Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

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Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Mr. Penumbra's 24-Hour Bookstore
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783896674807

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Verloren im Schatten der Regale, falle ich fast von der Leiter.

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Handlungsort

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Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra ist ein spannendes literarisches Rätsel und ein inspirierendes und philosophisches Buch voller einzigartiger Charaktere und visionärer Ideen.

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Wohlfühlbuch

Clay Jannon ist arbeitslos. Auf der Suche nach einem Job findet er die Buchhandlung von Mr. Penumbra und wird von diesem als Verkäufer für die Nachtschicht eingestellt. Schnell merkt Clay dass Mr. Penumbras Buchhandlung Geheimnisse birgt. Mit viel Neugier und Hilfe von Freunden wie Computern versucht er diesen auf den Grund zu gehen.

Diese Geschichte ist eine Geschichte von Rätseln über und mit Bücher, die mit der Hilfe von Computern oder auch nur einem Hörbuch und einer Lupe gelöst werden. Es ist eine weitgehend unaufgeregte Erzählung. Wer Action sucht ist hier fehl am Platz. Die Spannung ist deshalb nicht zerreißend, aufgrund des Rätsels rund um die Buchhandlung und deren Bücher (ich liebe Rätsel) aber dennoch vorhanden. Man braucht auch nicht um die Charaktere zu fürchten, denn in wirklich brenzlige Situationen kommen diese selten bis nie. Das klingt vielleicht erst einmal langweilig, macht das Buch aber für mich wunderbar stressfrei und entspannend. Ein Wohlfühlbuch - sofern man in der Stimmung dafür ist kann man es gut genießen.

Alles in allem hat mir das Buch überwiegend sehr gut gefallen. Da wäre zum einen der oben genannte Wohlfühlcharakter. Zudem mochte ich die verschiedenen Charaktere (auch mit ihrem teils leichten Schrullen), die geheimnisvolle Stimmung rund um den Buchladen, die verschrobenen Novizen und auch andere kleine Details am Rande. Selbst das Clay ziemlich viel Hilfe bei der Lösung bekommt (es ist doch praktisch Freunde zu haben, die entweder Geld oder Beziehungen zu Google haben) fällt für mich da nicht negativ ins Gewicht. Das Buch war einfach zu angenehm zu lesen.

Der einzige richtige Kritikpunkt ist für mich die permanente Präsenz von Google. Google hier, Google da, Google als (gefühlter) Heilsbringer. Etwas weniger wäre hier auch ganz schön gewesen.Wobei am Ende geht es ja irgendwie doch ohne Google, das fand ich dann wiederum gut. :-)

Ein wunderbar entspannendes Buch mit und über Bücher, mit wesentlich zu viel Google, dafür aber sympathischen Charakteren. Für stressfreie Nachmittage wenn einem nicht der Sinn nach Action steht.

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Anstatt Büchern gibt es viel Schleichwerbung für google

Der arbeitslose Webdesigner Clay Jannon landet bei der Arbeitssuche in der Buchhandlung von Mr. Penumbra. Dieser stellt ihn ohne große Nachfrage ein und bittet ihn nur darum akribisch besondere Besucher, die sich besondere Bücher nur ausleihen, aufzuschreiben. Dabei nicht nur mit Namen, sondern auch Besonderheiten, wie Klamotten, Gemütszustand oder Ähnliches festzuhalten. Clay nimmt den Job dankbar an und hält sich auch an die Regeln, bis eines Tages seine Neugierde doch zu groß wird und er schließlich hinter das Geheimnis von Mr. Penumbra und seiner sonderbaren Buchhandlung kommt.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Clay Jannon geschrieben und hat für mich sehr vielversprechend begonnen. Clay kann teilweise herrlich selbst-ironisch und humorvoll sein und die ersten Seiten genoss ich seinen lockeren Tonfall und seine Art sich und die Welt nicht ganz zu ernst zu nehmen. Auch die Sonderheiten von Mr. Penumbra und von Clay's Mitbewohnern waren sehr amüsant und haben mich oft zum Grinsen gebracht.

