Elizabeth Harrower: In gewissen Kreisen

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Elizabeth Harrower: In gewissen Kreisen
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
In Certain Circles
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783351036331

Informationen zum Buch

Seiten
279

Sonstiges

Originalsprache
australisch-englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
"Ich höre Russell lachen."

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Handlungsort

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1971 geschrieben, 2014 erstmals veröffentlicht – der letzte Roman der großen australischen Schriftstellerin Elizabeth Harrower, die damit neu zu entdecken ist.

Sydney, in den 60er Jahren. Zoes Bruder Russell bringt eine Zufallsbekanntschaft mit in ihr Elternhaus: den geheimnisvollen Stephen Quayle und seine Schwester Anna. So unterschiedlich die Kreise auch sein mögen, aus denen die Geschwisterpaare kommen, von nun an sind die Lebenswege der vier unausweichlich miteinander verbunden. Ein großer Roman von präziser, bildstarker Sprache und psychologischer Genauigkeit, der uns neu über Familie und Liebe, Tyrannei und Freiheit nachdenken lässt.

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Für mich eine Enttäuschung

Grundsätzlich üben solche "Entdeckungen" ja immer einen gewissen Reiz auf mich aus, obwohl ich nicht genau sagen kann, woran das eigentlich liegt. Vermutlich ist es ein bisschen das Gefühl, bei einer Art Schatzhebung beteiligt zu sein. In diesem Fall - das darf ich schon einmal verraten - hat sich der Schatz jedoch als eine herbe Enttäuschung herausgestellt...

Russell und Zoe sind Geschwister, denen es an nichts mangelt. Sie sind in einem überdurchschnittlich gebildeten, wohlhabenden Elternhaus groß geworden - in den 60ern in der australischen Großstadt Sydney. Während die überbehütete Zoe im ganzen Überfluss etwas wie Unbehagen empfindet, hat Russell schon Schlimmes erlebt, scheint aber keinerlei Schwierigkeiten zu haben, sich wieder in den angenehmen Alltag zu integrieren.
Im Gegensatz dazu stehen Anna und Stephen, ebenfalls Geschwister, aber mit einem ganz anderen Background, denn die beiden sind Waisen. Russell führt seine zufälligen Bekannten in seine gewohnten elitären Kreise ein - ein ziemlicher Bruch für die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Geschwister Anna und Stephen. Doch besonders Zoe fühlt sich von den so gegensätzlichen Freunden stark angezogen - im positiven wie negativen Sinne.

Die Handlung setzt einige Jahre später erneut ein: Russell hat geheiratet und ist inzwischen Vater - doch die Ehe ist nicht immer einfach. Zoe hingegen heiratet Hals über Kopf Stephen und auch die Vierte im Bunde, Anna, ist verliebt: nur leider in den Falschen, nämlich den verheirateten Russell. Es scheint so, dass die beiden Geschwisterpaare auf ewig miteinander verwoben sind...

Wieder einige Zeit später begegnen wir allen wieder: die ein oder andere Lebenskrise später, mittendrin in nahezu ruinierte Ehen... Einzig Zoes Werdegang hat mich überzeugt - auch wenn er nicht positiv verlaufen ist. Alle anderen wirkten auf mich träge agierend, teilweise auch hölzern und zu sehr nach "Reißbrett".

Für mich war der Roman sehr schwer zu lesen. Irgendwie zäh und mühsam - alleine die Tatsache, dass ich mir wichtig erscheinende Informationen immer wieder selbst zusammenklauben musste. Zum Beispiel konnte ich häufig nicht einordnen, wie viel Zeit zwischen dem Geschehen vergangen ist oder wo die Zusammenhänge zwischen so manchen Fragmenten sind. Hinzu kommen die Dialoge, bei denen ich mich mitunter ganz schön konzentrieren musste, um zu begreifen, wem ich da eigentlich gerade "zuhöre".
Der Erzählstil wirkte auf mich ernüchternd, weil viele Kleinigkeiten aufkommende Freude im Keim erstickt hat. Keine Ahnung, der Roman wirkte auf mich einfach unfertig.

Fazit: Eine Entdeckung, die es für mich leider nicht gebraucht hätte.

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Hat mich nicht überzeugt

Das Schicksal führt zwei Geschwisterpaare zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Zoe und Russell Howard. Sie wachsen verwöhnt und behütet auf, ihre Eltern sind wohlhabend und angesehen. Während Zoe bisher nur die Sonnenseite des Lebens kennengelernt hat, hat Russell schon Schlimmes erlebt.

Auf der anderen Seite Anna und Stephen Quayle. Die beiden sind elternlos aufgewachsen und lernen nun die reiche Familie Howard kennen.

Die Lebenswege der vier werden in diesem Buch beschrieben.

