Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels

Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels

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Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
L'Élégance du hérisson
ET (Original)
2006
ISBN-13
9783423246583

Informationen zum Buch

Seiten
360

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
"Marx verändert mein Weltbild total", erklärte mir heute morgen der kleine Pallières, der mich sonst nie anspricht.

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Handlungsort

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Renée ist 54 Jahre alt und lebt seit 27 Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen an den Füßen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist 12, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn, von Musik und Mangas, Kunst und Philosophie. Die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter, ein wunderbarer Roman über die Suche nach der Schönheit in der Welt.

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Die Eleganz des Igels

Renée Michel ist eine 54jährige Witwe, Concierge in einem reichen Wohnhaus. Obwohl sie sehr belesen und intelligent ist, verbirgt sie das vor den Bewohnern und wahrt den Anschein der einfachen, unauffälligen Concierge.
Paloma ist hochintelligent, 12 Jahre alt, wohnt in eben demselben Haus und hat beschlossen, sich an ihrem 13. Geburtstag das Leben zu nehmen, um einem vorbestimmten Leben im Goldfischglas zu entgehen. Doch zuvor führt sich noch Buch über "Bewegungen der Welt" und sonstige "tiefe Gedanken".
Durch den Einzug des Japaners Ozu im Haus ändert sich ihrer beider Leben grundlegend...

Ausnahmsweis kamen mir die sehr kurzen Kapitel entgegen, zumindest hier in diesem Buch hat es mir das Lesen deutlich erleichtert.
Anfangs zieht sich das Buch noch etwas, dabei ist es dann vor allem Paloma, deren Abschnitte mich immer wieder überraschen. Für mich lebt es dann auch lange Zeit von der Spannung, wann sich die beiden endlich erkennen.
Richtig Fahrt nimmt das Buch dann auf, als Kakuro Ozu einzieht - bei der Beschreibung des Verhaltens der Hausbewohner musste ich mir mehrmals ein Lachen verkneifen. Gerade wie sich dann zwischen unseren drei Hauptpersonen langsam eine Beziehung aufbaut, ist sehr schön geschildert.

Renée
Ich kann zwar (lange Zeit) nicht so ganz nachvollziehen, warum sie der Meinung ist, sie müsse ihr Licht unter den Scheffel stellen, aber das hat mich nicht weiter gestört.
Ihre Gedanken und Überlegungen sind ganz interessant, allerdings teilweise recht komplex und sprachlich nicht unkompliziert; teilweise habe ich da so meine Probleme, ihr zu folgen und in einigen Kapiteln hat sie mich schlicht und einfach abgehängt.
Bei mir rennt man aber natürlich auch offene Türen ein, wenn man auf grammatische Besonderheiten eingeht oder literarische Anspielungen liefert ;-)
Sehr gut gefallen hat mir auch, wenn sie verschiedene Antwortvarianten im Geiste durchgeht, bewertet und dann doch eine andere nimmt...

Paloma
Interessanterweise war sie für mich diejenige, die mich (zumindest anfangs) am meisten zum Weiterlesen animiert hat. Obwohl ich nicht alle ihre Ansichten teile (nein, ich bin nicht der Meinung, dass sich ein 13jähriges Mädchen umbringen sollte...), kann ich ihre Überlegungen recht gut nachvollziehen und ihre Beschreibungen von interessanten Bewegungen, ihre Schilderungen der Hausbewohner, sowie die Gedanken, die sie sich macht, waren durchwegs faszinierend zu lesen. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir ihre Schilderung eines Haka der Neuseeländer (das war gleich mit am Anfang und was bin ich darüber froh...), ihre Erwähnung des Go-Spiels (hatte ich erwähnt, dass sie Japan-Fan ist und Manga liest;-)) und ihre Meinung zur Bedeutung der Grammatik (klasse!).

