Andreas Izquierdo: Der Club der Traumtänzer

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Andreas Izquierdo: Der Club der Traumtänzer
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783832162634

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Am Abend des Unfalls war sein Penthouse hell erleuchtet, und man sah vor allem einen riesigen Barockspiegel, golden eingerahmt, mit fast blinden Ecken.

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Handlungsort

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Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererzieh-baren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt. Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte – er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt.

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Wie unterschiedliche Menschen zusammenfinden...

Zugegebenermaßen bin ich keine Tänzerin, ich beherrsche noch nicht einmal einen einzigen klassischen Tanz. Aus diesem Grund war ich anfangs etwas skeptisch, denn das Buch handelt immerhin vom Tanzen. Doch je weiter ich gelesen habe, desto glücklicher war ich mit meiner Entscheidung, das Buch in die Hand zunehmen.
"Der Club der Traumtänzer" handelt von Gabor, einem ziemlich karrierebewussten Unternehmensberater, der seinen Erfolg nicht nur im Job sucht, sondern auch bei den Frauen. Man könnte jetzt meinen, dass er ein richtiger K**zbrocken ist - vielleicht ist er das auch wirklich, aber immerhin einer mit Manieren. Und so angelt er sich eine schöne Frau nach der anderen und ist im Begriff Partner seines Chefs zu werden, als er einen Unfall verursacht und eine resolute ältere Dame plötzlich einen ganz anderen Plan für ihn hat...
Gabor soll sich um mehrere Kids einer Sonderschule bemühen und ihnen das Tanzen beibringen - etwas, das er nahezu perfekt beherrscht. Doch wie stehen seine neuen 'Schüler' zu Tango und Co? Und schafft es ein Egozentriker vor dem Herren, der so durch und durch an die Business-Haifischbecken gewöhnt ist, auf Jugendliche einzugehen, die es nicht einfach im Leben haben?
Nach und nach lernt der Leser nicht nur die Kids kennen, sondern auch Gabor. Doch für mich waren vor allem erstere die echten Stars der Geschichte - allen voran Felix, von dem wir vermutlich alle ein wenig lernen können, und Jennifer, die ich einfach sehr gerne mochte. Und natürlich ist es kein Geheimnis, dass die Kiddies Gabor nach anfänglichen Schwierigkeiten zu verändern beginnen. Wie das von statten geht und was Gabor für seine 'Schüler' tun kann - das ist eine sehr berührende Geschichte, die ich nur zu gerne gelesen habe. Mit ihr verändert sich auch die Stimmung der Geschichte: während ich anfangs noch häufig gekichert habe, hat mich der weitere Verlauf zunehmend nachdenklich gemacht...
Natürlich sind die Probleme sehr geballt und Gabors Wandlung zum Ende hin etwas zu glatt, aber ich finde diese Geschichte ausgesprochen lesenswert. Sie hat mir wirklich schöne Lesestunden beschert und ist in meinen Augen einfach richtig gut erzählt: flüssig, mit einer gehörigen Portion Schalk zwischen den Zeilen - aber auch genauso viel Mitgefühl. Und so hatte ich nicht nur einmal einen riesigen Kloß im Hals...

Fazit: Leseempfehlung, da es ein ungewöhnliches Buch ist, das viele Emotionen hervorruft.

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Fünf Förderschüler werfen egozentrischen Unternehmensberater aus der Spur

Inhalt
Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater und steht kurz davor, als Partner in der Firma aufzusteigen. Ein Kundengeschäft muss er noch erfolgreich abschließen und seinen Konkurrenten aus dem Spiel schmeißen, aber das sind zwei seiner leichtesten Aufgaben. Sein Leben läuft also perfekt, ein schickes Penthouse und schöne Frauen runden es ab. Vergnügen findet der begnadete Tänzer im Tanz, alleine oder mit wechselnden Partnerinnen.

