Teresa Simon: Die Frauen der Rosenvilla

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Teresa Simon: Die Frauen der Rosenvilla
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453471313

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Dieser Brief ist an Dich gerichtet, meine geliebte Emma, obwohl er Dich niemals erreichen darf, selbst dann nicht, wenn meine Augen für immer geschlossen sind.

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Handlungsort

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Im Garten der Villa verbirgt sich ihr Geheimnis ...

Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stößt sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stößt sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis ...

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Die Geheimnisse der Rosenvilla

Anna Kepler eröffnet gerade ihren zweiten Laden, der sich ganz der Schokolade und selbstkreiierten Köstlichkeiten widmet, in der Dresdner Neustadt. Privat gestaltet sie den Garten ihrer Erbschaft neu: mit sehr alten und besonderen Rosensorten soll die "Rosenvilla" neu erblühen. Bei dieser Arbeit findet sie eine vergrabene Schatulle, die neben einer Perlenkette, einer Haarlocke und anderen Erinnerungsstücken beschriebene Blätter enthält. Teilweise angebrannte Seiten, die jemand aus ihren Kladden herausgerissen haben muss, die Anna sofort in ihren Bann ziehen: sie erzählen aus dem Leben dreier Frauen und reichen hundert Jahre zurück. Doch was verbindet die drei Frauen? Schon bald sieht sich Anna mitten in einem Geheimnis - dem Geheimnis ihrer eigenen Familie...

Teresa Simon hat hier wirklich einen tollen Roman vorgelegt. Ein Roman, der von Träumen erzählt: denen von Anna, die das Familienerbe - ganz im Gegensatz zu ihrem Vater - will und ihr Herzblut in das Wiedererblühen des Rosengartens steckt, ebenso wie ihre Liebe zur Schokolade, die in ihren Händen zu kleinen, heißbegehrten Kunstwerken wird. Und es geht um die Träume der Frauen, die vor ihr in der Rosenvilla gelebt haben - Helene, Emma und Charlotte. Ich mochte es zu gerne, wie die vier Handlungsstränge sich entwickeln und verknüpfen, wie nach und nach Zusammenhänge klar werden und die Geschichte dennoch spannend bleibt. Anna hat tatkräftige Unterstützung von Hanka, die eine kleine Buchhandlung mit Kater führt und ihr beim Sortieren der Tagebucheinträge hilft. Mit jedem Eintrag tauchen wir tiefer in die Geschichten der jeweiligen Frauen ein, lernen sie kennen und begleiten sie bei ihren Erlebnissen. Auch wenn es anfangs ein wenig schwierig ist, den Überblick über das Personal zu behalten, so gibt sich das recht schnell, sobald man sich beim Hintergrund der einzelnen Charakter etwas besser auskennt.
Mich hat diese wunderschöne Geschichte schon zu Beginn in ihren Bann gezogen: der Schreibstil ist sehr flüssig und durch einen gekonnten Spannungsbogen hielt mich der Sog bis zum Ende gefangen. Vor allem aber die Figuren sind sehr überzeugend - sie sind facettenreich und authentisch gezeichnet, so dass mir einige von ihnen regelrecht ans Herz gewachsen sind. Und so haben mich ihre Schicksale bewegt - ebenso wie die Auflösung des Geheimnisses.

Fazit: Eine sehr schöne Geschichte, die mit tollen Figuren, schönem Lokalkolorit und jede Menge Schokolust garniert ist. Definitiv eine Leseempfehlung für alle, die auf geheimnisvolle Familiengeschichten aus sehr spannenden Zeiten erzählt.

