Bewertungsdetails

Gegenwartsliteratur 2229
Musso at his best - naja, fast.
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Paris kurz vor Weihnachten. Gaspard ist ein misanthropischer US-amerikanischer Schriftsteller, den seine Agentin einmal im Jahr in die von ihm verhasste französische Hauptstadt schickt, wo er dann sehr effektiv an seinem neuesten Theaterstück arbeitet. Auch dieses Mal wurde ihm eine Unterkunft vorab gebucht - ein besonderes, lichtdurchflutetes Haus am Ende einer ruhigen Sackgasse, eine Bleibe, die sogar Gaspard im Vorfeld überzeugen konnte. Dumm nur, dass er sich - kaum im Haus angekommen - einer Frau gegenübersieht, die nur mit einem Handtuch bekleidet aus dem Badezimmer tritt…
Madeline, die früher als Polizistin in Großbritannien und New York City gearbeitet hat, ist aus London nach Paris gekommen, weil sie vor einem Eingriff noch ein paar Tage Ruhe für sich haben möchte - doch warum steht ein ihr unbekannter Mann plötzlich in der von ihr gemieteten Unterkunft? Offenbar hat der Vermieter einen Fehler begangen und das Haus doppelt belegt hat - und nun?
Sowohl Gaspard als auch Madeline werden sofort von der Atmosphäre des Gebäudes gefangen genommen. Als sie dann auf Details aus dem Leben des ehemaligen Besitzers stoßen und erfahren, dass von dem einst gefeierten Maler, der ein Jahr zuvor verstorben ist, nur noch drei Bilder existieren sollen, ist der Ärger um das Miet-Malheuer schnell vergessen. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach der geheimnisvollen wie tragischen Geschichte von Sean Lorenz und gehen den Spekulationen um die verschollenen Kunstwerke nach.

Guillaume Musso zählt schon seit vielen Jahren zu den Autoren, die ich immer wieder sehr gerne lese. Schon oft habe ich mir überlegt, was genau den Ausschlag dafür gibt, aber ich kann es noch immer nicht zufriedenstellend beantworten, da ich es selbst nicht richtig begreife. Nicht selten haben seine Romane eine kleine phantastische Note, einen Kniff, der mich bei vermutlich jedem anderen Buch extrem stören würde - nicht so bei Musso. Seine Romane üben einfach einen unwiderstehlichen Sog auf mich aus… Wer jetzt überrascht ist oder gar zögert: nein, der vorliegende Roman hat kein solches Element - es ist im Grunde eine spannende Spurensuche, fast ein halber Krimi. Und dennoch hat mich der Autor überzeugt! Naja, fast, denn ich muss gestehen, dass es mir einen Tick zu lange gedauert hat, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufgenommen hat. Auch die Ausflüge in die Kunstszene waren mir an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig zu viel - dennoch, nichts, was den Lesefluss gestört hätte oder mein Interesse an diesem Roman merklich geschmälert hätte.

Madeline und Gaspard haben beide ihr Päckchen zu tragen, aber ich empfand die Charaktere als glaubhaft und vor allem die ehemalige Polizistin als sehr sympathisch. Zusammen geben die beiden jedenfalls ein eigentümliches „Ermittler“-Duo ab, dessen Spurensuche auch in die Vereinigten Staaten von Amerika führt.
Was Guillaum gewohnt perfekt beherrscht, sind die Perspektivwechsel und die beinahe gegenüber gestellten Szenen, die sich beispielsweise zur selben Zeit ereignen, aber von unterschiedlichen Personen erlebt werden. Das macht einen ganz besonderen Reiz aus, da Musso somit nicht nur der alles überblickende Autor ist, der seine Leser*innen stringent durch die Handlung führt, sondern er leitet auch gerne mal im Slalom durch das Geschehen…
Doch noch in einem anderen Punkt weiß sich der Autor treu zu bleiben: er mag Paukenschläge, die er vor allem dort setzt, wo er seine Leser*innen am besten überraschen kann. Und auch das Ende ist typisch Musso! Na, neugierig, was damit gemeint sein könnte?
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