Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer

Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer

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Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Il mio inverno a Zerolandia
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783351035204

Informationen zum Buch

Seiten
238

Sonstiges

Originalsprache
italienisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich beim Klauen erwischt wurde.

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Handlungsort

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Das Glück ist ein sachtes Murmeln Als Alessandra mit 17 ihre Mutter verliert und allein mit der Nonna zurückbleibt, scheint ihre Welt stillzustehen. Wütend gegen das Leben, das einfach so weitergeht, verbannt sie sich selbst in die letzte Bank neben Gabriele, genannt Zero, den Klassen-Loser. Wie eine unnahbare, einsame Schneekönigin zieht sie sich zurück in die eisigen Weiten „Zerolandias“, wo nichts und niemand ihre zerbrechlichen, zärtlich-schmerzhaften Erinnerungen stört. Schon gar nicht der schweigsame Zero, der sie ebenso ignoriert wie den Unterricht und nur vormittagelang auf seinem Allzweckblock herumkritzelt. Bald stellt Alessandra jedoch fest, dass ihr Banknachbar ein begnadeter Zeichner ist und hinter seiner verschlossenen Miene sehr viel mehr Einfühlungsvermögen besitzt als die meisten ihrer Mitschüler. Rau in der Beschreibung ihrer erschütterten Gegenwart, poetisch in den Erinnerungen an die Mutter, erzählt Alessandra die Geschichte eines unerträglichen Verlustes und einer zarten, linkischen, vielleicht unmöglichen Liebe.

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Zerolandia

Hin und wieder gibt es Bücher die etwas in einem bewegen. Meist sind dies Bücher von denen man es selbst am wenigsten vermutet. Dieses Buch ist zumindest für mich so eines. Der Klappentext Klang ganz interessant und so hab ich gedacht ich Schau mal rein, wie es wohl so ist. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen so hat mich die Geschichte gefangen genommen. Alessandra ist so ein liebes Mädchen und die Art wie sie den Tod der Mutter zu verarbeiten versucht hat mich sehr bewegt. Ich kann sie wirklich gut verstehen. Und das obwohl sie ein Teenie ist und ich ihre Mutter sein könnte. Allerdings kann ich auch ihre Großmutter verstehen, was allesandra verständlicher weise nicht kann. Ich kann auch gut nachvollziehen was sie an Zero wie man Gabriel bösartiger weise nennt findet, warum sie ihn den anderen vorzieht. Über ihn erfährt man nicht wirklich viel, aber er ist auch nicht die Hauptfigur der Geschichte. Interessant wäre die Geschichte aus seiner Sichtweise, aber das ist nur Spekulation meiner Seite.
Besonders spannend fand ich, an was allesandra sich erinnerte, wenn sie an ihre Mutter dachte. Viele ähnliche siuationen hat sicher jeder von uns erlebt und nach dem Ende des Buches habe ich ganz bewusst versucht mich daran zu erinnern, einmal als Tochter aber auch als Mutter. Ich habe darüber nach gedacht an was mein Sohn sich wohl erinnern würde und was mir von meiner Mutter im Kopf und im Herz bleiben würde/ wird. All diese Gedanken beim lesen eines teenietagebuches, das das Buch im Gründe ist, auch wenn es erzählend geschrieben würde, nicht in tagebuchform. Wahrscheinlich ist das auch genau der Grund warum es so schön war, weil es eben doch eine Erzählung ist. In der
Der Fokus viel auf den Erinnerungen liegt. Das hat mir besonders gut gefallen.

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Gemeinsam einsam in Zerolandia

Diese Geschichte handelt davon, wie ein junges Mädchen auf ihre ganz eigene Weise mit der langen Krankheit und dem frühen Tod ihrer Mutter umgeht. Weil Alessandra keine Lust auf mitleidige Kommentare ihrer Freundinnen hat, setzt sie sich an ihrem ersten Schultag nach dem Tod ihrer Mutter spontan neben Gabriele, den alle nur Zero nennen. Weil er nie etwas sagt, weil er nie jemanden anschaut, weil er eine Null ist. Alessandra fühlt sich sicher in “Zerolandia”, wie sie ihren gemeinsamen Sitzplatz in der letzten Reihe nennt, keiner traut sich hier an sie heran und mit ihrem schweigenden Sitznachbar kann sie ganz in ihrer Einsamkeit bleiben. Was folgt, ist eine ganz sachte Annäherung, eine Mischung aus reden und dann doch wieder ignorieren, die Alessandra ziemlich verwirrt, weil sie aus Zero nicht wirklich schlau werden kann.

“Der Regen in deinem Zimmer” ist ein ruhiges und bewegendes Buch. Der Tod von Alessandras Mutter befindet sich in jeder Faser dieser Geschichte und zwischen den Zeilen auf jeder Seite. Ganz einfühlsam erzählt die Autorin davon, wie Tochter und Großmutter versuchen ihren Tod zu verkraften, wie sie versuchen weiter zu leben. Dabei lässt sich das Buch in zwei Teile einteilen: Zum einen gibt es Kapitel aus der Gegenwart, die Alessandras Alltag erzählen, zum anderen kleine Kapitel, in denen sie sich an bestimmte Momente, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat, erinnert. Letztere sind oft ein wahres Schmuckstück, poetisch und voller Gefühl geschrieben, ganz besondere Momentaufnahmen, die durch den Tod eine noch größere Bedeutung bekommen.

Auch die Kapitel aus dem (Schul-)Alltag haben mir gut gefallen. Alessandras Gefühlsleben, das sie selbst wohl nicht mal richtig deutlich beschreiben könnte, wird sehr zart herausgearbeitet, ohne sentimental zu wirken. Trauer, Verzweiflung, Verwirrung, aber dann doch plötzlich dieser Junge, der für sie immer nur Zero war, in Wirklichkeit aber doch so viel mehr ist. Gabriele zeichnet immerzu und scheint ein Ausnahmetalent zu sein, doch als Alessandra ihn darauf anspricht, ignoriert er sie. So ein Verhalten ist zu Beginn ihrer seltsamen Beziehung ganz normal: Einander ignorieren, dann doch ansprechen und wenn der andere wieder mal wortkarg geantwortet hat, wieder tagelang schweigen. Ganz langsam kommen sie sich allerdings doch näher und Paola Predicatori schildert hier ganz einfühlsam und gar nicht kitschig eine Verbindung von zwei Menschen, die sich gemeinsam über ihre Sorgen hinweg helfen.

Trotz meiner bewundernden Worte hatte ich zwischendurch doch kleinere Probleme mit den beiden Hauptpersonen. Gabriele/Zero war für mich oft nicht greifbar, sein exzentrisches Verhalten nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch als endlich klar war, was mit ihm los sein könnte, war ich zwischendurch frustriert von seinem Verhalten. Allerdings hat genau dieses Verhalten ihn auch so interessant gemacht und jede kleinste Regung von ihm war dann wie eine Offenbarung. Mit Alessandra ging es mir zeitweise ähnlich, und zwar dann, als es aus unerfindlichen Gründen kleine Episoden mit einem anderen Jungen gab, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht war es Trotz, vielleicht ihre allgemeine Verwirrung oder auch ihre Fügung in eine Art Opferrolle, die ihr vorgegaukelt hat, dass sie längst kein Sagen mehr in ihrem eigenen Leben hatte. Da allerdings all die anderen Aspekte, von denen ich oben geschwärmt habe, überwiegen, bleibt dieses Buch trotzdem ein ausgezeichnetes.

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