Tracy Chevalier: Tracy-Chevalier-Der Neue

Tracy Chevalier: Tracy-Chevalier-Der Neue

 
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Tracy Chevalier: Tracy-Chevalier-Der Neue
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
New Boy
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783813506716

Informationen zum Buch

Seiten
200

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Dee sah ihn als Erste und war glücklich darüber.

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Handlungsort

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Osei will an seiner neuen Schule vor allem eines: nicht auffallen. Für den afrikanischen Diplomatensohn ist es der vierte Wechsel innerhalb von sechs Jahren, und aus Erfahrung weiß er, dass er gleich am ersten Tag Freundschaften schließen muss. Doch bereits seine Anwesenheit scheint einige seiner weißen Mitschüler und Lehrer zu provozieren. Im Amerika der 1970er Jahre sind gemischte Klassen immer noch selten. Als sich ausgerechnet die beliebte Dee mit Osei anfreundet, sieht Ian, der Tyrann auf dem Pausenhof, rot.

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(Aktualisiert: 21 Mai 2018)
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Intensive Adaption von "Othello"

Ein Schulhof nahe Washington, D.C. in den 70ern. Der 12jährige Osei ist ghanaischer Diplomatensohn und aus Erfahrung weiß er, dass er als neuer Schüler einen Verbündeten benötigt - ansonsten könnte der erste Tag ziemlich schwierig werden. Zum Glück findet sich Dee, das beliebteste Mädchen der Schule, die offen zu ihm steht. Eine verhältnismäßig ungewöhnliche Offenbarung in den Vereinigten Staaten, in dem der Civil Rights Act von 1964, der die sogenannten Rassentrennung abgeschafft hat, noch nicht lange zurückliegt.
Doch ein Mitschüler kommt mit der aufkeimenden Beziehung Oseis und Dees nicht klar und beschließt, die Freundschaft zwischen dem schwarzen Jungen und der angesehenen Schönheit zu torpedieren. Am Ende des Tages wird kein Beteiligter mehr so sein wie früher...

Tracy Chevalier hat das Shakespeare'schen Werk "Othello" als Vorlage genommen und die Geschichte in die USA und etwas modernere Zeiten verlagert. Vom Original kenne ich nur die grobe Handlung, gelesen habe ich das Drama nämlich nie. Die wichtigste Gemeinsamkeit ist natürlich die Figur Osei/Othello und die Reaktionen auf ihn - wobei ich jetzt einmal schätze, dass der Rassismus in Chevaliers Roman deutlich klarer herausgearbeitet und benannt wird als bei Shakespeare.
Die Autorin verdichtet die Geschichte sehr gut, arbeitet die unterschiedlichen Charaktere wunderbar heraus und erzeugt in ihrem relativ schmalen Werk einen richtig gelungenen Spannungsbogen - trotz der Vorahnung (oder im Zweifel auch das Vorwissen, sollte man "Othello" gelesen hat), dass alles unweigerlich auf eine Katastrophe zusteuert. Leidenschaftlich sind ihre Figuren - in ihrer Freundschaft, aber auch in ihrem Hass, ihrer Manipulationsfähigkeit und dem Ränkeschmieden.

Trotz Chevaliers schriftstellerischem Können konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen, da mich zwei Punkte etwas irritiert haben: zum einen die sehr jungen Figuren, die mit ihren 12 Jahren allesamt doch etwas schwieriger zu akzeptieren sind als die erwachsenen Handelnden bei Shakespeare. Zum anderen die Tatsache, dass die Autorin die Geschichte an einem Tag spielen lässt - es fällt mir einfach schwer, zu glauben, dass es bei solch jungen Menschen in so kurzer Zeit zu solch einer Zuspitzung der Emotionen und letztlich einer solchen Eskalation kommen kann.
Wäre es nur ein Punkt für sich gewesen, hätte ich vermutlich locker darüber hinwegsehen können - die Kombination hat mir das schwerer gemacht. Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich es deutlich überzeugender gefunden, wären Osei, Dee und Co. zwei, drei Jahre älter gewesen - da hätte das Argument, dass Jugendliche eben sehr intensiv fühlen und sich schnell in etwas hineinsteigern können, ebenfalls noch gegolten.

Überzeugt hat mich die Verdichtung der Geschichte, die zu einer überraschenden Intensität beim Lesen führt, und die Beschreibungen der weißen Vorstadtschule, in der nicht nur Schüler intrigieren, sondern auch Lehrer ihre rassistischen Ansichten verpflanzen wollen. Ebenso die Ausführung der Auseinandersetzung von Oseis Schwester Sissy mit ihrer Familie.