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Dresden und Pralinen – und ein tragisches Familiengeheimnis

Anna Kepler hat gerade ihre zweite Chocolaterie in Dresden eröffnet – als Erbin einer Schokoladendynastie hat sie die Liebe zur Schokolade im Blut. Sie bewohnt die Rosenvilla, die sie von ihrem Großvater geerbt hat. Als sie in den Rosengarten neu anlegen will, stößt sie auf eine alte Schatulle im Boden, in der sich das Tagebuch von Emma befindet, die vor hundert Jahren in der Rosenvilla gelebt hat. Zusammen mit ihrer Freundin Hanka macht sich Anna auf die Spurensuche und entdeckt ein trauriges Familiengeheimnis.

Schokolade und Dresden – die beiden Zutaten reichten für mich aus, dieses Buch zu lesen, und ich wurde nicht enttäuscht. Ich hatte zwar nach den ersten Seiten bereits eine Ahnung von dem Kern des Familiengeheimnisses, was den Lesespaß aber nicht gemindert hat, da ich mit Anna mitgefiebert habe, wann sie endlich die Zusammenhänge erkennen wird.

Die Autorin nimmt mit den Tagebüchern Anna und den Leser mit auf eine Zeitreise durch drei Generationen an Frauen, die in der Rosenvilla gelebt haben. Die Zeitebenen wechseln immer wieder ab, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Sehr schön fand ich die verschiedenen Schriftarten, mit denen die Tagebuchauszüge hervorgehoben werden.

Das Buch ist auch ein Zeugnis davon, in welchem gesellschaftlichen Korsett die Frauen von damals gelebt haben und welche Maßnahmen sie dadurch bereit waren zu ergreifen, die die Grundlage für die nachfolgende Tragödie bildeten.

Das Ende war mir teilweise fast zu glatt gelaufen, aber dennoch ist es ein sehr schönes Ende. Und als besonderes Bonbon finden sich am Ende des Buches die Rezepte aller Pralinen, die im Buch erwähnt wurden – sehr lecker.

Die Figuren sind sehr schön dargestellt, vor allem nicht einseitig. Besonders die zentrale Figur, um die es immer wieder geht, ist sehr ambivalent und dadurch ist es spannend zu verfolgen, welche Erfahrungen die verschiedenen Protagonistinnen mit ihr jeweils gemacht haben.
Allerdings habe ich bei Anna Kepler die längste Zeit gebraucht, um mit ihr warm zu werden: ihre Art empfand ich teilweise als herb und harsch, was aber vielleicht auch daran liegt, daß in ihrem Leben noch etwas fehlt.

Mir hat die Zeitreise nach Dresden und in die Geheimnisse der Schokolade und der Pralinenherstellung sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere Werke der Autorin.

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Dresdner Familiengeschichte

Dresden, 2013. Anna Kepler hat gerade ihre zweite Chocolaterie eröffnet. Ihre beiden Läden mit dem schönen Namen „Schokolust“ laufen hervorragend, was vor allem an Annas phänomenalen Geschmackssinn liegt, der ihre Kreationen und Angebote zu etwas ganz Besonderem für ihre Kundschaft macht.

Jahre nach der Wende hat ihr Großvater Kurt Kepler sein Anwesen, die wunderbare Rosenvilla, wieder zurückerhalten. Nach seinem Tod hat Anna die Villa geerbt und sich in den Kopf gesetzt, das alte Haus und vor allem den Rosengarten wiederherzustellen. Als sie gemeinsam mit einem befreundeten Gärtner die neuen Blumenstöcke einsetzt, stoßen sie auf eine vergrabene Schatulle. Anna nimmt das alte Fundstück an sich und öffnet es. Darin stößt sie auf diverse Erinnerungsstücke sowie zahlreiche Tagebuchseiten, die teilweise angekokelt und zerrissen und völlig durcheinander sind. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hanka macht sie sich daran, das Chaos zu sortieren. Dabei stoßen sie auf die Geschichten der Frauen, die früher in der Rosenvilla gelebt haben. Nach und nach setzt sich ein Bild zusammen und alles deutet auf ein verstörendes Geheimnis in der Geschichte des Hauses hin.

