Rafik Schami: Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte

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Rafik Schami: Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783446237711

Informationen zum Buch

Seiten
178

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Wie viele Lesungen haben Sie denn bisher gehalten?", fragte mich eines Abends nach einer Veranstaltung eine Journalistin.

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Großer Auftritt für Rafik Schami: In seinem neuen, persönlichsten Buch erzählt er, wie er zu einem der beliebtesten Erzähler Deutschlands wurde. Er berichtet von seiner Kindheit in Damaskus, als es noch Geschichtenerzähler gab, die im Kaffeehaus ihr Garn gesponnen haben, er zeichnet ein liebevolles Porträt seines Großvaters, und er macht sich Gedanken darüber, wie die Märchen in die Welt gekommen sind. In diesem Buch, und das macht den großen Reiz aus, spricht Schami mit dem Leser - und wir hören ihm atemlos zu.

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(Aktualisiert: 16 Mai 2012)
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Warum Rafik Schami Erzähler wurde

Ich war sehr gespannt darauf, mich von Rafik Schami in die Welt der Märchen und in seine eigene Geschichte entführen zu lassen und ich muss sagen: ich wurde nicht enttäuscht. In seinem ureigenen mitreissenden, humorvollen und doch besonnenem Erzählstil präsentiert Rafik Schami Anekdoten aus seiner Kindheit und essayartige Beiträge zu Märchen. Er erklärt, wie wichtig solche Märchen sind und wie diese unser Leben beeinflussen. Der erste Teil (die Erzählungen aus der Kindheit, die die Begeisterung für Erzählkunst und Märchen beschreibt) hat mich fasziniert und beeindruckt. Der zweite Teil, in dem Schami ein wenig mehr in die Theorie der Erzählkunst einsteigt verliert an Spannung und Tempo. Trotzdem bin ich begeistert, meine Neugier darüber, wie jemand aus einer völlig anderen Kultur kommend, sich in Deutschland mit einer "undeutschen" und unmodernen Kunst etabliert, wurde befriedigt. Es war (erwartungsgemäss) nicht einfach für Rafik Schami, aber für ihn der einzige Weg um sich selbst und authentisch zu bleiben.

Begleitet wird er immer wieder von literarischen Figuren (allen voran Don Quichote, der immer wieder Mut macht und Sancho Pansa, der alles doch wieder realistischer sieht) die motivieren und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Anfangs tat ich mich schwer mit diesen Figuren (im speziellen Don Quichote, der für mich immer suspekt, eben weil zu sehr gegen Windmühlen kämpfend war). Mit der Zeit aber, machte es Spass, sie zusammen mit Rafik Schami zu treffen und zu hören, wie ihr Weg, ihr Rat in dieser oder jener Situation wäre.

Ich weiss nun, warum die Frau ihren Mann auf dem Flohmarkt verkauft hat, dass Rafik Schami eine lange Reise als Erzähler hinter sich hat (er reiste neunmal um die Erde) und dass er in seiner Kindheit durch seinen Grossvater und Sheheradzade inspiriert wurde, seinen eigenen Weg im Leben mit seinen Märchen finden zu können. Inzwischen verstehe ich gut, warum es für viele arabische Schriftsteller schwer ist, sich durch übersetzte Werke international zu etablieren, und schätze um so mehr die Sprachkompetenz von Rafik Schami. Als geborener Araber lernt er im Exil die Deutsche Sprache und versteht es sie wunderbar in seinen Werken zu nutzen.

Einige Beiträge über den "theoretischen Märchenteil" haben aus meiner Sicht Längen und ich bin nicht sicher, ob sie wirklich dazu beitragen, zu verstehen, warum Rafik Schami Erzähler ist. Dafür bleiben andere Aspekte über seinen Weg nach Deutschland (warum gerade dieses Land? Warum überhaupt weg aus Damaskus?) ein wenig obskur und ich hätte mir in einer solchen autobiographischen Erzählung diese Elemente gewünscht.