Mich hat der Erzählstil überhaupt nicht überzeugt. Eine Handlung, die sich als roter Faden durch das Buch zieht, fehlt völlig. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Gedanken und Dialogen der beiden Geschwisterpaare. Russells Frau Lily spielt auch noch eine Rolle.

Hauptsächlich geht es um Zoe, die lernen muss, dass es im Leben nicht immer so zugeht, wie man es gerne möchte. Sie verändert sich spürbar durch die Dinge, die sie erlebt.

Es ist auch schwer ersichtlich, in welcher Zeitspanne sich das Ganze abspielt. Nur durch nebenbei erwähnte Altersangaben ist der Leser wieder informiert, wieviele Jahre vergangen sind.

Einiges hat mir auch gefallen. Die Charaktere sind sehr gut und überzeugend dargestellt und gerade Zoes charakterliche Veränderung ist gut gelungen.

Die Dialoge, teilweise langatmig und verwirrend, waren zeitweise witzig und haben zum Nachdenken angeregt. Es ist allerdings sehr mühsam zu lesen, da man oft nicht weiß, wer gerade spricht.

Das Buch wurde 1971 geschrieben und erst jetzt veröffentlicht. Auf mich wirkt es wie ein Entwurf, der nicht fertig überarbeitet wurde. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgehalten.

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"Wie mühsam ist es, sich zu ändern ..."

Ein Roman, der mich eher an psychologische Fallstudien erinnert, die einem nicht fachspezifischen Publikum eröffnete werden sollen, daran erinnert mich "In gewissen Kreisen" von Elizabeth Harrower.
Das Buch spielt zu Beginn der 1960er Jahre in Sydney. In Teil 1 lernen wir das Geschwisterpaar Russell und Zoe kennen. reiche, verwöhnte Akademikerkinder, denen es an nichts materiellem fehlt.
Während Russell als Kriegsheimkehrer des 2. Weltkrieges das "wahre" Leben in all seinen Schrecken kennengelernt hat, sich aber scheinbar mühelos in alte Strukturen zurück begibt, hadert Zoe mit all diesm Überfluss. Nicht, dass sie ihn nicht mehr haben möchte, sie ist ihm schlichtweg überdrüssig geworden.
Russell, eben doch vom Krieg geprägt, heiratet zwar seine Jugendfreundin Lily, bringt aber auch das mittellose Waisengeschwisterpaar Stephen und Anna mit in die elitären Kreise, in denen er sich bewegt. Zoe, von allem gelangweilt, findet diese beiden hochinteressant, aber auch irgendwie störend.
Teil 2, spielt einige Jahre später. Russell und Lily führen eine nicht immer glücklich Ehe, sind Eltern von Zwillingen und kommen aus London zurück nach Sydney. Zoe beendet eine Künstlerbeziehung in Paris und stürzt sich in eine Ehe mit Stephen, während Anna in Russell verliebt ist und darunter leidet.
In Teil 3, noch einige Jahre später, sind beide Ehen kaum noch als solche zu bezeichnen. Anna hat sich zwar freigeschwommen, kommt aber dennoch nicht los von Russell. Und auf jeden deieser fünf Protagonisten hat das Leben seine ganz eigenen Auswirkungen.

Und genau diese Auswirkungen bestimmen das Buch. Überwiegend sind es Zoe Gedanken, die alles und alle, sich eingeschlossen, analysieren. Zoe kommt durchaus auch zu klugen Einsichten, sich selbst zu ändern oder den anderen einen Spiegel vorzuhalten indes gelingt ihr nicht. Erst als zum Schluß zufällig abgeschickte Briefe mit brisanten Inhalt erscheinen, können alle endlich so handeln.

Dieses Buch ist sehr schwierig zu lesen. Besonders der Anfang ist holperig und man weiß oft nicht, in welchem inhaltlichen Zusammenhang einzelne Sätze stehen oder welcher Charakter gerade denkt bzw. handelt. Allerdings habe ich mit Beendigung des Buches die ersten 2 Teile lediglich als Einführung in den dritten und längsten Teil angesehen. Dieser dritte Teil, der eigentlich nur aus Zoes Sicht und Gedanken geschrieben wurde, ist für mich am Interessantesten und einfachsten zu lesen gewesen und hat das Buch eindeutig aufgewertet.

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Buchentwurf mit guten Ansätzen

Zoe ist eine junge Frau mit reichen Eltern, die immer nur genau das macht, was sie möchte. Sie ist verwöhnt und verwundert, als jemand ihr erzählt, dass er seinen langweiligen Job nur macht, weil er damit Geld verdient.