Parallel zur Lektüre der alten Aufzeichnungen befragt Anna ihren Vater, doch sie stößt auf eine Mauer des Schweigens. Wie ist ihr Großvater in den Besitz der Villa gekommen? Wer waren die Frauen, die damals in dem Haus gelebt haben?

Man muss dieses Buch schon genau lesen, denn es ist nicht nur eine Geschichte, die Autorin Teresa Simon hier erzählt, es sind vier! Da heißt es aufpassen, um Namen, Zeiten und Verwandtschaftsverhältnisse nicht durcheinander zu bringen.

Jede der Frauen hat ihr eigenes, schwieriges Schicksal, bedingt durch die jeweilige Zeit, in der sie leben und das große Familiengeheimnis, das sie alle irgendwie beeinflusst.

Anna liest die Tagebücher durcheinander, immer wieder ein Abschnitt des einen, dann wieder des anderen. Dadurch setzt sich die Geschichte für sie und den Leser erst nach und nach zusammen, immer wieder fällt ein Puzzlestück an seinen Platz. Manches bleibt auch am Ende unaufgeklärt und der Phantasie des Lesers überlassen, aber hier handelt es sich nur um kleinere Auslegungsfragen, die jeder für sich beantworten darf.

Es war eine spannende und unterhaltsame Familiengeschichte, an die ich ganz sicher denken werde, wenn ich das nächste Mal in Dresden bin!

Einige kleine Pralinenrezepte im Anhang runden das wunderschöne Buch ab.

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Schokolade, Liebe und ein großes Geheimnis

Teresa Simon - "Die Frauen der Rosenvilla" Heyne-Verlag

Dresden - Vor über 100 Jahren bis in die Gegenwart:

Anna Kepler hat nach sorgfältiger Überlegung, das Erbe ihres Großvaters angenommen, die alte Keplervilla ist ein herrlicher Zeitzeuge mit einem großen Geheimnis. Nach dem 2.Weltkrieg musste ihr Großvater darum kämpfen, sie zurückzuerhalten, dementsprechend ist ihr Zustand. Anna investiert viel Arbeit, Geld und Herzblut. Beim Anpflanzen der vielen alten Rosensorten, stößt sie auf eine vergrabene alte Schatulle. Was kann bloß darin sein? Ein Schatz? Anna kann es kaum erwarten, bis sie ihren Fund begutachten kann. Die Schatulle ist schwer zu öffnen, sie beinhaltet Briefe und lose Tagebucheinträge, alle von Frauen geschrieben, deren Namen sie nie zuvor gehört hat. Annas Vater kriegt fast einen Herzinfarkt, als sie damit zu ihm kommt, doch er schweigt sich darüber aus, möchte nicht darüber reden, faselt nur unverständliches Zeug. Zum Glück hat Anna ihre Freundin Hanka, eine Buchhändlerin um die Ecke, mit viel kriminalistischer Kleinarbeit, sind sie auf einem guten Weg, dem Rätsel auf die Spur zu kommen..
Die Keplers hatten eine Schokoladen-Manufaktur, eine große Leidenschaft, die auch Anna in die Wiege gelegt wurde, sie betreibt einen exklusiven Pralinenladen, die Schokolust, sie liebt es, sich mit ihren ausgefallenen Kreationen, bei ihrer treuen Kundschaft zu bedanken.
Anna liebt ihre Arbeit, doch irgendwie fehlt ihr etwas in ihrem Leben, den letzten Mann vergraulte sie regelrecht, mit ihrer Unschlüssigkeit ihre Freiheit aufzugeben. Eines Tages, auf den Weg ins Cafe, fällt sie über ein paar sehr lange ausgestreckte Beine, zuerst schlägt sie sich die Knie auf und dann klopft ihr Herz wie wild, als sie in seine Augen sieht..
Aber auch das muss warten, Geheimnisse haben keine Geduld..