Eines Tages wird ihm aber gerade eine der vielen schönen Frauen zum Verhängnis, die ihn in einen Unfall mit schwerwiegenden Folgen verwickelt. Das Unfallopfer ist Kathrin, Direktorin einer Förderschule, die ihn vor die Wahl stellt: entweder eine Anzeige und Mitteilung seines Vergehens an seinen Chef oder wöchentlicher Tanzunterreicht für fünf ihrer Schüler. Zähneknirschend gibt Gabor nach und jongliert von nun an zwischen Kundenmeetings, Kollegenintrigen und Tanzunterricht hin und her. Was für ihn anfangs zu einer nervtötenden Belastung wurde, geht ihm mit der Zeit sehr nahe, denn die Kids haben alle fünf ihre ganz besonderen Probleme, die auch den erfolgsverwöhnten und egozentrischen Gabor irgendwann nicht mehr kalt lassen. Und so mischt er sich ein, nicht immer zartfühlend und manchmal mit pädagogisch zweifelhaften Methoden, aber mit ganz viel Herz.

Meine Meinung
Nach den ersten Kapiteln war mir Gabor alles andere als sympathisch. Er wirkte sehr egozentrisch und kalt. Sein einziges Ziel: Partner in der Unternehmensberatung zu werden und dafür die Ellenbogen auszufahren. Gleichzeitig ist er so dreist, sich mit der Frau seines Chefs einzulassen, denn schöne liegen ihm immer zu Füßen und das Spiel mit ihnen macht Spaß. Das und sein leichtsinniges Verhalten, was zum Unfall führte, sorgten auf den ersten Seiten dafür, ihn nicht besonders zu mögen. Doch mit der Zeit, als er dann seine Aufgabe zu bewältigen hatte, wurde er mir doch sympathischer, bis er mir dann schließlich mehr und mehr ans Herz wuchs.

Noch mehr allerdings berührten mich die fünf Kinder und ihre Schicksale. Die Kinder sind nicht nur weniger schlau als andere Kinder, sondern haben neben ihren Lernschwächen auch noch Probleme in ihren Familien, aus ihrer Vergangenheit oder auch ihre Gesundheit betreffend. So erfährt man nach und nach von jedem Einzelnen, was ihn belastet und gleichzeitig blättert sich auch Gabors eigene Vergangenheit ein bisschen vor dem Leser auf. Mir tat es manchmal richtig weh, wenn ich von den Lebensumständen der Kinder gelesen habe, aber ich habe sie auch gleichzeitig dafür bewundert, wie viel Lebensfreude sie doch trotz allem immer wieder zeigten, wenn sie mit Gabor zusammen tanzen lernten oder sonst mit ihm unterwegs waren. Richtig warm ums Herz wurde mir dabei immer, wenn Gabor mal wieder ein Stück dazu beitrug, dass die Kids etwas erreichten, ihnen eine Freude gemacht wurde oder ihnen Gerechtigkeit widerfuhr.

Gabors Entwicklung ist dabei aber nicht allein schwarz weiß gezeichnet, denn dafür war er zu lange nur auf sich und seinen Vorteil bezogen. Man merkt sehr, dass er sein Herz an die Jugendlichen verliert, aber er kann es auch nicht lassen, seine Firmenintrigen zu spinnen, wird also nicht einfach so ein guter Mensch. Das finde ich realistisch. Auch sind seine „Erziehungsmethoden“ nicht immer korrekt, denn es lassen sich eben nicht einfach so erfolgreiche Businessmethoden auf die Kindererziehung übertragen. Sein guter Wille macht hier aber immer wieder vieles gut und mir fiel es nicht schwer, ihn bis zum Ende zu mögen.

Schön ist auch der Humor, der immer wieder durchblitzt. Allein Gabors erste Vorstellung, als er nackt vor einem Spiegel tanzt, war filmreif. Überhaupt lief die Geschichte wie ein gut gemachter Film vor meinen Augen ab. So gut, dass ich sehr gerne eine Verfilmung des Buches anschauen würde. Der Humor wirkt dabei gar nicht aufgesetzt oder geschmacklos, im Gegenteil: die tragischen Momente und die schlimmen Schicksale der Kinder werden damit hoffnungsvoller, vor allem auch, weil es oft die Kinder selbst sind, die für humorvolle und herzliche Szenen sorgen und damit zeigen, dass sie noch nicht gebrochen sind. Diese Szenen waren für mich deshalb nicht einfach nur lustig, sondern berührten mich auch. Amüsant waren auch die Versuche Gabors, sich aus seinen Pflichten zu stehlen, doch an der kompromisslose Schuldirektorin biss er sich einfach immer wieder die Zähne aus, so dass er mir teilweise sogar leid tat.