Schließlich versucht Clay jedoch das Geheimnis der Buchhandlung heraus zu finden und die Suche selber gestaltet sich auch noch höchst unterhaltsam. Da taucht ein seltsamer Buchclub auf und alles erscheint sehr mysteriös, jedoch ist die Auflösung am Ende dann für mich eher enttäuschend gewesen. Während der Suche nach dem Geheimnis bekommt Clay v. a. viel Unterstützung von seiner Freundin Kat, die ein richtiger Nerd ist und sich entsprechend gut mit Computer und allem drum herum auskennt. Das war zuerst auch noch ganz spannend, aber irgendwann fand ich die ganzen Fachausdrücke und Redewendungen nur noch anstrengend und konnte die Handlung gar nicht mehr richtig genießen. Ich arbeite selber in der IT und kann mit den Begriffen schon etwas anfangen, aber sie so zahlreich und unangebracht in einem Buch wiederzufinden, hat mir gar nicht zugesagt.

Anstrengend fand ich dabei auch, dass Kat bei google arbeitet und für mich gefühlt richtige Schleichwerbung für diesen Konzern gemacht wurde. Die tolle Arbeitsatmosphäre, das tolle Essen usw. fand ich irgendwann sehr nervig und überhaupt gar nicht passend zur Geschichte.

Nach dem die Suche nach dem Geheimnis für mich gefühlt irgendwann ins Absurde abdriftet, gibt es am Ende eine Auflösung, die mich wirklich enttäuscht zurück gelassen hat. Am Schlimmsten ist dann noch, was aus der ehemals gemütlichen Buchhandlung wird, wobei ich dann endgültig nur noch den Kopf schütteln konnte.

Insgesamt für mich ein Buch, bei dem ich mich immer noch frage, welche Intension der Autor bei diesem Roman hatte und das mich nach einem gelungenen Auftakt leider sehr enttäuscht hat. Hätte ich es nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es wohl abgebrochen.

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Penumbra vs. Google

Clay Jannon steht vermutlich stellvertretend für eine Branche, die ebenso erfolgreich wie erfolglos sein kann: die Werbebranche. Als er nach einem spontanen Aufstieg seinen Job verliert, findet er sich spontan in einer kleinen, anfangs nur sehr verschroben wirkenden Buchhandlung in San Francisco wieder - die von Mr Penumbra. Obwohl er keinerlei Vorbildung oder Erfahrung besitzt erhält er den Job und übernimmt die Nachtschicht - eine von mehreren Seltsamkeiten, die typisch für den Laden sind. Denn der Laden ist nicht nur rund um die Uhr geöffnet, nein, die wenigen Kunden, die überhaupt erscheinen, kaufen nichts, sondern leihen sich die Bücher bloß aus. Anfangs kraxelt Clay auf der Suche nach den gewünschten Werken nur auf Leitern die über drei Stockwerke gehenden Regale hoch und runter, doch als er endlich einen Blick in einige Bücher wirft, stellt er fest, dass sie keine zusammenhängenden Texte enthalten, sondern stattdessen Buchstabenkollonnen, die keinerlei Sinn ergeben. Und so kommt Clay gemeinsam mit seiner Freundin Kat und seinem besten Kumpel Neel langsam hinter die mysteriösen Geheimnisse des Ladens: Mr Penumbra und sein Zirkel jagen einem uralten Geheimnis nach…