Teresa Simon, breitet ein 100 Jahre altes Mysterium vor uns aus, läßt Anna Kepler viele rote Fäden ziehen, bevor der Leser die berühmte letzte Seite seufzend schließt.
Ein genialer Generations-Roman, hochdramatisch und unvergesslich, spannend wie ein Krimi! Ich freue mich auf weitere Romane von Teresa Simon! Einfach SCHÖN!

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Schokolust

Die Familie von Anna Kepler stellt seit Generationen Schokolade her. Anna hat das Talent ihres Großvaters geerbt und soeben ihre 2. Schokoladenmanufaktur in der Dresdener Altstadt eröffnet. Neben dem herausragenden Geruchs- und Geschmackssinn hat Anna von ihrem Großvater auch die alte Familienvilla geerbt die sie nach und nach in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen lässt. Damit die Rosenvilla ihrem Namen wieder vollkommen gerecht werden kann, möchte Anna im Garten all die schönen alten Rosensorten von früher wieder einpflanzen lassen. Bei den Bodenarbeiten stößt sie auf eine alte Kassette in der sich Seiten mit Tagebucheinträgen, Schmuckstücke und allerlei Krimskrams finden. Durch unterschiedliche Schriftarten ist sehr schnell klar, dass es sich um Tagebücher von mehreren Personen handeln muss. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hanka sortieren sie die Tagebuchseiten und stellen fest, dass es sich um die Eintragungen von 3 Frauen handelt – Helene, Emma und Charlotte. Nach und nach erfährt Anna die tragische Geschichte ihrer eigenen Familie.

Meine Meinung:

Das Buch beginnt mit einem Prolog im Jahr 1913 und dem Brief einer Frau, die große Schuld durch ein Verbrechen auf sich geladen hat. Dieser Brief ist an ihre Tochter gerichtet, die diesen jedoch niemals erhalten soll.

Dann wird der Leser ins Jahr 2013 geführt, also genau 100 Jahre nach dem Brief im Prolog. Anna Kepler eröffnet gerade ihre 2. Chocolaterie in Dresden und bei der Kreation ihrer Praline des Monats „Zitrone-Nuss-Kuss“ läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Die Beschreibungen rund um das Thema Pralinenherstellung sind so bildhaft, dass man denkt man stehe neben Anna und schaue ihr über die Schulter.

Nachdem Anna die Kassette in ihrem Garten gefunden hat, wird der Leser in 4 Erzählsträngen durch die Geschichte geführt. Anna im Jahr 2013 und die Tagebücher von Helene, Emma und Charlotte, die zwischen den Jahren 1892 und 1940 geschrieben wurden. Die unterschiedlichen Tagebucheinträge werden durch unterschiedliche Schriftarten dargestellt. Es schadet jedoch nicht sich Notizen zu den einzelnen Familien zu machen, da man ansonsten schon mal den Überblick über die ganzen Protagonisten verlieren kann. Leider findet sich im Buch keine Personen-Übersicht in der man mal eben schnell blättern könnte.

Der Schreibstil der Autorin Teresa Simon ist wirklich sehr schön und fesselnd und die Details rund um die Herstellung von Pralinen/Schokolade sind hervorragend recherchiert. Die Vielzahl der Charaktere macht es etwas kompliziert und deswegen ist es kein Buch, dass man einfach so nebenbei runterlesen kann. Es bedarf schon etwas Konzentration und/oder die empfohlenen Notizen damit man sich nicht verzettelt. Aber gerade die Tatsache, dass sich hier gleich 4 Erzählstränge finden die alle zum Ende des Buches zusammenlaufen, macht das Buch sehr interessant.

Am Ende des Buches findet der Leser all die schönen Rezepte zu den Pralinen-Kreationen von Anna.