Das Ende war mir teilweise etwas zu rund, denn eine Entwicklung Gabors betreffend war mir dann doch zu erzwungen, aber das ist nur eine Kleinigkeit, die mir den Spaß am Buch insgesamt nicht nehmen konnte. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und es ist ein Buch, das bei mir so viele Emotionen von Lachen bis Weinen und Ärgern bis Freuen über Entsetzen, Wut und Traurigkeit gleichzeitig erzeugte.

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Volle Bandbreite an Emotionen

Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater und großartiger Tänzer. Er hat Geld, Charme, sieht gut aus, die Frauen liegen im regelmäßig zu Füßen. Doch das führt zu ungeahnten Verwicklungen und Katastrophen, als er von seiner neuesten Eroberung während des Autofahrens so abgelenkt wird, dass er eine Fußgängerin anfährt. Diese entpuppt sich als Direktorin einer Schule für lernbehinderte Kinder. Damit sein Chef nichts von seinem Unfall erfährt, lässt sich Gabor überreden (oder wohl doch eher erpressen), an dieser Schule 5 Jugendlichen das Tanzen beizubringen. Gabor ist wenig begeistert und versucht sich mit allen möglichen Tricks aus der Affäre zu ziehen. Doch da beißt er bei Rektorin Kathrin auf Granit und so muss er sich mit Lisa, Jennifer, Marvin, Vinnie und Felix auseinandersetzen. Und auch die Fünf sind zuerst gar nicht begeistert von ihrem neuen Lehrer und vom Tanzen sowieso nicht – werden sie sich dennoch irgendwie zusammenraufen?

Gabor war für mich eine zwiespältige Figur. Einerseits mochte ich ihn, er ist einfach charmant und intelligent, man muss ihn irgendwie mögen. Andererseits benimmt er sich in manchen Dingen wie ein Elefant im Porzellanladen und beruflich schreckt er vor kaum etwas zurück. So schwankte ich in meiner Einschätzung ständig zwischen Ablehnung und Sympathie hinundher.

Die fünf Jugendlichen sind für ihn eine Herausforderung, wie er es noch nie erlebt hat. Seine normalen Mittel und Tricks versagen hier und er muss lernen, umzudenken und andere Wege zu gehen.

Das Buch beginnt recht lustig und der Humor spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Geschichte, doch der Grundton wird zunehmend ernster und tragischer.

Nach und nach erfahren wir Leser mehr über die Schicksale der Kids und so wird ihr Verhalten schnell gut verständlich. Keiner von ihnen hat es besonders leicht im Leben und das liegt leider nicht nur an ihren unterdurchschnittlichen IQs, sondern vielmehr an ihren Familien und Lebensumständen. Ganz unterschiedliche Schicksale beschreibt der Autor hier, jedes für sich eine eigene Geschichte wert und daher streckenweise ziemlich geballt in diesem einen Buch.

Mir hat das Buch gut gefallen, ich habe mich von Gabor und seinen Tanzkids schnell einfangen lassen und die Seiten flogen dann nur so dahin. Nicht alles hat mir gefallen, manches kann ich mir in der Realität vielleicht nicht so vorstellen, aber es ist ja auch ein Roman und den fand ich spannend, unterhaltend, manchmal ärgerlich, traurig, lustig, ergreifend, rührend und bewegend – die volle Bandbreite an Emotionen ist hier auf jeden Fall garantiert!

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(Aktualisiert: 22 Januar 2015)
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Diese Meute tanzt sich in jedes Herz!

Andreas Izquierdo - "Der Club der Traumtänzer" - Dumont-Verlag

EIN MISTKERL ENTDECKT SEIN HERZ.. trifft es voll und ganz!

