Elizabeth Kostova: Die Schwanendiebe

Elizabeth Kostova: Die Schwanendiebe

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Elizabeth Kostova: Die Schwanendiebe
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Swan Thieves
ET (Original)
2010
ISBN-13
9783827009036

Informationen zum Buch

Seiten
669

Sonstiges

Erster Satz
Vor dem Dorf gibt es eine Feuerstelle, die den tauenden Schnee schwärzt.

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Handlungsort

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Der Psychiater Andrew Marlow liebt seinen Beruf, seine gelegentliche Malerei und sein unabhängiges Leben. Als der berühmte Maler Robert Oliver sein Patient wird, ist es damit vorläufig vorbei. Der Künstler hatte versucht, ein Gemälde in der National Gallery of Art in Washington mit einem Messer zu attackieren. Béatrice de Clerval ist eine begabte junge Malerin in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Paris. Ihr Mentor Olivier Vignot veranlasst, dass eines ihrer Gemälde unter Pseudonym in einer Salon-Ausstellung der Impressionisten gezeigt wird. Was hat das Schicksal dieser Künstlerin, deren Briefe an ihren Malerfreund sich im Besitz des genialen Künstlers Robert Oliver befinden, mit dessen zerstörerischem Wahn zu tun? Mit großer psychologischer Einfühlung beschreibt Elizabeth Kostova in ihrem spannenden neuen Roman die Geschichte einer Obsession, einer großen Liebe - und wie die Liebe zur Kunst die Seelen der Menschen bewegt.

Autoren-Bewertungen

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Eine Hommage an den Impressionismus

Nachdem mir "Der Historiker" ausgesprochen gut gefallen hatte, bin ich auch von dem zweiten Roman der Autorin sehr angetan. Spielend leicht gelingt es ihr den Leser zu fesseln und in die Handlung zu ziehen. Dabei entfaltet sich diese erst nach und nach, wie ein Bild das gemalt wird und dessen Entstehungsprozess man mitverfolgen kann.
Es geht vor allem um Kunst (Impressionismus im Besonderen) und die Figur des Robert Oliver, dessen Leben der Lesen allerdings nur indirekt kennenlernt, durch die Erzählungen der Frauen die ihn geliebt hatten und seine Bilder, die sein Psychiater Marlow aufsucht, um seinen Patient besser verstehen zu können. Und dann ist da noch ein Erzählstrang, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielt, zu einer Zeit als der Impressionismus langsam Gestalt annimmt. Zu Beginn fragt man sich was dieser denn soll aber langsam wird einem klar das hier eine Verbindung bestehen muss. Lange kann man nur erahnen, was es wohl damit auf sich haben könnte. Geschickt leg die Autorin eine Fährte ohne das sie dabei zu viel verrät.
Der Roman ist eine Hommage an den Impressionismus und gleichzeitig auch ein psychologischer Roman. Man fragt sich, weshalb dieser begabte Mann an seinem Leben scheitert, warum er ein Bild zerrstört, eben was es damit auf sich haben könnte. Fast wie in einem Krimi mit Marlow als Detektiv geht man auf Spurensuche. Diese Spurensuche hat mir sehr gefallen und ich tauchte in die Welt des Romans ein und war erstaunt dass ich beim Aufschauen nicht eines der beschriebenen Bilder, an der Wand hängen sah.

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Die Schwanendiebe

Marlow ist Psychiater, seine Leidenschaft ist allerdings die Malerei. Als es um die Beurteilung und Behandlung eines bekannten Malers, Robert Oliver geht, der in einem Museum mit einem Messer auf ein Bild losgegangen ist, denkt sein Kollege gleich an ihn und überweist ihm den Künstler. Dieser schweigt allerdings beharrlich, so dass Marlow zum Detektiv wird und in Gesprächen mit seiner Umgebung versucht, das Motiv zu ergründen. So wechselt der Roman immer wieder zwischen Marlows Nachforschungen, den Berichten, die recht chronologisch von der Vergangenheit des Künstlers erzählen und einer Reihe von Briefen aus dem 19. Jahrhundert, die der Maler bei sich hatte und die von einer französischen Malerin dieser Zeit stammen.

Ich kann Marlows Motivation für diese ganzen Nachforschungen allerdings nicht nachvollziehen, solche Mühe kann er sich ja schließlich nicht bei jedem Patienten machen und so besonders kommt mir Robert nun auch nicht vor. Nun gut, beide sehen sich in erster Linie als Maler und der Patient ist noch dazu ein recht bekannter, aber mir reicht das nicht. Roberts Motiv, sofern man bei einem tatsächlich psychisch kranken Mann davon sprechen kann, wird ebenso wie der Bezug zum Titel des Romans, der dann plötzlich Sinn ergibt und gut gewählt erscheint, erst im letzten Viertel aufgeklärt. Bei einem Krimi habe ich nichts dagegen, lange im Dunkeln gelassen zu werden, aber hier löst sich die ganze Angelegenheit praktisch in Wohlgefallen auf, die Auflösung hat diese Bezeichnung nicht wirklich verdient.

