Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 1758
Kitschig und entbehrlich
Gesamtbewertung
 
1.3
Plot / Unterhaltungswert
 
1.0
Charaktere
 
1.0
Sprache & Stil
 
2.0
Die erfolgreiche Schuhdesignerin Tess führt scheinbar das perfekte Leben. Ihre Schuhkollektionen sind gefragt, Ehemann Adam, der seit Jahren in einem tiefen Karriereloch steckt, kümmert sich liebevoll um den gemeinsamen Sohn Robbie. Der taube Junge ist wohlgeraten und der Stolz seiner Eltern. Dank einem Cochleaimplantat ist er nicht beeinträchtigt, kann hören und sogar seine große Musikalität uneingeschränkt ausleben. Als Tüpfelchen auf dem I springt Freundin Nia ein, wenn Not am Mann ist und sorgt dafür, dass Robbie mit selbstgemachten Köstlichkeiten bei Schulveranstaltungen auftrumpfen kann.

Als Adam eines Tages willkürlich von einem Gangmitglied ermordet wird, bricht Tess´ Welt in sich zusammen. Plötzlich muss sie erkennen, dass sie in einer Illusion gelebt hat. Ihre Ehe stand nicht auf dem soliden Fundament, wie gedacht, und Robbie hat keinerlei Beziehung mehr zu ihr. Um das Verhältnis mit ihm zu verbessern, zieht sie mit ihm zu ihrem Onkel Ike nach Montauk. Sie hofft, dass die Ruhe abseits vom hektischen New York und das Meer, die Stille zwischen ihnen beiden aufbrechen und zur Heilung ihrer Wunden führen wird.

Barbara J. Zwitter nimmt sich eines ernsten Themas an. Wie verkraftet eine Familie den gewaltsamen Tod eines Mitglieds, wie definieren sich die Beziehungen zueinander neu und wie kann dieses Trauma gemeinsam überwunden werden? Gleichzeitig möchte sie ihre Liebe zu dem real existierenden Örtchen Montauk schriftlich festhalten. Ihre Ambitionen sind hoch, ihr Scheitern (fast) genauso.

Es gelingt ihr die Schönheit von Montauk festzuhalten, beim Lesen wünscht man sich sofort an diesen Ort, der anscheinend die Fähigkeit hat, Menschen wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Die Naturbeschreibungen sind gelungen und besonderen Charme haben die Episoden am Meer.

Leider gleicht der Roman zu sehr einem auf Hochglanz getrimmten Fernsehfilm vom Hauptabendprogramm. Szene reiht sich an Szene, dazwischen gibt es große inhaltliche und logische Lücken. Die Figuren bleiben flach, sind schablonenartig und besitzen kein Leben. Statt Tiefgang erwartet den Leser ein kitschiges Melodram, das jedes Klischee mitnimmt und auf billige Effekthascherei setzt. Handlungsstränge werden angerissen und nicht weiter geführt, willkürliche Ereignisse bringen den Inhalt nicht voran und lassen den Leser ob ihrer Bedeutung oder eben nicht Bedeutung ratlos zurück (so er sich überhaupt Gedanken darüber machen möchte). Noch schlimmer ist allerdings, dass Einiges, was vorgesetzt wird, nicht auf seine Glaubwürdigkeit hinterfragt werden sollte, um nicht vollends den Spaß an der Lektüre zu verlieren.

Als positiv kann gewertet werden, dass sich das Buch flott liest. Ob das wirklich ein Pluspunkt ist, sei aber dahin gestellt. Denn so schnell der Roman gelesen ist, so schnell ist er wieder vergessen.
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