Da ist ein antiker Spiegel - BADABING - Gabor Schöning rauscht vorbei - Badabumm - nur mit Socken bekleidet, aber auf die schaut sowieso keiner, auch nicht seine Nachbarin, die ihm von gegenüber interessiert mit Champagner zuprostet.
So swingt er durch sein Penthouse, das große freie Fensterfronten hat, das Wochenende ist bereit, seine Lieblings-Tanzbar wartet, Gabor liebt den Tango und die Frauen lieben ihn dafür..
Doch dieses Mal ist alles anders, sein hochbrisantes Date, ist auf der Heimfahrt etwas ungeduldig und so kommt es zu folgenschweren Unfall, eine Fahrradfahrerin wickelt sich quer über den Porsche, der hat nun eine Beule und besagte Radlerin ein gebrochenes Bein..nunja..Gabor tut sich auch etwas schwer beim Laufen, besucht die alte Schuldirektorin aber gleich am nächsten Tag..
Hier und jetzt entscheidet sich Gabor Schönings Karrierre, Clausen & Wenningmeier hätten zwar auch noch ein Wörtchen mitzureden, ob ihr bester Mann Partner werden darf, aber erst muss er an Kathrin vorbei und die will ja nur einen klitzekleinen Gefallen..
Jugendlichen ein paar Tanzschritte beibringen? An einer Förderschule für Kinder mit Lernschwächen? Warum nicht? Wie schwierig kann das schon sein? Es dauert ein paar Tage, bis Gabor einen Weg findet, ein Team zusammenzustellen, aber er ist zäh..genauso wie:
Der überdrehte Vinnie, die schüchterne Jennifer, Marvin, der sich mit seinen Brüdern prügeln muss, Felix die Vollwaise und Lisa, die kein Wort mehr spricht. 5 Kinder - 5 Probleme und Gabor will sie alle lösen. Das ist sein Job, Gabor Schöning ist ein mit allen Wassern gewaschener Unternehmensberater.
Aus den paar Tanzschritten wird ein ganzer Tango, aus einem Tango ein ganzer Auftritt auf einem Sommerfest, Kathrin hat die besten Ideen. Gabor steht bei der Direktorin in der Pflicht und die lässt ihm nicht auf jedem Meeting erscheinen, das Haifischbecken von C&W brodelt, wie lange kann er sie noch hinhalten, er ist nicht der Einzige, der Partner werden will..
Doch wie so oft, kommt es anders, Gabor verliert sein Herz an diese Kinder..
:-)
Schwungvoll, romantisch, kontfliktreich, ironisch, berührend..sehr schön..!
Ein schlaues Buch mit viel Spannung und Gespür!
Diese "Meute" tanzt sich in jedes Herz!
Liebe Lesegrüße, SABO

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Die Wandlung eines Egozentrikers

Von einen Leben, das Gabor Schoening führt, könnte man wohl träumen. Gabor, gutaussehend, unbeschwert und rational denkend ist fokussiert auf seinen Job als Unternehmensberater und in diesem äußerst erfolgreich. Alles läuft wie am Schnürchen. Alles ist elegant. In seinem luxuriösen Penthouse gibt es keinen Platz für eine feste Beziehung oder gar eine Familie. Lediglich ein riesengroßer goldeingerahmter Barockspiegel und die Nachbarin sehen zu, wenn Gabor sich allmorgendlich mit seinem Badabing! Badabum! für den Tag in Schwung bringt.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die er konsequent und ohne Rücksichtnahme durchgezogen hat, so dass er nunmehr kurz davor steht, Partner bei Clausen & Wenningmeier zu werden, erlaubt er sich einen Fehler, biegt einmal falsch ab, seine Affäre, pikanterweise die Frau seines Chefs auf dem Beifahrersitz, und schon steckt sein Leben im Schleudergang. Er wird herausgestoßen aus seiner Welt und scheint mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Denn die Person, die er anfährt und verletzt, entpuppt sich nicht als so leicht händelbar wie es Gabor bislang von den ihn umgebenden Menschen gewohnt ist. Kathrin, die harmlos wirkende, esoterisch angehauchte, aber knallharte Direktorin einer Förderschule, zwingt Gabor mit subtiler Motivation, sich bereit zu erklären, zur Abarbeitung seiner Schuld eine Tanzgruppe zu leiten.

