Norman Mailer: Die Nackten und die Toten

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Norman Mailer: Die Nackten und die Toten
ET (D)
1950
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Naked and the Dead
ET (Original)
1948
ISBN-13
9783404150779

Informationen zum Buch

Seiten
701

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Niemand vermochte zu schlafen.

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In seinem 1948 erschienener Erstlingsroman Die Nackten und die Toten schildert Norman Mailer die Eroberung der fiktiven Pazifikinsel Anopopei, auf der sich starke japanische Stellungen befinden. An der Nordspitze Anopopeis geht eines Morgens ein amerikanischer Truppenkonvoi mit 6000 Mann vor Anker. Der sich daraus ergebende Kampf um die Insel wird aus der Sicht von 13 Soldaten eines Infanteriezuges erzählt, parallel dazu aber auch aus der Perspektive des Divisionskommandeurs, des rücksichtslosen Strategen General Edward Cummings. Die Nackten und die Toten gilt noch heute als eines der bedeutendsten Erzählwerke über den Zweiten Weltkrieg.

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The Naked and the Dead

Irgendwann im 2. Weltkrieg: die philippinische Insel Anopopei ist von den Japanern besetzt. US-amerikanische Truppen landen im Norden der Insel, um sie zurückzuerobern. Dies geschieht jedoch nicht mit einer spektakulären Invasion à la D-Day, sondern es ist ein langsames Vortasten und Vordringen, man sondiert zunächst einmal das unwegsame Terrain zwischen Urwald und Gebirge, während der General versucht, eine Unterstützung durch die US Navy zu organisieren.

Das Hauptaugenmerk des Buches liegt auf einem durch vorhergegangenen Kämpfe bereits ziemlich dezimierten Platoon, einer Schicksalsgemeinschaft von Männern, die außer der Uniform, die sie tragen, und den Zweifeln an der Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes nur wenig gemeinsam haben. Es gibt die Abgebrühten, die Abgestumpften, die Empfindsamen und die Ehrgeizigen, sie sind ganz unterschiedlicher Herkunft und wären sich wohl im Zivilleben nie auf Augenhöhe begegnet. Die äußeren Umstände - das schwüle, feuchte Wetter, die unmenschliche körperliche Anstrengung, die ihnen bei ihren Erkundungsmärschen abverlangt wird, aber auch die zermürbende Langeweile an den Tagen, die sie mit Routinearbeiten rund um ihr Lager verbringen - tragen noch das Ihre dazu bei, dass dieser Kampfeinsatz für alle Protagonisten die Hölle auf Erden ist.

Es dauert relativ lange, bis die richtige "Action" losgeht, und es gab die eine oder andere etwas zähe Passage im Lager, aber dieser langsame Aufbau lässt den öden Alltag unter schwierigen klimatischen Bedingungen besonders plastisch wirken und macht die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Protagonisten deutlich. Diese sind bei weitem nicht immer sympathisch, es gibt auch nicht "die" eine Identifikationsfigur, aber sie sind gut gezeichnet.

Mailer, der hier auf seine eigenen Kriegserlebnisse auf den Philippinen zurückgreift, zeichnet ein sehr ungeschminktes Bild des Kampfes im Südpazifik. Im Dreck und Matsch und der drückenden tropischen Hitze gibt in diesem Buch es keine edlen Helden, keine umjubelten Sieger. Es geht aggressiv zu, nicht nur dem Feind gegenüber, sondern auch untereinander. Anspannung, Angst und Hoffnungslosigkeit treiben jeden einzelnen an seine äußersten Grenzen. Die seelische und physischen Qualen sind enorm, letztendlich sind alle Figuren Opfer des Krieges, auch die, die äußerlich unverletzt überleben.

Mailer sagt selbst über den Roman, dass er keine Geschichte schreiben wollte, die sich hundertprozentig genau so abgespielt haben könnte, sondern anhand dieses einen kleinen Platoons, über das doch sehr viel Übel hereinbricht, exemplarisch all die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges darstellen wollte. Das ist ihm ausgezeichnet, wenn auch ziemlich deprimierend, gelungen.

Sprachlich merkt man ab und zu, dass es ein Frühwerk ist, es gibt ein paar Ausdrücke, die Mailer auffallend häufig verwendet. Was ich wiederum sehr gut gemacht fand, waren die Rückblenden, in denen er zeigt, wie das Leben der einzelnen Personen vor ihrem Eintritt in die Army aussah, und die zwar oft groben, aber (wohl gerade dadurch) sehr realistisch wirkenden Dialoge. Den Sprechern merkt man jeweils ihren Hintergrund ganz genau an, es wird viel Slang oder auch im Fall des mexikanischstämmigen Sergeants holpriges Englisch gesprochen, was erst mal leicht gewöhnungsbedürftig war, die Figuren aber noch authentischer wirken ließ.

Fazit: Bedrückend, aber sehr eindrucksvoll.

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