Alan Bennett: Die souveräne Leserin

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Alan Bennett: Die souveräne Leserin
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Uncommon Reader
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783803112545

Informationen zum Buch

Seiten
120

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Auf Windsor gab es ein abendliches Staatsbankett, und als der französische Präsident seine Position neben Ihrer Majestät eingenommen hatte, reichte sich die königliche Familie dahinter auf, und die Prozession setzte sich langsam in Richtung Waterloo Chamber in Bewegung.

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Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma'am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus - und kommt auf den Geschmack.

Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt und für den Leser bleibt kein Auge trocken.

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Queen Elizabeth macht den üblichen Spaziergang mit ihrer Hundemeute, als ihr zum ersten Mal bewusst der Bibliotheksbus vorm Dienstbotenflügel auffällt. Neugierig schaut sie sich um, leiht fast eher höflichkeitshalber ein Buch aus und kommt mit dem Küchenhelfer Norman ins Gespräch, der offenbar gerne liest.

Damit beginnt eine Leidenschaft, mit der die Queen auf ihre alten Tage nicht gerechnet hätte. Die Literatur lässt sie nicht mehr los. Ihre Repräsentationspflichten werden plötzlich halbherzig erledigt, die Politiker ein noch lästigeres Übel als sonst, Ma'am vernachlässigt gar ihre sonst so akkurat zusammengestellte Garderobe und liest, liest, liest!

Prinz Philip ist verwundert, der Hofstaat in Aufruhr, die Politik pikiert, man versucht ihr dezente Hinweise zu geben, dass diese unmögliche Leserei gänzlich unköniglich ist, doch die Queen lässt sich nicht beirren.

Eine charmante Novelle, very British indeed, die mit spitzer Feder die eingefahrenen Traditionen des Königshauses aufs Korn nimmt und gleichzeitig ein wunderbares Plädoyer für die Literatur und das Lesen ist.

Die Queen macht innerhalb kurzer Zeit eine gar nicht untypische Leseentwicklung durch, erweitert ihren Horizont auf ganz neue Weise und gerät dadurch ins Nachdenken über sich selbst als Person und als Amtsträgerin, zweifelt an der Sinnhaftigkeit ihrer entrückten Position und bereitet ihren Höflingen ganz schönes Kopfzerbrechen.

Im Original liest es sich relativ anspruchsvoll, es lohnt sich aber, Bennetts wohlgesetzte Formulierungen in der ursprüngliche Sprache zu lesen. Sehr hübsch ist auch das Cover meiner Ausgabe im eleganten Streifentapetendessin.

Prädikat: Klein, aber fein!

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Der Bücherbus im Buckingham Palace lässt das strenge Hofprotokoll aus den Fugen geraten: Zwar ist die erste Lektüre der Queen ein Griff daneben und trockene Kost, aber bereits die weitaus bessere zweite sorgt dafür, dass die Queen eine treue Bibliotheksnutzerin wird. Ihr zur Seite steht ein Küchenjunge, der sich dank seiner Tipps und auch in Ermangelung anderer Gleichgesinnter plötzlich in steter Nähe zur Queen bewegen darf. Dem royalen Gatten ist's gleichgültig; weniger Gefallen findet der Privatsekretär an der neuen Beschäftigung seiner Dienstherrin. Sie wird chronisch unpünktlich und übersieht z. B. immer wieder, dass sie Kleidungsstücke mehrfach trägt.

Es stellt sich heraus, dass die Queen sicher wenig Erfahrung mit Belletristik hat, dafür aber mit deren Autoren. Der einen hat sie einen Orden verliehen, einen anderen bei Banketten mit royalen Smalltalk Anerkennung gezollt. Verbunden mit dem neuen Hobby beginnt die Queen, sich Gedanken über ihre Mitmenschen zu machen und immer wieder vom strengen Hofprotokoll abzuweichen. Zeit für's Personal, der Queen die Vorlieben ganz intrigant madig zu machen.

Ganze 115 Seiten hat Bennetts Werk, aber es ist gespickt mit Witz und Charme und mit ganz und gar britischem Humor (bestes Beispiel dafür ist der Überraschungseffekt am Ende). Fast jeder Seite gelingt es, micht zum Schmunzeln zu bringen und überall stecken kleine, aber feine Gedanken über die Literatur, die das Zeug zum Aphorismus haben. Ein perfektes Geschenk für den begeisterte Leser, wäre da nicht die Gefahr, dass der das schon längst besitzen könnte.

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Eine Buchverliebte Queen

Bei diesem Buch handelt es sich um eine äußerst vergnügliche Lektüre. Protagonistin ist die Queen höchstpersönlich und sie wird äußerst liebenswürdig und sehr menschlich dargestellt. Die Geschichte zeigt am Beispiel einer uns allen bekannten Persönlichkeit, dass Literatur etwas ist, für das es sich lohnt seine Zeit zu opfern, wobei opfern natürlich der völlig falsche Ausdruck ist. Sich die Zeit leisten, sie sich gönnen das sind wohl angebrachtere Ausdrücke. Auch wenn man noch so beschäftigt ist und noch so viele Verpflichtungen hat, wie zum Beispiel die Königin von England, so hat man doch immer die Möglichkeit sich die Zeit zum Lesen zu nehmen. Literatur ist jedem zugänglich, unabhängig von Einkommen und gesellschaftlichem Stand und es ist eine Bereicherung für das eigene Leben. Man kann sich selbst und andere in den Büchern wiederfinden, findet Parallelen zum eigenen Leben und wird doch des Öfteren beim Lesen eines Buches dazu angeregt über das eigene Leben sehr viel bewusster nachzudenken.  Dieses Buch ist eine Hommage an die Literatur jedweden Genres. Ich war nach dieser Lektüre sehr froh über die Tatsachen, dass ich zum Glück nie Rechenschaft darüber ablegen muss, warum ich schon wieder lese. ?Interessant wäre es gewesen zu erfahren, was die wahre Queen von diesem Buch hält.

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