Als die fünf potentiellen Tanzschüler dann "mitten im Nirgendwo" vor ihm stehen, hält sich die Begeisterung auf beiden Seiten in Grenzen. Gabor mit seinen unzähligen Terminen und Besprechungen ist noch komplett auf Abwehr eingerichtet und daher äußerst widerstrebend, seine Zeit für etwas zu opfern, das in seinen Augen keinerlei Nutzen haben wird. Auch die Kids sehen größtenteils keinen richtigen Sinn darin, warum sie sich mit Gabor treffen. Sie - der nie zur Ruhe kommende Vinnie, die schweigsame und in sich gekehrte Lisa, der rüpelhafte Marvin, die nicht gerade schlanke Jennifer und der unauffällige Felix - haben kein Interesse an lateinamerikanischen Rhythmen, sondern wollen - wenn es denn schon etwas sein muss - eher Hip-Hop, Breakdance, Capoeira (Kampftanz) oder wie Beyonce tanzen. Schon bei der ersten Begegnung wird deutlich, dass sie im Grunde andere Sorgen plagen, weswegen sie mit sich und der Umwelt nicht gerade gut zurechtkommen.

Nach und nach offenbaren sich am Beispiel eines Tages aus ihrem Leben die persönlichen Schicksale der Kinder. Und je mehr Zeit Gabor mit ihnen verbringt, und das nicht nur, weil Kathrin ihm unmissverständlich klar macht, dass ansonsten seine Karriere "im Eimer" ist, je mehr rühren sie an sein Herz, an den Muskel, der bislang nur Blut durch die Adern zu pumpen hatte. Er beginnt, für sie Partei zu ergreifen, sich für sie einzusetzen, auch wenn er das eine oder andere Mal mit fragwürdigen pädagogischen Maßnahmen über das Ziel hinausschießt. Doch das ist verzeihlich, denn im Grunde geht es nicht darum, das, was vorher im Leben der Kinder schief gelaufen ist, mit ein paar schnellen Handgriffen zu reparieren, weil die Vergangenheit nicht veränderbar ist, sondern vielmehr darum, sie zu inspirieren, ihnen die Vision einer selbstbestimmten Zukunft zu verdeutlichen und klar zu machen, dass niemand zu dumm ist, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, wenn er es nur will und versucht.

Erscheint Gabor zu Beginn noch sehr auf sich bezogen, wenngleich nicht völlig unsympathisch, und wirkt überheblich, weil er sich keine Unzulänglichkeiten erlaubt, wird im Verlauf der Handlung seine harte Schale geknackt, und hervor kommt der weiche Kern. Zudem zeigt sich dabei, dass Gabor ebenfalls ein Mensch mit Schwächen ist, der sein eigenes Päckchen mit sich herumschleppt, die Schatten seiner Vergangenheit verdrängt und vergessen hat. Auch wenn das Ergebnis vorhergesehen werden kann, ist es doch mitreißend, unterhaltsam und faszinierend, diese Wandlung zu beobachten und daran teilzuhaben, wie Gabor den eigenen Ballast abwirft und mit vorwärtsschreitendem Engagement an Größe gewinnt, die ihn zu einem Vorbild für "seine Kids" werden lässt.

Langsam und damit glaubhaft entwickelt sich die bis in die Nebenfiguren hervorragend ausgearbeitete Geschichte, die leichtfüßig in einem lockeren und humorvollen Stil beginnt, zu einer mit Tiefgang, die ernste Themen sensibel aufbereitet in den Mittelpunkt rückt. Es ist eine Geschichte, die den Lesen emotional betroffen macht, zum Nachdenken bringt, zu Tränen rührt und manchmal den Atem nimmt, die ihm aber ebenso ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Gekonnt und mit viel Liebe, ohne dabei aufgesetzt zu wirken, erzählt Andreas Izquierdo von freudigen und traurigen Momenten, die das Leben bereithalten kann.

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