Umberto Eco: Die Insel des vorigen Tages

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Umberto Eco: Die Insel des vorigen Tages
Verlag
ET (D)
1995
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
L'isola del giorno prima
ET (Original)
1994
ISBN-13
9783423123358

Informationen zum Buch

Seiten
556

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Handlungsort

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Umberto Ecos dritter Roman, Abenteuerstory, Liebesgeschichte und gewaltiges Zeitepos, spielt Mitte des 17. Jahrhunderts, zu Beginn der Aufklärung. Roberto de la Grive wird vom französischen Kardinal Mazarin auf eine streng geheime wissenschaftliche Expedition in die Südsee geschickt. Als er bereits einen Teil seines Auftrags erledigt hat, erleidet er Schiffbruch und wird an Bord eines verlassenen englischen Schiffes gespült. Dort findet er genügend Vorräte, aber auch exotische Pflanzen, ausgestopfte Tiere, Meßinstrumente und ihm unbekannte, merkwürdige Gerätschaften. Nach einiger Zeit an Bord merkt er, daß er nicht allein ist. Er trifft auf Caspar Wanderdrossel, einen Jesuiten, der dem gleichen Geheimnis auf der Spur ist wie er selbst: dem Festen Punkt, der die Längengrade bestimmt.

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Ein bisschen Ausdauer muss man schon mitbringen, um diesen Roman zu lesen. Ich habe es nicht bereut, mich darauf eingelassen zu haben, gebe aber zu, dass ich durchaus meine Schwierigkeiten damit hatte.

Die Geschichte bewegt sich auf mehreren, ineinanderfliessenden Ebenen. In der Rahmenhandlung befindet sich Roberto de la Grive als Schiffsbrüchiger auf der Daphne, einem verlassen Schiff, das sich in der Südsee, genau auf der Datumsgrenze, befindet. Er schreibt seine Erinnerungen nieder und damit verbunden sind zahlreiche Rückblenden in den Dreißigjährigen Krieg und seine Zeit in Paris. Unterbrochen wird diese Einsamkeit durch die zeitweilige Anwesenheit eines Jesuitenpaters, der sich Robertos annimmt. Später beginnt Roberto, einen Roman zu schreiben, in dem seine Geliebte und sein erfundener Bruder Ferrante eine große Rolle spielen; hier beginnen sich Wahrheit und Fiktion zu vermischen, so dass nicht mehr klar zu sein scheint, was Roberto nun tatsächlich erlebt hat und was ihm seine Phantastereien eingeben.

Anfangs dominiert der Geschichtsunterricht, der sich insbesondere auf die Geschehnisse des Dreißigjährigen Krieges in Oberitalien bezieht. Später nehmen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Barockzeit einen breiten Raum ein, wie zum Beispiel das noch nicht gelöste Problem der Längengradbestimmung oder die Wirkungsweise des sog. sympathetischen Pulvers. Und je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr beschäftigen philosophische Fragestellungen und Denkkonzepte den Leser.

Dabei fand ich die Gedankengänge, beispielsweise über die Vielzahl der Welten, über das Wesen der Zeit, über die Hölle und über das Denken der Steine durchaus interessant; nur in dieser geballten Form schlich sich dann doch eine gewisse Langatmigkeit ein, die mir das Lesen einigermaßen schwer machte, zumal diese Passagen zu Lasten der Rahmenhandlung gehen, die sich gerade im letzten Drittel auf eine Minimum beschränkt.

Der Roman strotzt nur so vor Anspielungen und Symbolen, von denen ich vermutlich nur einen Bruchteil erkannt habe, wie zum Beispiel Cyrano von Bergerac, der wohl für einen Protagonisten Pate stand. Auch Isaac Newton meinte ich in einem jungen Wissenschaftler zu erkennen. Der Sprachstil von Umberto Eco ist elegant und brilliert mit ausschweifenden Sätzen, interessanten Wortspielen und einer präzisen Beschreibung von Denk- und Sinnbildern.

Bestimmt ist dieser Roman nicht der einfachste von Umberto Eco und er hat sicher seine Schwächen, aber trotzdem bin ich beeindruckt, wie der Autor die Geschichte aufgebaut und ausgearbeitet hat. Dass einiges zu Lasten der Lesbarkeit geht, ist sicher ein berechtigter Vorwurf; ebenso, dass die Geschichte an manchen Passagen mit philosophischen Betrachtungen überfrachtet ist. Für diesen Roman muss man Zeit mitbringen und sich vom Autor mit auf die Reise nehmen lassen, egal ob in die Südsee oder auf den Mond. Jedenfalls bereue ich nicht, das Buch gelesen zu haben, wenn es auch schwere Kost war

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In "Die Insel des vorigen Tages" zeigen sich wieder einmal eindeutig die hohen literarischen und sprachlichen Fähigkeiten des Umberto Eco. Es ist noch psychologischer und wissenschaftlicher als seine anderen Bücher und auch entsprechend zäh zu lesen. Wenn man sich jedoch für diese Form des Philosophierens interressiert ist es ein absolutes Muss.

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