Joyce Hinnefeld: Die Luft, die uns trägt

Joyce Hinnefeld: Die Luft, die uns trägt

Hot
 
4.2 (2)
 
0.0 (0)
2954   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Joyce Hinnefeld: Die Luft, die uns trägt
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
In Hovering Flight
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783442739912

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Glaubt man John James Audubon, gab es im südöstlichen Pennsylvania einst eine Vogelart namens Cuvier-Goldhähnchen, Regulus cuvieri, oder auch, wie Audubon sie gern nannte, Cuvier-Zaunkönig.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Es ist der Morgen nach Addies Tod, als ihr Ehemann, ein anerkannter Ornithologe, ihre schwangere Tochter und ihre engsten Freundinnen in einem kleinen Cottage an der Küste New Jerseys zusammenkommen. Sie schwelgen nicht nur in Erinnerungen an das eigenwillige Leben der Naturmalerin und engagierten Vogelliebhaberin, sie müssen auch eine Entscheidung treffen: Addie hatte einen letzten Coup geplant. Ihr Leichnam soll bei Nacht und Nebel auf einem Stück Land beerdigt werden, das ein geldgieriger Bauspekulant erwerben will. Nur so würde die bezaubernde Hügellandschaft erhalten, in der Addie angeblich das legendäre Cuvier-Goldhähnchen gesichtet hat, einen Vogel, von dem zuvor nur ein einziges Mal berichtet wurde. Sollen sie den ungewöhnlichen Herzenswunsch erfüllen? Um das herauszufinden, müssen sich die Hinterbliebenen erst einmal ihren eigenen Geheimnissen stellen ...

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.2
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Leiste Töne, glaubhaft und bezaubernd erzählt

Inhalt:
2002: Die Vogelmalerin Adeline genannt Addie stirbt an Krebs. Ihre Tochter Scarlet, ihr Mann Tom, ein bekannter Ornithologe und ihre besten Freundinnen Cora und Lou kommen zusammen um sich zu beraten. Denn Adeline hat einen ganz besonderen Wunsch für ihre Beerdigung... Die Erinnerungen an die Verstorbene bringen ans Licht was jeder von ihnen schon weiß: sie vermissen sie schrecklich. Scarlet versucht auf ihre Art auf zu schreiben was sie über die Mutter und ihre Liebe zu Tom, ihrer Freundschaft über die Jahre zu Cora und Lou weiß.

Meine Meinung:
Schon das Cover hat irgendwie suggeriert, das Buch könnte mir gefallen. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. "Die Luft, die uns trägt" ist ein ganz wunderbarer Roman, der mich schon auf den ersten Seiten bezaubern konnte. Joyce Hinnefeld erzählt ihre Geschichte in eher leisen Tönen und lässt ihr Zeit ohne dabei Längen in der Handlung zu produzieren. Irgendwie ist jeder Satz und jede Szene an der genau richtigen Stelle zur genau richtigen Zeit.

Besonders hat mir die Art und Weise gefallen, wie die Figuren miteinander in Zusammenhang stehen, was zwischen ihnen geschieht. Zudem sind sie menschlich und nicht zu erfunden. So ist die Liebe zwishen Addie und Tom nicht ohne Fehler und vielleicht gerade deshalb auch so wahr und schön. Meine persönliche Lieblingsfigur ist Scarlet, obwohl sie im Roman eher im Hintergrund agiert und in der Handlung nicht so oft auftritt. Irgendwie ist sie eben doch präsent. Im Grunde mochte ich jede Figur – was mir recht selten in einem Roman passiert, irgendjemanden mag man ja immer nicht Hier wuchs mir jede Figur ans Herz. Vielleicht, weil die Autorin allen Figuren den Raum lässt, den sie brauchen um Glaubhaft zu sein. Die Verbindung zwischen den drei Freundinnen Lou, Addie und Cora ist immer spürbar. Zugleich wird nicht ausgespart, in welcher Zeit die Drei Frauen studieren , heiraten Kinder kriegen. Das läuft aber eher nebenher, so das es nicht übertrieben ist (der Fokus liegt auf den Figuren und nicht auf dem historischen Hintergrund) , aber trotzdem zeigt wie sich vielleicht auch andere Frauen gefühlt haben könnten. Es vermischt sich mit der Handlung und wirkt daher passend, weil es eben auch so unaufdringlich beschrieben wird.
Und nebenbei geht es eben auch um die Vögel, vor alllem um Addies und Toms Zugang dazu. Mehr als einmal hatte ich die Zeichnungen die Addie malt richtig vor Augen. Sie werden zwar nicht detailgenau beschrieben aber irgendwie kann man sie sich trotzdem vorstellen, weil ihre Leidenschaft für das Zeichnen dieser Tiere eine wichtige Rolle für ihre Persönlichkeit spielt und daher auch in der Geschichte immer wieder thematisiert wird.
"Die Luft die uns trägt" ist wirklich ein sehr schöner Roman, der unaufdringlich daher kommt, in dem aber so viel mehr steckt als man auf den ersten Blick denken könnte.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Ein bewegendes Buch, das noch lange nachwirkt