Puh, mit diesem Buch habe ich mich wirklich ein bisschen schwer getan - und noch schwerer mit der Rezension. Das Problem beginnt im Grunde mit dem Cover und dem, was es gemeinsam mit dem Klappentext verspricht. Ich habe ein Buch für Buchliebhaber erwartet, in dem es um die Faszination das Lesens und Bücherfreunde geht, ein Roman mit Leidenschaft und geheimnisvoller Spannung gleichermaßen. Doch zuerst wurde ich von Google überrascht! Natürlich gehört die Hauptfigur Clay einer Generation (und vor allem einem Berufsstand) an, bei der das Internet, Social Media, Suchmaschinen & Co. nicht mehr wegzudenken sind, aber die Google-Hörigkeit des Protagonisten ging mir dann doch ein wenig auf die Nerven. Hat Robin Sloan einen Werbevertrag mit Google unterzeichnet und sich darin verpflichtet, dieses globale Unternehmen möglichst oft zu erwähnen und dabei im hellsten Licht erscheinen zu lassen? Na, dann Chapeau, es ist geglückt! Auch wenn ich nicht von mir behaupten kann, dass ich diese Suchmaschine nicht beinahe täglich mindestens einmal bemühe: so hörig bin ich dann noch nicht, dass ich wirklich glaube, dass Google das perfekte Unternehmen und ein absolut wünschenswerter Arbeitgeber ist! Und so verliert sich leider über die vielen Seiten der Charme des Buches, der Humor des Autors und die mysteriöse Atmosphäre der Geschichte und weicht einem stetig wachsenden Genervtsein über den Wettkampf zwischen alter, papierner, wissenhungriger Welt und neuer, digitalisierter und von Google mit Wissen gefüllter Welt… Eigentlich ein interessanter Wettstreit, doch die scheinbar moderne Überzeugung des Autoren, die aus jeder Zeile trieft, gewuchtet das Ganze leider zu stark. Aber auch die Figuren haben mich nicht restlos überzeugt: sie waren mir schon fast zu überzeichnet, denn sie wurden als absolut IT-hörige Nerds dargestellt - Nerds, die es sicherlich zuhauf gibt, aber für mich waren sie eben zu simpel auf ein Klischee "gestrickt" - natürlich vor allem, um einen möglichst krassen Gegensatz zu Mr Penumbra und seinen Kollegen zu bilden.
Tja, was bleibt zu sagen? Letzten Endes war ich froh, als ich das Buch zuklappen konnte und ehrlich gesagt war ich so enttäuscht wie schon lange nicht mehr von einer Lektüre: ich bin unter ganz anderen Voraussetzungen an das Buch gegangen und musste feststellen, dass die grundsätzlich großartige Idee und der Witz des Autors wirklich den Computern und ein Stück weit auch der immer farbloseren Umsetzung als Ganzes zum Opfer fielen. Schade, wirklich schade.

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(Aktualisiert: 16 Mai 2014)
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Tolle Lektüre über Möglichkeiten und Grenzen

Clay Jannon ist arbeitsloser Web-Designer in San Francisco. Um seine Miete zahlen zu können, ist er bereit, fast jeden Job anzunehmen. Zufällig sieht er die Stellenanzeige einer kleinen Buchhandlung und bewirbt sich in dem seltsamen Laden. Mr. Penumbra, der Inhaber, stellt ihn für die Nachtschicht ein, denn der Laden ist rund um die Uhr geöffnet.
Schnell stellt Clay fest, dass Penumbras Buchhandlung wirklich sonderbar ist. Sie haben nur wenige aktuelle Titel im Angebot, stattdessen kommen immer wieder Kunden, die Bücher aus dem hinteren Teil des Ladens ausleihen. Diese Bücher darf Clay sich nicht anschauen, stattdessen soll er aber genau Buch über die ausleihenden Kunden machen, die offensichtlich alle Mitglieder eines sonderbaren Clubs sind.
Natürlich wird Clay neugierig und schaut bald in eins der Bücher hinein, doch sie sind alle codiert geschrieben und er wird nicht schlau aus ihrem Inhalt.
Da ansonsten in der nächlichen Buchhandlung nicht viel passiert, fängt er an, ein 3D-Modell des Ladens zu progammieren. Als eines Nachts Kat, eine google-Mitarbeiterin, zufällig in den Laden stolpert und ihm bei seinem Modell hilft, macht er eine merkwürdige Entdeckung.

Wer hier eine Geschichte über Bücher und eine Buchhandlung erwartet, ist wahrscheinlich am Ende enttäuscht. Penumbra und seine Buchhandlung sind nur der Auftakt zur Suche nach einem unglaublichen Geheimnis, an dem eine geheime Gesellschaft schon seit hunderten von Jahren arbeitet.

Clay und Kat starten den Versuch, diesem Geheimnis mithilfe moderner Techniken auf die Schliche zu kommen und den Code dazu zu entschlüsseln. Google wird ziemlich häufig genannt und es gibt auch reichlich technische Details und Erklärungen, die ich größtenteils mangels Verständnis übersprungen habe.

Nichtsdestotrotz fand ich das Buch faszinierend. Lange war mir überhaupt nicht klar, wohin diese Geschichte führen wird, ich habe mich aber dank des humorvollen und amüsanten Schreibstils gerne auf die Reise eingelassen. Über manche Möglichkeiten in unserer heutigen vernetzten Welt bin ich regelrecht erschrocken, andere waren einfach beeindruckend.

