Corina Bomann: Die Sturmrose

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Corina Bomann: Die Sturmrose
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548286686

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Frau hatte es sich in einem schon etwas ramponierten Sessel am Fenster gemütlich gemacht.

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Handlungsort

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Nach einer gescheiterten Beziehung verliebt Annabel Hansen sich in einen alten Kutter mit dem Namen »Sturmrose«. Sie will das Schiff restaurieren und ein Café daraus machen. Bei den Renovierungsarbeiten findet sie einen Brief: Vor über dreißig Jahren hat das Boot einer jungen Frau zur Flucht aus der DDR verholfen. Vollkommen aus der Bahn geworfen, geht Annabel dem bewegenden Schicksal nach und begegnet dabei Christian, dessen Geschichte tragisch mit dem Kutter verbunden ist. Gemeinsam suchen sie nach der Frau von damals und finden Erschreckendes über Annabels eigene Kindheit heraus.

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Die Sturmrose

Erwartet hatte ich nach Cover und Klappentext eine unkomplizierte Sommerlektüre mit viel Sand und Meer - daher hat es mich dann doch sehr überrascht, wie tiefsinnig und ernst sich die Geschichte dann entwickelte. Aber mal von vorn.

Die Idee, ein ausgedientes Schiff als Aufhänger für einen Roman zu nehmen, fand ich schon mal sehr gut. Annabel befindet sich in einer Orientierungsphase; neues Zuhause, neue Aufträge für ihre Werbeagentur, auch ihr Kind Leonie muss sich in ihr neues Leben eingewöhnen, da steht die “Sturmrose” für einen Neuanfang. Dass damit auch eine neue Liebe verbunden ist, war für mich ein schöner Nebeneffekt, obwohl natürlich etwas arg “zufällig”.

Überhaupt ist die Rahmenhandlung schon etwas überkonstruiert, manches läuft einfach zu geschmiert, um noch real zu sein, aber ich hab diesen Aspekt nicht überbewertet. Viel zu sehr war ich fasziniert von den Rückblenden, die nach und nach eine ganz eigene Geschichte erzählen, nämlich über die Flucht aus der DDR über die Ostsee. Davon weiß ich sehr wenig, aber gerade weil ich direkt am Schauplatz der Geschichte war, nahm mich dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte sehr gefangen.

Sehr genial, wie Corina Bomann verschiedene Protagonisten als Ich-Erzähler zu Wort kommen lässt und ihre Erlebnisse schildern lässt. Diese Erzählweise schafft eine große Nähe und machte es mir einfach, mich in die Situation hineinzuversetzen. Dass manches ein bisschen dick aufgetragen war und manche Verflechtung einfach zu konstruiert wirkte, war für mich angesichts meiner Faszination an der Geschichte verzeihlich.

Der romantische Anteil der Rahmenhandlung kam mir da manchmal als Verschnaufpause gerade recht, um die wirklich dramatischen und erschütternden Ereignisse aus der Vergangenheit zu verdauen. Die Protagonisten handeln dabei nicht immer logisch, aber für mich dennoch nachvollziehbar. Der Roman hat mir damit einen neuen Blickwinkel auf die deutsche Geschichte eröffnet, der seinen Fokus mehr auf das inneren Erleben der Protagonisten, ihrer Emotionen und ihrer Schicksale als auf die nackten historischen Fakten legt.

Mein Fazit: eine bittersüße Geschichte, mit Romantik und Urlaubsfeeling, aber auch Tiefgang und Dramatik, zum Teil ein wenig überladen. Trotzdem eine sehr lohnenswerte Lektüre!

