Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 1284
Wurzeln
Gesamtbewertung
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert
 
3.0
Charaktere
 
4.0
Sprache & Stil
 
5.0
Annette Mingels - Was alles war - Knaus

"In ihrem neuen Roman begibt sich Annette Mingels literarisch auf die Spur unseres prägendsten und faszinierendsten Beziehungsgeflechts: der Familie. Sie erzählt von den vielen Spielarten moderner Beziehungen und davon, was Familie heute ausmacht, von Nähe und Geborgenheit, von Distanz und Konkurrenz, von der Unmöglichkeit, einander ganz und gar zu verstehen, von der Brüchigkeit des Ganzen, aber auch von seiner Belastbarkeit."

Susanna ist Meeresbiologin und arbeitet im Maritimen Museum. Eines Tages bekommt einen Brief:
"Ihre Mutter würde sie gerne kennenlernen, sie ist Schauspielerin und lebt in Indien. Melden sie sich bei ihr, falls sie Interesse haben."
Susanna ist adoptiert und schwankt zwischen Neugierde, längst entwickelter Gleichgültigkeit und Loyalität zu der Mutter, die sie behütet hat, all die Jahre.
Sie hat jetzt nicht nur zwei Mütter, sondern auch 3 Halbgeschwister, die untereinander auch Halbgeschwister sind. Viola nimmt alles leicht und locker, Geld bedeutet nichts, die Liebe ist gratis und das Leben ist ein einziges Abenteuer, es gibt kaum einen interessanten Ort, an dem Viola noch nicht war.
Susanna sei im Horoskop Wassermann mit Aszendent Waage, ein chinesischer Drache und ihr Baum ist die Zeder. Viola gibt ihrer Tochter einen Liebesbrief von Susannas Erzeuger, schöne Worte, doch Viola schrieb nie zurück.
Susanna hat kurz die Überlegung ihn aufzusuchen, die Suchmaschine spuckt 2 Profile zu dem Namen "Benjamin Thomas Rochlitz" aus. Der eine ist ein Tauchlehrer, der andere ein Versicherungsmakler, keinerlei Ähnlichkeit zu entdecken. Was solls!
Susanna will mehr über ihre Wurzeln wissen.

Auch Susanna hat zwei Kinder, die nicht "Mutter" zu ihr sagen, es sind Hendryks Töchter, der Mann den sie liebt..
Und so geht es weiter, das Familiengeflecht, der Patchwork-Familie, die sich alles ist außer Blut. Das Leben kann mehr als genug sein.

Das Treffen brachte keine Nähe, es war unabsichtlich distanziert.
Susanna bringt Viola zum Flughafen:
"Es war schön, sagt sie.
Ja, war es. Guten Flug.
Wir haben unsere E-Mail-Adressen!
Ja. Lass uns einander schreiben!"

Der Roman liest sich wie ein Tagebuch, poetisch und zwanglos, ruhig aber nicht still.
Wie eine Zugfahrt am Tage, bei der man immer wieder den Blick nach draußen schweifen lässt. Während man darüber nachdenkt, hört man ein gleichmäßiges Geräusch.

Anfangen.Verlieren.Weitermachen.Finden.
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