Ich habe mich nicht wirklich gelangweilt, die Autorin hat ihre Geschichte schon recht nett erzählt und wenn man sich für Malerei interessiert, sind die Einblicke in den malerischen Alltag sicherlich recht faszinierend, aber eigentlich plätschern die Geschehnisse die meiste Zeit nur vor sich hin, ohne echtes Ziel und ohne ein Vorankommen. „Der Historiker“ war zwar auch voll von Nebensträngen und „unnützen“ Passagen, beinhaltete aber deutlich mehr Spannung als „Die Schwanendiebe“, Kostova hätte hier völlig problemlos mindestens 100 Seiten aus dem Buch herauskürzen können, vermutlich sogar noch mehr – das hätte ein deutlich besseres Buch ergeben.

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Schwanendiebe

Der Psychiater Andrew Marlow teilt seine Arbeitszeit zwischen seiner Privatpraxis und einer psychiatrischen Klinik auf. In diese Klinik wird eines Tages der Maler Robert Oliver eingeliefert, nachdem er in der Washingtoner National Gallery ein Gemälde mit einem Messer attackieren wollte. Der Versuch, Oliver die Beweggründe für seine Tat zu entlocken, gestaltet sich äußerst schwierig, da der Maler seit dem Tag seiner Einlieferung kein Wort mehr spricht. Seine Tage verbringt er mit Malen - wobei so gut wie alle Bilder dieselbe Frau zeigen.

Marlow spürt, dass es mit dieser Frau eine besondere Bewandtnis hat. Da aus Robert Oliver selbst nichts herauszubringen ist, wendet er sich an die beiden Frauen, die in Roberts Leben eine große Rolle spiel(t)en, und setzt aus deren Berichten und den rätselhaften französischen Briefen, die Oliver mit in die Klinik gebracht hat, das Bild einer faszinierenden , aber auch schwierigen und geradezu fanatischen Persönlichkeit zusammen.

Auf einer zweiten Handlungsebene dreht sich das Buch um die französische Malerin Béatrice de Clerval, die den Impressionisten sehr nahe stand, ihre Werke aber Ende des 19. Jahrhunderts als Frau nicht veröffentlichen konnte, ohne ihren Ruf zu schädigen.

Ein charismatischer Maler, komplizierte Liebesbeziehungen, ein Psychiater, der alles daransetzt, hinter die Geschichte seines schwierigsten Patienten zu kommen und vor allem in der Vergangenheitshandlung wunderschöne Schauplätze wie das malerische Étretat in der Normandie - wunderbare Zutaten für einen Roman.

Leider wurde es nicht so geheimnisvoll und aufregend, wie ich mir erhofft hatte. Während Kostova in ihrem Erstling "Der Historiker" ausschweifend zu beschreiben verstand, ohne darüber den Spannungsbogen zu vernachlässigen, gerät sie hier über weite Strecken mächtig ins Schwafeln, ohne wirklich Interesse und Empathie für die handelnden Personen zu wecken. Insbesondere die Figuren um Béatrice de Clerval bleiben für meine Begriffe trotz der Einblicke in ihre Gedankenwelt recht blass.

Robert Oliver ist gut gelungen, seine widersprüchlichen Charakterzüge und sein nachlässiges Äußeres sind so lebendig eingefangen, dass nachvollziehbar wird, wie er auf Frauen anziehend und abstoßend zugleich wirken kann. Die Frauenfiguren in seinem Leben sind ebenfalls recht gut gezeichnet. Schön auch gelegentlich die Beschreibungen von Gemälden oder Landschaften.

Schade, dass sich die Handlung trotz aller durchaus dramatischen Ereignisse eher träge dahinschleppt. Auch wenn der Ansatz des Buches nicht uninteressant ist, konnte mich das Buch nur wenig fesseln, und die Auflösung des "Geheimnisses" um Béatrice hat mich nicht überzeugen können. Eine straffere Erzählweise hätte dem Buch definitiv gutgetan.

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Gleich vorweg: Fans des sensationellen Debütromans "Der Historiker" von Elizabeth Kostova werden von diesem Roman eher enttäuscht sein. Auch meine sehr hohe Erwartungshaltung an dieses Buch konnte nicht ganz erfüllt werden.

Ausgangspunkt ist die Therapie des Malers Robert Oliver, die seinen Psychotherapeuten vor eine schwere Aufgabe stellt; hat sich dieser Patient doch dazu entschlossen, nicht mehr zu reden. Also fängt Andrew an, in Roberts Vergangenheit herumstöbern, die Menschen zu befragen, die mit ihm zu tun hatten und Roberts Geschichte aus deren Perspektive zu betrachten. Diese Gespräche und Rückblenden nehmen einen großen Raum innerhalb des Romans ein und führen dazu, dass sich insbesondere die ersten zwei Drittel sehr handlungsarm gestalten.