Für mich war das Buch eine tolle Lektüre über Möglichkeiten und Grenzen sowohl des menschlichen Verstandes als auch der technologischen Entwicklung sowie der Frage, welchse von beidem am Ende wichtiger und erfolgreicher sein wird.

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Clay Jannon ist ein typischer "Digital Native" und ziemlich ratlos, als er während der Wirtschaftskrise seinen Job als Webdesigner verliert. Die Aussichten, etwas Vergleichbares zu finden, stehen einigermaßen schlecht, und so greift er zu, als ihn der rätselhafte Mr. Penumbra einstellen will, auch wenn seine neue Arbeit mit der schönen neuen digitalen Welt herzlich wenig zu tun hat. Penumbra betreibt nämlich die merkwürdigste Buchhandlung, die Clay je gesehen hat. Dass sie rund um die Uhr geöffnet ist und Clay die Nachtschicht übernehmen soll, ist noch das Normalste daran, denn ein Großteil der vorhandenen Bücher ist ganz anders als das, was man in einer gewöhnlichen Buchhandlung findet.

Mit der Zeit stellt sich heraus, dass es ein großes Rätsel zu lösen gibt, an dem Penumbra und andere "Eingeweihte" schon seit Jahrzehnten herumknabbern, und Clays Neugier ist geweckt. Gemeinsam mit seiner Freundin Kat, die bei Google arbeitet, und einigen anderen findigen Köpfen beschließt er, selbst sein Glück damit zu versuchen, unter Zuhilfenahme modernster Computertechnik, versteht sich.

Die Grundidee einer verwunschenen Buchhandlung mit verschrobenem Besitzer mitten im heutigen San Francisco hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Schilderungen der verwinkelten Räumlichkeiten und der seltsamen Stammkunden hatte mich recht schnell in ihren Bann gezogen, und auch Clay selbst als Ich-Erzähler gefiel mir sehr gut mit seinem trockenen Humor, der der Erzählung einige Würze verleiht.

Die Idee, ein uraltes Rätsel mit den Mitteln der hochmodernen IT zu knacken, war bei Clays und Kats Hintergrund äußerst naheliegend, hat der Lösung des "Falles" aber viel von ihrem Zauber genommen, und vieles ging einfach ein wenig zu glatt. Kaum tat sich ein Problem auf, war auch - zack! - schon eine clevere Patentlösung in Sicht. Nervig fand ich auch die ständige, schon fast hymnische Erwähnung von Google und dem dortigen Arbeitsumfeld. Das grenzte schon fast an Schleichwerbung (zum Glück nahm das irgendwann dann wieder ab).

Am Ende hat mich das Buch einigermaßen ratlos zurückgelassen. Des Rätsels Lösung war erstaunlich unspektakulär und der Weg dorthin zwar schon spannend, aber logisch sprunghaft oder eben, wie schon gesagt, viel zu problemlos. Die Charaktere blieben größtenteils auch eher flach, so dass als Fazit nur ein "Nice try" bleibt. Die Ansätze waren gut, aber Sloan hat aus einer tollen Grundlage leider zu wenig gemacht.

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Was, bitte schön, ist daran noch bibliophil?

Der Beginn der Story, was den Inhalt wie auch die Beschreibungen der Personen und der Atmosphäre in dem Buchladen anbelangt, waren sehr gut und spannend zugleich und machten es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Leider blieb das nicht so. Ab der Mitte des Buches merkte ich, dass ich mit völlig falschen Vorstellungen an dieses Buch herangegangen war. Anstatt auf eine Hommage an die Welt der Bücher - und zwar jener aus Papier - zu stoßen, prallten Dauerwerbungen für Google, Ebookreader, Apple-Laptops und IT-Business auf mich ein.

