Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 3684
Ruhiger Beziehungsroman
Gesamtbewertung
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert
 
4.0
Charaktere
 
4.0
Sprache & Stil
 
4.0
Gustav Perle lernt Anton in der Vorschule kennen. Anton ist mit seinen Eltern von Bern nach Matzlingen gezogen und steht nun als Häuflein Elend vor der Klasse. Eigentlich will Gustav nicht den verheulten Neuen trösten müssen, aber nachdem er von seiner Lehrerin dazu eingeteilt worden ist, bleibt ihm nichts anderes übrig. Seine ersten Worte zu Anton sind: "Meine Mutter sagt, man soll lieber nicht weinen. Sie sagt, man muss sich beherrschen." Damit hebt eine lebenslange Freundschaft an.

Rose Tremain spannt in ihrem Roman "Und damit fing es an" einen großen Bogen von den Dreißiger Jahren bis zur Jetztzeit. Sie schildert prägende Erlebnisse in der Kindheit von Gustav und Anton, springt zurück in die Vergangenheit von Gustavs Eltern und landet schließlich in den späten 90ern. Die Halbwaise Gustav wächst in liebloser Umgebung bei seiner depressiven Mutter auf. Sie gibt den Juden Schuld am Tod seines Vaters und kommt gerade noch finanziell über die Runden. Anton stammt aus einem wohlhabenden jüdischen Haus. Seine Eltern unterstützen ihn auf alle erdenkliche Weise und fördern die Freundschaft der Jungen trotz der offensichtlichen Ressentiments von Emilie Perle.

In leisen Worten entsteht ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht. Es zeigt, dass die große Liebe nicht immer romantisch sein muss und das manche Partnerschaften von Anfang an im Ungleichgewicht sind. Die große Stärke des Romans liegt in der gewissenhaften Charakterzeichnung. Die Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung wird ebenso verdeutlicht, wie die Wirkung von Handlungen und Aussagen auf das Leben von anderen.

Fazit: Melancholisch und stimmig.
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