Marica Bodrozic: Der Spieler der inneren Stunde

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Marica Bodrozic: Der Spieler der inneren Stunde
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783518416655

Informationen zum Buch

Seiten
226

Sonstiges

Erster Satz
Träume werden nicht erwachsen.

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Handlungsort

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"Träume werden nicht erwachsen. Träume sind ohne Zeit. Die Geschichte von Jelena Felder ist auch ohne Zeit. Dennoch hat ihr Abschied eine eigene Stunde. Auf der Straße der Bilder herrscht das Gleichmaß. Aber welches Gedächtnis hat der Abschied, welche Farbe, welchen Geruch?"Jelenas erste Zugfahrt beginnt mit einer Lüge: Die Vorbereitungen für die Ausreise nach Deutschland werden dem nichtsahnenden Großvater als Zahnarztbesuche ausgegeben. Die Koffer sind gepackt. Der bevorstehende Abschied vom ersten Land, der ersten Sprache wirft einen Schatten auf die Gesichter der Kinder. Und doch ist da diese Vorfreude auf ein Land, das "weiter als Italien" liegen soll.Auf die Abreise folgt später, viel später, der Wunsch, an den Ursprung zurückzukehren. Der Doppeldecker bringt das zehnjährige Mädchen nach Dalmatien, einmal und dann immer wieder, zur Ferienzeit, bis sich das Ziel verliert und das alte Leben nur noch in der eigenen Vorstellung vorhanden ist. Bald gibt es in der alten Heimat niemanden mehr, der Jelena kennt.

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Jelena ist zehn, als ihre Eltern, die seit langem in Deutschland leben und arbeiten, endlich auch sie und ihre Schwester Hanna wie schon zuvor den Bruder Ivan zu sich holen. Der Großvater, bei dem Jelena aufgewachsen ist, erfährt von diesen Plänen erst sehr spät. In den Ferien kehrt Jelena aber immer wieder mit dem Bus nach Dalmatien zum Großvater zurück. Dabei pendelt sie nicht nur zwischen Deutschland und Jugoslawien (wir befinden uns noch in der Tito-Zeit), sondern auch zwischen den neuen Erfahrungen und der Erinnerung. Unmerklich sind die Veränderungen im Dorf für die Zurückgebliebenen, spürbar für Jelena, die nur ab und an kommt. Und doch gibt es immer noch Dinge, an die die Erinnerung, das Gedächtnis anknüpfen können.

Das alles ist durchaus interessant, aber es hätte mir weitaus besser gefallen, wenn der Stil nicht so überladen mit Bildern gewesen wäre. Diese sind manchmal sehr gut gewählt, manchmal aber auch weniger. Zwei Beispiele von den ersten zwei Seiten:

„Draußen, vor dem Haus am Ende des Dorfes, liegt die Luft über den Menschen wie eine sonnengebräunte Schulter. Hinter der Schulter lebt der Süden.“ (S. 9)

Wie liegt bitte eine sonnengebräunte Schulter über Menschen? Daß sich Luft sehr unterschiedlich anfühlen kann, ist keine Frage, aber sonnengebräunt wäre bestimmt das letzte, was mir als Vergleich einfallen würde und ich kann mir darunter auch wirklich nichts vorstellen.

„Der Friedhof lag als einziger schwer auf der Erde, gebunden vom Gewicht der Toten, dem letzten Regen und den Wurzeln der Pinie.“ (S. 10)

Das hingegen gefällt mir gut, es fängt die Friedhofsatmosphäre, die Art, wie sich ein Friedhof „präsentiert“ für meinen Geschmack wirklich schön ein.

Problematisch an diesem Roman war für mich, daß er eigentlich durchgehend in diesem überladenen Stil verfaßt ist, den manche sicher als besonders poetisch beschreiben würden. Ich habe nichts gegen ausdrucksstarke Bilder, aber wenn so etwas dreimal auf jeder Seite vorkommt, dann ist es mir einfach zu viel, zumal darüber auch das Konkrete auf der Strecke bleibt. Wie der Großvater mit dem Weggang der Familie umgeht, bleibt ebenso im Dunkeln, wie vieles an Jelenas Gedanken, vom Rest der Familie ganz zu schweigen, egal, ob sie in Deutschland oder Jugoslawien leben. Schade, hier wären eine Menge Ansatzpunkte gewesen, die mich wirklich interessiert hätten.

Zugegebenermaßen war ich nach 20, 30 Seiten versucht, den Roman abzubrechen und mir etwas anderes vorzunehmen. Das habe ich dann zwar nicht gemacht, aber hätte ich es nicht an einem Abend in einem Rutsch gelesen, so daß ich mich doch in diesen Stil zumindest einigermaßen eingefunden habe, glaube ich nicht, daß ich es am nächsten Tag noch einmal zur Hand genommen hätte.

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