Der „Held“ des Buches, kümmerte sich relativ wenig um Ansichten und Rechte anderer, er selbst, ein selbst- und technikverliebter Egozentriker, macht sich selbst zum Mass aller Dinge, bestimmt gerne wo es lang geht, egal ob andere das möchten oder nicht. Er mischt sich permanent in Dinge ein, die ihn letztendlich gar nichts angehen und worum ihn vor allem niemals jemand gebeten hat. Er respektiert kein Eigentum anderer und Datendiebstahl wird hier zum Kavaliersdelikt heruntergespielt, wobei der Protagonist dann auch noch die Geschädigten ins lächerliche zieht, weil er ja so intelligent ist und Software umsonst bezieht. Bis auf den Buchhändler Penumbra wurden mir von Seite zu Seite die Protagonisten immer unsympathischer und gingen mir mit ihrer „Hier bin ich - was kostet die Welt - Mentalität“ einfach nur noch auf die Nerven.

Vielleicht bin ich zu alt, um diese Welt der „Jugend“ richtig aufzufassen, aber ich denke ich bin nicht zu alt um mir nach wie vor moralische und ethische Werte zu bewahren und konnte nur sehen, dass diese hier mit Füßen getreten werden. Ebenfalls ärgerte mich immens, dass alle älteren Protagonisten durch die Bank weg, als antiquiert, dämlich und hilflos charakterisiert werden, weil sie nicht alle Hürden und Probleme mittels Laptop, Google und dem World-Wide-Web lösen. Es wird nicht respektiert, dass es nach wie vor Menschen gibt, die gerne ihren eigenen Verstand und Geist arbeiten lassen und denen es vielleicht sogar Freude macht, Dinge eigenständig enträtseln zu wollen, ohne sich die Lösung via Internet ins e-mail-Fach flattern lassen. Dass vielleicht weniger die Lösung, als das Streben des menschlichen Geistes danach, das Ziel ist, auf diese abstruse Idee kommt natürlich von diesen jung-dynamischen-geistigen Überfliegern keiner.

Wie man merkt, nach der Hälfte des Buches ärgerte ich mich immer mehr und die Lösung des mysteriösen Rätsels war letztendlich, zumindest in meinen Augen, ebenfalls ein Reinfall. Als dann im Epilog noch geschildert wurde, was aus dem Buchladen wurde, habe ich nur noch fassungslos den Kopf geschüttelt. Was, bitte schön, ist daran noch bibliophil?

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Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Ob der Verlag keinen Fehler begangen hat als er das Buch damit bewirbt dass es "eine Liebeserklärung für jeden Buchliebhaber" ist, weiß ich nicht. Das weckte zumindest bei mir falsche Erwartungen. Das Buch ist eher das Gegenteil: Eine Liebeserklärung an das Internet, der digitalen Welt und vor allem Google.

Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen. Der Autor hat einen lockeren Schreibstil, beschreibt mit viel trockenem Humor und schafft es einen hohen Spannungsbogen aufzubauen.
Leider blieben manche Figuren etwas blass. Während ich Clay, die Hauptfigur, sehr mochte und seine Beweggründe immer nachvollziehen konnte, war zum Beispiel Kate dagegen zu oberflächlich beschrieben. Als Leser hatte ich zuwenig mit Kate zu tun um sie immer verstehen zu können. Das passierte mir auch mit anderen Figuren aus dem Roman.
Die Geschichte rund um den Geheimbund fand ich klasse. Allerdings wurden nicht alle Punkte ausreichend bedacht womit es manchmal unlogisch wurde. Ich würde ja einige Beispiele aufführen, müsste dann aber zuviel von der Geschichte verraten. Auch das Google eine ziemlich große Rolle einnimmt störte mich nicht. Im Gegenteil: Ich fand es sehr spannend zu lesen wie Kate und ihre Freunde versuchen mit Google das Geheimnis zu lösen.

Mit Sicherheit würde ich wieder ein Buch von diesem Autor lesen denn seinen Schreibstil mochte ich wirklich sehr. Punkteabzug gibt es für die unlogischen Punkte und die manchmal etwas dürftige Charakterbeschreibung.

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Buchdruck versus Internet

Der Ich- Erzähler Clay Jannon hat gerade seinen Job verloren und da er derzeit nichts anderes findet, bewirbt er sich absolut überqualifiziert als Verkäufer in einem Buchladen, nämlich dem von Herrn Penumbra. Ungewöhnlich ist für Clay nicht nur, dass er in diesem Laden die Nachtschicht übernimmt, denn der Buchladen hat 24 Stunden geöffnet, sondern auch dass die Kunden die Bücher gar nicht kaufen, sondern leihen. Als Clay dann noch entdeckt, dass es sich bei den Büchern um keine Romane handelt, sondern um Folianten mit Matrizen, ist er völlig aus dem Häuschen und nimmt den Leser auf die Erkundung eines Geheimnisses mit. Nur was wird er tatsächlich entdecken?