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Auf den Spuren von Vergangenheit und Schokolade

Über das Buch

Anna Kepler hat von ihrem Großvater eine alte, etwas heruntergekommene Villa geerbt, in die sie jeden Cent investiert, um sie wieder zu dem zu machen, was sie einst war - die Rosenvilla. Ein Haus das über die Jahre Wohnsitz mehrere Generationen starker Frauen war, die ihr Leben zu Papier gebracht haben. Als Anna dabei ist, Rosen zu pflanzen, um dem Garten der Villa zu altem Glanz zu verhelfen, stößt sie auf eine vergrabene Schatulle, die ihr Leben auf den Kopf stellt und sie Vergangenheit und Zukunft infrage stellen lässt.

Meine Meinung

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Anna erzählt, und wie sie nach dem Fund der Schatulle und den darin enthaltenen Tagebuchseiten der Vergangenheit ihrer Schreiberinnen auf die Spur kommt. Unterstützt wird sie dabei von ihrer absolut sympathischen besten Freundin Hanka, die ich mir auch gut als Freundin vorstellen könnte. Auch Anna war mir sehr sympathisch und ich konnte ihre Handlungsweise bis auf einige Ausnahmen sehr gut nachvollziehen. Aber auch die anderen Frauen, Helene, Emma und Charlotte, die wir zusammen mit Anna durch die Tagebücher kennen lernen durften, mochte ich sehr, obwohl sie alle sehr unterschiedlich waren. Ebenso wie Anna habe wir ihre Geschichten häppchenweise gelesen, und so gibt es immer wieder kleine Puzzlesteine, bis am Ende endlich der Groschen fällt, was dem Leser ausreichend Freiraum zum miträtseln gibt und eine tolle Grundspannung erzeugt.

Teresa Simon konnte mich im Verlauf der Geschichte sehr gut mit ihrem Schreibstil fesseln. Er war leicht und unkompliziert und ließ sich einfach gut lesen. Erstaunlich fand ich es, dass sie es geschafft hat, jeder der Frauen in ihren Tagebüchern eine eigene Stimme zu geben, was nicht nur an den unterschiedlichen Schriftarten lag, die das ganze zusätzlich übersichtlicher gemacht haben. Und ganz nebenbei hat man zudem einen tollen kleinen Eindruck in das historische Dresden und die Kunst der Pralinen-Zubereitung bekommen.

Besonders gefallen hat mir, dass der Roman den Leser nicht einfach nur berieselt. Da hier gleich vier Geschichten erzählt werden muss man gut aufpassen um die Personen im Blick zu behalten, und sich Namen und Zeiten einzuprägen. Die ganze Zeit gilt es außerdem, mitzugrübeln, was es mit den ganzen Geschichten wohl auf sich hat, uns wie sie in Zusammenhang stehen, was mir persönlich immer sehr gefällt. Aufgewühlt haben mich persönlich vor allem die letzen 100 Seiten, wo man auch als Leser dazu angehalten ist, die eigenen Vorstellungen von Moral mal näher unter die Lupe zu nehmen, und sich zu fragen, wie man selbst in einer solchen Situation vielleicht reagiert hätte. Ich habe auf jeden Fall auch nach Beendigung des Romans noch lange darüber nachgedacht, was für mich immer ein gutes Zeichen ist. Schön fand ich auch, dass die Pralinenrezepte, die Anna im Laufe des Buches zubereitet hat, hinten angefügt sind und zum nachmachen einladen.

Fazit

"Die Rosenvilla" ist ein toller Roman über starke Frauen und die Widrigkeiten des Lebens, die es für sie zu meistern gilt. Tolle Charaktere, eine runde Geschichte und ein lebendiger Schreibstil machen das Buch zu einer wahren Buchpraline, deren Aromen auch nach dem Lesen noch nachhallen. Für Fans von Romanen über Familiengeschichten und ihre Geheimnisse absolut zu empfehlen.