Verheißungsvoll klingen daher die kurzen Besuche ins 19. Jahrhundert, bei denen der Leser nach und nach in das Leben einer weiteren Malerin eintaucht, nur dass diese natürlich längst verstorben ist. Es liegt auf der Hand, dass die Schicksale von Robert und Beatrice auf irgendeine Weise verwoben sind, nur hatte ich eine völlig falsche Erwartungshaltung und wartete immer darauf, dass eine übersinnliche Komponente mit ins Spiel kommt. Diese Vorstellung wurde nicht erfüllt; am Ende geht es viel eher um Familiengeheimnisse und Verschwörungen, und ich blieb angesichts einer eher banalen Auflösung der ganzen Rätsel mit einem Gefühl der Verwirrung zurück. Dazu noch bin ich über ein einige Logikfehler gestolpert, die mich am Plot doch etwas haben zweifeln lassen.

Die Stärke des Romans liegt eindeutig in der Art, wie er dem Leser die bildende Kunst näher bringt. Dabei spielen ganz profane Dinge wie Maltechniken, Lichtverhältnisse und Farbmischungen mit hinein, aber auch das Empfinden des Malers und sein Antrieb, das zu tun, was er tut, wird dem Leser in einer eindringlichen Art näher gebracht. Mir haben diese Einblicke sehr gut gefallen und ich empfand die Lektüre in diesem Punkt als Erweiterung meines Horizontes.

Sprachlich hat mich Elizabeth Kostova ein weiteres Mal mit ihrem eleganten, ausgefeilten Sprachstil begeistert. Ich kann nur bewundern, wie sie für jede Situation die passenden Worte findet und das Innenleben ihrer Figuren transparent macht.

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#1 Rezensent
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Andrew Marlow ist zwar Psychiater mit Leib, doch seine Seele gehört der Malerei. Aus diesem Grund erscheint er auch als der am besten geeignete Arzt für den berühmten Maler Robert Oliver. Der Künstler wurde bei dem Versuch, das Gemälde der Leda in der National Gallery of Art in Washington mit einem Messer zu attackieren, verhaftet und befindet sich nun in psychiatrischer Behandlung. In der Privatklinik malt er wie besessen eine einzige Frau. Immer wieder und unterschiedlich in Szene gesetzt. Mehr als 100 Jahre zuvor veranlasste Olivier Vignot die junge Malerin Béatrice de Clerval dazu, eines ihrer Gemälde unter Pseudonym in einer Salon-Ausstellung der Impressionisten zu zeigen. Andrew Marlow muss nun herausfinden, wie das Schicksal Robert Olivers mit dem von Béatrice über die Zeiten hinweg verbunden ist, doch noch dringender muss er erfahren, wer die geheimnisvolle Unbekannte ist, die der Maler immer wieder auf seine Leinwand bannt.

"Die Schwanendiebe" ist keine leichte Lektüre. Man muss viel Geduld mit sich bringen, denn die Geschichte entwickelt sich zunächst sehr langsam. Marlow erfährt von dem schweigsamen Robert Oliver nichts, weshalb er in dessen Umfeld eindringen und dessen Exfrau Kate und Freunde befragen muss. Weitere Indizien liefern ihm die Briefe von Béatrice de Clerval an ihren Onkel und Mentor Olivier Vignot. Sehr elegant verflechtet Elizabeth Kostova hier die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Einmal aus der Sicht Marlows, dann wieder aus der von Kate. Unterbrochen von den Briefen, um wiederum zu einer anderen wichtigen Person zurückzuschwenken oder gar kurz im ausgehenden 19. Jahrhundert zu verweilen. Der Leser ist immer genauso schlau wie Andrew Marlow und so lösen sich die Knoten des Fadens kontinuierlich, aber doch sehr langsam.

An dem Buch werden vor allem Menschen mit einem Gespür für Malerei ihre wahre Freude haben. Ich muss zugeben, dass mir dieses Gespür bei der Lektüre öfter fehlte und ich einen langen Atem zeigen musste. Oft verlieren sich die Protagonisten in ihren Geschichten und man gewinnt den Eindruck, dass sie sich selbst gerne reden hörten. Vielleicht wirkt aber auch Andrew Marlow als Psychiater auf andere "redestromfördernd". Oft haben diese Lebensgeschichten zwar direkt etwas mit Robert Oliver zu tun, manchmal erscheinen sie jedoch eher überflüssig, ermüdend und die Handlung aufbauschend.

Die amerikanische Autorin Elizabeth Kostova, die mit ihrem Debüt "Die Historikerin" bereits einen Bestseller vorgelegt hat, überzeugt durch einen sprachlich ausgereiften Schreibstil und es ist ein Genuß, das Buch zu lesen. In "Die Schwanendiebe" schildert sie nicht nur das Schicksal des gescheiterten Künstlers Robert Oliver, sondern auch verschiedene Formen der Obsession. Die Besessenheit von der Kunst, der Malerei, der Schönheit - und der Liebe.

Ein großartiges Buch, das nur leider zu viele Längen hat, um perfekt sein zu können.

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