Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 1052
Granny-Aupair in London
Gesamtbewertung 
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Die 57jährige Vera lebt ein Leben im Schatten von anderen. Im Privatleben versucht sie es ihrem Mann recht zu machen und sich unauffällig zu verhalten und auch im Beruf versteckt sie sich hinter ihren Angestellten. Das hört sich nach einem ruhigen und bequemen Leben an, doch Vera spürt täglich mehr, dass ihr etwas fehlt.

Ihr Leben nimmt unfreiwillig eine Wende, als ihr egoistischer und überkorrekter Ehemann eine Dummheit begeht und die Existenz der beiden damit aufs Spiel setzt. Vera tritt die Flucht nach vorne an und nimmt eine sich zufällig bietende Möglichkeit wahr und geht als Granny-Aupair nach London um auf drei Mädchen aufzupassen. Doch ihre romantischen Vorstellungen vom Leben eines Aupairs in London lösen sich direkt nach der Ankunft in Luft auf...

Vera hat keinerlei Erfahrungen mit Kindern und ihr fehlt leider auch das zwischenmenschliche Gespür, dass man von einer Frau ihres Alters erwarten könnte. In der Ausgangssituation mit ihrem Mann hatte ich wirklich Verständnis für sie. Doch sobald sie in London ankommt hat mich ihr weltfremdes Verhalten irritiert. Sie ist unorganisiert und steht anfangs ratlos den Kindern gegenüber, egal ob es sich um Zuneigung oder Streiche handelt. Sie macht sich zwar Gedanken um die ihr anvertrauten Kinder, aber hauptsächlich beschäftigt sie sich mit sich selbst und ergeht sich in Selbstmitleid. Die Situation überfordert sie zu Beginn völlig, was nicht verwunderlich ist, da sie sich komplett alleine um alles kümmern muss, weil die Eltern abwesend sind. Doch mein Mitgefühl galt hauptsächlich den Mädchen, die ihre Eltern schmerzlich vermissen und tapfer versuchen damit klarzukommen.

Toll fand ich die drei Schwestern Ruby, Amanda und Zoe. Ihr Leid und ihre Versuche ein normales Leben zu führen haben mich berührt. Von jedem Mädchen lernt Vera eine andere Lektion, was sie nach und nach zu einem anderen Menschen macht. Während Zoe als Nesthäkchen ein großes Bedürfnis nach Nähe hat, ist Amanda so abweisend wie ein stacheliger Igel und Ruby scheint ständig gedanklich abwesend zu sein und in ihrer eigenen Welt zu leben.

Die Grundidee einer Frau, die aus dem Schatten ihres Ehemannes tritt und zum ersten Mal in ihrem Leben nach London reist um dort auf drei Kinder aufzupassen hat mit sehr gut gefallen. Schade, dass mich die Protagonistin nicht für sich gewinnen konnte. Ich bin einfach nicht mit ihr warm geworden, was mir zum Teil leider den Spaß an dem Buch genommen hat.

Der leicht zu lesende Schreibstil und einige schöne Ideen im Zusammenhang mit den Geschwistern, haben dafür gesorgt, dass ich das Buch trotz allem gerne gelesen habe.

Fazit: Eine schöne Idee für eine Geschichte, nur leider konnte ich mich nicht für die Protagonistin erwärmen.
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