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Frauen, Rosen und Schokolade

Anna ist ein Dresdner Schokoladenmädchen. Sie liebt Schokolade, und mit ihren zweiunddreißig Jahren hat sie sich etwas flirrend Mädchenhaftes bewahrt. Als Erbin einer alteingesessenen Dresdner Schokoladendynastie tritt sie in die Fußstapfen ihres Großvaters und kreiert feinste Schokoladenprodukte. Denn Anna besitzt den erlesenen Geschmackssinn ihres Großvaters.

Gleichzeitig schlägt ihr Herz für Rosen. Und sie träumt von einer Familie, einem Mann, Kindern, doch noch ist ihr das Glück nicht hold gewesen. Bis auf die letztgenannten Dinge könnte es ansonsten nicht besser laufen. In der Altstadt ihrer sächsischen Heimat hat sie ihr zweites Geschäft eröffnet und zugleich die ehemalige Familienvilla zurückgekauft. Deren Garten soll wieder das werden, was er einst war. Ein Paradies für Rosen. Anna will, dass die Rosenvilla im alten Glanz erstrahlt.

„Ich möchte… das Gestern in das Heute einladen und sehen, wie die beiden sich vertragen.“ (Seite 25)

Während der ersten Arbeiten wird im Garten eine vergrabene Schatulle gefunden, die neben einer zerrissenen Perlenschnur, Babyhärchen und einer Spiegelscherbe unter anderem ein Bündel verblasster Briefe, die Fotografie einer Frau, die Anna wie aus dem Gesicht geschnitten, ihr aber völlig unbekannt ist, und unzählige lose, wie aus einem Tagebuch herausgerissene Blätter offenbart. Anna lässt sich in die Vergangenheit entführen und entdeckt bei ihren Recherchen mit Hilfe ihrer Freundin Hanka bislang achtsam gehütete Geheimnisse ihrer Familie, die bis ins Jahr 1892 zurückreichen und deren vorhandenen Verbindungen erst nach und nach sichtbar werden und damit selbst Einfluss auf Anna und ihr Leben nehmen.

Teresa Simon schreibt in „Die Frauen der Rosenvilla“ mit Leidenschaft über Schokolade und Rosen und verlockt einen, das Buch nicht ohne eine süße Nascherei zu lesen, um danach im Garten den Duft der Rosen zu genießen. Eine zauberhafte sinnenfreudige Kombination, die gelungen und glaubhaft ist, weil nicht nur die Begeisterung der Autorin für Rosen deutlich wird, sondern sie ebenfalls besondere Mühe bei der Beschreibung der Pralinenherstellung gegeben hat. Als Bonbon wartet das Buch am Ende mit sechs Pralinenrezepten und der Anleitung für einen selbst gemachten Eierlikör auf.

„Anna schloss die Augen und schmeckte nach. Ja, so konnte Schokolade eben sein, wenn sie mit Wissen und Liebe zubereitet wurde: mild und sinnlich, dunkel und üppig, seidig und glatt, himmlisch und luxuriös. Ruin oder Glück, Vergnügen oder Ekstase – und vor allem Trost. Und sie half beim Denken.“ (Seite 88)

Die Autorin schildert die Geschichten der Frauen der Rosenvilla in Zeitsprüngen. Neben Anna im Jahre 2013 sind es drei Frauen, die ihre „Gefühle und Gedanken in freudigen und schlimmen Zeiten“ von 1892, 1919 und 1938 zu Papier bringen – Helene, Emma und Charlotte. Und obwohl – dank unterschiedlicher Schriftarten – immer zu erkennen ist, welche Frau erzählt, ist der ständige und oft unvorhergesehene Wechsel eine Herausforderung, weil so die gerade aufgebaute emotionale Verbindung zur jeweiligen Protagonistin unweigerlich unterbrochen wird und dann erst einige Seiten weiter wieder eine Verknüpfung erfährt. Zwar folgen die Zeitsprünge keinem nachvollziehbaren konsequenten Rhythmus, so dass sich erst nach einer Weile Zusammenhänge erschließen, doch das Geschehen zieht einen letztlich trotzdem in den Bann.

