Claudia Brendler: Dösende Möwen

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Claudia Brendler: Dösende Möwen
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783426515143

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Lümmelchen möchte unartig sein!"

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Handlungsort

Handlungsorte
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Darfs ein bisschen Meer sein?
Die Schauspielerin Clara, engagiert für die Bordbühne eines Kreuzfahrtsschiffs, trifft auf eine Crew am Rand des Nervenzusammenbruchs, einen liebeskranken Kapitän und eine Horde eigenwilliger Gäste aus allen deutschen Bundesländern. Als einige Crewmitglieder von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, bricht nicht nur die Spaßversorgung an Bord zusammen. Selbst die Nordmeerwale, die Human-Watching betreiben, sind fassungslos.

Autoren-Bewertungen

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Schiff ahoj!

Clara ist Schauspielerin und hofft auf den großen Durchbruch. Doch momentan wird ihr ihre Affäre mit ihrem sprachverliebten Dozenten zu viel und sie ergreift die Chance auf eine Auszeit, als sie sich für ein Kreuzfahrtschiff engagieren lässt. Wenn sie allerdings geahnt hätte, was hier alles auf sie zukommt, wäre sie vielleicht doch lieber bei ihrem „Lümmelchen“ geblieben?

Autorin Claudia Brendler zündet hier ein Feuerwerk an Ideen. Als Leser kommt man streckenweise kaum noch mit, wenn sich in praktisch jedem Satz ein Lacher verbirgt. Neben allerlei sprachlichen Verwirrungen in pfälzischem, sächsischem oder sonstigen Dialekten der Kreuzfahrtgäste gibt es auch in der Handlung reichlich Windungen und Überraschungen. Dass das kulturelle Angebot an Bord nicht ganz das ist, was Clara sich vorgestellt hat, muss wohl kaum extra erwähnt werden. Ihr männlicher Gegenpart auf der Bühne Peachy ist ein wahrer Alptraum und nur an weiblichem Applaus (und gerne mehr?) interessiert. Kulturmanager Val Lüders, dem sie das Engagement verdankt, macht keine sonderlich souveräne Figur in all dem Chaos, insbesondere, wenn ihm bei Aufregung ständig ungewollte Zaubertricks aus den Händen flutschen! Und dann gibt es da ja noch den Bordzeichner Simon, über dessen besondere Qualitäten sich ehemalige weibliche Gäste ausgiebig in Online-Foren austauschen. Aber Simon hat offensichtlich ein Geheimnis.
Seine Tagebucheinträge, gerichtet an wen auch immer, der das Tagebuch in einer fernen Zukunft finden und lesen wird, wahlweise Außerirdische, die die Erde erobert haben, oder Mikroben, die schon da sind und sich eines Tages gegen alle anderen Lebensformen durchsetzen werden, geben immer wieder amüsante Einblicke in das Leben an Bord, mit teilweise durchaus ernstem Unterton.

Insgesamt herrscht an Bord von Ablegen bis Anlegen das totale Chaos, Kabinen wechseln anscheinend willkürlich ihren Platz (oder liegt es vielleicht doch an Claras Orientierungssinn?), eine Schildkröte ist blinder Passagier, der Kapitän die meiste Zeit im betrunkenen Liebeskummer versunken und der DJ mit einem höchst eigenwilligen Musikgeschmack gesegnet – Schiff ahoj!

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Augenzwinkernde Kreuzfahrt mit skurrilen Figuren

Zusammen mit ihren Protagonisten nimmt uns die Autorin auf eine Kreuzfahrt nach Norwegen mit. Wer aber bei dem Titel „Dösende Möwen“ eine entspannte Reise erwartet, ist auf dem falschen Dampfer: es herrscht Chaos und ein Auf- und Ab, was nicht nur am schlechten Wetter liegt.

