Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht

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Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Ce que le jour doit à la nuit
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783550087905

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Mein Vater war glücklich.

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Handlungsort

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Nach einem halben Jahrhundert trifft Jonas noch einmal die Freunde aus Jugendtagen. Er blickt zurück auf sein Leben und die bewegte Geschichte seiner Heimat Algerien. Unter dem arabischen Namen Younes wird er auf der Nachtseite des Schicksals geboren, als Jonas wächst er im europäischen Viertel der Küstenstadt Rio Salado auf. Dort begegnet er der schönen Französin Émilie - sie wird die große Liebe seines Lebens.Die Sehnsucht dieser beiden Menschen spiegelt über Jahrzehnte hinweg das dramatische Verhältnis von Orient und Okzident, zweier Welten, die einander so viel Leid zufügen und dennoch so verzweifelt um Versöhnung ringen. Dass sie möglich ist, zeigt Yasmina Khadras großer Roman auf unvergleichlich poetische Weise.

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Der arabische Junge Younes wächst im Algerien der 20er Jahre in ärmlichen Verhältnissen auf. Als sein Vater keinen anderen Ausweg mehr sieht, bringt er ihn zu seinem wohlhabenden Onkel. Man begleitet Younes, dessen Name im Laufe der Jahre zu Jonas abgeändert wird, auf seinem Lebensweg, lernt seine Freunde und später auch seine große Liebe kennen und gleichzeitig erfährt man, wie Algerien sich über diese Zeit verändert hat.

Das Buch hat wirklich sehr interessant und stark begonnen, um dann immer mehr nachzulassen. Die erste Hälfte hat mir noch sehr gut gefallen, man sieht den kleinen Younes aufwachsen, liest, wie er sich in der großen Stadt Oran zurecht findet, nachdem er die ersten Jahre seines Lebens auf dem Land gewohnt hat, fühlt mit ihm, als er alles Vertraute hinter ihm lässt und in ein neues Leben aufbricht und erfährt nebenbei auch immer wieder interessante Dinge über Algerien. Auch spürt man die Gegensätze, zwischen denen Younes als Araber unter Europäern feststeckt.

Leider verkommt die Geschichte in der zweiten Teil immer mehr zu einer uninteressanten, langweiligen Liebesgeschichte. Das politische und gesellschaftliche Geschehen in Algerien tritt immer mehr in den Hintergrund, obwohl das alles viel interessanter wäre, als die eigentliche Handlung des Buches. Zusätzlich wird das Verhalten der Hauptperson immer unerträglicher. Younes/Jonas bleibt während seines ganzen Lebens passiv, nie greift er aktiv in das Geschehen ein, immer lässt er sich nur treiben und alles mit sich geschehen, ohne jemals Widerspruch zu leisten oder sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dieser Charakterzug ist nur schwer nachzuvollziehen und auch kaum zu ertragen.

Auch sprachlich konnte mich das Buch nicht überzeugen, was allerdings auch an der Übersetzung aus dem Französischen liegen könnte. Die Sprache wechselt zwischen stark umgangssprachlichen Begriffen zu übertriebener Hochgestochenheit innerhalb weniger Sätze, außerdem wird nicht klar, warum einige Begriffe oder gar ganze Sätze kursiv gesetzt sind. Ein Glossar, der fremde Begriffe erklärt, wäre hilfreich gewesen, fehlt hier aber.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass das Buch in der zweiten Hälfte nicht hält, was die erste Hälfte versprochen hat.

