Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 8018
Never let me go
Gesamtbewertung
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Das Lied "Never let me go" der fiktionalen Judy Bridgewater gibt dem Roman im Original nicht nur seinen Namen, sondern zieht sich auch als roter Faden durch das Buch.

Auf der einen Seite ist dieses leidenschaftliche ans kitschig schwüle grenzende Lied das absolute Gegenteil von Ishiguros auffallend kühler Erzählstimme, mit der er die Ich-Erzählerin Kathy H. über ihre Erinnerung an Hailsham, Ruth und Tommy sprechen lässt. Auf der anderen Seite verrät es dem Leser Kathys eigentlich sehr leidenschaftliche Persönlichkeit, die im Lauf der Jahre durch ihre Erziehung, ihre Erlebnisse und der Akzeptanz des eigenen Schicksals abhanden gekommen ist. Zugleich symbolisiert es auch Kathys Festhalten an den Ort ihrer Kindheit und der sie prägenden Personen. So lange sie noch lebt, werden weder Hailsham noch Ruth oder Tommy vergessen sein, weil sie sie in ihrem Herzen hält und damit nicht gehen lässt.

Ishiguro erzählt und erzählt doch nicht in seiner Novelle. Viele Antworten auf beim Lesen aufgeworfenen Fragen sind von Anfang an da, was aber erst in der Rückschau offensichtlich wird. Auf diese Weise bekommt man die Gewissheit von ungeheuerlichen Ahnungen häppchenweise serviert, bis sich das eigene Grauen zum Finale bis an die Schmerzgrenze verdichtet hat.
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