Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

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Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Verlag
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Nesnesitelná Lehkost Bytí
ISBN-13
9783596505227

Informationen zum Buch

Seiten
301

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Handlungsort

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Der Roman erzählt von Leichtigkeit und Schwere, von Liebe und Untreue, von unserem Sein und der Tragweite unserer Handlungen. Die wechselhafte Geschichte zweier ungleicher Liebespaare bildet den Rahmen. Das sind der Chirurg Tomas und die Serviererin Teresa. Tomas ist eine Kombination aus Don Juan und Tristan. Sex ist für ihn ein Spiel oder eine Frage des Prestiges ohne emotionale oder moralische Verpflichtung. Bei der ersten Begegnung mit Teresa wird Tomas von einem Gefühl der Verantwortung, des Mitgefühls und der Zärtlichkeit ergriffen, das er bisher nicht kannte und das eine Wende in seinem Leben herbeiführt. Teresa liebt Tomas ohne Vorbehalte, leidet aber unter seinen Seitensprüngen. Aus Sorge um das Schicksal ihrer Liebe hat sie Angstträume. Gerade in Teresa's Schwäche, in ihrer Verletzlichkeit, liegt jedoch auch ihre Stärke. Als Tomas auch in der Schweiz, wohin sie nach dem Prager Frühling ausgewandert sind, seine Seitensprünge nicht aufgibt, beschließt sie, nach Prag zurückzukehren. Tomas folgt ihr, obwohl er sich bewußt ist, dass er aufgrund einer früheren politischen Veröffentlichung seine berufliche Existenz riskiert. Unter dem Druck der "Normalisierung" muß er seine Stelle als Chirurg aufgeben und wird Fensterputzer, was allerdings seine erotischen Aktivitäten massiv steigert. Auf dem Lande, wo Tomas und Teresa eine Arbeit bei einer heruntergekommenen landwirtschaftlichen Genossenschaft bekommen, ist Teresa nur in Gesellschaft ihres treuen Hundes Karenin ruhiger.

Heimliche Liebesbriefe an Tomas bringen bohrende Verdächtigungen in ihre Beziehung. Als Tomas Teresa offenbart, dass die Briefe von seinem Sohn kommen, erkennt Teresa, dass sie ihm unrecht getan hat. In diesem Moment des Ausgleichs, in dem sie erkennen, dass der eine nicht stärker ist als der andere, kommen beide durch einen Autounfall ums Leben.Anders entwickelt Kundera die Geschichte von Sabina und Franz, dem zweiten Liebespaar. Hier ist Sabina der stärkere Pol der Beziehung. Ihr Verhältnis ist von Unverständnis geprägt: Für Sabina haben die Wörter, die Franz gebraucht eine andere Bedeutung als für ihn. Im Roman erstellt Kundera ein Verzeichnis der unverstandenen Wörter: Das erste Wort des Verzeichnisses, "Frau", erhellt die Beziehung zwischen Franz und Sabina. Die unterschiedliche Kindheit der beiden, die ganz anders geartete Umgebung, in der sie aufgewachsen sind, verleihen identischen sprachlichen Ausdrücken einen unterschiedlichen Sinn. Die Liebe zur vom Ehemann verlassenen Mutter hat Franz' Beziehung zur Frau geprägt, denen er vor allem Mitgefühl, Verehrung und Treue entgegenbringt. Für Sabina hingegen war die Liebe der Fluchtweg aus einer Welt der Pflichten, einer Welt, in der den Menschen sogar Geschmack, Freude und Glück aufgezwungen werden sollten.Kundera versucht, mit diesem Roman zwischen dem Leichten und dem Schweren zu unterscheiden. Die Leichtigkeit unserer Existenz wird damit aufgehoben und ins Schwere gedreht indem die Unwiderrufbarkeit einer Entscheidung oder Handlung auf uns lastet wie eine unendlich schwere Last. Er wirft die Frage auf, ob wir, wenn wir auf einem fernen Planeten wiedergeboren werden würden und all die Erfahrung aus unserer Welt hätten, genau so gut oder gar besser handeln würden.

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Für mich war das Buch nicht immer leicht zu lesen, aber es hat mir trotzdem gut gefallen. Sowohl die vielen philosophischen Gedanken und Erörterungen, wie auch der Hintergrund des Prager Frühlings haben sich für mich zusammen mit der Liebesgeschichte zwischen Tomas und Teresa zu einer wunderbaren Einheit zusammengefügt.

Vor allem der Wechsel zwischen den Perspektiven hat mir gefallen. Ich fand es interessant, Ereignisse sowohl aus Teresas, wie auch aus Tomas' Sicht zu erfahren, da sie Dinge oft ganz verschieden bewertet und gesehen haben. Auch dass das Liebespaar nicht ständig im Mittelpunkt steht, sondern auch die Geliebte von Tomas und deren Freund ihre eigenen Passagen im Roman haben, in denen sie im Mittelpunkt stehen, fand ich sehr gelungen.

Die Beziehung zwischen Tomas und Teresa hat mich sehr berührt. Da beide eine verschiedene Vorstellung von einer Liebesbeziehung haben, war es für die beiden nicht immer leicht, zueinander zu halten und doch haben sie über Jahre hinweg ihre Liebe bewahrt und sind zusammen geblieben.

Ich fand die Sprache und den Schreibstil auch sehr gelungen. Das Buch ist nicht so einfach geschrieben, dass man es einfach nebenbei lesen muss, es fordert die volle Konzentration, aber genau deshalb habe ich es in kürzester Zeit gelesen und sehr viel intensiver empfunden als andere Bücher. Ich werde es auch sicher ein zweites Mal lesen und mir dabei mehr Zeit lassen.