Die Schauspielschülerin Clara Tümmler, Verzeihung, Abraham, braucht unbedingt eine Auszeit von ihrem Freund und Dozenten Dr. Adrian Steinhöfel, genannt Lümmelchen, da sie von dessen Vokalfetischismus etwas überfordert ist. Er ist so verliebt in seine Clara, weil keine so schön das ordinäre Ö und das scharfe I wie sie aussprechen kann!
Clara kommt das Angebot ihres alten Bekannten Valentin Lübers gerade recht, der händeringend für seine Show auf der „Flotten Flotte“ Ersatz für die weibliche Hauptrolle sucht.
Leider gibt es ein Nanopartikelchen von einem Problem: Clara muß den völlig bescheuerten Text in wenigen Stunden lernen, weil die Premiere bereits am ersten Abend, an dem sie an Bord geht, stattfinden soll.

Aber nicht nur der Text ist eine echte Herausforderung für sie, auch ihr Partner Peachy the Peacock ist speziell: er ist die fleischgewordene Stimmungskanone und pfälzische Salsaverführung in Jogginghose und Badeschlappen, der die Chicas zum Kreischen bringen will – jedenfalls solange, bis der ominöse norwegische Reiseleiter Johansen an Bord kommt. Was hat Peachy mit ihm zu schaffen, daß er in dessen Gegenwart plötzlich ganz zahm wird?

Der Kulturmanager des Schiffes, Val Lübers, ist im Herzen eigentlich talentierter Zauberer, hat seiner Frau jedoch versprochen, nie wieder Jungfrauen zu zersägen oder Kaninchen verschwinden zu lassen. Nur in Stressituationen entfleucht ihm immer mal wieder ein Schmetterling aus dem Ärmel oder er reagiert sich mit Jonglieren ab. Verständlich, daß während dieser Schiffsreise viele Schmetterlinge und Papierflugzeuge den Ärmel verlassen sowie die halbe Kabineneinrichtung durch die Gegend jongliert wird.

Als wäre das Theater mit dem Theater noch nicht genug, hat Clara mit ihrem zugegebenermaßen katastrophalen Orientierungssinn zu kämpfen und verzweifelt regelmäßig bei der Suche nach ihrer Kabine im Mannschaftsdeck. Wenn sie sie dann doch findet, darf sie sich mit ihrer feindseligen und abweisenden Kabinengenossin Sunny rumärgern.

Dann ist da noch der attraktive Bordzeichner Simon Weyden, dessen Qualitäten und Dienste vorallem bei den weiblichen Passagieren sehr gefragt sind. Obwohl er sich anfangs Clara gegenüber abweisend verhält, geht er ihr bald nicht mehr aus dem Kopf. Auch er hütet ein Geheimnis, das nur seiner Schildkröte Jane bekannt ist.

Es betreten noch eine ganze Menge weitere skurrile Personen die Bühne: ein liebeskranker Kapitän, die Esoterikerin Gesine, die das richtige Gespür für die Auren ihrer Kollegen hat, Mr. Beach, dessen Wortschatz sich auf drei norddeutsche Sätze beschränkt und DJ Blauwal mit seiner Vorliebe für Heavy Metal sowie einige Hessen, Sachsen und Bayern.

Bei allem Humor bemerkt man aber auch, daß beinahe alle Hauptcharaktere die Schiffsreise als eine Art Flucht ansehen; die jeweiligen Gründe kommen nach und nach zum Vorschein.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen Clara und Simon ab, dessen Eindrücke wir durch seine Logbucheinträge erleben.

Die Handlung ist voller Witz und etwas überzeichnet, es ist ja schließlich auch ein humoristisches Buch – ich muß wirklich bewundern, wie die Autorin diesen stetigen Humor aufrechterhalten kann. Der eine oder andere Gag wurde zwar beinahe etwas überstrapaziert, aber im Gesamtergebnis passte es für mich. Sehr gut haben mir die verschiedenen Dialekte gefallen, die das Buch auflockern. Sollte man das eine oder andere Wort nicht verstehen, gibt es am Ende des Buches ein Glossar zur Erklärung.

Als Vorbereitung auf eine Schiffsreise nach Norwegen würde ich dieses Buch vielleicht eher nicht empfehlen – die abschreckende Wirkung könnte zu groß sein. Aber für alle anderen Fälle kann dieses Buch lustige und kurzweilige Lesestunden bescheren.