Der Einstieg in den Roman wird einem als Leser total einfach gemacht, da man beim Lesen mehr den Eindruck hat mit Clay zu plaudern als tatsächlich ein Buch zu lesen. Wir lernen die Buchhandlung Penumbras kennen und deren eigenartige Besucher. Doch im Verlauf der Geschichte wird sehr schnell klar, dass es sich eben nicht zwingend um ein Buch über Bücher handelt, denn vielmehr spielen das Internet und neue Technologien eine Rolle in diesem Werk.

Wer etwas für Informatik über hat, der wird sich in diesem Buch schnell selbst wiederfinden und es lieben. Wer jedoch glaubt, dass es sich um einen Roman handelt, der ausschließlich für bibliophile Leser gedacht ist und wo Leseratten als Protagonisten agieren, der wird wohl eher enttäuscht sein.

Ich habe das Buch anfänglich mit großer Begeisterung gelesen, denn es fesselte mich wirklich sehr. Ab der Mitte des Romans kommt aber eine sehr erstaunliche Wende, die ich so nicht erwartet hatte und die den Lesefluss erst einmal trübte, so dass die zweite Hälfte nicht ganz so gut war wie der Start der Geschichte.

Abschließend betrachtet muss ich jedoch gestehen, dass das Buch auf kuriose Art zu unterhalten wusste und man nun aber auch wirklich wissen wollte, was denn nun das große Geheimnis ist, nach dem wir suchen. Die gestrickten Handlungsstränge führen den Leser zu einem schlüssigen Ende mit dem ich durchaus zufrieden war.

Fazit: Lesenswerte Lektüre für all diejenigen, die von der heutigen Technik und dem technischen Fortschritt begeistert sind und ab und zu mal ein Buch lesen wollen.

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Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Der Roman „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ des amerikanischen Autors Robin Sloan ist ein unterhaltsames und geschickt ausgeklügeltes Verwirrspiel, bei dem der Leser lange rätseln muss, in welche Richtung sich die recht gemächlich beginnende Geschichte entwickeln mag. Handelt es sich nun um einen Roman über Bücher und Buchliebhaber, einen romantischer Liebesroman, einen Thriller über die Machenschaften eines ominösen Geheimbundes oder sogar einen Fantasy-Roman?

Robin Sloan hat in seinem fesselnden Roman eine sehr raffinierte Geschichte mit überraschenden Wendungen, vielen zu lösenden Rätseln und ausgeklügelten Details angelegt, so dass hier nicht zuviel verraten werden soll. „Eine bezaubernde Liebeserklärung an die Welt die Bücher“ wie von der New York Times angekündet ist dieses Buch allerdings nicht, rückt doch schon bald hochmoderne IT in den Mittelpunkt der Handlung und lässt leider Penumbras herrlich verschrobene Buchhandlung in den Hintergrund treten. Mit dem sympathischen Protagonisten Clay, der uns persönlich seine außergewöhnliche Geschichte erzählen möchte, begeben wir uns gerne auf eine aufregende, abenteuerliche Entdeckungsreise in die Welt der Bücher, Computer-Nerds und vieler Geheimnisse. Auch wenn die Handlung zeitweise etwas weniger tempo- und ereignisreich voranschreitet, ist man doch stets gespannt, wie sich all die entdeckten, verwirrenden Puzzlestücke zusammenfügen werden und fiebert der Aufklärung des Ganzen ungeduldig entgegen. Zu große Erwartungen an Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit der teilweise etwas zu problemlos erhaltenen Lösungen sollte man allerdings nicht haben. Am Ende werden alle Handlungsstränge geschickt zu einer schlüssigen Auflösung zusammengeführt, die ein halbwegs stimmiges Gesamtbild ergibt und nur wenige Fragen offen lässt.

