Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen

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Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783462039702

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Erster Satz
Tante Anne starb mit sechzehn an einer Lungenentzündung, die aufgrund ihres gebrochenen Herzens und des noch nicht entdeckten Penizillins nicht heilen konnte.

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Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter.

Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Apfelkerne und mehr ...
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Iris hat das Haus ihrer Großmutter Bertha geerbt und weiß nicht so recht, ob sie sich darüber freut. Mit dem verwinkelten Gebäude und dem weitläufigen Obstgarten verbindet sie viele Kindheitserinnerungen an Sommerferien, die sie dort in Norddeutschland verbrachte, doch nicht alle davon sind glücklich. Es gab Geheimnisse in dem Haus, Geheimnisse um ihre beiden Tanten, um die früh verstorbene Schwester ihrer Oma, um ihre ein wenig mysteriöse Freundin Mira, den fatalen Sturz ihrer Cousine Rosmarie und auch um ihre Großeltern.

Nach Berthas Begräbnis bleibt Iris dennoch für ein paar Tage im alten Haus, schlüpft, wie sie es mit Mira und Rosmarie zu tun pflegte, in die alten Kleider ihrer Tanten und ihrer Mutter, die immer noch auf dem Dachboden aufbewahrt sind, und versucht sich klarzuwerden, ob sie das Erbe antreten oder ausschlagen möchte. Die Begegnung mit einem alten Bekannten von früher bringt ihre Gefühle zusätzlich durcheinander, und in der Einsamkeit des großen leeren Hauses fügt Iris aus eigenen Erinnerungen und den Erzählungen von Verwandten und einem alten Freund der Familie die Geschichte von drei Frauengenerationen zusammen.

Familiengeheimnisse und ein schönes Setting - damit kriegt man mich immer wieder. Das Haus von Oma Bertha, ein unübersichtliches altes Gemäuer inmitten eines riesigen Gartens mit zahlreichen alten Apfelbäumen, ist letztendlich das, was mir mit am stärksten von diesem Roman im Gedächtnis bleiben wird. Iris, die Hauptfigur, war mir nicht unsympathisch, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihr nicht, weil ich sie als Person nicht "rund" fand. Die humorvollen Einlagen waren hübsch, passten aber irgendwie nicht zu ihrer generell eher ein wenig melancholisch wirkenden Persönlichkeit und der seltsamen Marotte, in den alten Ballkleidern ihrer Tanten mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren. Was ich auch nicht gebraucht hätte, wäre das mythische Gedöns wie die roten Johannisbeeren, die nach einem Todesfall plötzlich weiß werden oder die elektrische Funken sprühende Tante. Und die durch Spiegelstriche statt Anführungszeichen gekennzeichnete wörtliche Rede fand ich schlichtweg albern.

Die Verwicklungen rund um verschiedene Verflechtungen aus der Vergangenheit waren ganz spannend mitzuentdecken, wobei man auch da bemängeln könnte, dass sich vielleicht ein bisschen viel des Guten innerhalb dieser einen Familie zuträgt. Aber das soll's ja geben.

Fazit: nette, teils spannende, einigermaßen stimmungsvolle Sommerlektüre, die aber die teils sehr hymnischen Rezensionen bei Erscheinen für mich nicht ganz rechtfertigen kann.
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Gesamtbewertung 
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
2.0
Sprache & Stil 
 
2.0
Ich muss sagen, leider hat mich der Roman nicht restlos überzeugen können. Der Roman erscheint mir krampfartig um Tiefgang bemüht, das gelingt ihm in meinen Augen aber nur bedingt.

Anfangs hatte ich große Probleme mit der Zuordnung der Figuren; man wird als Leser plötzlich in einen große Familie hineingeworfen und mir war lange nicht klar, wer ist nun wer. Dann, als die Familienverhältnisse für mich ein Bild ergaben, hatte ich mit den Zeitebenen ein Problem; die Verknüpfung der verschiedenen Zeitebenen ist sehr eigenwillig, da nicht linear, und verwirrten mich des öfteren. Meist findet Iris irgendeinen Gegenstand oder trifft einen Menschen, und plötzlich kommt wieder eine Erinnerung hoch. Dabei geht es mal um die Jugend ihrer Großmutter, mal um die Jugend ihrer Mutter und mal um ihre eigene Jugend, und das munter im Wechsel.

