Willy Russell: Der Fliegenfänger

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Willy Russell: Der Fliegenfänger
Verlag
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The wrong boy
ISBN-13
9783828400573

Informationen zum Buch

Seiten
525

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Handlungsort

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Eigentlich hätte aus Raymond Marks ein ganz normaler Junge in einer ganz gewöhnlichen Stadt in Nordengland werden können: ohne den Vater, der schon früh das Weite gesucht hat, um das freie Leben eines Musikers zu führen, mit der Mutter, die ihren Sohn liebt, aber nicht versteht, und mit der Großmutter, die ihren Enkel liebt und versteht, aber ziemlich verrückt ist. Doch der Tag, an dem der elfjährige Raymond in einer Schulpause das "Fliegenfangen" erfindet, ändert alles. Das harmlose Spiel wird katastrophal mißverstanden, Raymond fliegt von der Schule und beginnt ein tragikomisches Leben als Außenseiter und Sonderling..

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Auf dieses Buch bin ich durch die Sendung " Was liest du?“ mit Jürgen von der Lippe aufmerksam geworden. Er hat eine Szene aus dem Buch vorgelesen und ich fiel vor Lachen fast von der Couch - dieses Buch musste ich haben. Ein bisschen gezögert habe ich nur wegen des doch recht starken Musikbezugs, von den Smiths und ihrem Frontmann und späterem Einzelkünstler Morrissey weiß ich kaum mehr als das sie existier(t)en bzw. in den 1980ern ihre große Zeit hatten, ihren Musikstil konnte ich kaum zuordnen. Mittlerweile habe ich mir als Begleitung zum Buch ein paar Lieder angehört und vor allem auch die ziemlich interessanten Texte gelesen – mit positivem Urteil

England in den 1980ern: Der 11jährige Raymond und seine Schulkameraden stehen in der Pause in letzter Zeit häufig am Kanalufer und spielen ein durch einen Zufall selbst erfundenes Spiel, bei dem es das Ziel ist, eine Fliege unter der Vorhaut zu fangen. Als ein Junge fast ertrinkt und von Raymond gerettet wird ist der für einen kurzen Zeitraum ein Held - aber nur solange bis Raymond als Initiator des Spiels ausgemacht wird. Von diesem Zeitpunkt an scheint sich alles gegen ihn verschworen zu haben und jegliche Äußerung und Handlung von ihm wird mit einer sexuellen Konnotation versehen. Plötzlich ist er ein Perversling und wird als eine Art Triebverbrecher ausgegrenzt - das so etwas bei einem Kind nicht ohne psychische Folgen bleibt ist klar.

„Der Fliegenfänger“ ist eine Art Roadmovie, der Erzähler berichtet von seiner Reise nach Grimsby, wo er einen Job antreten soll, um endlich ein geregeltes Leben zu führen und so seine Mutter glücklich zu machen. Was ihm auf dieser Fahrt - die sich zu einer Odyssee entwickelt, erlebt und wie er überhaupt in seiner ziemlich verfahrenen Lebenssituation landete, berichtet er in Briefen an sein Idol Morrissey.

Es gibt ein paar wirklich geniale Szenen in dem Buch, wenn sich z.B. Raymond - gelangweilt von den Monologen einer Person, einen Film ausdenkt, in dem Außerirdische/Mutanten die Welt erobern, indem sie die Menschen zu Tode langweilen, ist das wirklich witzig. Wenn er aber dann, unter dem Einfluss dieser Phantasie, denjenigen wirklich als Mutanten bezeichnet, krümmt man sich als Leser wieder und denkt nur "Nein, tu es nicht, so etwas sagt man doch nicht laut!" Ich mochte zwischendurch manchmal gar nicht weiterlesen, weil ich genau wusste, dass Raymond in den nächsten Zeilen wieder ein Schlag versetzt werden würde. Man windet sich jedes Mal innerlich, wenn man sieht, wie Raymond gleich etwas sagen oder tun wird, was seinen Außenseiterstatus, seine Rolle als Gestörter, noch verstärken wird.

Die anderen Figuren sind größtenteils ebenfalls sehr gut gezeichnet und man schließt einige von ihnen in sein Herz. Am genialsten ist Raymonds Oma, die eine resolute Freidenkerin und so ganz unomahaft ist. Ihre Lieblingskekse, "Garibaldis" stehen schon einmal aus Prinzip auf meiner Einkaufsliste für die nächste "British-Food-Shopping-Tour"

Wenn ich ein Hauptmotiv des Buches nenne müsste, wäre es am Ende auch nicht die Musik, man kann das Buch sehr gut mit minimalen Morrissey-Kenntnissen lesen, sondern Würde und Menschlichkeit. Das ist es, was die negativen Personen in diesem Buch ausmacht, sie haben kein Bewusstsein für die Gefühle anderer Menschen und trampeln auf ihnen herum und nehmen ihnen so ihre Würde. Es ist wunderbar, dass es Raymond am Ende gelingt aus dem Sumpf zu entkommen und zunächst einmal nach seiner Façon glücklich zu werden. Das in der Realität nur die wenigsten irgendwann dann doch genug Glück und gute Freunde haben, ist eine ganz andere Geschichte.

In gewisser Weise erinnert mich das Buch an Owen Meany von John Irving, es vereinigt ebenfalls unglaublich witzige Szenen mit traurigen und verzweifelten Begebenheiten, die einen als Leser ziemlich mitnehmen und ist ein unbedingter Buchtipp.

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Lieber Willy Russel

Komisch........als ich das Buch las hatte ich Tränen in den Augen. Zweierlei Art Tränen...Tränen die mich berührten als ich seine unbekümmerte Art in diesem Buch las, wie er sich versuchte sich auszudrücken....und Tränen über sein Schiksal sich nicht ausdrücken zu können. Wie er einfach keine Worte fand..oder besser sie nicht Artikulieren konnte.Er konnte sich nicht artikulieren mit Worten obwohl es sie sehr Intilektuel im Geiste zu Formen vermag.
Es ist ein Buch das alles Komlizierte in der Welt der Psychologie auf das letzte Atom vereinfachte,weil viele Leute für ihn nur das eine Wollten. "Ihr" Bestes..........sie wollten Ihr bestes
Manchmal lassen sich kompliziert anhauchende Gedanken ganz einfach ergründen,......-man muß sie nur verstehen und erblicken.


Danke das es dich Gibt

Bernd Hennig

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