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Spannendes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte

Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer kleinen Tochter Leonie raus aus Hamburg nach Rügen. Dort hat sie ein wunderschönes Haus am Strand gemietet und will nach ihrer gescheiterten Ehe zur Ruhe kommen. Als Werbefachfrau kann sie überall arbeiten und den ersten Auftrag zieht sie schnell an Land, sie soll eine Marketingkampagne für ein Hotel in Sassnitz auf die Beine stellen. Nach ihrem ersten Termin mit dem Hotelbesitzer sieht sie zufällig im Hafen ein heruntergekommenes Schiff. Irgendetwas zieht sie geradezu magisch an und obwohl sie weiß, wie verrückt es ist, will sie die "Sturmrose" kaufen. Ihr schwebt vor, ein Kulturschiff aus ihr zu machen, doch sie muss schnell feststellen, dass ihre finanziellen Mittel nicht für den Kauf und die Reparatur des maroden Schiffes ausreichen werden. Doch es gibt einen weiteren Interessenten und die beiden werden sich einig.

Annabel findet in einem Versteck auf dem Schiff einen alten Brief, der belegt, dass die "Sturmrose" vor 30 Jahren Flüchtlinge aus der DDR über die Ostsee gebracht hat. Ihre Neugier ist geweckt, immerhin ist sie selbst auch im Osten geboren und ihre Mutter hat angeblich damals ebenfalls "rübergemacht" und sie als kleines Mädchen im Stich gelassen. Annabel wurde damals adoptiert und hat die Vergangenheit ruhen lassen, doch nun lässt sich der Gedanke an ihre leibliche Mutter nicht mehr unterdrücken. Sie fängt an, nachzuforschen, sowohl über die Geschichte des Schiffes und seiner Passagiere als auch über ihre eigene Herkunft.

Die Autorin greift hier ein spannendes und tragisches Kapitel deutsch-deutscher Geschichte auf.

Mich persönlich hat dies auch mehr interessiert als die romantischen und familiären Verwicklungen, die Annabel mit ihrem neuen Partner und ihrem Exmann nebenbei noch erlebt. Insbesondere auf den Ex hätte ich in der Handlung größtenteils verzichten können, mir kam es streckenweise so vor, als hätte eben noch ein "Bösewicht" in die Geschichte gehört und diese Rolle bekam nun mal er zugeteilt. Ich konnte es daher immer kaum erwarten, bis wir wieder einen neuen Teil aus der Vergangenheit präsentiert bekommen haben. Obwohl ich schon diverse Geschichten über Flucht aus der DDR gelesen habe, war noch keine dabei, die den Weg über die Ostsee beschrieben hat und so waren die Schicksale, die die "Sturmrose" miterlebt hat, für mich das Fesselndste an diesem Roman!