Zum Ende
Ich hatte schon länger den Verdacht, wie das Buch wohl enden würde, umso enttäuschter war ich, als ich Recht behielt. Das hat für mich einen eher schlechten Nachgeschmack hinterlassen und ist in dieser Form meiner Meinung nach auch absolut unnötig.

Insgesamt hat mir das Buch aber trotzem sehr gut gefallen, ich war extrem positiv überrascht, wie angenehm es sich hat lesen lassen. Ich hatte mir da bei weitem schwerere Kost vorgestellt.

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Renée arbeitet als Concierge in einem exklusiven Mehrfamilienhaus ins Paris und arbeitet hart daran, das typische Image einer Concierge – unfreundlich und etwas einfältig - zu verkörpern. Ihre wirklichen Interessen, gute Filme und Literatur und vor allem die Philosophie, versteckt sie seit Jahren erfolgreich. Doch der neue japanische Mieter Ozu kommt ihr auf die Schliche, als sie versehentlich Tolstoi („Alle glücklichen Familien gleichen einander.“) zitiert. Vor allem hat er keine Hemmungen die Freundschaft der „Frau aus der Unterklasse“ zu suchen, auch wenn Renée nicht wohl dabei ist, die Klassenschranke zu überspringen und abwehrend reagiert. In der Folge entwickelt sich auch noch eine Freundschaft der beiden zur 12jährigen Paloma, die sich von der gesamten Welt intellektuell unterfordert fühlt und sich von den beiden das erste Mal wahrgenommen und wie ein Mensch behandelt fühlt.

Ich hatte mir das Buch lockerer und fröhlicher vorgestellt, aber irgendwie fand ich die intellektuelle Arroganz mit der die Figuren durch die Welt gehen, trotzdem ganz amüsant. Einige Abschnitte, das muss ich zugeben, habe ich allerdings nur überflogen. Kurzzusammenfassungen irgendwelcher philosophischer Theorien haben mich nun wirklich nicht interessiert. Da diese Abschnitte gerade zu Beginn des Buches konzentriert auftraten, gestaltete sich der Einstieg leider recht sperrig. Durch diese reichlich fortgeschrittenen Philosophiestunden schafft die Autorin es allerdings, die intellektuelle Distanz zwischen ihren Figuren und der Welt (inklusive des Lesers) noch zu unterstreichen. Wenn die Figuren einander dann aber näher kommen und das Eis gebrochen ist, entwickelt sich eine wirklich gefühlvolle Geschichte. Es macht Freude zu lesen, wie der düstere Alltag von den Lichtblicken der neuen Freundschaften durchbrochen wird.

Es fällt mir schwer zu entscheiden, wie mir das Buch letztendlich gefiel. Renée und Ozu waren zwei sehr sympathische Figuren, während ich Paloma als zu theatralisch empfand. Das Ende war traurig und erschien mir gemein, das Leben hatte sich doch gerade zum Besseren gewendet und ich hätte ihnen allen doch ein Happy End gegönnt.

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#1 Rezensent
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Was haben Igel, die Hauptprotagonistin Renée und dieses Buch gemeinsam? Von außen erscheinen sie sperrig und stachelig, aber sobald sich ihr Inneres offenbart ist man von der Schönheit überrascht.

Renée ist 54 Jahre alt und bereits seit 27 Jahren Concierge in einem herrschaftlichen Stadthaus in der Rue de Grenelle 7 in Paris. Paloma ist 12 Jahre und Tochter in einer sehr wohlhabenden Familie. Auch sie lebt in Rue de Grenelle 7. Beide Menschen könnten in ihrem sozialen Status nicht unterschiedlicher sein und doch sind sie sich sehr ähnlich. Denn sowohl Renée als auch Paloma sind sehr intelligent. Weit intelligenter als Familie, Freunde, Bekannte. Diese Intelligenz macht sie aber sehr einsam, denn weder bei einer gewöhnlichen Concierge noch bei einem jungen Mädchen erwarten die Menschen kluge Gedanken. Während Renée sich einzig ihrer besten Freundin Manuela, der Putzfrau, anvertrauen kann, schreibt Paloma ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder und nimmt sich vor, sich zum Ende des laufenden Schuljahres das Leben zu nehmen - sollte nicht etwas ganz Besonderes sie davon überzeugen, dass ihr Leben wert ist, weitergeführt zu werden.

