Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 1103
"Ein wenig Leben" reißt mit, und ich kann nicht mal genau sagen warum.
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0
In Leseklausur wurden einige Journalistinnen und Bloggerinnen vom Hanser-Verlag zum Erscheinen des Buches "Ein wenig Leben" der in Hawaii geborenen amerikanischen Journalistin und Autorin Hanya Yanagihara geschickt. Sie sollten sich ganz auf das Buch einlassen, hatten während der Zeit so gut wie keine Ablenkungen. Nachdem es in den USA bereits ein großer Erfolg war, erstürmte das Buch auch in Deutschland schnell die Bestsellerlisten.

Hanya Yanagihara erzählt die Geschichte von vier in New York lebenden Männern, die eine tiefe Freundschaft verbindet. Sie konzentriert sich dabei besonders auf Jude und Willem, während J.B. und Malcom ein bisschen in den Hintergrund treten. Die Freunde kennen sich bereits seit dem College und wir begleiten sie über einen Zeitraum von dreißig Jahren. Dabei lernen wir mehr über ihr Innenleben, als sie selbst sich kennen.

Jude ist das Zentrum, um das sich in "Ein wenig Leben" alles dreht und während der Roman sanft beginnt, lesen wir uns in immer tiefere Abgründe ein. Irgend etwas stimmt nicht mit Jude, doch auch seine Freunde wissen nicht viel darüber. Die Autorin webt ein sprachgewaltiges Geheimnis darum und es fällt nicht schwer, das Buch mit atemloser Spannung zu lesen.

Eine Schwachstelle des Buches ist aber genau diese Leidensgeschichte der Hauptfigur. Yanagihara badet in traumatischen Szenen und schont dabei niemanden. Weder Jude, noch die Leserinnen. Während Jude sich immer wieder bei allen Menschen entschuldigt, beginnt bei mir eine gewisse Ermüdungserscheinung. Manche Handlungen sind nicht sonderlich logisch und wirken damit konstruiert, um der Handlung noch ein Tüpfelchen mehr Trauma und Pathos zu verleihen.

Die Handlung ist sehr geradlinig, von New York bekommt man kaum etwas mit und die Figuren wirken trotz ihrer Erlebnisse oft schlicht. Was das Buch aber zu etwas Besonderem macht ist die eingängige Sprache der Autorin. Die Seiten fliegen nur so dahin und so verzeihe ich ihr die starke Überzeichnung. "Ein wenig Leben" reißt mit, und ich kann nicht mal genau sagen warum.
SK
#1 Bewerter 1141 Bewertungen
War dieser Kommentar hilfreich für Sie? 1 0

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue