Bewertungsdetails

Bonbonfarbenes Träumchen in Kitsch
Gesamtbewertung 
 
2.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
1.0
Charaktere 
 
1.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Maja träumt lange schon davon in einer Boutique ihre eigene, selbst kreierte Mode an die Frau zu bringen und dadurch die Welt ein klein wenig besser zu machen. Denn sie glaubt fest daran, dass das richtige Kleidungstück seinem Träger Glück bringt und dessen Leben positiv verändern kann.
Allerdings steht es mit ihrem Selbstvertrauen nicht zum besten und sie macht sich selbst immer kleiner als sie ist. Bis sie den Rentner Leo kennen lernt. Der erkennt nicht nur Majas gute Seele, sondern auch ihr besonderes Talent, aus einen Haufen Stoff etwas wunderschönes zu schaffen.
Und dann hat Leo ja noch einen netten Enkel...



Es ist schon lange her, dass ich so etwas kitschiges gelesen habe. Dabei fing alles so schön an.

Der Leser lernt Maja kennen und ihre Liebe zur Mode. Die Autorin weiß, wie man mit Worten zaubern kann. Sie beschreibt ein Kleidungsstück so himmlisch schön, dass man es quasi auf einer duftenden rosafarbenen Wolke vor sich schweben sieht. In jeder kleinsten Kleinigkeit kann man es vor seinem inneren Auge sehen und man möchte nur noch seufzen vor lauter Verzückung. Das meine ich wirklich ernst, die Autorin kann echt gut mit Worten spielen.

Aber dann lernt man Maja noch ein kleines bisschen besser kennen. Ich habe noch nie mit einer Figur zu tun gehabt, die so liebenswert und so verdammt selbstlos ist, dass es fast schon lächerlich scheint. Immerzu möchte Maja helfen und immerzu möchte Maja weinen, wenn sie etwas schönes sieht, und tut es dann auch. Maja ist so sanft wie eine Feder die langsam zu Boden schwebt. Nichts traut sie sich zu, niemals lässt sie ein böses Wort fallen. Maja kann man einfach nur lieben, denn selbst ihre Stimme ist so weich, dass sie nur noch flüstert, wenn sie etwas unglaublich findet.

Ja, ich übertreibe jetzt ein wenig, aber so habe ich ihr ganzes Wesen in Erinnerung behalten. Sie ging mir, je mehr ich über sie las, einfach nur noch auf die Nerven.
Die einzigen Lichtblicke bei ihr sind für mich die Szenen im Kaufhaus. Sie arbeitet dort und muss sich jeden Tag mit seelenloser Kleidung und ihrer gemeinen Chefin herum schlagen. Die Chefin ist ebenfalls total stereotyp, aber wenigstens hat Maja bei der immer total freche und sarkastische Antworten parat. Leider spricht sie diese Antworten nie aus - natürlich nicht, denn Maja ist niemals frech - aber wenigstens hat man da nicht mehr das Gefühl, dass Maja perfekt ist, sondern ein normales menschliches Wesen, dass auch Abneigungen gegen andere Menschen entwickeln kann.

Überhaupt, die anderen Figuren: Die sind entweder total nett und voll verständnisvoll und so, oder sie sind böse und gemein. Dazwischen gibt es nichts. Leider macht das auch die Handlung total vorhersehbar.

Das Buch ist perfekt, wenn man Lust auf eine bonbonfarbene heile Welt hat. Das Buch ist auch perfekt, wenn man gerade ein besonders kitschiges Happy End braucht, weil die Woche ziemlich bescheiden war. Ansonsten kann ich das Buch leider nicht empfehlen, wenn man keinen Zuckerschock erleiden möchte.

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