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Anders als erwartet

Rafik Schami beginnt sein Buch mit bunten Erzählungen von Erlebnissen aus seiner Kindheit in Damaskus. Diese Geschichten und Schamis Großvater haben mir sehr gut gefallen. Wer hätte nicht auch gerne so einen Opa, der mit ihm durch die Straßen von Damaskus geht und mit dem man gemeinsam erlebt, wie eine Frau ihren Mann auf dem Flohmarkt verkauft. Doch das ist nur eine von mehreren Geschichten.

Schami schwelgt in seinen Erinnerungen und ich bin ihm dabei gerne in die Gassen von Damaskus gefolgt, von denen jede ihr eigenes Aussehen und ihren eigenen Duft hat.

Bis dahin hat mich das Buch richtig begeistert. Doch dann beginnt der Autor über verschiedene Themen wie z.B. die Macht einer guten Geschichte und die Bedeutung von arabischen Märchen für Erwachsene und Kinder zu philosophieren. Außerdem vergleicht der Autor noch ausführlich die Unterschiede einer aufgeschriebenen Geschichte mit der mündlichen Erzählung und schildert hierbei wie schwer es ist ein richtig guter Erzähler zu sein. Das Lesen dieser Betrachtungen, die leider einen Großteil des Buches ausmachen, empfand ich teilweise als ermüdend, auch wenn sie sicher viel Wahres enthalten.

Eingebettet in diese Gedankengänge sind Ausschnitte aus Schamis Leben und man bekommt eine ungefähre Vorstellung, wie schwer sein Weg war zu dem Erzähler zu werden, der er heute ist. Als seine Wegbegleiter stellt er dem Leser Don Quijote, Sancho Panza und Ibn Aristo vor. Wobei Don Quijote und Sancho Panza sehr unterhaltsam waren ganz im Gegensatz zu Ibn Aristos etwas belehrenden Erläuterungen.

Am Ende gibt es noch eine rührende Geschichte in welcher es erneut um seinen Großvater geht.

Das war mein erstes Buch von diesem Autor und seine humorvolle Art Geschichten zu erzählen hat mir sehr gut gefallen. Sicher werde ich wieder ein Buch von ihm lesen, allerdings eines ohne theoretische Betrachtungen.

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Aus dem Leben des Autors

Dies ist mein erstes Buch von Rafik Schami, welches ich gelesen habe und ich denke, es war der perfekte Beginn für eine Reihe von Büchern, welche ich von diesem Autor auf jeden Fall noch lesen möchte. Rafik Schami erzählt in diesem Buch, wie er zum Erzähler wurde und warum im die erzählten Geschichten so wichtig sind. Die Beschreibungen seiner Kindheit und Jugend in Damaskus werden intermittierend mit, schon fast wissenschaftlichen Abschnitten, von Erläuterungen über Märchen, Mythen, Legenden und Geschichten der Weltvölker und ihre Bedeutung damals und heute, versetzt. Diese Essays über mündliche, wie schriftliche Erzählungen sind einerseits sehr interessant und vermitteln ebenso ein sehr gutes Bild über den Autor Rafik Schami und seine Arbeit. Hier erfährt der Leser, was für diesen Erzähler im Vordergrund steht, was ihn bei seiner „Arbeit“ animiert und was seine Intentionen sind. Die Biografie seiner Kindheit und Jugend dagegen ist unglaublich lebhaft beschreiben. Eine Flut aus Sinneseindrücken beschreibt seine Heimatstadt und die Menschen, welche für ihn in den Jugendjahren seines Lebens besonders wichtig und inspirierend waren. Schon hier, in diesen kurzen Sequenzen zeigt sich, welch ein großartiger Erzähler Rafik Schami ist. ?Ich freue mich sehr darauf, endlich ein weiteres Buch von ihm in den Händen zu halten und mit dem Lesen zu beginnen, denn nach dieser Lektüre, werde ich mit einer viel differenzierteren Sensibilität seine Texte lesen. ?Somit war dieses Buch der perfekte Einstieg in die Literatur dieses Autors. ?

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