Es dauert sehr lange, bis sich Renée und Paloma kennenlernen und auf den neuen Hausbewohner Kakuro Ozu treffen. Die ganze Zeit über teilen Renée und Paloma ihre komplexen Gedanken mit uns und das macht das Buch oft nicht ganz einfach zu lesen. So habe ich auch recht lange Zeit benötigt, bis ich wirklich warm mit den Charakteren wurde. Renée beschreibt sich selbst mit den Worten "Ich bin Witwe, klein häßlich, mollig, ich habe Hühneraugen und, gewissen Morgenstunden zufolge, in denen er mich selbst stört, einen Mundgeruch wie ein Mammut. Ich habe nicht studiert, ich war immer arm, unauffällig und unbedeutend." Entsprechend ihrer Einschätzung über sich selbst, versteckt sie sich hinter der Gewöhnlichkeit, spielt allen eine etwas dümmliche Concierge vor, damit diese in das allgemeine Weltbild passt.

Paloma ist ein sehr einsames, junges Mädchen. Genervt von ihrer verwöhnten Schwester und den gleichgültigen Eltern, sucht sie Flucht in ihrer eigenen Welt. Ihren Entschluss, sich umzubringen, untermauert sie mit der Entwendung von einzelnen Schlaftabletten aus dem Vorrat der Mutter. Erst als sie auf Kakuro Ozu und Renée trifft, findet sie heraus, dass es wohl möglich ist, das Schicksal zu verändern.

"Die Eleganz des Igels" ist ein Buch der leisen Töne. Sanft kommt es daher, zurückhaltend wie Renée und Paloma. Nach und nach wird seine Botschaft intensiver: Die Schönheit der Welt steckt in jedem einzelnen von uns, ganz egal, woher er kommt, ganz egal, wohin er geht. Die Sprache ist anfangs mit vielen Fremdworten angereichert, aber man liest sich ein und schließlich versinkt man und erwacht erst wieder am Ende des Buches: Mit Tränen in den Augen. Doch nicht nur traurig ist die Geschichte dieser beiden nach außen so unterschiedlichen Menschen. Sie ist voll von Seitenhieben auf die Snobs dieser Welt und besonders Renée brachte mich oft zum Lachen.

Keine sehr leichte Zwischenlektüre, aber absolut lohnenswert. Wenn man sich durch den etwas sperrigen Anfang durchbeißt, wird man mit einer wundervollen Geschichte und ebenso wundervollen Charakteren belohnt.

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Die Eleganz des Igels

Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Dieser Roman wird von vorrangig zwei Protagonistinnen bestritten, welche sich beide als sehr intelligent erachten und somit teilweise sehr arrogant wirken. Ihre Monologe über den Sinn des Lebens, die Kunst und die Literatur wirken selbstgerecht, überheblich und streckenweise auch völlig überflüssig, denn sie tragen nicht wirklich zum eigentlichen Inhalt des Buches bei. Somit fiel es mir auch sehr schwer eine Beziehung zu den beiden „Damen“ aufzubauen. Ein Lichtblick ist da der japanische Mitbewohner Kakuro Ozu, der mit viel Empathie und Ungezwungenheit und ohne jegliche Vorurteile auf seine Mitmenschen eingeht. Leider taucht dieser erst in der Mitte des Buches auf, aber sein unkomplizierter Charakter und seine Einstellungen zum Leben machten das Ende des Buches dann letztendlich doch noch lesenswert.

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