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Younes ist ungefähr zehn, als die Familie nach einer durch Feuer vernichteten Ernte den heimischen Boden endgültig verlassen muß und nach Oran zieht, in den 1930er Jahren erfüllt von buntem Treiben, mit heruntergekommenen Vierteln der Armen, vor allem der Araber, und prächtigen Häusern, vor allem der Europäer. Zwar lebt der Bruder des Vaters in der Stadt, aber Issa will von ihm keine Hilfe annehmen, sein Stolz verlangt, daß er seine Familie selbst ernährt und sich allein wieder hochkämpft. Das ist angesichts der vielen Arbeitssuchenden der Stadt nicht ganz einfach, aber irgendwie schafft Issa sogar einen bescheidenen „Wohlstand“. Diesen will er in ein Geschäft investieren, aber er wird betrogen, ausgeraubt und verprügelt. Nachdem er seine Rache am Täter genommen hat, bringt er Younes zu seinem Bruder Mahi und verschwindet, Frau und Tochter bleiben allein zurück.

Mahi, Apotheker und mit einer Chistin verheiratet, freut sich wie seine Frau Germaine sehr über den unverhofften Sohn. Sie überschütten Younes mit ihrer Liebe und der Junge gewöhnt sich schnell an das sehr viel komfortablere Leben. Mahi ist ein Intellektueller, unterstützt die Ideen einer algerischen Unabhängigkeit, wenn auch auf einer sehr abstrakten Ebene. Trotzdem wird er eines Tages verhaftet, aus dem Gefängnis zurückgekehrt ist er nicht mehr der Mann, den Germaine und Younes kannten. Um der dauernden Beobachtung in Oran zu entgehen, zieht man nach Río Salado. Younes hat einige Schwierigkeiten dort Freunde zu finden, aber schließlich landet er in einer Gruppe junger Leute, die für die kommenden Jahre seine Begleiter in dem trägen Leben werden, das man in Río Salado führt. Bis zunächst eine junge Frau namens Émilie und dann der Unabhängigskrieg auch diesen Ort erschüttern.

War der erste Teil bis zum Umzug nach Río Salado noch interessant und ließ einiges für das weitere Geschehen und Younes' Rolle darin erhoffen, so verflachte die Erzählung von da ab zusehends und in raschem Tempo. Daher läßt sich leider nur von einem guten ersten Viertel sprechen.

Younes ist ein furchtbar passiver Charakter, der durch sein Leben getrieben wird, keine eigenen Entscheidungen trifft, sondern sich von jedem X-beliebigen seine Handlungen vorschreiben läßt. Kein Wunder, daß unter solchen Umständen auch die „große Liebe seines Lebens“ keine Erfüllung finden kann. Allerdings liegt das nicht daran, daß er und sie aus verschiedenen Welten kommen, wie z. B. der Klappentext suggeriert. Im Gegenteil könnte diese ausgesprochen banale Liebesgeschichte auch in einem deutschen Provinznest genauso passieren, einzig die wenigen Eingriffe des Krieges in Younes' Leben wären in Hintertupfingen wohl nicht zu erwarten. Aber da Younes sich nicht besonders für diese Kriegsaktionen interessiert und auch daran nicht aktiv teilnimmt, ist der Einfluß auf sein Leben eher gering.

Auch die anderen jungen Männer aus seiner Clique sind nicht viel interessanter, egal welcher Konfession und/oder sozialen Schicht sie angehören. Es gibt eine Reihe Animositäten, die sich bis zu regelrechtem Haß steigern, aber beim Wiedersehen als alte Männer Jahrzehnte später verfällt man in Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung. Alle Unstimmigkeiten sind wie weggeblasen. So plätschert die Story vor sich hin und erschöpft sich in Belanglosigkeiten, von denen man sich als Leser fragt, warum man das eigentlich lesen soll. Das wäre vielleicht noch zu ertragen, wenn es in sprachlich herausragender Form erzählt wäre, was aber leider auch nicht der Fall ist. Nein, entgegen der Anpreisungen in Klappentext und Blurbs: Dies ist weder ein großes Epos noch großartige Literatur und auch keine erschütternde Zeitgeschichte, sondern einfach ein langweiliger Roman. Eigentlich ist es für zwei Leseratten nicht gut genug, dafür muß ich viel guten Willen aufbringen.

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