Jiang Rong, Lü Jiamin: Der Zorn der Wölfe

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Jiang Rong, Lü Jiamin: Der Zorn der Wölfe
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Wolf Tuteng
ET (Original)
2004
ISBN-13
9783442473953

Informationen zum Buch

Seiten
704

Sonstiges

Originalsprache
chinesisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Chen Zhen kauerte hinter dem schützenden Schneewall und fing mit seinem Fernglas den stechenden Blick der Wölfe ein.

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Das große Abenteuer-Epos aus China

Der Student Chen Zhan wird während der Kulturrevolution in den 60er Jahren in die Innere Mongolei geschickt, um dort das Leben der Viehzüchter kennenzulernen. An der Seite seines Lehrers Bilgees trotzt er den Witterungen, und er erhält Einblick in die Mythen und Traditionen des mongolischen Volks. Vor allem aber macht er Bekanntschaft mit den Wölfen, deren Klugheit und Mut die Mongolen immer fasziniert haben – und bald verbindet ihn eine tiefe Liebe zu einem Wolfsjungen. Doch Unheil kündigt sich an, als die Chinesen das wirtschaftliche Potenzial der Steppe wittern: Profitgier droht das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu zerstören ...

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Der Zorn der Wölfe

Jiang Rongs Bericht "Der Zorn der Wölfe" ist ein Buch, das aufrüttelt, schockiert und entsetzt. Dennoch gehört es zu jenen Büchern, die man gelesen haben sollte. Vor allem dann, wenn man sich für die Natur und die Umwelt interessiert.

Nein, "Der Zorn der Wölfe" ist kein Öko-Plädoyer. Davon ist es meilenweit entfernt. Das Buch ist der Bericht über Rongs eigene Zeit in der Inneren Mongolei, versteckt hinter dem Pseudonym "Chen Zhen". Dass die geschilderten Geschehnisse auf wahren Begebenheiten beruhen, macht das Buch umso packender. Und umso schrecklicher. Am Ende habe ich geweint.

Jedoch kommt es hier nicht zu Ende zum grossen Schock oder zum grossen Show-Down, das Buch ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die vom Einen zum Anderen führen.

"Zorn der Wölfe" vereint hochpolitische Themen, Chens Lebensgeschichte und tiefes Verständnis für Mutter Natur.
Wir erleben China in den 60er Jahren, das Denken der chinesischen Bevölkerung. Vor allem die Führer der Nation und auch der Brigaden hat mich entsetzt. Chen lernt von seinem Alten Freund Bilgee viel über die Natur, das Gleichgewicht im Grasland, und gemeinsam versuchen sie, die Katastrophe aufzuhalten. Doch die Männer wollen nicht hören. Ein einmal gefasster Beschluss lässt sich auch mit Fakten nicht mehr rückgängig machen. Wenn sie von einem als rückständig geltenden Volk hervorgebracht werden, sowieso nicht. Von daher hat sich bis heute nicht viel geändert.

Rong schreibt in einer lebendigen Sprache, die das unterdessen verschwundene Grasland wieder zum Leben erweckt. Man wird vom Autoren gepackt und in die Geschichte hineingezogen, man kann das Blöken der Schafe förmlich hören. Den Wind auf seiner Haut spüren.
Und somit auch den Tod der gehetzten Wölfe, der in Fallen verendeten Tiere, die Qualen des Graslandes, das mit jeder Seite mehr abstumpft. Ich wollte die Entscheidungsträger der Chinesen am liebsten am Kragen packen und kräftig durchschütteln.

Obwohl Chens Erlebnisse weit zurückliegen, verliert das Buch nicht an Aktualität. Eher im Gegenteil. Die Menschen können viel von "Der Zorn der Wölfe" lernen, weshalb ich denke, dass man sich mit dem Titel auseinandersetzen sollte. Auch wenn man sich zuvor weniger mit dem Ökosystem beschäftigt hat. Was Chen von Bilgee über das Grasland lernt, das kann auch auf andere Gebiete unserer Welt angewandt werden.

Rongs Titel ist für ungeduldige Leser jedoch leider ungeeignet. Es gibt keinen tatsächlichen Höhepunkt und der Autor beschreibt auf fast 700 Seiten ausführlich das Leben der Nomaden. Das harte Dasein auf den Weiden und in den Zelten wird lange und ausführlich beschrieben. Wer solche Beschreibungen nicht mag und rasch das Interesse verliert, wird bald frustriert sein.
Auch ich musste mich oft durch das Buch kämpfen, bis ich dann auf die Idee kam, den Titel häppchenweise zu lesen. So konnte ich mich mit dem deftigen Inhalt und den Beschreibungen auseinandersetzen, ohne mich überfordert zu fühlen. Doch 40 Seiten pro Tag waren schon genug, um mein Herz zum Rasen oder zum Schmelzen zu bringen.

Fazit:

"Der Zorn der Wölfe" von Jiang Rong ist etwas vom Besten, was die zeitgenössische Literatur zu bieten hat. Es ist ein grosses und grossartiges literarisches Meisterwerk, das uns hilft, zu verstehen.

Man muss Nerven haben, um die Brutalität der Natur zu verstehen. Aber noch mehr Nerven braucht es, um die Bestialität der Menschen mitanzusehen.

Niemand sollte sich diesen Titel entgehen lassen. Schon gar nicht jene Leute, die dafür kämpfen, dass uns die Natur auch in Zukunft noch erhalten bleibt.

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