Am besten gefallen haben mir noch die Abschnitte aus der Gegenwart, denn es entwickelt sich eine kleine Liebesgeschichte, die als Rahmenhandlung zwischen den Erinnerungen von Iris dient. Teilweise sind die Ereignisse, die die beiden zusammenführen, unfreiwillig komisch. Anfangs empfand ich ihre Dialoge als sehr unbeholfen, bis ich nach einiger Zeit merkte, dass sie als witzig-ironisch gedacht waren, was mir am Anfang nicht so ganz klar war.

Die Sprache ist nicht unbedingt das, was ich als brillant bezeichnen würde. Ich mag es nicht besonders gerne, wenn so viele Sätze ganz ohne Verb auskommen müssen und irgendwelche Beschreibungen nur für sich dastehen. Das Apfelthema wird ein wenig überstrapziert, aber trotzdem waren die Apfelszenen diejenigen, die mir am besten gefallen haben, gemeinsam mit ein paar nachdenklichen Gedanken über das Schwimmen.

Das Ende ist leider sehr überhastet und abrupt; dafür bekommt der Leser in einem Epilog eine Kurzfassung der nächsten 10 Jahre serviert. Das fand ich ziemlich plump gemacht und hat meinen Eindruck vom Roman leider nicht mehr aufbessern können.
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Benutzer-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
3.8
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
3.5  (2)
Ratings
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Kommentare
Der Geschmack von Apfelkernen
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Es war schön dieses Buch zu lesen. Es handelt von der Gegenwart und der Vergangenheit. Auch wenn die Autorin immer wieder zwischen beiden Zeiten hin und her springt, dann tut das dem Lesegenuss keinen Abbruch. Es handelt vorwiegend von Frauen, ihren Freundinnen, Familien und Sehnsüchten. Es geht um Kindheit, Jugend dem Erwachsenenalter und das Alter an sich und welche Auswirkungen sie auf einander haben. Auch die Beschreibung wie sich die Großmutter von einer starken Frau in ein ängstliches dementes Menschlein verwandelt sind sehr treffend und berührend. Katharina Hagena hat diese Geschichte eingebettet in ein uriges Haus und die friedvolle Landschaft Norddeutschlands. Ihre Beschreibungen von Natur, in vielen Details und mit allen Sinnen, erweckt eine lebendige Szenerie vor dem eigenen Auge. Es ist definitiv ein Buch des Sommers mit all seinen Schattierungen. So schön, dass ich glaubte den Duft der Äpfel zu riechen. ?
T
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Schönes Frauenbuch
Gesamtbewertung 
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Es war schön dieses Buch zu lesen. Es handelt von der Gegenwart und der Vergangenheit. Auch wenn die Autorin immer wieder zwischen beiden Zeiten hin und her springt, dann tut das dem Lesegenuss keinen Abbruch. Es handelt vorwiegend von Frauen, ihren Freundinnen, Familien und Sehnsüchten. Es geht um Kindheit, Jugend dem Erwachsenenalter und das Alter an sich und welche Auswirkungen sie auf einander haben. Auch die Beschreibung der Wie sich die Großmutter von einer starken Frau in ein ängstliches dementes Menschlein verwandelt sind sehr treffend und berührend. Katharina Hagena hat diese Geschichte eingebettet in ein uriges Haus und die friedvolle Landschaft Norddeutschlands. Ihre Beschreibungen von Natur, in vielen Details und mit allen Sinnen, erweckt eine lebendige Szenerie vor dem eigenen Auge. Es ist definitiv ein Buch des Sommers mit all seinen Schattierungen. So schön, dass ich glaubte den Duft der Äpfel zu riechen.
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