Nach dem Tod von Addie müssen ihr Mann Tom und ihre Tochter Scarlet nicht nur mit dem Verlust klar kommen, sondern sich auch noch Gedanken darüber machen, wie sie ihren letzten Wunsch erfüllen können. Addie war nämlich fast die Hälfte ihres Lebens aktive Umweltschützerin und will auch noch mit ihrem Tod einem Bauunternehmer, der für eine neue Siedlung einen ganzen Wald niedermachen möchte, das Leben schwer machen. Daher hat sie sich gewünscht, dass sie auf dem Land, das bebaut werden soll, begraben werden möchte. Jedoch müssen Tom, Scarlet und die beiden Freundinnen von Addie nicht nur das klären, sondern auch ihre gemeinsame Vergangenheit bewältigen, um ihr eigenes Leben wieder genießen zu können.

Im Fokus des Buches stehen Vögel: Tom und Addie sind leidenschaftliche Vögelbeobachter und geben diese Leidenschaft auch an ihre Tochter weiter. Viele Handlungen und Gespräche nehmen daher auch immer wieder Bezug auf Vögel und oft gibt irgendein Vogel eine Metapher für einen Lebensabschnitt. Darüber hinaus sind Tom und Addie auch sehr umweltbewusst, was sich bei Addie jedoch im Laufe der Zeit bald zu einer regelrechten Obsession auswirkt. Dabei ist mir das gesamte Buch über nicht klar geworden, ob es ihr wirklich um die Umwelt geht oder ob sie mit ihrem Eifer etwas anderes versucht zu kompensieren.

Denn zum anderen zeigt das Buch auch anhand von Addie und ihren beiden Freundinnen Frauenschicksale in den 60er und 70er Jahren. Junge motivierte Studentinnen, die nach der Uni heiraten, Kinder bekommen und irgendwann einen Sinn in ihrem Leben suchen. Während Addie ihre gesamte Energie in Umweltschutzaktivitäten steckt, bleibt Cora still im Hintergrund und gibt sich an etwas die Schuld, das sie doch nie hätte ändern können. Die laute und verführerische Lou dagegen fährt ihre Krallen aus und schlägt um sich, ohne zu bemerken, dass sie sich dabei am meisten selber verletzt.

Scarlet, die nächste Generation, scheint diejenige zu sein, die ausbricht und es vielleicht doch schon schafft ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Das Buch hat sich dabei sehr schnell lesen lassen und ich konnte es oft gar nicht aus der Hand legen. Dabei hat es mich oft sehr aufgewühlt und auch am Ende sehr melancholisch zurück gelassen. Teilweise fand ich es sehr deprimierend , dann wieder war es wunderschön. Obwohl der Erzählstil eher distanziert ist, ist mir das Buch sehr nahe gegangen und hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben.

Alles in allem ein sehr bewegendes Buch, dass noch lange nachwirkt und wahrscheinlich für jeden Leser andere Botschaften enthält.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue