William Conescu: Der Mann in der Schlange vor der Kinokasse

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William Conescu: Der Mann in der Schlange vor der Kinokasse
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Being Written
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783351032609

Informationen zum Buch

Seiten
213

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
"Was bleibt einem Mädchen denn andres übrig?", fragt sie den Barkeeper und kichert ausgiebig.

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Handlungsort

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Daniel Fischer hat ein Geheimnis. Er weiß, irgendwo da draußen sieht jemand zu - und schreibt alles auf. Es muss ihn geben, diesen großen Autor, denn er kann ihn hören. Bislang war Daniel bloß Statist, nicht mehr als »der Mann in der Schlange vor der Kinokasse«. Doch jetzt spürt er seine Chance: einmal Hauptfigur sein im Buch des Lebens. Er kommt in eine Bar, vernimmt wieder das unverwechselbare Schreibgeräusch. Vor ihm steht die junge und unglückliche Sängerin Delia - und in ihrer Gegenwart hört er den Autor deutlich wie nie. Daniel hat keine andere Wahl, als sich vehement in ihr Leben einzumischen: Diese Chance, ins literarische Rampenlicht zu rücken, lässt er sich nicht entgehen ...

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Daniel sitzt in einer Bar. An sich nicht ungewöhnlich, allerdings kann er das Kratzen eines Stifts auf Papier hören und weiß, dass ein Autor gerade dabei ist, die Geschichte der jungen Frau an der Theke zu erzählen. Und seit er einen kurzen Statistenauftritt in einem Buch hatte, setzt Daniel alles daran, eine tragende Rolle in einem Roman zu spielen. So macht er Bekanntschaft mit der jungen Frau, Delia, und stolpert mitten in ihre Geschichte. Auch wenn der Autor nur einen kurzen Auftritt für ihn geplant hat - Daniel schafft es erneut in Delias Nähe und damit auch ins Buch zu gelangen.

Nach einem ungewöhnlichen Auftakt schafft er es, langsam Teil ihrer Clique zu werden. Delia stammt aus gutem Haus, hat aber ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater. Nachdem sie ihre Ausbildung zur Sängerin abgebrochen hat, arbeitet sie nun für eine wohltätige Organisation, träumt aber im Stillen weiterhin von einer Bühnenkarriere. Ihr Freund Graham ist ein sehr talentierter Pianist, der sich sein Geld allerdings zur Zeit als schwuler "Escortservice" verdient. Er fühlt sich nicht bereit, vor Publikum zu spielen, und auch die Sonate, die er schreibt, wartet auf ihre Fertigstellung. Jon kennt die beiden vom Konservatorium, wo er allerdings Schauspiel studiert hat. Auch er hat sich gegen diese Karriere entschieden und arbeitet als Barkeeper in einer Schwulenbar. Monty ist Delias ältester Freund, der aus einer verarmten Millionärsfamilie stammt und auf dem Weg ist, erneut Reichtum zu erlangen. Sie sind eine eingeschworene Gruppe, die auch schon mal beim Pseudo-Promi-Spiel, bei dem sie sich in einem Restaurant für Stars ausgeben, ihre Umgebung aufmischt. Doch unter dieser Fassade scheint immer auch etwa ihres Unglücks, ihrer Unzufriedenheit durch.

Erzählt wird diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Das besondere daran ist, dass die Kapitel aus der Sicht Delias oder der Freunde in der gewohnten dritten Person geschrieben sind. Doch wenn Daniel an der Reihe ist, wechselt die Perspektive zur zweiten Person, so dass Leser und Protagonist eine viel direkte Verbindung eingehen. Anfangs fand ich dies gewöhnungsbedürftig, allerdings passt es hervorragend zu Conescus Grundidee. Im Ganzen lässt sich das Buch flüssig weglesen, wobei manche Passagen positiv herausstechen.

Die Figuren bleiben leider zu flach und kommen über den Status skurriler (Stereo-)Typen nicht heraus. Die interessanten Ansätze werden nicht vertieft, lediglich Daniel werden mehr Facetten zugestanden, wenn er sich vom tollpatschigen Antihelden mit großen Ambitionen weiterentwickelt. Sei es aus Liebe, sei es aus Erfolgssucht, Daniel greift zu immer ungewöhnlicheren Methoden und entwickelt eine regelrechte Manie. Trotz allem fehlt der Geschichte selbst allerdings das gewisse Etwas. So, wie Daniel versucht, die Intention des Autors zu erahnen und zur Hauptfigur aufzusteigen, so bekommt der Leser auch etwas von allem geboten - ein wenig Liebesgeschichte, ein wenig Drama, ein wenig Krimi. Allerdings schafft Conescu es nicht, die großartige Idee konsequent auszuführen. Erst das Ende, nach dem erwarteten und verpufften Knalleffekt, reißt das Ruder wieder herum und lässt den Leser innehalten und die Geschichte erneut Revue passieren.

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