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Die Sturmrose

Im Prolog erfahren wir, dass eine Frau etwas einem Kassettenrecorder anvertraut in einer Zeit, als diese kaum mehr zu bekommen waren. Auch einen Brief hatte sie geschrieben, er musste nur noch verschickt werden. Nun konnte sie nur noch warten, aber viel Zeit hatte sie nicht mehr.
Annabel war seit etwa einem Jahr alleinerziehende Mutter. Sie war von ihrem Mann Jan geschieden worden, der von dem Sorgerecht für seine Tochter Leonie nichts wissen wollte. Und sie war umgezogen, von Bremen nach Binz an der Ostsee. Dort hatte sie ein Haus gemietet von einem Ehepaar, das nach Fuerteventura gezogen war. Die kleine Leonie fragte immer wieder nach ihrem Vater, sie verstand noch nicht, dass er sie nicht besuchen wollte…
Annabel dachte an die Zeit, als sie etwa in Leonies Alter war. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass sie in einem Auto mit Blaulicht aufgewacht war, und die Männer behauptet hatten, ihre Mutter sei eine Verräterin, eine Republikflüchtige. Sie konnte nicht glauben, dass ihre Mutter sie nicht mitgenommen hatte. Die Männer brachten sie in ein Kinderheim und nach etwa einem Jahr kam ein Ehepaar, das sie adoptieren wollte. Mit der Zeit glaubte Annabel daran, dass ihre Mutter sie im Stich gelassen hatte. Und doch fragte sie sich heute, ob es denn wirklich so war…
In Sassnitz hatte die Werbekauffrau Annabel einen Auftrag an Land gezogen. Eine Werbekampagne für ein Hotel und dort sah sie zum ersten Mal die Sturmrose, einen alten ehemaligen Fischkutter, der in ein Passagierschiff umgebaut worden war. Das Schiff faszinierte sie, war doch ihr Adoptivvater Schiffsbauer und sie liebte Schiffe. Der Kutter sollte verkauft werden, doch gab es noch andere Interessenten…
Durch ihr Interesse an der Sturmrose lernte sie Christian Merten kennen, und sie erfuhr eines Tages auch seine Geschichte…
interessiert sich Jan nicht für seine Tochter, sie ist doch sein Fleisch und Blut? Und Leonie sehnt sich verständlicherweise nach ihrem Vater. Wie war das wirklich, damals Wer ist die Frau in dem Prolog? Was hat sie dem Kassettenrecorder alles anvertraut? Warum, als Annabel ins Kinderhiem kam? Was macht die Sturmrose so besonders? Und was hat Christian Merten schon alles erlebt? All dies erfährt man beim Lesen dieses Buches.
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. In der Geschichte war ich sofort drin. Ich liebe den Schreibstiel von Corina Bomann, denn er ist unkompliziert. Man muss sich nicht bei jeden zweiten Satz fragen, was die Autorin da gerade meint. Es fing auch schon recht geheimnisvoll mit der mysteriösen Frau im Prolog an. Ich konnte mich in die Protagonisten hineinversetzen, litt mit Annabel und Christian, und freute mich mit ihnen. Das Buch war von Anfang an spannend und es hat mich dermaßen gefesselt, dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte. Es hat mir SUPER gefallen und bekommt von mir fünf fette Sterne.

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Die Sturmrose von Corina Bomann


Annabel zieht nach ihrer Scheidung von Jan mit ihrer kleinen Tochter Leonie nach Rügen. Sie möchte einen Neustart wagen und hat ein nettes kleines Häuschen direkt am Meer gemietet. Einen ersten Auftrag als Werbefachfrau in ihrer neuen Heimat hat sie bereits bekommen. Sie soll die Werbestrategie für das Hotel Meerblick übernehmen. Bei ihrem ersten Termin im Hotel sieht sie aus dem Fenster auf den Hafen und entdeckt die „Sturmrose“. Obwohl dieses Schiff sie finanziell ruinieren wird, kann Annabel an nichts anderes mehr denken. Das Schiff hat sie völlig in ihren Bann gezogen. Die Sturmrose soll versteigert werden und als ihr der einzige ernste Mitinteressent ein Angebot macht, kann Annabel nicht ausschlagen und erwirbt die Sturmrose gemeinsam mit Christian Mertens. Während Annabel sich mit der Geschichte der Sturmrose beschäftigt, werden Erinnerungen an ihre Kindheit geweckt, schmerzliche Erinnerungen, die nie wirklich verarbeitet wurden und die Annabel schon lange beschäftigen.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich war sehr gespannt, was in der Kindheit von Annabel geschehen ist und ob ihr Schicksal vielleicht mit der Sturmrose in Verbindung steht. Beide Geschichten haben gefesselt, Annabels Schicksal und die Geschichte der Sturmrose.
Aber auch die Gegenwart habe ich sehr gerne gelesen. Annabel und Leonie waren wirklich sehr nette Hauptcharaktere. Auch Christian Mertens hat mir gut gefallen. Er ist sehr zurückhaltend und man spürt als Leser, das auch Christian mit der Vergangenheit zu kämpfen hat. Er öffnet sich erst nach und nach und auch er hat mit einer tragischen Vergangenheit zu kämpfen.
Ein Roman, der eine Zeit der deutschen Geschichte beschreibt, die viele bewegende Schicksale zu erzählen hat. Für mich ein absolut lesenswertes Buch.

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