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Mal was anderes als eine schnöde Karibik-Kreuzfahrt

Da der Inhalt schon durch andere Rezensenten abgedeckt wurde, hier nun mein persönlicher Eindruck:

Wenn man sich auf ihren Humor einlassen kann, schafft es Claudia Brendler wunderbar zu unterhalten. Also, sowohl im Sinne der Vielseitigkeit der Charaktere und er Handlung, als auch im Sinne von Humor und Sprachgewandtheit.
Es kann sein, dass einem die Charaktere zu skurril erscheinen und man demnach Probleme hat, dem roten Faden des Geschehens zu folgen. Das war bei mir aber nicht der Fall und ich habe das Buch vollends genossen.

Inhaltlich habe ich nur einen der letzten Szenen zu monieren, die mir dann doch zu abgedreht waren und die drei deutschen Dialekte, die zum Ende hin dann doch schon zur Genüge durch den Kakao gezogen wurden.
Sprachlich bleibt nur das Logbuch anzumerken, das zum Schluss hin mehr nach der Autorin als nach dem Hauptcharakter klang.
Deswegen hier 'nur' vier von fünf Sternchen.

Ansonsten wird eine große Bandbreite der deutschen Sprache ausgereizt - was das ganze im Zeitalter von sozialen Netzwerken, Nachrichtendiensten und interpunktionslosen Sätzen herrlich erfrischend macht!

Ich würde es auf jeden Fall und vor allem als Urlaubslektüre empfehlen oder einfach mal so zwischendurch um die Lachmuskeln zu trainieren.

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Eine Seefahrt die ist lustig..


Was macht man, wenn man eigentlich Schauspielerin werden möchte, dann aber kein wirkliches Engagement hat, der verehrte Lehrer an Achtung verliert, weil er ziemlich albern wirkt mit seinem Vokal-Fetischismus und man dann ein Angebot bekommt, in DER Revue auf einem Kreuzfahrtschiff mitzuwirken. Man nimmt an, oder? Vielleicht ist es ja ein Sprungbrett zum Erfolg?
Mit dem Betreten des Schiffes gehen die unterschiedlichsten Katastrophen los. Angefangen, dass es schier unmöglich ist, die sowieso schon enge und schlechte Kabine zu finden, weil sie scheinbar wandert. Dann ist natürlich auch auf dem Schiff Geiz geil und es wird nicht nur an Schauspielern gespart, sondern auch an Textschreibern. Vieles wird in Personalunion gemacht und es soll alles nichts kosten, aber die Leute unterhalten.
Die junge Protagonistin ist in der Beziehung etwas naiv an Bord gekommen, sie bleibt aber engagiert und will sich eigentlich nicht mit der schlechten Qualität des Bordspektakels zufrieden geben. Aber es haben sich viele Gewohnheiten eingeschliffen und es gibt nicht nur Kameradschaft an Bord. Natürlich gibt es auch die Urlauber, die ebenfalls nicht viel bezahlen wollen, aber natürlich auf alles ein Anrecht haben. Irgendwie muss also dafür gesorgt werden, dass alle Versprechen, die die Kunden angelockt haben, auch eingehalten werden, egal wie.
Da entdeckt die Protagonistin neue Eigenschaften an sich, beginnt sie an einer anderen Form der Unterhaltung zu arbeiten und oftmals werden Pannen zu Ausgangspunkten für neue Ideen. Sie versucht, ihr schauspielerisches Können einzusetzen und berücksichtigt aber auch, dass die Menschen an Bord in Stimmung gebracht werden wollen und auch das ist ein Talent, welches sie dann in ihrem Kollegen findet.
Diese Geschichte greift mit viel Spritzigkeit und liebevoller Toleranz die verschiedenen Probleme hinter den Kulissen der Unterhaltungsindustrie und die Interaktionen auf Kreuzfahrten auf. Sicher ist dies an vielen Stellen überhöht, aber das ist als Stilmittel m.E. sinnvoll eingesetzt. Ebenso wie die Schildkröte, die illegal an Bord ist. Ich denke, dass viele Situationen sich teilweise direkt so abspielen. Das Leben ist ja manchmal komischer als man es erfinden könnte.
Mir hat es Spaß gemacht, die Komödie zu lesen, teilweise vorzulesen. Die Menschen in der Geschichte wachsen ans Herz.
Als in Sachsen lebender Mensch bin ich sehr angenehm überrascht, dass Sächsisch hier gleichberechtigt zu Hessisch angewendet wird und keine Einseitigkeit entsteht. So machten beide Dialekte Spaß und die Menschen lebendiger.
Die Idee mit dem Logbuch, welches uns einiges erklärt, ohne sich direkt an jemanden zu wenden fand ich sehr interessant, vor allem die damit verbundene Phantasie, wer denn alles eine weltweite Katastrophe überleben könnte und dann das Buch findet.