Die zahlreichen Charaktere dieser Geschichte sind vielschichtig angelegt und mit ihren teilweise flippigen, skurrilen Persönlichkeiten lebendig gezeichnet. Hierzu zählen der geheimnisvolle Mr. Penumbra, die exaltierte „Google“-Mitarbeiterin Kat und weitere sehr außergewöhnlich schräge Freunde von Clay, die mit ihren nerdigen, aber teilweise auch recht klischeebehafteten Eigenarten für viel Unterhaltung sorgten. Teilweise bleiben einige Figuren auch etwas undurchsichtig, gaben mir Rätsel auf, auf welcher Seite sie überhaupt stehen, und konnten mich so am Ende umso mehr überraschen. Sehr gelungen ist vor allem Clay als sympathische Hauptfigur, aus dessen teils herrlich ironisch- sarkastischer Sicht wir seine Geschichte erleben. Im Laufe der Handlung wächst er regelrecht über sich hinaus und wird erwartungsgemäß zum wahren, wenn auch etwas zu überzeichneten Helden der Geschichte.

Begeistern konnte mich der bildhafte und abwechslungsreiche Schreibstil des Autors, der sowohl mit poetischen Bildern als auch mit sehr amüsanten und humorvollen Momenten angereichert ist. Sehr facettenreich und lebendig sind auch die Schilderungen der verschiedenen, teilweise recht bizarren Schauplätze, die wir auf unserer Entdeckungsreise aufsuchen – allen voran natürlich die faszinierende Buchhandlung Penumbras in San Francisco.

Fazit: Ein trotz einiger Schwächen ungewöhnliches, spannendes und vielschichtig angelegtes Leseabenteuer – witzig, skurril, nerdig und voller Überraschungen!

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(Aktualisiert: 16 Mai 2014)

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Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Clay Jannon ist auf Arbeitssuche und stolpert eher zufällig in die rund um die Uhr geöffnete Buchhandlung von Mr. Penumbra, wo er die Nachtschicht übernimmt. Schon bald merkt er, dass seltsame Dinge vor sich gehen, es gibt wenige Kunden, die meisten leihen sich nur seltsame Bücher aus dem hinteren Teil des Ladens aus. Zusammen mit seinen Freunden und einer ganzen Menge moderner Technik macht er sich auf die Suche nach des Rätsels Lösung.

Was als ein bibliophiles Werk mit einer wundervollen Buchhandlung beginnt, wird schnell zu einer Hommage an das Computerzeitalter. Google wird nicht nur einmal als alleskönnende Supermacht beschrieben und Rätsel, die Gelehrte in mehreren hundert Jahren nicht lösen konnten sollen von ein paar Programmierern in Sekunden geknackt werden. Das ist sehr schade, weil es auch dem Leser den Spaß verdirbt. Man kennt es doch, dass ein Protagonist auf seinem Abenteuer mit ein paar Schwierigkeiten konfrontiert wird, bei Robin Sloan ist jede Problemlösung allerdings nur einen Mausklick weit entfernt. Als das große Geheimnisse der letzten Jahrhunderte endlich entschlüsselt ist, wirkt es dann auch erstaunlich banal für den ganzen Aufwand, der betrieben wurde.

Clay Jannon als wunderbar ironischer Erzähler hat mir dafür sehr gut gefallen. Er ist selbst gefangen zwischen Tradition, echten Büchern, dem Charme der Buchhandlung Penumbras und dem Zeitalter von Computer und Internet. Trotz aller Technikaffinität spürt man immer wieder seine Liebe zu Büchern, was ihn mir natürlich zusätzlich sympathisch machte. Auch die anderen Figuren sind wirklich witzig und charakterlich ansprechend, weshalb ich trotz aller Kritik an der Handlung doch Spaß mit dem Buch hatte.

Schade ist allerdings auch, dass ständig indirekt Werbung gemacht wird für Google, Amazon und Apple. Das kann man auch nicht mehr damit erklären, dass Worte wie "googeln" in unseren Sprachgebrauch eingegangen sind und hinterlässt für mich deshalb einen faden Beigeschmack.

Robin Sloan hat mit "Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" einen unterhaltsamen Roman über ein uraltes Rätsel geschrieben, legt den Schwerpunkt aber zu stark auf Computer und Technik um wirklich "Eine Bezaubernde Liebeserklärung an die Welt der Bücher" (New York Times) geschrieben zu haben.

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