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Modernes Drama zum Thema Rassismus

Ein amerikanischer Schulhof in den 1970er Jahren. Es herrscht große Aufregung, denn es gibt einen neuen Schüler: Osei aus Ghana, schwarz. Sofort tauchen sowohl bei den SchülerInnen als auch im Lehrerkollegium rassistische Ressentiments auf und vor allem ein Schüler nutzt die Gelegenheit aus, um sein eigenes Schachspiel zu eröffnen.


Das Buch ist an das Shakespearesche Drama "Othello" angelehnt. Ich selbst kenne dieses Stück nicht, so dass mir die Parallelen anhand von Dritten erläutert wurden, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tat. Ich selbst erkannte zwar nicht "Othello" wieder, aber typische Dramenelemente: mehr oder minder ein Setting, Geschehnisse innerhalb eines Tages, Unterteilung in fünf Kapitel, eine Art Chor am Anfang jedes Kapitels, dramatische Entwicklungen, ... Also sowohl inhaltlich als auch stilistisch lassen sich einige augenscheinliche Merkmale herauslesen.


Auch wenn der Aufbau des Dramas ziemlich drastisch wirkt, weil alles in so kurzer Zeit geschieht, ging es mir persönlich nicht zu schnell. Eher ließ ich mich völlig mitreißen in den Strudel der sich überschlagenden Ereignisse und las schnell und mit klopfendem Herzen. Selten habe ich einen so intensiven Lesesog gespürt, der mich derart elektrisiert hat. Anders als in Dram?a??stücken? handelt es sich hier um einen Prosatext, in dem die Gedanken und Gefühle der Figuren deutlich thematisiert und angesprochen werden. So lassen sich die Entwicklungen und Verstrickungen der Personen jederzeit nachvollziehen, auch wenn man sich hin und wieder einen anderen Fortgang wünschen würde, um die immer näherkommende Katastrophe abwenden zu können.


Die Personen sind recht deutlich in gut/böse unterteilt, was mich normalerweise starkt stört. In diesem kurzen (150 Seiten umfassenden) Roman war dies nicht der Fall. Vielleicht weil sich alles so schnell entwickelt hat und der Roman zu kurz war, um es als nervig zu empfinden. Viel mehr stehen hier die Manipulation von Menschen und deren daraus resultierenden Entwicklung im Vordergrund. Und gerade das ist der Autorin wunderbar gelungen. Auch erfahren wir genug von den Personen, so dass wir sie ins Herz schließen oder verabscheuen können, so dass eine ausreichende Identifizierung stattfinden kann und am Ende mit den Personen zu leiden.


Für mich ist das Buch ein Highlight, an dem ich persönlich gar nichts auszusetzen habe. Also klare Buchempfehlung!

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durchwachsen aber schöne Sprache

Im Rahmen des Shakespeare-Projekts hat Tracy Chevalier das Drama „Othello“ als Vorlage für Ihren Roman „Der Neue“ genommen. Die Eckpunkte der Geschichte sind also vorgegeben und dem ein oder anderen Leser schon bekannt. Die Autorin hat die Handlung an eine amerikanische Grundschule verlegt und die Akteure sind alle im letzten Jahr vor der Highschool und ungefähr 11-12 Jahre alt.
Der Neue ist ein Junge aus Ghana, der als erster Dunkelhäutiger an die Schule kommt und damit sofort großes Aufsehen erregt. Das Mädchen Dee verliebt sich Hals über Kopf in ihn und bis zur Mittagspause sind die beiden bereits ein Paar. Die Aufmerksamkeit, die man Osei entgegenbringt ist Ian ein Dorn im Auge und er beginnt klug zu intrigieren, um seine Mitschüler gegen den Neuen aufzubringen und um ihn und Dee schnell wieder auseinander zu bringen.
Tracy Chevalier besticht mal wieder mit ihrer geschliffenen Sprache und vor allem in der ersten Hälfte mit psychologischer Raffinesse, mit der sie die Handlungen ihrer jugendlichen Protagonisten erzählt. Im letzten Drittel hatte ich aber etwas den Eindruck, dass ihr die Lust abhandengekommen ist und sie die Geschichte schnell zu einem Ende bringen will. Dieses war für mich leider nicht immer logisch und sowohl zu abgehakt als auch mit zu vielen offenen Fragen. So ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.

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