Die ganz große Begeisterung konnte das Buch trotz allem nicht auslösen, deshalb gibt es von mir "nur" 4 Leseratten

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Das war für mich ein sehr anstrengendes Buch und ich kann nicht behaupten, dass ich damit sonderlich glücklich war. Die düster-melancholische Atmosphäre nach dem Scheitern des Prager Frühlings bildet die Kulisse für einen reichliche wirren Mix aus Psychoanalyse, Philosophie und Politik. Lose verbunden stehen verschiedene Figuren und Episoden im Raum, die bis ins kleinste Detail analysiert und erklärt werden.

Der rote Faden in der Geschichte ging mir sehr ab; weniger waren es die Zeitsprünge, die mir zu schaffen machten, als die völlig zusammenhangslosen wilden Gedankensprünge, die der Autor im Laufe des Romans vollzieht. Mal hier ein bisschen Tiefenpsychologie, mal da ein wenig herumphilosophiert über das Leichte und das Schwere im Leben - und möglichst viele Gedanken möglichst schnell unters Volk bringen. Dadurch kam mir der ganze Roman ziemlich überfrachtet vor. Die Liebesgeschichte, die den eigentlichen Rahmen der Handlung bilden sollte, trat sehr oft in den Hintergrund und geriet fast in Vergessenheit. Und gerade mit diesem hoffnungslosen, fast schon zynischen Blick auf das Zusammenleben von Mann und Frau habe ich mich sehr unwohl gefühlt.

Einige Aspekte haben mir gut gefallen; so zum Beispiel der Einblick in das Leben unter fremder Besatzung, das fand ich sehr interessant. Wie die Menschen sich gegenseitig bespitzeln und bespitzelt werden, das hat der Autor ziemlich eindringlich in verschiedenen Episoden dargelegt. Auch die Abschnitte, die das Verhältnis zwischen Mensch und Tier betrafen, sprachen mich an.

Der Sprachstil ist geradlinig und schnörkellos, ich fand ihn recht angenehm zu lesen. Insgesamt konnte der Roman mich jedoch nicht überzeugen.

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Dieses Buch ist eines der schönsten, die ich bisher gelesen habe. Voller Feingefühl, Leidenschaft und Sehnsucht. Eine wunderschöne und sehr traurige Liebesgeschichte zweier Menschen, die nicht ohne einander, aber auch nur unter Leiden miteinander können.

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Wunderbar anspruchsvolle Analyse eines Paares und der Gesellschaft, in der es sich befindet. Wer wirklich etwas über Liebe und die verschiedenen Gründe und Hintergründe der Protagonisten erfahren möchte, sollte sich diese literarische Lektüre nicht entgehen lassen. Aus sprachlich hohem Niveau wird genau erklärt, warum zum Beispiel der Mann betrügt und die Frau trotzdem bei ihm bleibt. Bücher über Liebe müssen nicht trivial sein, beweist dieser Klassiker.Traurig ist er trotzdem.

Angenehm ist ebenfalls, dass der Roman trotz seines sprachlichen und philosophischen Anspruchs leicht zu lesen ist. Die verschiedenen Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben, der Überblick ist somit einfach zu behalten. Und wer sich nicht nur mit philosophischen Fragen über die Liebe beschäftigen möchte, für den gibt es auch noch andere Themenbereiche, wie die politische Situation oder Fragen nach Schuld und Mut.

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Ich habe dieses Buch nur durch einen Zufall erhalten, aber ich bin mir jetzt sicher, dass es hätte einen besseren Zufall gar nicht geben können - trotzdem ich keine Leseratte bin, hab ich mich von Anfang an in dieses Buch verliebt: die Art, wie Kundera die ganze Welt, alles uns Bekannte auseinander nimmt und untersucht und wieder neu zusammen stellt, ohne dabei eine direkte Antwort vorzugeben, ist einfach bewundernswert und lehrreich für das ganze Leben. Zusätzlich bewundernswert ist die Art, wie er nicht nur seine Bücher schreibt, sondern auch in Interviews genau so denkt und kommentiert. Ein wirklich beachtenswerter Autor, und nicht nur Autor, sondern vor allem Mensch, von dem es sich wirklich lohnt, alle Werke zu lesen.

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Um ehrlich zu sein ahnte ich schon vor dem Lesen, dass mir das "Die unerträgliche Leichtigkeitn des Seins" nicht wirklich gefallen würde. Ganz einfach deshalb, weil schon der Titel auf einem verdammt hohen Ross dahergetrabt kommt. Ja dies ist kein gewöhnliches Buch, in der Tat. Es ist ein Buch, bei dem man nicht mitfühlen kann. Denn man kommt nicht darum herum, das geschehen gewisser maßen "von oben" zu betrachten. Einiges wird vorweggegriffen und Kundera weiß stets zu erklären, wer was warum getan hat. Es gibt eine Stelle, an der von Franz' Tochter die Rede ist, die sich bei einer Feier auf den Boden setzt um "anders" zu sein, was aber lächerlich wirkt. Für mich trifft genau das auch auf das Buch zu.

Der einzige Teil, den ich als spannend empfand, war der über Tomas' Leserbrief, bzw. die politische Situation. Desweiteren findet sich in Karenin (dem Hund) wenigstens ein sympathischer Charakter und auch das Ende war schön zu lesen. Fazit: Ein Buch für Leute die "anders" sind.

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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ist eines der wenigen Bücher die nie zu Ende gehen dürften. Ein Buch welches man IMMER lesen kann.Ein Buch zur perfekten projektion.Wenn man nur Bücher liest aufgrund von Wissensbegierde oder grossem Interesse an dem und dem Thema ist es eindeutig ein Fehlgriff. Man kann es lieben oder hassen (Ich liebe es). Ein "Naja" kann es hier nicht geben, und das scheint hier wohl das besondere zu sein.

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