Fazit:
Eine lustige Kreuzfarth, mit Irrungen und Wirrungen wie in Shakespeare-Komödien und vielen Parallelen in der realen Welt.




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Das Chaos herrscht überall

Clara Tümmler, Studentin der Schauspielschule, hat ein Verhältnis mit ihrem Dozenten für Sprecherzeichung und Theaterwissenschaft. Dr. Adrian Steinhöfer leidet an sexuellem Fetischismus – er fährt auf das „arglose O“ oder das „scheue E“ sowie das „ordinäre Ö“ ab. Indem Clara Liebesmonologe rezitiert die sich anhören wie „Oh Sonne, thronst so wolkenlos“ bedient sie seine Neigung.

Eigentlich würde sie ihm gerne den Laufpass geben aber Dr. Steinhöfer ist in zweierlei Hinsicht wertvoll für Clara: Zum einen ist er in ihrer Prüfungskommission, zum anderen hat er versprochen ihr einen Termin zum Vorsprechen am Wiener Burgtheater zu besorgen.

Gerade zur rechten Zeit erhält Clara einen Anruf von Valentin Lübers, seines Zeichens Kulturmanager auf einem Kreuzfahrtschiff, der ihr ein Engagement auf der „Flotten Flotte“ anbietet. Der Haken an der Sache, es geht schon morgen los und so nebenbei gibt es noch das mikroskopisch kleine Problem, daß sie ihren hirnrissigen Text bis zum Abend können muss denn da findet die Premiere statt.

Um Dr. Adrian Steinhöfer aus dem Weg zu gehen, sagt Clara zu......

Mein Fazit:

Neben Clara Tümmler (Künstlername Abraham) tümmeln sich auf dem Schiff noch ihr pfälzischer Bühnenpartner Peachy the Peacock, der Kulturmanager Valentin Lübers, der eigentlich mit Herz und Seele Magier ist, Zeichenlehrer Simon Weyden, der unerlaubterweise seine Kabine mit einer Wasserschildkröte namens Jane teilt, Sunny, die Ballett-Tänzerin, Gesine die Esoterikerin sowie der norwegische Reiseleiter namens Johansen. Alle haben sie eines gemeinsam – sie haben irgend eine Leiche im Keller.

Neben den Hauptakteuren dürfen natürlich der Kapitän und die Reiselustigen nicht fehlen, ebenso wie DJ Blauwal und Mr. Beach sowie Laxnor der Schamane.

Vom Zeitpunkt des Ablegens im Hamburger Hafen bis zum Wiederanlegen geht es auf diesem Schiff einfach nur chaotisch zu. Es passt nix, aber auch gar nix. Die Bühnenshow ist ein schlechter Witz, die Landgänge fallen aus oder werden „umgeleitet“, das Aktionsprogramm auf dem Schiff ist auch alles andere als ansprechend und für mich wäre das hier so eine klassische Reise nach der man jeden Cent des Reisepreises wieder zurück verlangen könnte incl. einer Forderung nach Schadensersatz wegen Körperverletzung.

Das Buch ist ganz sicher humorvoll geschrieben – wenn man diese Art von Humor mag. Meinen humoristischen Nerv hat es leider ganz und gar nicht getroffen.
Schade.

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