Daneben schafft es die Autorin nicht nur, die jeweiligen historischen Hintergründe – sei es die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts oder die Situation beider Weltkriege – detailliert darzustellen und mit dem Schicksal der Schokoladenfabrik und ihrer Besitzer sowie der Menschen zu verbinden, sondern auch die Stadt Dresden in die Handlung einzufügen, so dass die Lust auf einen Besuch der sächsischen Hauptstadt wächst. Hierin zeigen sich Teresa Simons Stärken.

„Manchmal hasse ich diese Rosen beinahe, weil sie so schön und unberührbar sind. Sie blühen und vergehen. Nichts kümmert sie. Auch nicht, was mit uns Menschen geschieht.“ (Charlotte 1938, Seite 107)

Ebenso untermauert die Autorin hinsichtlich ihrer Protagonisten ihre Fähigkeit, dass sie deren Charaktere mit Einfühlungsvermögen in Szene setzen kann. So weisen ihre Heldinnen Formate auf, die einen deren vergangenes und gegenwärtiges Schicksal und den Reigen aus Liebe und Hass, Leidenschaft und Verlangen, Freundschaft und Respekt, Neid und Missgunst, Hoffnung und Vergebung mitempfinden lassen.

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Ein spannendes Familiengeheimnis

Im Prolog schreibt eine Frau einen Brief an ihre Tochter und hofft doch, dass diese ihn nie zu lesen bekommt…
Anna hatte sich der Schokolade verschrieben. Sie war die Erbin einer alten SchokoladenDynastie. Von ihrem Großvater hatte sie eine Villa in Dresden geerbt, die nach dem Krieg vom Staat konfisziert worden war. Diese Villa musste mit viel Geld renoviert werden, doch sie barg einige Überraschungen…
Beim Setzen eines Rosenstockes fand Anna eine Schatulle, die dort vergraben gewesen war. Und was sie in dieser Schatulle fand, sollte ihr Leben in seinen Bann schlagen….
Die Tagebuchblätter sortierte ihre Freundin Hanka, so dass sie die Schriften nur noch lesen musste…
Die Schrift auf den Blättern stammte von drei Personen, von den Frauen der Rosenvilla…
Warum hoffte diese Mutter, dass ihre Tochter den Brief nie zu lesen bekommt? Weshalb hat sie ihn dann überhaupt erst geschrieben? Was enthält dieser mysteriöse Brief? Welche Geheimnisse kämen dadurch ans Tageslicht? Inwiefern barg die Villa Überraschungen? Und vor allem welche? Was war so spannend an den Schriften, dass Anna immer weiterlesen musste? Was enthüllten die vielen Zeilen, welche Geheimnisse gaben sie preis? Wer waren die Frauen der Rosenvilla? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich nicht ganz so leicht und flüssig lesen, wie ich es liebe. Es war für mich zu Anfang schon sehr verwirrend, weil man immer wieder ein bisschen von jeder Frau zu lesen bekam. Mal war es die eine, worauf dann eine andere folgte. Es hat dadurch ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drinnen war. Doch dann konnte ich mich gut mit den Protagonisten anfreunden und mit ihnen mitfühlen. Da zum Glück die Jahreszahlen bei den Kapiteln standen, war das dann nicht schwer. Am Ende gab es dann auch noch eine Überraschung. Allerdings hatte ich da bereits einen leichten Verdacht, was diese Überraschung betraf. Ich hatte da so meine Vermutung. Doch dazu natürlich hier nicht mehr. Obwohl ich anfangs etwas verwirrt war, hat mich das Buch doch in seinen Bann gezogen, ich wollte unbedingt wissen, was damals passiert war und das Buch hat mich gut unterhalten, hat mich nicht enttäuscht. Es hat mir sehr gut gefallen und ich spreche eine Lese-/Kaufempfehlung dafür aus.

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