Marlen Haushofer: Die Wand

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Marlen Haushofer: Die Wand
Verlag
ET (D)
1968
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548605715

Informationen zum Buch

Seiten
285

Sonstiges

Erster Satz
Heute, am fünften November, beginne ich mit meinem Bericht.

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Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf - und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

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Ein beklemmendes, düsteres Buch.

Die namenlose Protagonistin (die irgendwann selbst ihren Namen nicht mehr für wichtig hält) wacht eines Morgens allein im Jagdhaus ihrer Verwandten auf und findet sich hinter einer gläsernen Wand vom Rest der Welt abgeschnitten. Auf der anderen Seite nur erstarrte Lebewesen.

Was geschehen ist, erfährt man nicht, die Frau berichtet, wie sie sich in diesem neuen Leben zurechtfindet, sich selbst versorgt, überlebt, ohne verrückt zu werden, begleitet nur von einigen Tieren. Depri-Lektüre? Ja und nein. Das Thema ist traurig, der beschriebene Alltag trist, und doch steckt viel Wahres und Lesenswertes in dem Buch, insbesondere in den Gedanken über das Miteinander von Mensch und Tier.

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Als ich mir dieses Buch zu Weihnachten wünschte, wusste ich gar nicht, was ich mir da eigentlich gewünscht hatte. Der Klappentext, der ja die Handlung schon vorwegnimmt, weckte mein Interesse. Jedoch war ich nach den ersten 20 Seiten sehr enttäuscht und legte es erst einmal aus der Hand. Ich war einfach nicht in der Stimmung für das Buch gewesen. Das wurde mir klar, als ich es knapp ein Viertel Jahr später erneut zu lesen begann.

Das Buch ist ein Bericht, niedergeschrieben von der einzig handelnden Person. Aufgeschrieben für die nachkommende Welt, gegen das Vergessen, als Zeitvertreib und Halt für die eigenen Gedanken.

Dabei erfahren wir zunächst im Rückblick, wie sie in diese Situation geraten ist, jedoch keine Erklärung für die absonderliche gläserne Wand. Durch die anschaulichen Schilderungen durchleben wir ihre Gefühle bei der Suche nach ihren Bekannten, ihr Entsetzen und ihre Angst als sie bemerkt, dass sie gefangen ist. Wir empfinden ihre täglichen Arbeiten genau so anstrengend und ermüdend. Wir fühlen ihre Einsamkeit, teilen ihre Liebe mit den einzigen Lebewesen, die ihr Trost spenden und Halt geben. Genauso fühlen wir ihre Trauer, wenn eines ihrer Tiere stirbt, und erleben ihre Freude über kleine Dinge in ihrem Alltag. Ihre Erinnerungen an das frühere Leben in der Zivilisation, mit allen Annehmlichkeiten, wandeln sich im Verlauf ihres Lebens in der neuen Welt. So wird ihr nach anfänglichem Vermissen klar, dass man auf all das auch verzichten kann. Sehr interessant sind die Schilderungen über den Ackerbau, die Viehzucht und ihr auf sich selbst gestelltes Leben als moderne Stadtfrau in den Bergen. Es scheint so viele Dinge zu geben, die sie nicht weiß und die ihr nicht vertraut sind, wie z. B. das Anlegen des Kartoffelackers oder das Wissen um das Wetter. Jedoch vermag sie, die für sie wichtigen Dinge zu lernen, ob aus eigener Beobachtung und Erfahrung, oder aus dem gefundenen Bauernkalender.

Die vielen Ereignisse werden mit sehr einfacher Sprache detailreich und wunderbar anschaulich beschrieben. Jedoch gibt es keinen kontinuierlichen Spannungsaufbau. Vielmehr wird das Interesse geweckt und aufrecht erhalten durch die Schilderung der überlebensnotwendigen Arbeiten und der damit verbundenen Versagensängste, so wie die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Tiere.

Wer einen klassischen Roman erwartet wird enttäuscht werden. Es gibt keine Kapitel, keine logische Gliederung nach zeitlicher oder inhaltlicher Ordnung. Oft werden wichtige Begebenheiten vorweggenommen, ebenso gibt es größere zeitliche Sprünge und Rückblenden. Die aktuelle Zeit erfährt der Leser in einem Nebensatz, wobei die Angaben relativ ungenau bleiben, oftmals nur die ungefähre Tages- oder Jahreszeit beinhalten, was aber für das Verständnis der Handlung auch eher unerheblich ist und dem Gefühl der Tristes der Situation dient.

Ich habe das Lesen des Buches sehr genossen, trotz dem das Ende vorhersehbar war und keine rechte Spannung aufkam. Aber der Lebenswille und der Kampf der Frau mit der Natur haben mich fasziniert und zum Nachdenken über unsere Gesellschaft und unser zivilisiertes Leben angeregt. Für alle, die sich für das Buch nicht recht begeistern können ein kleiner Tipp: wartet auf die richtige Stimmung, denn dann bietet die Geschichte unheimlich viel Material zum Philosophieren.

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