigkeit, mit der einige Dinge einfach passierten … die Geschichte hat mich mehrfach erstaunt und überrascht und ich bin verliebt in den Schreibstil von John Boyne. Es ist mein erstes Buch von ihm und wenn die anderen Bücher noch besser sind, dann kann ich mich wirklich freuen. Mit dem Ende hatte ich zwar irgendwann gerechnet, aber auch hier hat mich die Leichtigkeit überrascht. Das Buch ist eine absolut runde Sache und die klitzekleinen Längen zwischendurch verzeihe ich ihm gerne, denn John Boynes Geschichte hatte eine absolute Sogwirkung auf mich.

Fazit: Eine sehr kompakte Story, die den Charme der 30er Jahre versprüht und mich mit einem erstaunten Lächeln zurück lässt.

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