Nach und nach lernt der Leser die Freunde und Familie von Zoe kennen. Meist wird allerdings zuerst über die Personen gesprochen und der Leser muss mühsam erahnen, in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen. Raten muss der Leser auch, wer gerade redet und mit wem. Gedanken und Gesprächsfetzen werden bunt gemischt. Bei manchen Abschnitten ist selbst nach mehrmaligem Lesen nicht klar, wer was sagt. Andere Personen werden eingeführt und kommen danach nie wieder vor, Andeutungen, die in anderen Bücher ein paar Seiten später einen Sinn bekommen, werden einfach wieder vergessen.

Einen roten Faden gibt es nicht. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Beobachtungen von Zoe und ihren Freunden, aus vielen Gesprächen.

Diese Gespräche sind die einzigen Lichtblicke des Buches, sie enthalten oft komplexe Gedankengänge und manche schöne oder witzige Pointen.


»Jede von Lilys Bindungen ist rein zufällig. Wie in einem moralischen Theaterstück, nur trägt man keine Masken der Tugend und des Lasters, sondern man wahrt seine Anonymität hinter Tochter, Mutter, Vater und so weiter. Jeder könnte hinter der Maske stecken. Es würde keinen Unterschied machen. Name und Maske sagen den Leuten, wie sie zu fühlen und zu handeln haben. Außerhalb dieser Rahmenbedingungen herrscht Chaos. Es fehlt der natürliche Instinkt für –«

»Die Liebe«, sagte Anna.

"Denn du weißt schließlich genau, nicht wahr, dass man weiter nichts sein muss als ein Rennpferd oder ein Fußballspieler, um in die Zeitung zu kommen"

"Was manchmal wie Undankbarkeit wirkt, ist oft ein Mangel an Selbstvertrauen, auch wenn es sehr häufig einfach Undankbarkeit ist."


Das Buch hat mir nicht gefallen. Es ist holprig geschrieben und macht einen unfertigen Eindruck. Es ist mehr eher ein Entwurf mit manchen guten Ansätzen, als ein Buch, das bereit ist veröffentlicht zu werden.

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Was wollte uns die Autorin damit sagen???

INHALT
Sydney, Anfang der 60er Jahre. Zoe Howard ist gerade 17 geworden, als ihr Bruder das elternlose Geschwisterpaar Anna und Stephen Quayle seiner gut situierten Familie vorstellt. Eine schicksalhafte Begegnung für beide Seiten. Denn ihre unterschiedlichen Lebenswege werden sich zukünftig immerfort kreuzen...

MEINUNG
Die Australierin Elizabeth Harrower hat diesen Roman bereits 1971 geschrieben, aber nie veröffentlicht. Nun, im Jahre 2016, hat sich der Aufbau Verlag an dieses Stück Literatur gewagt.

Leider hat mich die Geschichte - eine Art Psychogramm der verlorenen Generation nach 1945 - nicht überzeugen können. Warum?

Dem Plot fehlte der rote Faden. Vieles blieb unausgeprochen bzw. wurde nur marginal angerissen, so dass es nicht immer leicht war, Zusammenhänge herzustellen. Insgesamt machte das Buch auf mich einen unfertigen Eindruck.

Ebenso wirkten die handelnden Personen, allen voran die Erzählerin Zoe, erschreckend blass und emotionslos. Ihnen fehlte das Menschliche. Sie agierten wie leere Hüllen, robotergleich. Ob Geburt, Heirat oder Tod, nichts konnte sie tangieren. Erst gegen Ende der Geschichte wagten sie einen "kleinen" Ausbruch aus ihren festgefahrenen Lebensentwürfen/-modellen.Vielleicht lag ihre Passivität auch an der Zeit, in der sie groß wurden und lebten. Sicherlich spielte auch ihr betuchtes Umfeld eine Rolle.Doch ihre finanzielle Angesichertheit bewahrte Zoe nicht vor der Lebenskrise. Sie will und kann einfach ihren Platz im Leben nicht finden und rettet sich erst in Zynismus und später in Apathie. Alle vier Freunde bzw. Partner (Zoe, Russel, Anna und Stephen) führen auf ihre Art und Weise verkorkste Leben, was ich wenig erbauend fand.

Zitat, S. 100:
"Selbstbewusst, doch ohne Bewusstsein, unzufrieden, doch offensichtlich passiv in seiner Unzufriedenheit [...]."

Zitat, S. 171f.:
"Man kann von einem Ertrinkenden nicht erwarten, dass er einen anderen vor dem Ertrinken rettet."

Harrower verwirrt mit der stetig wechselnden Erzählzeit und -perspektive den Leser. Episoden bzw. wichtige Ereignisse werden oft nur angerissen oder faktisch dargeboten, ohne auf die Vorgeschichte einzugehen. Das Hauptaugenmerk liegt auf zwischenmenschlichen Dialogen, die manches nachwirkende Bonmot enthalten, mehr aber auch nicht.

FAZIT
Ein Roman, dessen Sinn sich mir leider nicht erschlossen hat, was auch an der wirren Erzählstruktur lag.

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